Einst und jetzt 5: Marl Mitte

Ursprünglich hatte ich die Serie nur auf drei Teile angelegt, jetzt gibt es schon den fünften und ein Spezial … Da ich am Sonntag mal wieder in der Heimat war, hatte ich die Idee, meine allerersten Bahnfotos zu reproduzieren und ein wenig über die Veränderungen seitdem zu schreiben.

Zunächst noch etwas weiter in die Vergangenheit: Mitte der 70er-Jahre bekam die Stadt Marl, die aus einer Ansammlung von Dörfern entstanden ist, ein neues Zentrum auf der „grünen Wiese“. Dazu gehörte unter anderem das Rathaus, das Einkaufszentrum „Marler Stern“, aber auch ein Haltepunkt an der kurz zuvor eröffneten Strecke Abzweig Lippe – Gelsenkirchen-Buer Nord. Wie der daneben liegende Busbahnhof erhielt er den Namen „Marl Mitte“. Ab den Achtzigerjahren wurde die Strecke im Taktverkehr befahren, wegen des langen eingleisigen Abschnitts aber nur stündlich. Da die Züge über die damals noch nicht elektrifizierte Strecke nach Langenberg bzw. später nach Wuppertal weiterfuhren, fuhren die Züge trotz Fahrdraht mit Dieselvorspann. Eingesetzt wurden 216er mit n-Wagen, die am Anfang noch ihrem Spitznamen „Silberlinge“ alle Ehre machten.

Einen solchen Zug bannte ich an einem unbekannten Tag im April 1993 auf den analogen Film:

Genau bekannt ist dagegen das Datum des zweiten Bildes vom Hp Marl Mitte, das ich am 14. August 1993 auf dem Weg zu einem Feriencamp in Bochum-Dahlhausen machte:

Wozu der mit „Bahnhof“ beschriftete Bau diente, ist mir nie so ganz klar geworden. Es handelte sich um eine Art nach einer Seite offenen Halle, auf der anderen Seite befand sich eine vergitterte fensterartige Öffnung zur Bahnstrecke. So etwas wie Bänke oder gar einen Fahrkartenschalter gab es dort nicht, für eine Wartehalle wäre es dort auch viel zu zugig und zu weit weg vom Bahnsteig gewesen. Dafür gab es ja auch die Wartehäuschen auf dem Bahnsteig.

Fast auf den Tag genau 33 Jahre später, am 9. August 2026, sah es auf dem Bahnsteig in Marl Mitte so aus:

Was sich anscheinend am wenigsten verändert hat, ist der Bahnsteig selber: Da man ihn vorausschauenderweise schon in der S-Bahn-kompatiblen Höhe von 76 Zentimetern errichtet hatte, brauchte er nicht mehr erhöht zu werden, als 1998 endlich die „echte“ S 9 kam, die die vorherige Linie 9 (ohne S) ablöste und zunächst nur bis Essen fuhr. Als dann auch die Strecke weiter nach Wuppertal elektrifiziert war, fuhren die S-Bahnen ab 2003 auch bis dorthin. Eingesetzt wurden – wie auf der gesamten S-Bahn Rhein-Ruhr – zunächst 143er mit x-Wagen, zeitweise auch 420er, später dann 423er und jetzt Flirts, die in vom VRR vorgegebenen Farben unterwegs sind.

Wie man sieht, sind die Aufbauten oben auf der Brücke verschwunden. Die Treppe zum Bahnsteig befindet sich jetzt auf der dem Fotografen zugewandten Seite. Auf der anderen befindet sich ein Aufzug, der auch den Busbahnhof und den Marler Stern barrierefrei erreichbar macht. Vom Bahnsteig gibt es noch einen ebenerdigen Zugang in die angrenzende Siedlung. Dieser führt über die Fläche, die für das zweite Gleis freigehalten wurde, das vermutlich nie gebaut wird.

Noch ein kurzer Blick auf den Busbahnhof: Der war in den Siebzigern mit den damals üblichen parallelen schmalen Bussteigen gebaut worden und sah 1993 schon nicht mehr ganz taufrisch aus:

Hier hat man – im Rahmen der Umgestaltung des gesamten Stadtzentrums – Nägel mit Köpfen gemacht und im März 2005 den Busbahnhof verlegt, und zwar an die Stelle, an der sich früher die Zufahrtsrampe für den alten befand (in den Bildern oben rechts vom Bildrand). Die Neigung, die er daher hat, sorgte anfangs für Diskussionen, mir sind aber keine praktischen Probleme damit bekannt. Wie inzwischen üblich, besteht er aus einer großen Mittelinsel, um die herum die sägezahnartigen Bussteige angeordnet sind:

Der alte Busbahnhof befindet sich nun wiederum links vom Bildrand und ist beim Umbau durch eine relativ einfallslose Betonfläche ersetzt worden. Links im Bild ist die Brücke zum Haltepunkt erkennbar, rechts der neue Busbahnhof. Dazwischen im Hintergrund befindet sich das Kundenzentrum mit Sozialräumen für das Fahrpersonal. Ersteres bestand 1993 nur aus einem zugigen Schalter am Rand des Busbahnhofs, ziemlich genau links neben dem Fotografen.

Fazit: Marl ist nicht die schönste Stadt der Welt und Marl Mitte sicher auch nicht der schönste Bahnhof. Insgesamt haben Haltepunkt und Busbahnhof seit 1993 aber schon ein wenig gewonnen – auch wegen der Verkehrsverbindungen von dort, über die ich in den früheren Folgen schon geschrieben habe.

Einst und jetzt 1: Fahrzeuge

Einst und jetzt 2: Liniennetz

Einst und jetzt 3: Sonstiges

Einst und jetzt 3 – Nachtrag

Einst und jetzt: Spezial zum Mauerfall

Einst und jetzt 4: Zielnetz 2015 und Ist-Netz 2020

Zurück in die Zukunft 3

Am Sonntag konnte ich die Trilogie endlich mit dem dritten Teil abschließen, der natürlich im Westen spielt, der momentan leider fast so trocken ist wie der echte Wilde Westen. Um Geld zu sparen, machte ich mich mit dem Deutschlandticket auf den Weg nach HO. Von dort fuhr der RE 2 nicht wie sonst bis ERE durch, sondern baubedingt nur bis EHLT. Dort hatte ich die Wahl zwischen Warten auf den RE 42 oder gleich weiter mit dem SEV, bei ungefähr gleicher Ankunft. Neugierig entschied ich mich für Letzteren und wurde mit einem klimatisierten, mäßig vollen Bus belohnt, der in Recklinghausen über einige Straßen fuhr, die ich noch nicht kannte, um den Osteingang des Bahnhofs zu erreichen.

Auf der anderen Seite des Bahnhofs wartete ich dann auf einen der „Retro-Busse“, die die Vestische zum 125-jährigen Jubiläum in den Farben foliert hat, in denen sie in den Achtzigerjahren fuhren. Leider vergeblich, also stieg ich in den 238er. Der fährt nicht mehr wie vor 30 Jahren nach Marl, sondern ist jetzt der ehemalige Schnellbus nach Buer, den ich noch nie gefahren war. Dort angekommen, mussten erst einmal ein Eiskaffee und eine Currywurst sein, bevor ich mich dann – weiterhin ohne Retrobusfoto – auf den Weg nach Marl Mitte machte, wohin wie vor 30 Jahren der 222er fährt.

Dort wurde ich dann endlich fündig, denn einer der Busse machte zwischen zwei Fahrten auf der 223 dort Pause (und wurde zwischendurch umgeparkt):

Zu meinem Glück kam dann auch noch einer der neuen Caetano-Wasserstoffbusse vorbei, die mir auch noch in meiner Sammlung fehlten:

Zwischendurch machte ich noch einige Aufnahmen für den nächsten Beitrag, bevor ich mich dann auf den Weg nach Hause machte. Aufgrund der Bauarbeiten ging das am schnellsten mit der S 9, die gerade die einzige Schienenverbindung zwischen Essen und Münster darstellte und daher ungewöhnlich voll war. Angenehm leer war dafür ab EHLT der RE 42 bis EMST. Dort ließ ich mutig den RE 2 fahren und stieg in den verspäteten ICE, der als „außergewöhnlich ausgelastet“ gekennzeichnet war. Das stimmte im Prinzip auch, für mich fand sich aber doch noch ein Sitzplatz, so dass ich etwas früher als mit der planmäßigen Verbindung wieder HB erreichte.

Im Retro-Zug zur Retro Classic

Heute war der letzte Tag der Oldtimermesse „Retro Classic“ in Essen. Das ist nun eigentlich kein Thema, das mich sonderlich interessiert, allerdings hatte ich im Netz gesehen, dass dort auch einige historische Busse ausgestellt waren. Da ich sonst noch nichts vorhatte, machte ich mich auf den Weg. Hin fuhr ich mit dem Deutschlandticket, was bedeutete, dass ich in den RE 9 einstieg, der zurzeit selber mit einer Art Oldtimerfahrzeugen gefahren wird. Ab HO ging es nahtlos mit dem RE 2 und etwas neueren Fahrzeugen weiter. Beide Züge waren sehr gut gefüllt, ich hatte aber jeweils einen Sitzplatz. Essen Hbf erreichte ich pünktlich und die Messe tatsächlich genau in dem Moment, ab dem das deutlich vergünstigte Happy-Hour-Ticket galt. Also lief ich zielstrebig zur Nutzfahrzeughalle und wurde nicht enttäuscht, denn dort stand unter anderem ein Anderthalbdecker, den ich noch nie live gesehen hatte.

Dieser Henschel-Bus (eine mir bis dahin unbekannte Marke) der Stadtwerke Trier begann sein Leben als Obus, wurde aber dann in einen Dieselbus umgebaut:

Interessant war auch der Doppelstock-Gelenkbus Neoplan Jumbocruiser, der größte jemals gebaute Bus:

Für mich besonders interessant: Ein City-Express-Neoplan 4014 ex Vestische, inzwischen im Privatbesitz und in den originalgetreuen Zustand versetzt:

Auch einige Lkw gab es zu sehen, zum Beispiel diesen Langhauber.

Auf dem Rückweg machte ich noch einen Abstecher zur U-Bahn-Strecke auf die Margarethenhöhe, um ein aktuelles Bild von den (allerdings auch schon fast historischen) Fahrzeugen der Ruhrbahn zu machen. Von den beiden eingesetzten U-Bahn-Baureihen gelang allerdings nur ein Bild von den B-Wagen an der Station Gemarkenplatz.

Um die Zeit optimal (auch zum Essen beim Frittenwerk) ausnutzen zu können, fuhr ich zurück mit dem ICE. Der war wie die Züge auf der Hinfahrt voll, aber pünktlich, so dass ich um Viertel nach acht wieder HB erreichte.

Fast 100 % gegeben (2/3)

Hier die Fortsetzung meiner Luxemburg-Rundreise vor einer Woche: Am Samstag stehe ich so auf, dass ich noch gemütlich im Hotel frühstücken kann. Danach nehme ich den Zug auf die Nordstrecke bis Kautenbach, wo die Strecke nach Wiltz abzweigt. Anders als bei → Eric und seiner Reise läuft bei mir alles entspannt: Mein Zug ist pünktlich, und so muss auch der Anschluss nach Wiltz nicht warten. Selbst wenn, hätte er dem Gegenzug keine Verspätung mitgegeben, denn am Wochenende wird die Strecke nur im Stundentakt befahren. So reicht ein Fahrzeug aus, das in Wiltz etwa zwanzig Minuten Aufenthalt hat. Die nutze ich dazu, ein Bild vom Zug und vom Bahnhof zu machen.

Coradia Max der CFL im Bahnhof Wiltz
Blick auf den Bahnhof Wiltz

Die Kästen für Fahrplanaushänge an den luxemburgischen Bahnhöfen sind inzwischen nur noch mit einem Hinweis bestückt, dass es keine Aushänge mehr gibt und wie man stattdessen an Fahrplaninformationen kommt. Auch die Straßenbahn in Luxemburg-Stadt setzt komplett auf digitale Anzeigen, die Stadt- und Regionalbusse haben aber noch Aushänge.

Dieses Gefährt fährt als Stadtbus in Wiltz:

Stadtbus Wiltz am Bahnhof

Vor der Rückfahrt des Zuges finde ich mich wieder am Bahnhof ein. Im Zug herrscht gähnende Leere. Auf den Hauptstrecken ist es etwas voller, ich habe aber überall noch freie Sitzplatzwahl.

Blick in das Oberdeck eines Coradia Max der CFL

Die Zwischenhalte Paradiso und Merkholtz werden, wie schon auf der Hinfahrt, theoretisch bei Bedarf bedient. Die Anzeige im Zug verschweigt sie aber komplett. Ob es nun daran liegt oder einfach kein Bedarf besteht, jedenfalls fahren wir jedes Mal durch. Viaduct ist interessanterweise hinterher der Meinung, ich sei mal eben zum Haltepunkt Paradiso im Tessin gefahren, was ich manuell korrigieren muss.

Die verschneite Landschaft unterwegs ist herzallerliebst:

Blick aus dem Zug zwischen Wiltz und Kautenbach
Blick aus dem Zug auf Kautenbach

In Kautenbach fahre ich wieder zurück Richtung Hauptstadt, aber nur bis Ettelbrück. Von dort fahre ich mit dem Bus nach Diekirch. Spontan entscheide ich mich dazu, erst eine Haltestelle hinter dem Bahnhof auszusteigen, ein bisschen durch den Ort zu laufen und mir beim Bäcker ein zweites Frühstück zu genehmigen.

Blick aus dem Fenster beim Bäcker in Diekirch

Zurück fahre ich natürlich mit dem Zug. Der ist wieder ein Coradia Max, der aber nicht nur die kurze Stichstrecke nach Ettelbrück befährt, sondern von dort als Regionalbahn weiter in die Hauptstadt. Unterwegs nehme ich eine Zugansage auf und finde es interessant, dass „aussteigen“ auf Luxemburgisch anscheinend „erausklammen“ heißt – bei einem meiner früheren Besuche war das Wort für „umsteigen“ noch „ëmsteigen“.

Während der Fahrt schmiede ich Pläne, wohin ich als nächstes will und entscheide mich spontan für den Zug nach Arlon, zu dem ich allerdings nur drei Minuten Übergangszeit habe. Da die Pünktlichkeit im Großherzogtum deutlich weniger ein Problem ist als in Deutschland, kann das klappen. Da ich das Land ja verlasse, brauche ich allerdings eine Fahrkarte. Die kaufe ich schnell online. Zwar ist zehn Minuten vor der Abfahrt schon die Verkaufsfrist für den Zug abgelaufen, aber bei einem Flexpreis ist das ja kein Problem. In Luxemburg-Stadt angekommen, muss ich den Bahnsteig wechseln, und zwar auf das etwas außerhalb gelegene Stumpfgleis 1, von dem die Züge nach Brüssel abfahren. Bis 2018 hatte dieses Gleis auch noch das belgische Stromsystem mit 3 kV Gleichstrom, inzwischen fahren die Züge bis weit nach Belgien hinein mit den luxemburgisch-französichen 25 kV Wechselstrom.

Der Umstieg klappt ohne Probleme, und der Zug, ein Desiro ML, fährt ohne Halt über die Grenze bis Arlon. Hier habe ich nun eine Stunde Aufenthalt. Zwar kann ich in dieser Zeit keine Strecken befahren, aber dafür bei herrlichem Winterwetter Fotos von Zügen und TEC-Bussen machen. Außerdem entscheide ich mich spontan für einen Besuch im nahegelegenen Supermarkt, um eine Flasche Sauce Andalouse zu kaufen.

Mein IC aus Luxemburg. Wie ich kurz darauf feststellte, war das Personal noch damit beschäftigt, die vordere Tür vom Schnee zu befreien.
TEC-Bus auf dem Bahnhofsvorplatz in Arlon
Blick auf Arlon mit eingerüstetem Kirchturm

Für den Rückweg entscheide ich mich spontan, über Athus zu fahren. Zwar kenne ich die Strecke von dort nach Luxemburg schon, die Strecke von Arlon dorthin aber noch nicht. Die Fahrkarte kaufe ich diesmal am Automaten – etwas, das ich auch schon längere Zeit nicht mehr getan habe.

Meine Fahrkarte Arlon–Luxemburg über Athus

Auf der Fahrt kann ich wieder den Blick aus dem ziemlich leeren Zug auf die ebensolche verschneite Landschaft genießen. In Athus steige ich in den Luxemburger Zug um, eine Doppelstockgarnitur der Bauart, die auch in Deutschland vielfach unterwegs ist.

Luxemburgischer Doppelstockzug im belgischen Athus

Der Zug fährt mitten durch den beeindruckenden „Trockenhafen“ (=Containerterminal) von Athus. Kurz danach überschreiten wir die Grenze nach Luxemburg. In Pétange steige ich in den Zug Richtung Esch-sur-Alzette um, der tatsächlich ein paar Minuten Verspätung hat. Mein Plan ist, dort ein paar Bilder von Bussen der TICE zu machen. Das ist sozusagen (abgesehen von einigen Ortsbussen) der Fünfte im Bunde der Luxemburger Verkehrsbetriebe neben der CFL, der AVL (Luxemburger Stadtbusse), Luxtram und dem RGTR, der Sammelbezeichnung für die Regionalbusse verschiedener privater Unternehmer. Im letzten Tageslicht und unterstützt von der Beleuchtung des Busbahnhofs gelingen mir auch tatsächlich einige Bilder.

Geparkter TICE-Bus am Bahnhof in Esch

Nun wird es zwar dunkel, aber wo ich schon mal da bin, will ich meine Streckenbereisungen fortsetzen. Jetzt soll es ins französische Thionville gehen, wohin ich in Bettembourg umsteige. Dort begegnet mir auf der Anzeigetafel auch der einzige ausfallende Zug meiner Reise, allerdings einer aus Frankreich. Mein Zug fällt nicht aus, und so geht es schon kurze Zeit später schon wieder über die Grenze. Am einzigen Zwischenhalt Hettange-Grande kann ich beobachten, wie einige Wagemutige den verschneiten Parkplatz nebenan für Fahrübungen mit dem Auto und einem Quad mit angehängtem Schlitten nutzen. In Thionville habe ich immerhin so lange Aufenthalt, dass ich die imposante Weihnachtsbeleuchtung auf dem Bahnhofsvorplatz bewundern kann.

Weihnachtsbeleuchtung vor dem Bahnhof in Thionville

Beim Warten im Bahnhof sehe ich, dass auch der RE nach Trier angekündigt ist. Er fährt über den Grenzübergang Apach–Perl, der im Personenverkehr derzeit nur von zwei täglichen Zugpaaren am Wochenende befahren wird. Der angekündigte Taktverkehr lässt noch auf sich warten. So oder so muss die Befahrung warten, denn ich fahre jetzt erst mal ins Großherzogtum zurück und befahre – wieder mit Umstieg in Bettembourg und Esch – als letztes noch die kurze Strecke nach Audun-le-Tiche, das wiederum in Frankreich liegt. Hier fahren die Züge nur montags bis freitags, und kurioserweise eben mit einigen Zugpaaren am Samstagmorgen und -abend. Dasselbe gilt für die Strecke ins ebenfalls französische Longwy. Nach einem Blick in mobiliteit.lu stelle ich aber fest, dass ich die heute nicht mehr schaffe, und mache mich daher auf den Weg zurück in die Hauptstadt. Dort schlendere ich noch ein wenig durchs Bahnhofsviertel und esse zum ersten Mal bei den Five Guys. Merke: Eine normale Portion Hamburger und Pommes ist kaum zu schaffen, zumal ich diesmal aufgrund eines Irrtums auch noch eine zweite Portion Pommes bekomme. Nächstes Mal werde ich es wohl mit kleinen Portionen versuchen.

Auf dem Weg zurück zum Hotel bewundere ich noch die nächtliche Ansicht des Bahnhofsgebäudes und vor allem der Straßenbahnzüge, bei denen man sich designmäßig so einiges hat einfallen lassen.

Fortsetzung folgt!

Fast 100 % gegeben (1/3)

Frohes neues Jahr euch allen!

Hineingerutscht bin ich wieder mit Freunden, diesmal in Augsburg. Da sich quasi direkt ein Wochenende anschloss, bot es sich an, nicht auf dem direkten Weg zurückzufahren. Nach einigem Überlegen beschloss ich, mir Eric aus dem ICE-Treff als Vorbild zu nehmen, der vor einer Weile die Luxemburger Nordstrecke inklusive der Zweigstrecke nach Wiltz befahren hatte. Da ich seit einiger Zeit meine wichtigsten Bahnfahrten bei → viaduct.world mitlogge, würde ich so vielleicht auf 100 % „Netzabdeckung“ kommen.

Die Hinfahrt nach Augsburg hatte vor allem drei Besonderheiten: Zum ersten sind beide ICE, die ich an diesem Tag benutze, als ICE-T geplant, werden aber kurzfristig durch ICE 2 ersetzt. Zum zweiten komme ich problemlos durch die Baustelle zwischen Neustadt am Rübenberge und Wunstorf. Da die S-Bahn auf diesem Abschnitt gar nicht verkehren konnte, war ich davon ausgegangen, dass die Strecke komplett gesperrt ist. Sie ist aber eingleisig weiterhin befahrbar. Zum dritten fährt der ICE ab Hannover ohne Halt die gesamte SFS bis Würzburg durch. Für diesen Zuglauf ist das wohl planmäßig, aber selber erlebt habe ich das noch nie. MA erreiche ich nach einer recht entspannten Reise mit etwa +10.

Unfreiwillig entspannt ist es am 2. Januar, als ich mich auf den Weg nach Luxemburg machen will: Der ursprünglich geplante ICE fällt zwischen München und Stuttgart aus. So kann ich aber immerhin noch etwas länger mit meinen Freunden frühstücken und fahre dann eine knappe Stunde später zum Hauptbahnhof. Keine ganze Stunde deswegen, weil der Folgetakt zu meinem Zug ab Ulm nicht über die SFS fährt, sondern über die Geislinger Steige. Die ist zwar immer wieder nett zu fahren, aber so muss die Erstbefahrung der neuen Strecke noch warten. Noch bevor wir Mannheim erreichen, fängt mein Magen an zu knurren, und mir fällt ein, dass ich gar keinen Proviant eingepackt habe. Die Schlange im Bordbistro ist zu lang, aber die Umstiegszeit reicht gerade, um sich noch am Automaten einzudecken.

Weiter geht es mit dem RE 1, der von Mannheim über Trier nach Koblenz und damit sozusagen einen Dreiviertelkreis durch Rheinland-Pfalz und das Saarland fährt. Wie Eric habe ich vor, in Merzig auszusteigen und von da mit dem 407er Bus zum Luxemburger Kirchberg zu fahren. Der ist ein wenig ein Geheimtipp, da ihn nur die Luxemburger Auskunft → mobiliteit.lu kennt, nicht aber die deutsche. Dafür gilt dort bis zur Grenze das Deutschlandticket, im Großherzogtum ist der öffentliche Nahverkehr sowieso seit 2020 kostenlos benutzbar.

Der Zug kommt pünktlich an, ich habe direkt Anschluss an den Bus, den auch die örtliche Anzeige verschweigt. Außer mir nutzen ihn nur drei andere Passagiere, aber ich bin ja auch an einem Brückentag gegen die Lastrichtung unterwegs. Der Bus nutzt ein Stück die Autobahn Richtung Luxemburg, fährt aber vor der Grenze wieder ab und überquert selbige auf der Landstraße bei Remich. Endstation ist am Busbahnhof auf dem Kirchberg, dem Geschäftszentrum der Landeshauptstadt und Ziel vieler Pendler. Davon sind um diese Zeit auch einige unterwegs. Auch der Bus, den ich ab hier nehme, ist recht gut gefüllt. Er fährt ins französische Thionville, ich verlasse ihn aber schon nach einer Station am Bahnhof Howald wieder und starte noch in Begleitung meines Koffers die erste Streckenbereisung: Es geht nach Noertzange, von wo ich die Strecke nach Rumelange befahren will. Hier fahren die Züge nur montags bis freitags, und erst seit dem Fahrplanwechsel den ganzen Tag über. Bei meiner Fahrt wird das neue Angebot noch nicht gut angenommen, auf dem Rückweg bin ich anscheinend sogar der einzige Fahrgast. Trotz der Fahrscheinfreiheit sind alle Züge begleitet. Ob sich der Zub wundert, dass ich gleich wieder zurück fahre, sehe ich ihm aber nicht an. Von Noertzange fahre ich wieder nach Howald und nehme von da die Straßenbahn zu meinem Hotel, das genau auf halbem Weg zum Hauptbahnhof von Luxemburg-Stadt liegt.

Fortsetzung folgt!

Trainspotter mit Genehmigung

Gestern war ich mal wieder auf Strecken- und Fototour, zuerst mit dem ICE nach Hagen. Die Besonderheit dabei war, dass der Zug nicht in HO hielt, weil dort mal wieder eine Bombenentschärfung angesagt war. Dabei fahren die Züge zunächst noch durch den Bahnhof ohne Halt durch, während sie später ganz umgeleitet werden. Aber nun war ich erst mal auf Gleis 9/10 in EHG, wo zufällig zwischen meinem ICE und dem RE 16 noch der aus n-Wagen gebildete RE 13-Ersatzzug durchkam. Dabei wurde er nicht nur von mir beäugt, sondern auch von einem Jungen mit Handy auf dem Stativ, der mich fragte, ob ich auch Trainspotter sei. Leider sind meine Fotos nicht vorzeigbar, ich hoffe, ihm erging es besser.

Der „Strecken“teil meiner Reise führte mich dann nach Iserlohn. Der „Bahnhof“ dort ist betrieblich nur noch ein Haltepunkt. Das ist nicht so ungewöhnlich, aber genau genommen handelt es sich um zwei Haltepunkte an zwei verschiedenen Strecken, die hier nebeneinander enden und keine Verbindung mehr untereinander haben, nämlich der von (Hagen–)Letmathe und der von (Dortmund–)Schwerte.

Der Stadtbahnhof in Iserlohn: Links der VIAS-RE 16 aus Essen, rechts die DB-RB 53 aus Dortmund

Da ich beide Strecken noch nicht kannte, war es klar, dass ich über die eine hin und über die andere zurück fahren würde. Dazwischen lag ein einstündiger Besuch in der nicht allzu interessanten Stadt, in der es aber immerhin direkt am Bahnhof einen guten Schnellimbiss gibt.

Die beiden Strecken waren schon etwas interessanter, die aus Letmathe vor allem um die Dechenhöhle herum und die nach Schwerte, weil sie auf einem teilweise recht hohen Damm verläuft und keinen einzigen hat, was auch in der → Wikipedia Erwähnung findet. Am Endbahnhof EDO angekommen, fuhr ich direkt weiter nach EBO. Hier war der Plan eigentlich, den 426 abzulichten, der zumindest manchmal auf der RB 46 fährt, aber die entsprechende Fahrt (womöglich der ganze Umlauf) fiel aus. Also zurück nach EDO, wo ich jetzt mehr Zeit hatte für das nächste Projekt: Ein Foto eines neuen Vamos-Stadtbahnwagens. Ende August hatte ich es schon einmal versucht, das war aber daran gescheitert, dass ich keine Fotogenehmigung hatte, die man bei den DSW aber benötigt. Mir widerstrebt das zwar, aber letztendlich ist mir das Hobby doch wichtiger und man bekommt sie auch unkompliziert jeweils für einen ganzen Tag. Diesmal wollte sie auch niemand sehen, und so ging mir nicht nur ein neuer, sondern auch ein alter Wagen ins Netz.

B80C-Wagen der DSW21
B80D-Wagen (Vamos) der DSW21

Da die neuen Wagen noch nicht sehr zahlreich eingesetzt werden, zahlte es sich aus, mehr Zeit zu haben als geplant. Dann konnte ich mich aber an die Rückfahrt machen, für die ich die direkte Strecke ja nicht (bzw. nur sehr umständlich mit zwei SEV) nehmen konnte. Zunächst peilte ich also den RE 6 an, der aber so viel Verspätung hatte, dass ich den Anschluss in Minden verpasst hätte. Also fuhr ich stattdessen mit dem Berlin-ICE dorthin, nutzte für die Weiterfahrt mal die S-Bahn Hannover und dann den RE gen Bremen, wo ich zur gleichen Zeit ankam wie sonst an meinen Bürotagen.

(Wenig) Resiliente Transportkette

Von einer resilienten Transportkette spricht man in der Logistik, wenn sie durch äußere Einflüsse schwer zu stören ist. Bei einer Transportkette im öffentlichen Personenverkehr sind äußere Einflüsse natürlich die häufig auftretenden Verspätungen bzw. die Ursachen, die zu diesen führen. Und die Transportkette, die ich am Samstag genutzt habe, um ins Nordseebad Dangast und wieder zurück zu kommen, war dank „schlanker“ Anschlüsse nur so mäßig resilient. Auf dem Hinweg war das noch kein Problem, dafür ärgerte mich der volle Zug auf dem Weg nach Oldenburg. Dort angekommen, war der Anschluss nicht wie sonst bahnsteiggleich. Auf dem richtigen Bahnsteig angekommen, enterte ich wie selbstverständlich den Zug, der dort ebenfalls gerade angekommen war, nur um gerade noch rechtzeitig zu merken, dass es der in die falsche Richtung war – aber das war eigene Blödheit. Der Umstieg in den Bus in Varel klappte dann völlig problemlos, übrigens ein recht schicker E-Bus.

Bus der Firma Bruns an der Endstelle Dangast Am Strand

Schwieriger wurde es auf dem Rückweg: Der Bus hat in Dangast nur eine sehr kurze Wendezeit und fährt sich an Sommersamstagen wie diesem schnell mal eine Verspätung ein. Um den Anschluss in Varel musste ich also bis zuletzt bangen, nur um dort festzustellen, dass der Zug natürlich auch Verspätung hatte. Damit war der Anschluss kein Problem, aber dafür wieder der in Oldenburg. Letztendlich habe ich aber auch den erreicht und im Zug sogar einen Sitzplatz gehabt – Fazit: Ein bisschen resilient ist auch diese Transportkette.

Frohe Weihnachten!

Dieses Jahr kann ich euch sogar mit einem bahnbezogenen Bild frohe Feiertage wünschen: Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) hat einen Wagen der ältesten noch gelegentlich im Einsatz befindlichen Baureihe GT8N als Weihnachtsbahn eingerichtet und setzt ihn auf der Linie 8 ein, die derzeit wegen der Sperrung der Bürgermeister-Smidt-Brücke nur zwischen Kulenkampffallee und Domsheide pendelt. Kurz davor lichtete ich den Wagen gestern am Brill ab:

BSAG-Weihnachtsbahn am Brill

Mitgefahren bin ich auch schon, wenn auch rein zufällig auf dem Weg zum Bahnhof:

Innenansicht der BSAG-Weihnachtsbahn

In diesem Sinne: Kommt gut über die Feiertage und ins neue Jahr! Bei mir stehen auch wieder einige Zugfahrten an, über die ich dann natürlich berichten werde.

Phantom-Haltausfall

Heute wollte ich endlich mal den RE 41 „Vest-Ruhr-Express“ Haltern – Bochum testen, der nach längerer Planung seit diesem Jahr endlich fährt (wenn auch immer wieder durch Bauarbeiten unterbrochen). Dazu wollte ich den RE Richtung Osnabrück nehmen. Da ich etwas spät dran war, stieg ich für die eine Haltestelle nach HB in die Straßenbahn, die prompt ein paar Meter weiter durch ein parkendes Auto behindert wurde und erst ankam, als der Zug vermutlich gerade abfuhr. Wenigstens hatte ich jetzt Zeit, um mir in Ruhe Proviant und Kaffee beim Bäcker zu holen und mit dem mitgeführten Trinkwasser einen kleinen Brand im Altpapiermülleimer zu löschen. Dafür musste ich etwas Geld in eine Fahrkarte für den ICE nach HO investieren, der wenigstens fast pünktlich war und noch ausreichend Sitzplätze bot. An meinem Ex-Wohnort angekommen, war der Anschluss-RE 2 noch nicht da, weil er durch Personen im Gleis aufgehalten worden war. Letztendlich ging es mit ca. +15 wieder gen Süden, was auch durch eine Überholung in Lengerich nicht deutlich mehr wurde. Den RE 41 konnte ich damit in EHLT noch locker erwischen, sowohl als Fahrgast als auch als Fotograf:

DB-Flirt 3 als RE 41 in Haltern am See

Bis ERE war der Zug mäßig besetzt, füllte sich dort aber ordentlich, zumal der VfL Heimspiel hatte. Trotz verspätetem Gegenzug, den wir vor ERES abwarten mussten, waren wir einigermaßen pünktlich unterwegs. In 20 Minuten von Recklinghausen Innenstadt nach Bochum Innenstadt – das ist schon ziemlich konkurrenzlos! An der Endstation angekommen, fuhr ich gleich weiter mit dem SB 37 Richtung Ennepetal. Auch der war recht gut gefüllt, wobei ich in Hattingen zumindest von einem Notsitz auf einen normalen wechseln konnte. Von hier an fuhr der Bus teilweise parallel zur ehemaligen Bahnstrecke Hattingen – Wuppertal, die heute leider nur noch ein Radweg ist. Heute wird das Gebiet aber immerhin von drei Schnell- und noch mehr normalen Buslinien durchzogen. Am Bahnhof in Schwelm stieg ich aus und fuhr mit der S 8 nach Hagen weiter, deren Strecke ich bisher noch nie befahren hatte. Als Besonderheit hält sie in Gevelsberg Hbf, neben Mülheim (Ruhr) einem von zwei Hauptbahnhöfen, die betrieblich nur noch Haltepunkte sind. In Hagen stieg ich direkt in die RB 52 nach Dortmund um, die ich seit meinem Studium nicht mehr gefahren war.

Jetzt hatte ich genug von Regionalverkehr und wollte auf dem schnellsten Weg nach Hause. Ein Blick in den Navigator für den nächsten ICE verhieß allerdings nichts Gutes:

Screenshot aus dem DB-Navigator mit Meldung von Haltausfällen ab Bremen

Dem Fahrtverlauf waren Haltausfälle ab Bremen angehängt, mit dem Hinweis, man solle seine Reiseverbindung kurz vor der Reise überprüfen. Der Fahrtverlauf selber ging aber wie üblich bis Hamburg-Altona. Das war auch das Ziel, das ohne weiteren Kommentar auf der Anzeige am Bahnsteig stand. Also stieg ich einfach in den Zug ein und harrte der Dinge, die da kommen, und siehe da: Ebenfalls ohne weiteren Kommentar fuhr der Zug mit „nur“ +10 nach HB, von wo ich sicherheitshalber zu Fuß nach Hause ging. Fazit: Eine schöne Tour, bei der die einzige nennenswerte Komplikation vor allem einem Autofahrer (und einer gewissen Risikobereitschaft meinerseits) zu verdanken war.

Ohne Phantomzug zur Tram-EM

Letztes Wochenende waren wir in Frankfurt am Main. Dazu hatten wir für beide Fahrten einen direkten ICE gebucht: hin über Köln, zurück über Hannover. Leider teilte mir am Anreisetag die DB mit, dass der Zug ausfiel. Also suchten wir uns eine Ersatzverbindung heraus und ließen uns zu Hause noch etwas Zeit, bis dann plötzlich – etwa 20 Minuten vor der regulären Abfahrt – die Meldung kam, dass es einen Ersatzzug für den ausgefallenen Zug geben solle. Wir eilten also zum Bahnhof, nur um festzustellen, dass es sich wohl um ein Phantom handelte: Es gab im Navigator keine Gleisangabe, und auch in der Realität war der Zug nirgendwo zu sehen.

Also verlegten wir uns doch auf die Ersatzverbindung, für die wir nun rechtzeitig da waren, mit einem Umstieg in Hannover. Dieser funktionierte nur, weil der Anschlusszug auch Verspätung hatte, standen wir doch im Raum Neustadt am Rübenberge baustellenbedingt längere Zeit auf freier Strecke. In beiden Zügen hatten wir auch (obwohl eine kurzfristige Reservierung selbst in der 1. Klasse nicht mehr möglich war) Sitzplätze, so dass die Fahrt doch etwas besser lief als zwischenzeitlich befürchtet. FF erreichten wir mit etwa +15 gegenüber dem Plan (der ausgefallene Zug wäre etwa zur gleichen Zeit angekommen) und fuhren mit dem RE Richtung Bamberg, der nur in Einfachtraktion Twindexx fuhr und entsprechend voll war, zum Ostbahnhof, in dessen Nähe sich unser Hotel befand.

Hauptanlass für die Reise war das Zuschauen bei der Tram-EM, also der Europameisterschaft im Straßenbahnfahren. Dabei treten Zweierteams aus einem Fahrer und einer Fahrerin aus verschiedenen europäischen Städten gegeneinander an und müssen verschiedene Aufgaben lösen. Bei mehreren davon geht es um möglichst genaues Bremsen, zum Beispiel muss eine Gefahrenbremsung so ausgeführt werden, dass das Fahrzeug innerhalb eines definierten Bereichs zum Stehen kommt. Eine andere Aufgabe besteht daraus, möglichst schonend anzufahren und zu bremsen, so dass aus einem am Fahrzeug angebrachten Wasserbehälter möglichst wenig Wasser herausläuft.

Vorne am Fahrzeug ist ein Wasserbehälter zu erkennen. Eine der Aufgaben lautet, so schonend anzufahren und zu bremsen, dass möglichst wenig Wasser verschüttet wird.
Wertungsbereich für das zielgenaue Bremsen. Wenn der Zug im jeweiligen Bereich zu stehen kommt, gibt es die angegebene Punktzahl für das Team. Im Vordergrund zu erkennen ist außerdem einer der Monitore mit Verkehrszeichen, die sich die Fahrerinnen und Fahrer nebenbei auch noch merken müssen.

Spektakulär ist auch das Tram-Billard, bei dem der Queue natürlich mit dem Fahrzeug angestoßen wird – es kommt also auf die richtige Technik an. Für den Wettbewerb war die Straßenbahnstrecke am Willy-Brandt-Platz abgesperrt. Die Kandidaten fuhren erst für zwei Aufgaben ein Stück in die eine Richtung, mussten dann in das Fahrzeug laufen, das in der Gegenrichtung bereit stand und damit dann die restlichen Aufgaben bewältigen. Zurückgefahren wurden die Fahrzeuge jeweils vom Personal der Gastgebergesellschaft VGF, die natürlich auch die Fahrzeuge stellte. Am Tag davor hatte es schon eine Einweisung der Teilnehmer gegeben, damit sie sich an die Frankfurter Bahnen gewöhnen konnten. Vormittags traten alle 26 Städte mit dem ersten Teammitglied nacheinander an, nach einer kurzen Mittagspause dann mit dem zweiten. Wir schauten uns den größten Teil des ersten Laufs an.

Obwohl es sich eher um einen Nischen„sport“ handelt, hatten sich jede Menge Menschen auf dem Willy-Brandt-Platz versammelt. Unter anderem Leipzig hatte deutlich hör- und sichtbar seinen eigenen Fanclub mitgebracht. Es war also gar nicht so einfach, einen Blick auf die „Rennbahn“ zu erhaschen. Zum Glück gab es Kameras, die immer am Ort des Geschehens waren und ihr Bild inklusive Audiokommentar an Videoleinwände übertrugen. Und ihr könnt euch einen → Bericht der Hessenschau angucken, der das Ganze gut zusammenfasst. Gewonnen hat letztendlich das Team aus Budapest, aber das war bei der insgesamt guten Stimmung fast schon zweitrangig.

Die Rückfahrt am Sonntag lief zum Glück deutlich besser als die Hinfahrt: Der Zug (ICE 1 Lebensdauerverlängerung) war da, unsere reservierten Plätze auch, und er war sogar pünktlich. Den Durchsagen konnten wir entnehmen, dass es in der 2. Klasse zeitweise ziemlich voll gewesen sein muss (wohl auch, weil ein parallel fahrender Zug stark verspätet war), davon bekamen wir in der 1. aber nichts mit. So erreichten wir ohne weitere Vorkommnisse unseren Heimatbahnhof um kurz vor 21 Uhr und konnten auf ein sehr gelungenes Wochenende zurückblicken.