Am letzten Wochenende der Olympischen Winterspiele gab es zwei Goldmedaillen für das deutsche Team. Was das mit der Eisenbahn zu tun hat? Der Medaillengewinn war auch ein Gewinn für so einige Bahnkunden, die eine Probe BahnCard Gold erworben hatten und dadurch jeweils einen Tag kostenlos im DB-Fernverkehr fahren konnten. Da ich einer davon war, machte ich mich am Samstag auf den Weg. Der ursprüngliche Plan war, die Umleitungsstrecke Hamburg–Berlin über Uelzen–Stendal zu fahren. Da ich aber kurzfristig erfahren hatte, dass an dem Tag auch noch die Neigetechnik-ICE der BR 415 verabschiedet wurde, disponierte ich in Harburg um und fuhr nach Hannover. Von da ging es weiter mit dem IC Richtung Leipzig, wo die Abschiedsfahrt Station machen sollte. So entging mir zwar die Erstbefahrung der Strecke Uelzen–Stendal, dafür wurde der IC aber über die Strecke Stendal–Magdeburg umgeleitet, die ich auch noch nicht kannte. LL erreichten wir dadurch mit etwa +20, aber immer noch rechtzeitig für die Abschiedsfahrt, für die sich schon zahlreiche Eisenbahnfans auf den Bahnsteigen postiert hatten. Dadurch und wegen des ungünstigen Sonnenstands wurden meine Fotos nicht die allerbesten, aber immerhin die Gedenkanschrift am Zug habe ich ganz gut verewigen können.

Jetzt machte ich mich aber auf den Weg zu meinem ursprünglich geplanten Ziel, passenderweise mit einem „langen“ Neigetechnik-ICE der BR 411, die weiterhin in Betrieb bleiben. Der brachte mich pünktlich nach Dresden, wo ich erst mal Bilder vom örtlichen Nahverkehr machte, darunter dem neuesten Pferd im Straßenbahnstall.

Nach nur einer Stunde trat ich auch schon wieder den Rückweg an. Um die Freifahrt für etwas Ungewöhnliches zu nutzen, tat ich das mit dem ComfortJet, einer tschechischen Variante des Railjet, die zwischen Wien, Budapest, Prag, Dresden und Berlin unterwegs ist, nach der Generalsanierung auch bis Hamburg und Kopenhagen. Der hatte leider eine halbe Stunde Verspätung, dafür hatte ich in der 1. Klasse, die ich mit meiner BahnCard Gold benutzen durfte, den ganzen Wagen für mich alleine:

Auch aus dem Restaurant konnte ich mich am Platz bedienen lassen, hatte aber gerade keine Lust auf tschechisches Essen und ließ es daher bei einer Limo bewenden.


Durch die Verspätung verpasste ich leider den Anschluss in Berlin, hatte dafür dann aber dort Zeit zum Essen und zum Bewundern der Rolltreppen, die fast alle gerade wegen eines technischen Defekts abgeschaltet waren. Weiter ging es mit einem ICE Richtung HH, der sich leider durch längeres Herumstehen vor Wolfsburg auch wieder Verspätung einfuhr und den Umsteigebahnhof erreichte, als mein Anschlusszug am Gleis gegenüber gerade abgefahren war. Das war dann schon etwas ärgerlich, immerhin fuhr kurz danach schon der RE, den ich nun mit meinem Deutschlandticket in der 2. Klasse nutzte und so HB zwei Stunden später erreichte als geplant.
Da es am Samstag noch eine Goldmedaille gegeben hatte, machte ich mich am Sonntag noch mal auf den Weg, allerdings erst nach ausgiebigem Ausschlafen. Diesmal stand die Erstfahrt mit dem ICE L auf dem Programm, der ja zurzeit zwischen Köln und Berlin eingesetzt wird und in dieser Richtung praktischerweise über Osnabrück fährt. Also machte ich mich auf den Weg gen Süden, kurioserweise in einer Zeitlage, in der statt des stündlichen ICE nur der halbstündlich versetzte IC aus Westerland fuhr, so dass ich den Vorgänger des ICE L auch noch einmal genießen konnte – übrigens in einer ziemlich vollen ersten Klasse und mit einer farblich passenden 101.

Nach einem kurzen Gang durch die sonntäglich tote Altstadt erwartete ich gespannt die Ankunft des Zuges, nur um zu erfahren, dass dieser kurzfristig umgeleitet wurde. Stattdessen kam kurz danach der IC nach Emden in Gestalt eines ICE 2, in dem wir erfuhren, dass wir den ICE L in EMST noch würden erreichen können. Das passierte dann auch tatsächlich:


Ein bisschen wirkt er ja mit seinen kurzen Wagen wie ein Spielzeugzug. Nach einer nun etwas verkürzten Fahrt stieg ich in HO aus und in den etwa 30 Minuten verspäteten ICE nach HB ein. Dort kam er allerdings nicht an, weil er wegen eines Wildunfalls kurzfristig über die Güterumgehungsbahn umgeleitet wurde. Zum Glück hielt er vorher noch in Kirchweyhe, was sogar im Fahrgastinformationssystem angezeigt wurde:

Natürlich passte der Zug nicht ganz an den Bahnsteig, weshalb aus der 1. Klasse erst mal eine Völkerwanderung nach vorne einsetzen musste.

Insgesamt ging aber alles ziemlich schnell vonstatten: Die Fahrgäste für Bremen stiegen aus, der ICE fuhr weiter und dürfte auf der kürzeren Strecke einiges von seiner Verspätung abgebaut haben. Zum Glück kam auch direkt dahinter der RE, so dass die Fahrt nach Bremen – nun allerdings in einer recht vollen 2. Klasse – nur unwesentlich länger dauerte.




















































