Kaum hat das Jahr angefangen, stand auch schon die erste Tour an. Es ging mal wieder ins Elsass, die Strecken Molsheim–Séléstat und Mulhouse–Müllheim (erst vor kurzem für den Personenverkehr reaktiviert) waren die Hauptziele. Auf der Fahrt wollte mich wieder mein Vereinskollege Daniel begleiten.
Die Fahrt nach FF lief problemlos. Bei der Ankunft sah ich auch schon den ICE nach Paris am Nachbargleis stehen. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen, dachte ich und verschwand erst mal in der Lounge. Als ich zurückkam, strömten die Leute aus dem Zug – er war nämlich gerade wegen eines technischen Defektes geräumt worden, der Ersatzzug sollte 20 min später abfahren. Leider nicht ungewöhnlich: aus den +20 wurden +40, mit denen es dann aber tatsächlich losging und die wir bis RK hielten. Dort stieg Daniel zu und überbrachte eine Botschaft, die ich noch nicht kannte: Der Zug sollte etwa eine Dreiviertelstunde zurückgehalten werden. Das wurde wenig später auch offiziell bekannt gegeben. Grund war, dass der ICE aus Stuttgart wetterbedingt ausgefallen war und wir nun in dessen Fahrplanlage weiterfuhren. Durch die Zusammenlegung von zwei Zügen zu einem wurde es entsprechend voll, und auch gegenüber dem neuen Fahrplan fuhren wir noch Verspätung ein.
So trafen wir fast zwei Stunden später als geplant in Straßburg ein, gerade rechtzeitig, um den Zug nach Séléstat noch zu erreichen. Zum Glück hatte Daniel dafür bereits im ICE eine Fahrkarte nach Mulhouse gekauft, witzigerweise eine Gruppenkarte, die genauso viel kostete wie eine Einzelfahrt. Nicht klar war allerdings, ob die Fahrkarte auf dem Umweg über Molsheim auch galt. Eigentlich nicht, sagte die nette Zub-in, die uns kurz darauf kontrollierte, ließ uns aber trotzdem gewähren. Am Automaten gibt es Fahrkarten mit Via-Angabe übrigens in Frankreich auch nicht, bliebe der Kauf am Schalter oder das Stückeln, das allerdings etwas teurer ist. Nun konnten wir aber entspannt durch die liebliche Landschaft fahren, die ich auch vom Silvesterurlaub 1993/94 mit der Familie kannte. Nach einer knappen halben Stunde Aufenthalt am nicht besonders interessanten Bahnhof von Séléstat ging es mit dem „normalen“ Regionalzug weiter, es gibt auch einen, der Tempo 200 fährt und noch weniger Halte hat. Dessen Wagenreihung hängt übrigens an den Bahnhöfen aus, wird aber bescheiden als „theoretisch“ bezeichnet:

In Mülhausen angekommen, gelang mir auf dem Bahnhofsvorplatz noch ein Bild vom Tram-Train, der von hier seit 2010 nach Thann fährt:

Dann ging es auch schon weiter, diesmal mit einem Blauwal:

Der war gut gefüllt, was zeigt, dass die Reaktivierung wohl eine gute Idee war. Unser Zug war einer der wenigen, die ab Müllheim nach Freiburg weiter fahren, ohne weiteren Halt dazwischen. An der Endstation angekommen, hatten wir erst mal über eine Stunde Aufenthalt, in der wir den Bahnhof nicht verließen, sondern u.a. unsere Fahrgastrechte-Formulare für die Hinfahrt im Reisezentrum abgaben.
Der Zug für die Rückfahrt fuhr pünktlich ab, und wir machten es uns im BahnComfort-Bereich gemütlich. In Offenburg hielt der Zug außerplanmäßig, was sogar das Personal verwunderte. Es stellte sich heraus, dass der ICE kurz hinter uns einen PU hatte und wir nun in dessen Zeitlage weiter fuhren. Kam mir bis auf den Grund sehr bekannt vor … Durch diese Prozedur zogen wir uns bis FF knapp +10 zu, so dass ich wie geplant noch in die Lounge gehen konnte (Daniel war wiederum in RK ausgestiegen) und wie geplant um 21.15 Uhr in NAH ankam. Dort war es – im Gegensatz zur Hinfahrt – auch trocken, so dass ich bequem nach Hause radeln konnte.