Zurück in die Zukunft 2

Wie sich das für eine ordentliche Reihe gehört, gibt es natürlich einen zweiten Teil: Ende der 70er-Jahre musste die damalige Deutsche Bundesbahn die Innbrücke Jettenbach in Bayern für den Schienenverkehr sperren. Es wurden Behelfsbahnsteige an beiden Enden eingerichtet, und die Reisenden mussten die Brücke zu Fuß überqueren, bis auch das nicht mehr möglich war und die Brücke schließlich neu gebaut werden musste. Als ich viel später von diesem Kuriosum erfuhr, dachte ich, dass so etwas heutzutage nicht mehr möglich wäre.

Pustekuchen: Im Jahr 2021 passierte genau dasselbe mit der Lindaunisbrücke über die Schlei in Schleswig-Holstein an der Strecke Kiel–Flensburg. An den beiden Enden der Brücke wurden die Haltepunkte Boren-Lindaunis Schleibrücke Nord und Rieseby Schleibrücke Süd eingerichtet. Dazwischen liegt ein Fußweg über die Brücke von vielleicht 5–10 Minuten. Die Fahrpläne sind natürlich so gestaltet, dass die Zeit bequem ausreicht, man aber auch nicht lange warten muss. Das tun die Züge dann im Bahnhof Süderbrarup, um an beiden Enden in den Takt zu passen.

Heute wollte ich mir das Ganze mal angucken. Für die Anreise stieg ich aufgrund des recht vollen RE spontan in den ICE nach AH. Ursprünglich war der Plan, mit dem ECE nach Schleswig und von dort mit dem Bus nach Süderbrarup zu fahren, aber da ersterer ausfiel, der ICE aber recht zeitig eintraf, wurde es der RE nach Flensburg, so dass ich die komplette Strecke befahren konnte. Hier nun die Bilder von der Brücke:

Hier geht es gerade auf der Schiene nicht weiter, im Hintergrund der Zug nach Flensburg am Haltepunkt Nord
Die Brücke wird in der Sommersaison zeitweise für den Schiffsverkehr geöffnet, die Zeiten sind natürlich auf die Zugfahrzeiten abgestimmt.
Blick zurück Richtung Norden beim Fußmarsch über die Brücke
Blick vom Haltepunkt Süd auf die alte Brücke und die Baustelle für die neue

Dann ging es wieder auf der Schiene weiter, interessanterweise mit einem 628er der neg. Innen informierte allerdings ein Aushang darüber, dass das nur während der Kieler Woche so sei. So konnte man nämlich zwischen Eckernförde und Kiel in Doppeltraktion und im Halbstundentakt fahren, was in erstgenanntem Bahnhof natürlich noch einen Umstieg erforderte. Das kam mir aber nicht ungelegen, hatte ich doch 1997 hier mit meiner Familie Urlaub gemacht und konnte so noch ein bisschen durch den Ort schlendern, erkannte aber nicht viel wieder. Dafür ergab sich aber spontan noch ein Bild eines Busses des Stadtverkehrs, was mir damals nicht so richtig gelungen war.

neg-628 im Bahnhof Eckernförde
Scania-Bus des Stadtverkehrs Eckernförde

Dann trat ich die Rückfahrt an: mit der RB73 bis Kiel, dem RE7 bis Hamburg und weiter mit der RB41. Bis kurz vor Tostedt lief alles nach Plan, dann schlug das Pech in Form von spielenden Kindern auf der Strecke zu. Den Kindern ist zum Glück nichts passiert, wir standen aber geschlagene anderthalb Stunden auf freier Strecke, zum Glück im nicht allzu vollen klimatisierten Zug. Als es weiterging, war dann außerplanmäßiges Wenden in Rotenburg angesagt. Der nächste Zug nach Bremen war randvoll mit Rückreisenden vom Hurricane-Festival, der übernächste, der direkt danach kam, zum Glück nicht, so dass es insgesamt schlimmer hätte kommen können und ich etwas mit weniger als zwei Stunden Verspätung meine Hansestadt wieder erreichte.

Nebenbahnmoderne

Um meinem Ziel, alle Bahnstrecken in Schleswig-Holstein zu befahren, wieder ein Stück näherzukommen, machte ich mich am Sonntag auf den Weg nach Büsum. Eigentlich wollte ich ausschließlich mit dem Nahverkehr fahren, aber der machte keine Anstalten, auf dem Abfahrtsgleis bereitgestellt zu werden, wohl weil der verspätete Fernverkehr noch im Weg war. Also investierte ich ein wenig Geld und nahm eben diesen. So konnte ich eine halbe Stunde früher als geplant in AH sein, schon mal nach Elmshorn vorfahren und ein Bild vom ICE L mit der neuen Hybridlok machen.

ICE L bei der Durchfahrt durch Elmshorn

Dann ging es wie ursprünglich geplant auf der Marschbahn weiter und ab Heide über die für mich neue Strecke zu meinem Zielbahnhof. Die ist auch sonst gut in der Moderne angekommen: neue, barrierefreie Bahnsteige, ebensolche Akkutriebwagen und ein Stundentakt, der allerdings mit sich brachte, dass einige sehr kleine Unterwegshalte gar nicht mehr bedient werden können und die anderen bis auf Wesselburen nur bei Bedarf.

In Büsum angekommen, reichte die Zeit bis zum nächsten Zug gerade für einen Spaziergang zum Meer, eine Currywurst (wobei sich bestätigt hat, dass mir die norddeutsche Variante nicht so liegt) und einige Fotos von Autos mit kuriosen Kennzeichen (eine ehemalige Chorkollegin sammelt die). Ein Bild vom Akku-Flirt war auch noch drin:

Akku-Flirt der Nordbahn in Büsum

Zurück wollte ich ursprünglich genau denselben Weg nehmen wie hin, diesmal aber nur mit dem Nahverkehr. In Elmshorn angekommen, entschied ich mich jedoch spontan dazu, wieder einzusteigen, im Zug bis Altona sitzen zu bleiben und von da zur Abwechslung mal mit dem Bus zum Hbf zu fahren. Das klappte auch, die Fahrraddemo, die wir unterwegs passierten, behinderte zum Glück nur den Gegenverkehr, und ich lernte noch ein paar neue Ecken von Hamburg kennen. In AH angekommen, gab es noch einen spontanen Gleiswechsel für den Metronom. So, wie es aussah, erreichten ihn aber trotzdem die meisten Fahrgäste und hatten sogar einen Sitzplatz. Meinen Heimatbahnhof erreichte ich mit etwa +10 kurz vor 20 Uhr.

USA-Tagesausflug

Nicht in das Land der nicht mehr ganz so unbegrenzten Möglichkeiten, sondern nur in die benachbarte Hansestadt Hamburg führte mich meine heutige Tour. In HB erwischte ich gerade noch die RB – hatte ich gedacht, die Abfahrt verzögerte sich dann wegen der Überholung zweier ICE und der Kreuzung mit dem Gegenzug doch noch so lange, dass ich mir auch noch einen Kaffee hätte holen können. Bis AH wurde die Verspätung immerhin nicht mehr, so dass ich immerhin noch kurz zum Bäcker gehen konnte und dann die ebenfalls verspätete S5 zur Elbgaustraße erreichte.

Die verließ ich eine Haltestelle vorher in Eidelstedt, um nach mehr als 20 Jahren mal wieder A-Bahn zu fahren. Dahinter verbirgt sich ein kommunaler landeseigener Eisenbahnbetrieb, dessen Hauptstrecke von Eidelstedt nach Kaltenkirchen gerade für den S-Bahn-Betrieb ausgebaut wird. Daher endet die Linie A1 auf dieser Strecke auch schon in Ulzburg Süd, den Betrieb von dort nach Kaltenkirchen und Neumünster übernimmt die Linie A2. Die nahm ich nun – in Gestalt eines LINT – in Gegenrichtung bis zur Endstation Norderstedt Mitte.

LINT der AKN in Norderstedt Mitte

Um Bilder zu machen, ließ ich die – wegen Bauarbeiten nur alle 20 Minuten fahrende – U-Bahn sausen und hatte so unter anderem endlich Zeit für einen Kaffee, aber auch für ein Foto von diesem kuriosen Straßenschild:

Straße „Beamtenlaufbahn“ in Norderstedt

Dann machte ich aber endlich die Buchstaben aus der Überschrift komplett und fuhr mit der U1 zwei Stationen weiter bis Garstedt. Von dort gibt es nämlich einen Bus nach Poppenbüttel, von wo mir noch die S-Bahn in meiner Sammlung fehlte. Die hakte ich auch ab, nur um in Barmbek wiederum in die U-Bahn zum Hauptbahnhof umzusteigen und dort zu essen, diesmal beim Syrer.

Für die Rückfahrt liebäugelte ich mit einem ICE-Ticket, entschied mich aber doch für die verspätete RB. Für den Platz hätte sich der Aufpreis nicht gelohnt, denn davon gab es in der RB genug. Nur wäre ich mit dem ICE früher in HB gewesen. Wie sich herausstellte, sogar mit dem RE, der uns in Sottrum überholte. Aber man kann nicht ein volles Fass und eine betrunkene Ehefrau haben, wie ein italienisches Sprichwort sagt. Und ich hatte ja heute Abend nichts weiter vor, außer diesen Blogbeitrag zu schreiben.

Nicht mal Bonuspunkte in Flensburg

Unseren Urlaub Anfang Mai konnten wir mit einer reinen Nahverkehrsfahrt antreten: mit dem RE 4 nach AH, wo wir eine Stunde Aufenthalt hatten und dabei praktischerweise am selben, breiten und nicht stark frequentierten Bahnsteig bleiben konnten. Dann ging es weiter mit dem drei Nummern höheren RE, der in Neumünster geteilt wird: der hintere Teil nach Kiel, der vordere an unseren Zielbahnhof Flensburg. Von dort empfiehlt sich zumindest mit eingeschränkter Mobilität der Bus in die Innenstadt, wo sich nicht allzu weit von ZOB und Förde unsere Ferienwohnung befand.

Wie es sich gehört, machten wir die meisten Ausflüge während des Urlaubs auch mit dem ÖPNV, unter anderem in den Nachbarort Harrislee, wo sich nicht nur dänische Supermärkte befinden, sondern auch der vorletzte Bahnübergang vor dem Nachbarland:

Bahnübergang Industriestraße in Harrislee

Einen Ausflug über die Grenze machten wir selbstverständlich auch: Mit dem dänischen IC ging es nach Kolding, das ich bisher nur als HUB-Standort meines früheren Arbeitgebers kannte. Die Stadt selber ist aber auch sehenswert, zumindest für einen Tagesausflug. Interessant ist, dass die dänischen IC (bis auf einen EC von/nach Prag) die einzigen „Fern“züge sind, die Flensburg anfahren. Die EC Hamburg–Kopenhagen, die seit dem Umbau der Vogelfluglinie über Jütland fahren, biegen ohne Halt in Flensburg-Weiche ab und fahren so knapp am Bahnhof vorbei. Um die sehenswerte Eingangshalle des 1927 eröffneten Gebäudes zu betrachten, muss man also umsteigen:

Eingangshalle des Bahnhofs Flensburg

Am letzten Tag war ich alleine in die andere Richtung unterwegs, um ein paar Bilder von einem der imposantesten Bauwerke Norddeutschlands zu schießen: der Rendsburger Hochbrücke. Aufgrund der Tageszeit ergaben sich gute Bilder nur mit Baustofflager im Vordergrund, aber das hat ja auch seinen Reiz:

Rendsburger Hochbrücke vom Kanalufer aus
Rendsburger Hochbrücke mit Kopenhagen-EC
Rendsburger Hochbrücke über Wohnbebauung

Auch dieser Urlaub ging einmal zu Ende, und dafür hatten wir einen Weg gefunden, den meist recht vollen Hamburger Hauptbahnhof zu umgehen, der mir dann doch noch Bonuspunkte brachte: Wir fuhren mit dem RE 7 nur bis Neumünster und stiegen dort in den aus Kiel kommenden ICE um, wie üblich in einen der letzten Wagen. Was wir nicht bedacht hatten: AK ist Kopfbahnhof, und so war es dort natürlich deutlich voller als weiter vorne. Mit einem Wagenwechsel wurde es dann etwas entspannter, und Verspätung zogen wir uns bis zu unserem Heimatbahnhof auch keine mehr zu, so dass der Urlaub genauso angenehm zu Ende ging, wie er gewesen war.

Im Dreieck pünktlich, hin und her eher nicht

Frohes neues Jahr an alle!

Die Weihnachtsfeiertage verbrachten wir nacheinander mit unseren Familien, wofür wir von HB erst nach AHAR fuhren, wo wir abgeholt und nach Winsen mitgenommen wurden. Von da fuhren wir weiter über ALBG nach AL – für meine Freundin die erste Befahrung der Strecke, leider war es schon dunkel. In der Hansestadt angekommen, war der an Sonn- und Feiertagen nur stündlich fahrende Bus zu meinen Eltern gerade weg, so dass wir uns wiederum abholen ließen.

Dafür klappte es am zweiten Feiertag mit dem Busanschluss am Bahnhof und auch mit dem Rest der Rückfahrt. Es waren zwar deutlich mehr Leute unterwegs als am Tag davor, aber wir fanden noch bequem Sitzplätze. Wie alle Fahrten an diesen beiden Tagen war auch diese pünktlich.

Nicht ganz so pünktlich war die Fahrt zum Silvesterfeiern nach AA am 28. Dezember: Den Endbahnhof, dessen Tage in der heutigen Form gezählt sind, erreichte mein ICE mit +10. Kurioserweise machten wir von Hamburg wiederum einen Ausflug nach Bremen, das wir pünktlich mit dem RE erreichten. Auf der Rückfahrt lief es nicht ganz so rund: Sowohl der RE als auch der ICE fielen aus unterschiedlichen Gründen aus, so dass wir die nachfolgende RB enterten, sobald sie als RE ankam. Das erwies sich als sehr weise, denn der Zug füllte sich bis zur Abfahrt dann noch deutlich. Immerhin fuhr er, und das sogar pünktlich, so dass wir AH mit etwas über +30 erreichten. Dafür, dass wir nicht auf dem Schirm hatten, dass die von uns gewählte S5 nicht in Altona hielt, und wir daher eine Ehrenrunde drehen mussten, konnte die Bahn nichts.

Zurück von der Besuchs- in die heimatliche Hansestadt ging es heute dann wieder mit dem ICE. Leider fuhr in der gewünschten Zeitlage keiner von Altona, so dass ich mit der S-Bahn bis Dammtor fuhr und so den Umstieg am Hbf vermied. Mit dem aus Kiel kommenden ICE erreichten wir (die Freundin war in AHAR zugestiegen) HB mit etwa +10.

Een Dag in Dagebüll

Gestern war mal wieder ein Bahnausflug angesagt: Es sollte nach Dagebüll gehen, wo ich vor allem die Triebwagen der neg auf den Chip bannen wollte – bei meiner Amrum-Fahrt 2011 hatte ich dummerweise keine Kamera mit. Also setzte ich mich in den ICE Richtung Kiel. Der benutzte zwar von kurz hinter Altona bis Elmshorn dieselbe Strecke wie der RE 6, in den ich wollte, hat aber keinen gemeinsamen Halt mit ihm. Also musste ich zwischendurch noch in den RE 70 umsteigen – die Auskunft meinte, in AH, während ich Dammtor bevorzugte, wo es bahnsteiggleich und mit deutlich weniger Menschen und damit viel bequemer geht. Da alle Züge pünktlich waren, klappten die Umstiege trotz der kurzen Übergangszeiten, und auch im eher gut gefüllten RE 70 fand sich noch ein Sitzplatz. Den hatte wohl niemand gewollt, weil die Fußballfans, die vorher im Wagen gewesen waren, den Boden etwas klebrig hinterlassen hatten, aber da gibt es Schlimmeres.

In Niebüll angekommen, beschloss ich, auf den nächsten neg-Zug zu warten, der Kurswagen für den IC brachte und wurde nicht enttäuscht:

neg-Triebwagen mit IC-Kurswagen, dazwischen ein Heizwagen

Dann ging es – eine Stunde später als ursprünglich geplant – nach Dagebüll. Der Triebwagen war der auf dem Foto abgebildete 628, bzw. genauer 629, da beide Hälften motorisiert sind. Die Zwischenhalte werden nur bei Bedarf bedient, der wie so oft auch auf dieser Fahrt nicht bestand. Allerdings mussten wir am Kreuzungsbahnhof mit dem schönen Namen Blocksberg den Gegenzug abwarten.

neg-Triebwagen in Dagebüll Mole

In Dagebüll ist alles auf den Umstieg aufs Schiff ausgerichtet: Der Zug hält nur wenige Meter vom Anleger entfernt, in den Ort muss man dagegen zurück laufen. Das tat ich auch, unter anderem um Halligsalami für die Freundin mitzubringen. Zurück an der Mole aß ich im Bistro über den Anlegern, wobei ich feststellte, dass ich nicht nur eine halbe Stunde länger als gedacht bis zur Rückfahrt hatte, sondern sich in Dagebüll ja auch der Anfang der Lorenbahn zu den Halligen Oland und Langeneß befindet. Das ließ sich prima mit einem Spaziergang am doch recht windigen Meeresufer verbinden.

Strecke der Lorenbahn zu den Halligen Oland und Langeneß
Geparkte Loren am Bauhof in Dagebüll

So konnte ich mich beruhigt auf den Heimweg machen, nicht ohne vorher noch dem Rangieren des Triebwagens beizuwohnen, der wiederum Kurswagen mitgebracht hatte. Da an diesem Tag kein IC mehr zurück fuhr, wurden sie anscheinend leer wieder mit nach Niebüll genommen und vermutlich dort über Nacht abgestellt. In der kurzen Übergangszeit dort gelang mir noch ein Bild eines ganz anderen 628ers, nämlich einem SyltShuttlePlus:

DB-SyltShuttlePlus in Niebüll

Diesen Zugtyp gibt es wohl nur, um sich den Vorrang von DB Fernverkehr für den SyltShuttle gegenüber dem Konkurrenten RDC (der Muttergesellschaft der neg) zu sichern, die (nach einigem rechtlichem Hickhack) allerdings auch recht erfolgreich mit ihren Autozügen unterwegs zu sein scheint.

Meine Rückfahrt verlief genau wie die Hinfahrt: RE 6 bis Elmshorn, RE 70 bis Dammtor, dort in einen ICE aus Kiel, von wo auch diverse Fans von Union Berlin gekommen waren, die den Zug zum Glück in AH verließen. Recht voll und laut war es auch weiter nach HB noch, aber aushaltbar und mit Sitzplatz, so dass ich auf eine rundum gelungene Tour zurückblicken konnte.

Bahnfahrt für die Demo-kratie

Anlässlich einer Demonstration für die Demokratie und gegen Rechtsextremismus machten wir uns letzten Samstag auf den Weg nach Essen. Für die Hin- und Rückfahrt hatten wir uns Plätze reserviert. Hin sollte es im Schweizer EC gehen, der allerdings (möglicherweise wegen der Unwetter zwei Tage vorher) durch einen ICE 1 ersetzt wurde, womit die Reservierung hinfällig war. Immerhin gab es aber bei unserem Einstieg in HB noch freie Sitzplätze. Weiter südlich sah das schon deutlich anders aus, zumal außer der Demo am selben Tag noch in Dortmund das EM-Spiel Dänemark–Deutschland stattfand. So erreichten wir unseren Zielbahnhof aber nicht nur pünktlich, sondern auch sitzend.

Auf der Rückfahrt war es umgekehrt: Die reservierten Plätze waren zwar da, dafür hatte der Zug aber etwa +60, die wir in der Lounge in EE verbrachten. Bis HB wurden sie auch nicht weniger, Vorteil außer dem garantierten Sitzplatz, der allerdings hier nicht unbedingt nötig gewesen wäre: Es gab eine Entschädigung, die ich direkt nach der Ankunft online einreichte und am Montag schon per Mail zugesagt bekam. Am selben Tag bekam ich auch schon die Reservierung für die Hinfahrt erstattet.

Dieses Wochenende waren wir dann gemeinsam in Bad Schwartau. Leider war bei beiden Fahrten etwas „der Wurm drin“: Auf der Hinfahrt blieb der RE (ein noch recht neuer KISS) in Lübeck-Moisling mit einer Fahrzeugstörung liegen, so dass wir auf den nachfolgenden Zug umsteigen mussten. Letztendliche Ankunft bei meiner Schwester mit +60. Auf der Rückfahrt erreichten wir AH wegen einer Signalstörung mit etwa +30, so dass wir uns eine ICE-Fahrkarte gönnten und so HB nicht nur etwas bequemer, sondern auch mit „nur noch“ +20 erreichten.

Ein Umweg, der sich gelohnt hat

Am Wochenende war ich zur Taufe meines jüngsten Neffen mal wieder in Lübeck. Seit ich das Deutschlandticket habe, bietet es sich dafür an, den RE 4 nach Hamburg zu nehmen. Seit dem Fahrplanwechsel macht der keine Kurzwende mehr in HB, sondern kommt aus der RB 41 und umgekehrt. Deswegen lohnt es sich, bereits bei deren Ankunft am Bahnhof zu sein, um sich einen Sitzplatz zu sichern. Dummerweise hatte ich das diesmal nicht gemacht und leider auch einen Moment zu lange überlegt, ob ich mir eine Fahrkarte für den verspäteten ICE kaufen sollte. Also hieß es zunächst mal Stehen, da wirklich alle Sitzplätze belegt waren. Bei mir im Fahrradabteil war auch noch eine feuchtfröhliche Gruppe, deren Lautstärke aber gerade noch erträglich war. Ein längerer Aufenthalt in Rotenburg ließ mich noch Schlimmeres vermuten, aber dann ging es doch weiter. Ich kam gerade noch rechtzeitig wieder in den Zug, den ich verlassen hatte, um den Zub nach der aktuellen Lage zu fragen. Das Blatt wendete sich beim Zusatzhalt in Scheeßel, wo anlässlich des dortigen Festivals ausreichend Leute den Zug verließen, dass ich von nun an einen Sitzplatz hatte. Die Verspätung hielt sich insgesamt auch in Grenzen, so dass ich wie geplant beim Bahnhofs-Inder essen und um Viertel vor neun bei meinen Eltern eintreffen konnte.

Auf der Rückfahrt hatte ich einen kleinen Schlenker über die Walddörferbahn, wie der AST der U-Bahn-Linie 1 nach Ohlstedt und Großhansdorf genannt wird, die zur Zeit des Baus zu Hamburg gehörten. Genauer gesagt wollte ich mir letztere Endstation vornehmen und nahm den RE 80 nach Ahrensburg. Das war, wie ich erstaunt feststellte, an diesem Tag baubedingt für diese Linie die Endstation. Aber nicht nur das, auch der vorherige RE 8, der eigentlich wie gehabt nach AH fahren sollte, war wegen einer Streckensperrung dort geendet, so dass sich jetzt zwei Zugladungen Fahrgäste in die Ersatzbusse sowie den Linienbus zur U-Bahn-Station Ahrensburg West drängten.

Midibus der Linie 469 mit großem Fahrgastandrang

Insofern hatte ich mit dem Plan, nicht auf direktem Weg weiterzufahren, alles richtig gemacht. Ich verbrachte die Wartezeit bis zur Abfahrt des Busses in der Bahnhofsbuchhandlung, fuhr dann im fast leeren Bus nach Großhansdorf und dann mit der U 1 zum Hauptbahnhof. Dort aß ich diesmal beim Bahnhofs-Syrer, bevor ich wieder den RE 4 enterte. Bahnhof und Zug waren diesmal vergleichsweise leer, ein Vorbote des Deutschland-Spiels später am Abend? Einen Zusatzhalt in Scheeßel gab es jedenfalls diesmal nicht, allerdings konnten wir den Bahnhof nur mit Tempo 80 durchfahren. Trotzdem erreichten wir HB pünktlich, und ich konnte meine Freundin ein paar Schritte stadteinwärts treffen, bis wohin sie mir entgegengegangen war.

Unterwegs im echten Norden

Am Wochenende waren wir mal wieder in Lübeck. Die Hinreise verlief völlig problemlos und unspektakulär mit Metronom und DB Regio auf dem direkten Weg über Hamburg. Nur in AL angekommen, mussten wir uns abholen lassen, da diesmal der städtische ÖPNV streikte.

Die Rückfahrt am Montag trat ich alleine an und nahm mir dafür etwas mehr Zeit. Diesmal konnte ich mit dem Bus zum Bahnhof fahren und dort ein paar Bilder für die Sammlung machen. Unter anderem kam mir ein BYD-Elektrobus von Autokraft vor die Linse:

Nach den üblichen Kinderkrankheiten sind nun auch die Akku-Flirts von Erixx unterwegs und nutzen den Aufenthalt im elektrifizierten Bahnhof zum Laden.

Zwar fuhr ich erst mal mit dem RE Richtung Hamburg, stieg aber schon in Bad Oldesloe wieder aus und in den Lint der Nordbahn um, der mich zunächst nach Neumünster brachte. Dort wäre normalerweise ein Umstieg erforderlich gewesen, heute ging es aber direkt weiter Richtung Westen auf die Strecke nach Heide, die mir noch in meiner Sammlung fehlte. Bis auf die Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal mag man sie für unspektakulär halten, die norddeutsche Landschaft ist aber auch bei dem gestern herrschenden trüben Wetter ein netter Anblick. In Heide angekommen, war noch Zeit für einige weitere Aufnahmen, so von DB Dithmarschenbus, dessen Existenz mir bis dahin unbekannt war

und von einer Married-Pair-Wagengarnitur samt 245, deren ursprünglicher Betreiber Nord-Ostsee-Bahn immer noch unverkennbar ist.

Von hier fuhr ich bequem, allerdings kostenpflichtig, mit dem IC zurück nach Bremen. Etwaige Zweifel daran wurden von der Tatsache ausgeräumt, dass der kurz vorher fahrende RE ausfiel. So tuckerte ich dann in einem fast leeren Wagen durchs Marschland und noch mal über den Kanal, guckte in Itzehoe beim Lokwechsel zu und erreichte fast pünktlich (und ab Hamburg mit deutlich mehr Mitreisenden) meinen Heimatbahnhof.

Bahn(spät)sommer

Nach meiner Rückkehr aus Großbritannien habe ich bisher nur kürzere Fahrten unternommen. Die erste führte meine Freundin und mich nach Recklinghausen, wo wir wiederum von HB aus mit einem direkten ICE hinfahren konnten, der meine alte Kreisstadt auch pünktlich erreichte. Zurück mussten wir leider umsteigen, und zwar in meiner ebenfalls (nicht ganz so) alten Heimat HO. Die erreichten wir mit dem verspäteten RE2, so dass wir bis zum nächsten ICE ein wenig Zeit hatten, die aber wiederum nicht zum Einkaufen im nächstgelegenen Edeka reichte. So nutzten wir dafür den Rewe am Bahnhof in HB.

Ende Juli ging es traditionell zur Sommerakademie, zu der ich wie immer den Bahnhof Bad Hersfeld anfuhr. Dafür bot sich wie schon Pfingsten der direkte ICE von HB nach FKW mit Umstieg in den Cantus an. Der fing sich unterwegs wegen zwei überholender ICE (die SFS ist ja immer noch gesperrt) Verspätung ein. Uns Akademieler störte das weniger, die sehr aufmerksame Zub-in fragte aber bei allen Fahrgästen nach, ob sie noch einen Anschluss benötigten. Auf der Rückfahrt nahmen wir diesmal bewusst einen früheren Zug als nötig und nutzten die Zeit in FKW wieder zum Essen, diesmal beim Inder im Einkaufszentrum nebenan. Auch die ICE-Fahrt verlief diesmal völlig problemlos.

Ende August fuhr ich zu einem Familientreffen in Malente zwischen Lübeck und Kiel – wohl das erste Mal, dass ich zu so einer Veranstaltung mit dem Nahverkehr fahren konnte und nicht mal etwas bezahlen musste. Konkret ging es mit der Metronom-RB nach AH. Diese war zwar erst gut voll, leerte sich aber in Sagehorn um die Gäste des Moyn-Festivals. Von der größten Hansestadt ging es dann in die etwas kleinere nach AL, wo ich den Erixx bis zu meinem Zielbahnhof nahm und von dort mit dem Bus das Hotel erreichte. Im Vorfeld hatte ich schon spekuliert, wie viele der drei knappen Anschlüsse wohl klappen würden, es waren tatsächlich alle. Die Rückfahrt lief leider nicht ganz so reibungslos, da es bei Pansdorf eine Signalstörung gab und wir erst noch den Gegenzug abwarten mussten. Zum Glück war aber weder für mich noch für meinen Cousin und meinen Vater, die mich begleiteten, ein wichtiger Anschluss in Gefahr. Für mich gab es auch keine weiteren Komplikationen, in AH war sogar noch Zeit, kurz zum indischen Imbiss in der Wandelhalle zu gehen.

Letztes Wochenende machte ich dann gleich zwei Fahrten: Am Samstag nach Marl, wo eine Freundin ihren 40. Geburtstag feierte. Dazu nahm ich wieder den direkten ICE nach ERE, diesmal gemeinsam mit Freunden aus Hamburg, die mit ihren beiden Töchtern schon das Kleinkindabteil okkupiert hatten. Da außerplanmäßig ein ICE 2 eingesetzt wurde, war selbiges doppelt so groß und es daher kein Problem, dass bereits eine andere Familie dort reserviert hatte. Im Gegensatz zu meiner Fahrt im Juni klappte diesmal sogar der Busanschluss an den SB 25, so dass wir fast pünktlich zum Start des Geburtstagsfrühstücks angekommen wären, wenn ich mich nicht ausgerechnet in meiner Heimatstadt verlaufen hätte … Die Rückfahrt trat ich alleine an und erwischte dazu noch die S9 nach EHLT, wo ich die Umstiegszeit zum Essen nutzte und mit dem RE 42 nach EMST weiterfuhr. Dort erreichte ich noch den verspäteten ICE, so dass ich in HB sogar eine halbe Stunde früher als geplant eintraf.

Am Sonntag machte ich mich dann mit dem Metronom-RE auf den Weg nach Hamburg, wo ich zum einen ein Bild vom historischen S-Bahn-Zug machen wollte, der an diesem Tag unterwegs war, zum anderen meine Tante besuchen. Das Bild gelang mir am oberen Bahnsteig des Berliner Tors (siehe am Ende des Beitrags), zur Tante fuhr ich von da aus bequem ohne Umstieg mit dem X35, allerdings mit etwas längerem Fußweg in Rahlstedt. Zurück fuhr ich vom dortigen Bahnhof mit der RB und erlebte am Hbf mal wieder einen Fall von eigener Blödheit: Da noch zwei verspätete ICE ausfahren mussten, dachte ich, dass sich die Abfahrt des RE noch etwas verzögern würde, wartete erst mal das Gedränge beim Einstieg ab und beobachtete ein wenig den Bahnbetrieb. Leider ergab die Beobachtung, dass der ICE an Gleis 13 und der RE an Gleis 14 zeitgleich Ausfahrt hatten. Als ich das merkte, war es schon zu spät und die Türen zu. Also fuhr ich mit der nachfolgenden RB, was mich eine halbe Stunde kostete, dafür aber Halte in Weltstädten wie Sprötze und eben wieder Sagehorn einbrachte. Trotz dieser kleinen Panne war es aber ein absolut gelungener Tag.