Auf dem schnellsten Weg

Mal wieder nach Lübeck zur Familie ging es am Wochenende. Diesmal hatte ich in beiden Richtungen die schnellste Verbindung gebucht: mit dem ICE nach NWH und von dort nach AH. Das klappte auch fast problemlos. Auf der Hinfahrt hatte ich Glück, dass mein Zug aus Wien und nicht aus München kam, denn alle Züge von dort hatten wegen eines Notarzteinsatzes am Gleis massive Verspätung. Mein Zug war dagegen pünktlich und bot noch einen gemütlichen Platz in der Lounge, so dass ich pünktlich um 22.50 Uhr in AL eintraf.

Ähnlich problemlos lief die Rückfahrt, mal wieder größtenteils mit einem ICE 4. Nach einem Gang durch den ganzen Zug und zurück fand sich sogar noch ein Platz mit freiem Nebenplatz, auf dem ich dann musikhörend, internetsurfend und schlafend die Zeit bis NWH verbrachte. Dort angekommen, nutzte ich die Umsteigezeit zum Essen. Selbige verlängerte sich etwas, da mein Anschluss-ICE wegen einer Weichenstörung +15 hatte, die sich bis zur Ankunft in NAH auf +10 reduzierten. Gut, dass ich mein Rad am Bahnhof stehen hatte, denn die RB nach Wertheim hatte nicht gewartet.

Sneeuw van gisteren

Letzte Woche musste ich zweimal beruflich zum Amsterdamer Flughafen. Selbstverständlich hielt mich der Zielort nicht davon ab, mit dem Zug zu fahren, zumal der erste Termin am Montag war und ich mir so am Sonntag noch etwas die Stadt und den örtlichen ÖPNV angucken konnte. Sowohl für die Hin- als auch für die Rückfahrt entschied ich mich für eine Umsteigeverbindung über Venlo; am Sonntag wurden die ICE FFNAH XNAC ohnehin über diese Strecke umgeleitet.

Los ging es am Sonntag mit dem ICE nach Düsseldorf, das ich auch ohne Probleme erreichte. Ebenso problemlos gelang die Weiterfahrt nach Venlo. Die Strecke kannte ich zwar im Prinzip, aber die letzte Fahrt war schon eine Weile her. Da wir in Breyell einen Güterzug kreuzen mussten (ein zweites Streckengleis wäre hier schon praktisch), erreichten wir Venlo mit ein paar Minuten Verspätung. Leider halten die Züge aus Deutschland ganz am Ende des Bahnsteigs, so dass der Umstieg mit einiger Lauferei verbunden ist. Dank wenig Gepäck schaffte ich es aber problemlos in den niederländischen IC.

Der fuhr wegen Bauarbeiten an diesem Tag nicht direkt nach Schiphol, wo ich aber ohnehin noch nicht gleich hinwollte, sondern nach Lelystad. Beim Unterwegshalt in Amsterdam Bijlmer ArenA verließ ich den Zug und machte erst mal ein paar Bilder von Metro und Doppelstock-IC bei strahlender Wintersonne:

DD-IRM der NS am Bahnhof Amsterdam Bijlmer ArenA
Baureihe M6 der Amsterdamer Metro
Baureihe M4 der Amsterdamer Metro

Mit der Metro machte ich mich dann auf in die Stadt, wo ich natürlich noch weitere ÖPNV-Bilder machte, aber auch das Sightseeing nicht zu kurz kam:

Kanal in Amsterdam in der Winterdämmerung

Dann machte ich mich auf den Weg nach Schiphol, was an diesem Tag wegen der Bauarbeiten leider nicht duchgehend mit dem Zug ging. Stattdessen musste ich in Sloterdijk in den SEV umsteigen, der aber hervorragend organisiert war. Bei meiner Ankunft hatte sich eine lange Schlange gebildet, die sich jedoch durch die Abfahrt der Busse etwa im Minutentakt und die professionelle Reisendenlenkung sehr schnell abbaute. So erreichte ich problemlos den Flughafen, von wo ich einen Shuttle zum Hotel nahm, in dem das Meeting stattfand.

Nach dessen Ende ging es praktisch ebenso zurück wie hin, nur dass ich ab Schiphol diesmal direkt nach Venlo fahren konnte. Dank des symmetrischen Fahrplans war die Umsteigezeit dort wieder recht knapp, reichte aber aus. Auch in Düsseldorf war nicht viel, aber genug Zeit, um den ICE zu erreichen. Mit dem ging es diesmal nur bis FFLF, da der letzte ICE nach NAH schon weg war. Stattdessen hieß es auf den IC warten, der wie so oft Verspätung hatte. Angekündigt waren erst +25, zwischendurch +15, letztendlich war es fast eine halbe Stunde später, die ich mein Rad in Empfang nehmen konnte, das ich in weiser Voraussicht am Bahnhof geparkt hatte.

Zwei Tage später ging es wieder los, diesmal zur nachtschlafenden Zeit von 6:33 Uhr. Immerhin beförderte mich Triebzug „Recklinghausen“ bis nach FF, wo die Zub-in stolz verkündete, dass wir zwei Minuten vor Plan seien. Nach dem Aussteigen stellte ich gerade noch rechtzeitig fest, dass der ICE International ausfallen sollte. Also wieder in den „heimatlichen“ ICE und doch wieder auf die Route über Venlo umgeschwenkt. Der RE dorthin hatte ein paar Minuten Verspätung, die er beim Wendehalt in Mönchengladbach wieder abbauen konnte. Aber (scheinbar) zu früh gefreut: Vor Viersen standen wir wegen einer Weichenstörung wieder ein paar Minuten in der Landschaft herum. Im Unterschied zur ersten Fahrt in einer schneebedeckten, was laut Tf auch der Grund für die Störung war. In XNVL angekommen, rechnete ich schon damit, erst den nächsten IC eine halbe Stunde später erreichen zu können. Doch auf dem Weg zum Bahnhofsgebäude kamen mir plötzlich Menschenmassen entgegen, nämlich genau aus meinem eigentlichen Anschlusszug, der ebenfalls Verspätung hatte. Also schnell in den Zug, der auch bald losfuhr, und ins WLAN („Wifi in de trein“) eingeloggt, das allerdings mehr schlecht als recht funktionierte (auf den anderen Fahrten auch mal besser, manchmal fiel aber auch der Internetzugang komplett aus). Zu allem Überfluss verkündete auch noch der Zugchef, dass der Zug heute „wegen der großen Verspätung“ (weniger als +10!) in Eindhoven enden würde. Aber in den Niederlanden muss man selten lange auf den nächsten Zug warten, und so ging es kurze Zeit später weiter, so dass ich mit einem weiteren Umstieg in Utrecht mein Ziel mit weniger als eine Stunde Verspätung erreichte. Unterwegs hielt ich noch die weiße Landschaft fotografisch fest:

Seltenes Ereignis: Schnee in den Niederlanden

Wegen dieses „Schnees von gestern“ hatten die NS am Vortag auch einen „angepassten“ Fahrplan mit kürzeren Zugläufen und demzufolge mehr Umstiegen gefahren, den ich hier schon mal erwähnt hatte. Meine niederländische Kollegin musste allerdings sehr lachen, als ich diesen als „Notfahrplan“ bezeichnete. Heute schien aber, abgesehen von der Verspätung in Venlo, wieder alles normal zu laufen.

Auch die Rückfahrt am nächsten Tag verlief völlig problemlos. Von Schiphol ging es über die mir jetzt wohlbekannte Strecke nach Utrecht. Dort wollte ich die Zeit für Busfotos nutzen, die Sperre ließ mich aber nicht raus. Also Proviant gekauft und in den ICE nach FF gestiegen. Dort wies die Zub-in mehrmals darauf hin, dass der Zug voll sei und Inlandsfahrgäste bitte die Züge der NS benutzen mögen. Zumindest war der Zug aber nicht so voll, dass er nicht pünktlich hätte abfahren können, das WLAN funktionierte mit einer Unterbrechung an der Grenze auch sehr gut. Auf deutscher Seite zogen wir uns wegen vorausfahrender Güterzüge (auch davon habe ich an selber Stelle schon früher berichtet) zwischenzeitlich +5 zu, erreichten FF aber so rechtzeitig, dass der 8-min-Anschluss zum RE noch klappte und ich somit pünktlich um 21:15 den Heimatbahnhof wieder erreichte.

Eine Störung kommt selten allein

Letztes Wochenende ging es wieder zum Mensa-Aktivenseminar, das nach längerer Zeit mal wieder in Brehna bei Halle an der Saale stattfand. Die Hinfahrt legte ich komplett mit dem Zug zurück. Dafür brach ich um 15:43 von NAH auf und freute mich schon, dass der Zug – trotz massiver wetterbedingter Störungen in anderen Teilen Bayerns – pünktlich war. In FF angekommen, begab ich mich erst mal in die Lounge und traf dort zufällig einen anderen Teilnehmer des Seminars.

Die Freude über die Pünktlichkeit währte nicht lange, denn bald stellte sich heraus, dass unser Anschluss, der Sprinter nach Berlin, nicht nur durch einen Ersatzzug gefahren wurde (was schon vorher bekannt war), sondern auch +30 haben würde. Aber immerhin konnten wir so noch ein wenig Zeit in der Lounge verbringen. Am Bahnsteig angekommen, erwartete uns dann ein ICE-T (wahrscheinlich war ursprünglich ein 3er geplant), der nach der letzten Fahrt noch nicht gereinigt worden war. Tatsächlich ging es dann mit +30 los. Da wir in Halle 7 min zum Umstieg gehabt hätten und der Anschluss nur stündlich fuhr, bedeutete das eine Stunde Verspätung in Brehna. So störte es uns immerhin nicht, dass wir uns durch eine Weichenstörung in Flieden noch weitere 15 min Verspätung zuzogen. So blieb in LH noch genug Zeit zum Essen, bevor es dann mit der pünktlichen S-Bahn weiterging nach Brehna, wo das „Vereinstaxi“ schon auf uns wartete.

Zurück ließ ich mich dann mit dem Auto mitnehmen, weniger aus Angst vor Störungen, sondern weil die Mitfahrgelegenheit deutlich früher abfuhr als der gebuchte Zug. So fuhren wir zu dritt nach Würzburg, von wo ich noch das letzte Stück meines vorher gebuchten Tickets nutzen und pünktlich mit dem RE nach NAH fahren konnte, das ich so anderthalb Stunden früher erreichte als mit der gebuchten Verbindung.

Nicht öfter zu spät

Die mangelnde Pünktlichkeit der DB ist ja in letzter Zeit noch mehr in aller Munde als ohnehin. Sowohl die offizielle Statistik als auch mein persönlicher Eindruck belegen, dass sich dieses Problem in letzter Zeit verschärft hat. Nun war es mal wieder Zeit für meine zweijährliche Auswertung der Blogbeiträge, mit folgendem Ergebnis:

Verspätung (min) Anzahl Anteil
<0 42,5%
0–5 10867,5%
5–30 3119,4%
30–60 85,0%
>60 74,4%
Ausfall21,3%

Erstaunlicherweise hat sich gegenüber der letzten und damit auch gegenüber den vorhergehenden Statistiken praktisch nichts geändert: Ich erreiche nach wie vor bei gut zwei Dritteln aller Fahrten mein Ziel pünktlich. Man muss dazu allerdings sagen, dass die im Blog dokumentierten Fahrten eine bunte Mischung sind und auch einige Fahrten im Ausland sowie (längere) reine Nahverkehrsfahrten (die generell pünktlicher sind) dabei waren. Insbesondere bei Langstreckenfahrten innerhalb Deutschlands (z.B. nach Lübeck) war leider sehr oft „der Wurm drin“. Und auch das Gesamtergebnis von 70% Pünktlichkeit am Ziel ist nicht wirklich gut, so dass die Bahn gut daran tut, daran zu arbeiten. Bleibt zu hoffen, dass die aktuell wieder laufende Diskussion dazu führt, dass hier etwas passiert und sich der Wert mittelfristig zur Abwechslung nicht nur nicht verschlechtert, sondern auch mal verbessert.

H-eimfahrt mit H-indernissen

Von Lübeck ging es am 29.12. weiter nach Hamburg, zunächst nach Rahlstedt zu meiner Tante. Beim Umstieg in Bad Oldesloe hatte ich Glück: Mein Anschlusszug war der letzte, der vor den Bauarbeiten noch fuhr, eine Stunde später war SEV angesagt. So kam ich problemlos zur Tante und dann mit Bus, U- und S-Bahn nach Altona, wo ich bei Freunden Silvester feierte. Auch dieser Besuch war nicht ganz bahnfrei, denn wir machten einen kleinen Abstecher zur neu eröffneten U-Bahn-Station Elbbrücken, wo mir auch ein Bild von einem der neuen DT5 gelang.

DT5 in der Station Elbbrücken
Die am 7. Dezember 2018 eröffnete U-Bahn-Station Elbbrücken

Wesentlich kleiner und deutlich zahlreicher waren die Fahrzeuge, die wir uns danach im Miniatur-Wunderland anguckten. Auch beim mindestens vierten Besuch war das überhaupt nicht langweilig, zumal immer noch neue Bereiche (in diesem Fall Italien) dazu kommen.

Impression aus „Italien“ im Miniatur-Wunderland

Am Neujahrsmittag machte ich mich dann auf die Heimreise. Wegen Bauarbeiten wurde AH nur sehr eingeschränkt angefahren, so dass ich zuerst mit der S-Bahn nach Harburg fuhr. Dort ging es in den IC aus Westerland, der Hamburg auf der Güterumgehungsbahn umfahren hatte, bis Hannover, wo ich eine gute Stunde Aufenthalt hatte. Die verbrachte ich natürlich in der Lounge, nicht ohne vorher auf der Anzeigetafel meinen Zug für die Weiterfahrt zu suchen: Der 17:02 Uhr nach Stuttgart sollte es wohl sein. Den enterte ich also, die Abfahrt verzögerte sich um zehn Minuten. Auch mein nächster Umsteigebahnhof sollte mit H anfangen: Hanau, und ich checkte im Navigator, ob die Umsteigezeit noch reichen würde.

Dann der Schreck: Ich saß im falschen Zug, nämlich im 1995 statt im 2171, der um 17:07 abgefahren und durch die Verspätung nun unerreichbar war. Auch am nächsten Halt Göttingen, wo ich hoffte, ihn noch zu erreichen, war er bereits abgefahren. Also blieb mir nichts anderes übrig, als im Zug bis Frankfurt sitzen zu bleiben, wo der Zug ebenfalls hinfuhr, nur eben über Marburg statt über Hanau. In FF angekommen, erwischte ich noch den IC nach NAH, der zwar pünktlich am Bahnsteig stand, aber noch den verspäteten ICE vorlassen musste. Verspätung gegenüber dem Fahrplan also etwa +5, gegenüber meinem ursprünglichen Reiseplan wegen eigener Blödheit allerdings +60. Ärgerlicherweise war nun auch der letzte Bus weg und nicht mal ein Taxi zu bekommen, also lief ich nach Hause, was machbar, aber mit dem schweren Rucksack lästig war. Aber insgesamt gibt es deutlich Schlimmeres, wovon ich und ihr im neuen Jahr verschont bleiben mögen.

(Nicht nur) Weihnachten kommt pünktlich

Zum ersten Mal ging es Weihnachten nach Lübeck, allerdings führte mich wie letztes Jahr die Reise zuerst nach Münster. Dafür brach ich bereits mittags aus dem Büro auf, was arbeitsbedingt unerwartet etwas hektisch wurde. Es war aber noch Zeit, vom Büro aus kurz in die auf bahn.de angezeigte Wagenreihung zu gucken: Wagen 21-29 sollten unterwegs sein, was insofern blöd war, als ich in Wagen 31 reserviert hatte. Ich befürchtete schon das Schlimmste, sofern man einen fehlenden Zugteil vor Weihnachten so nennen kann. Am Bahnhof angekommen, verkündete der gedruckte Wagenstandsanzeiger aber, dass der Zug planmäßig nur einteilig unterwegs war. Ich vermutete eine nachträgliche Änderung und setzte mich auf den erstbesten freien Platz, wovon es zumindest am Gang noch genug gab.

Nach ein paar Minuten Fahrt schaute ich zufällig auf die FIS-Gondel an der Decke, und siehe da: Ich saß in Wagen 37. Also machte ich mich mit großem Koffer und Rucksack auf den Weg in Wagen 31, wo tatsächlich mein reservierter Fensterplatz bereitstand, sogar mit freiem Nebenplatz. Obendrein konnte ich so – was inzwischen aber auch für unreservierte Plätze geht – den Komfort-Checkin nutzen. So reiste ich dann ohne weitere Komplikationen bis EDG, wo mir noch schnell ein Bild des neuen RRX gelang,

Der Rhein-Ruhr-Express an einem der ersten Betriebstage in Duisburg Hbf

bevor ich dann durch die alte Heimat (Zitat eines Sitznachbarn: „Wenn in Marl die falschen Leute einsteigen, hast du sie bis Wanne an der Backe“) nach EMST fuhr.

Weiter ging es dann erst zwei Tage später, nicht ohne vorher ein Foto vom Westfalenbahn-Flirt zu machen:

Flirt 3 der Westfalenbahn in Münster Hbf

Mein Zug war einer der für ihre Verspätung berüchtigten Rollbahn-IC. Heute war er aber trotz oder gerade wegen der Umleitung über Hamm (die die Planfahrzeit um 2 min verschob) fast pünktlich. Das Bordbistro fehlte mitsamt seinem Wagen, geschäftstüchtig, wie die Bahn ist, schickte sie aber eine Minibar los. Ein Sitzplatz fand sich auch noch, ab Osnabrück sogar am Fenster. So fuhr ich dann in Erinnerung an eine meiner allerersten Zugreisen bis AH, wo ich fast eine Stunde planmäßigen Aufenthalt hatte, den ich natürlich in der Lounge verbrachte. Die Strecke nach AL kenne ich mittlerweile ja recht gut, und außerdem war es eh dunkel, so dass ich in Ruhe lesen konnte. So kam ich pünktlich am neuen „Familienbahnhof“ an, wo meine Mutter auch schon wartete.

Süße Entschuldigung

Bei der Tour zurück von der Kasbachtalbahn Ende Oktober hatte ja – wie fast immer – der Rheintal-IC Verspätung (und fiel, nachdem ich schon in einem anderen Zug saß, schließlich ganz aus). Routinemäßig beantragte ich dafür eine Entschädigung beim Servicecenter Fahrgastrechte, die erwartungsgemäß mit 5,60 Euro recht gering ausfiel.

Umso überraschter war ich, als ich am Samstag dann einen DPD ParcelLetter 😉 von der DB in meinem Briefkasten fand: Der Zug habe einen Wildunfall gehabt und daher seine Fahrt nicht fortsetzen können. Als Zeichen des Bedauerns erhielt ich außer dem Entschuldigungsbrief eine kleine Dose mit Pralinen und einen Gutschein über 20 Euro.

Auch wenn es natürlich besser wäre, wenn es insgesamt, gerade auf der Rheinstrecke, einfach weniger Verspätungen und Ausfälle gäbe: In diesem Fall liegt zumindest die Ursache außerhalb des Bahnbetriebs. Umso netter, dass die DB sich auf diese Weise entschuldigt. Vielen Dank dafür!

Lieber e320 als A320 – und dann? (3 und Ende)

Was macht man eigentlich, wenn man mit dem Eurostar in London angekommen ist? Man kann zum Beispiel weiter nach York fahren und sich dann Edinburgh angucken. Von da habt ihr mich in der letzten Folge auf die Isle of Skye begleitet.
Die hat leider keine Bahn und nur ein sehr rudimentäres Busangebot, daher entschied ich mich, ein Auto zu mieten. Am ersten Tag brachte mir das leider auch nicht viel, da es sich einregnete und ich mich lieber in meinem Jugendherbergszimmer einigelte. Am zweiten Tag konnte ich aber ein bisschen die Insel erkunden:
Hafen von Portree

Landschaft auf Trotternish

Landschaft in der Mitte der Insel

Die Idee hatten natürlich noch mehr Leute, und so musste ich an einigen Parkplätzen vorbei fahren, weil sie schon voll waren. Trotzdem hatte ich nicht den Eindruck, dass die Insel überfüllt war, und nahm viele schöne Eindrücke mit. Das Auto stellte ich abends am Fähranleger in Armadale ab und setzte von da nach Mallaig über, dem Endpunkt der West Highland Line. Nach einer Nacht in einem einfachen Hostel mit netter Atmosphäre ging es auf die Strecke, von der ich als Kind schon gelesen hatte und fasziniert war.

Mein Zug war ein Triebwagen der BR 156:
Triebwagen der BR 156 in Mallaig

Zunächst führte die Strecke noch am Meer entlang,
An der West Highland Line bei Mallaig

dann ging es ins Landesinnere, wo wir bald das berühmte Viadukt von Glenfinnan überquerten.
Viadukt von Glenfinnan

In Fort William wechselten wir die Fahrtrichtung, gleichzeitig füllte sich der Zug deutlich. Mir gegenüber saß ein junges Paar, das nach eigener Aussage die Fahrt gegen die Fahrtrichtung nicht vertrug. Statt sich aber auf (durchaus noch vorhandene) Plätze in Fahrtrichtung zu setzen, schluckten sie lieber Tabletten, sahen aber immer noch nicht glücklich aus. Also überließ ich ihnen meinen Platz und den freien Nebenplatz und setzte mich lieber weiter nach hinten, wo es auch weniger voll war. Jetzt ging es über das unbewohnte Hochland, wo die Bahn die einzige Spur der Zivilisation darstellte:
Blick auf den Loch Treig

Meine kindliche Faszination für die Strecke ging nicht zuletzt von Corrour aus, der höchstgelegenen und einsamsten Station im britischen Bahnnetz:
Bahnhof Corrour
Zum Bahnhof führt keine öffentliche Straße, das Auto ist über einen Privatweg dorthin gekommen. Weiter ging es durchs Hochland:
An der West Highland Line

Langsam waren draußen wieder Häuser zu sehen, und vor Crianlarich war schon aus der Ferne der Zug aus Oban zu erkennen, mit dem wir dort vereinigt wurden. Draußen wurde es immer urbaner, bis wir schließlich den Bahnhof Queen Street in Glasgow erreichten, meinem nächsten Etappenziel. Auf dem Weg zur Jugendherberge, die in über dem Sommer freien Zimmern eines Studentenwohnheims untergebracht war, lernte ich schon die urige U-Bahn kennen:
U-Bahnhof Cowcaddens

Zug im U-Bahnhof Cowcaddens
Sie ist wirklich ein Kuriosum, da sie nicht nur eine inzwischen einzigartige Spurweite (1219 mm) und ein ziemlich enges Lichtraumprofil hat (ich habe mir beim Einsteigen mehrmals den Kopf gestoßen …), sondern auch nur eine einzige ringförmige Linie, die nie erweitert worden ist. Im Netz las ich, dass man sich unweigerlich als Tourist oute, wenn man sie als „Clockwork Orange“ bezeichne.
Am nächsten Morgen traf ich mich mit einer Vereinskollegin, die ich beim Treffen in Aberdeen kennen gelernt hatte. Sie gab mir eine kleine Stadtführung:
Haupteinkaufsstraße in Glasgow

Schottische Sitte: Statuen Verkehrshütchen aufzusetzen
Statue mit Verkehrshütchen

Als wir an einem U-Bahnhof vorbei gingen, meinte meine Begleiterin „We call it ‘Clockwork Orange’.“ Na denn … Nach der Führung erkundete ich noch alleine die Stadt und fuhr ins Riverside Museum, wo es u.a. alte Straßenbahnen,
Doppelstock-Straßenbahn der Corporation Tramway

aber auch andere Fahrzeuge zu sehen gab:
Reliant Robin im Riverside Museum

Auch ganz spezielle Gelüste konnten hier gestillt werden
Pringles-Automat im Riverside Museum

Das Museum hat einen Ausgang zum Fluss Clyde, wo ein großes Segelschiff liegt
Tall Ship am Riverside Museum

Weniger spannend war das Designmuseum The Lighthouse in der Innenstadt, von wo es aber immerhin einen schönen Blick gibt:
Blick vom Lighthouse über die Stadt

Alter und neuer U-Bahn-Eingang an der Station St Enoch:
U-Bahn-Eingänge in St Enoch

Zum 120-jährigen Jubiläum der U-Bahn im Jahr 2016 fährt ein Zug in Farbgebungen verschiedener Epochen. Die jetzige mit viel Orange mag ich schon alleine wegen des Charmes der Siebziger.
U-Bahn-Wagen in historischer Farbgebung

U-Bahn-Wagen in historischer Farbgebung

Jetzt hieß es Abschied nehmen von Glasgow, diesmal ab Central und mit dem Virgin Pendolino. Wie von meiner Bekannten vorhergesagt, hielt der an Gleis 1/2, dem einzigen Bahnsteig ohne Sperren.
Virgin Pendolino in Glasgow Central

Dank des Lichtraumprofils war auch dieser Zug ziemlich eng und wegen des Freitagnachmittags auch gut gefüllt. Zu allem Überfluss können auch die Briten gut Wandfensterplätze:
Wandfensterplatz in einem Virgin Pendolino

So bekam ich nicht allzu viel vom Grenzübertritt zurück nach England mit. Verspätung hatten wir auch, aber es gab die auch von der DB bekannte launische Ansage, dass der Anschlusszug noch erreicht werde, weil er sowieso hinter uns sei. Als wir in London Euston ankamen, war es schon dunkel, und ich hatte es zum Glück nicht weit zu meiner Unterkunft, dem International Student House.
Von da aus besuchte ich am nächsten Tag das Science Museum, wo sich seit meinem letzten Besuch 1999 eine Menge getan hatte, und Greenwich, wo ich überhaupt noch nie gewesen war.
Blick von Greenwich auf Canary Wharf

Auch hier ist alles geregelt. Der mobile Verkauf anderer Dinge ist aber anscheinend erlaubt:
Verbotsschild in Greenwich

Auch die roten Doppeldecker
Doppeldeckerbus

und die ebenso rote Docklands Light Railway durften natürlich nicht fehlen.
Zug der Dockland Light Railway

Canary Wharf: London, wie man es eher nicht kennt
Canary Wharf

Mit einem Abstecher zur Buchhandlung Foyle’s an der Charing Cross Road machte ich mich wieder auf den Weg zurück zum ISH und am nächsten Tag dann nach Hause (siehe die Einleitung).

UPS ohne Pakete

Gestern stand mal wieder die beliebte Kombination „Bahn-Spaßtour mit Abschluss am Würzburger Mensa-Stammtisch“ an. Diesmal ging es ins thüringische Pößneck, das sich durch sein konvexes Bahnnetz auszeichnet. Genauer gesagt, gibt es den oberen Bahnhof an der Strecke von Saalfeld nach Leipzig und den unteren Bahnhof (betrieblich nur noch ein Hp) an der Stichstrecke von Orlamünde.
Für meine Tour hatte ich den ICE bis NWH gebucht. Dort hätte ich eigentlich eine halbe Stunde Aufenthalt gehabt, stieg aber in die RB am selben Bahnsteig und fuhr bis NS vor. Da diese nicht wesentlich langsamer war als der RE, verbrachte ich die Wartezeit auf letzteren nun dort. Als er kam, stellte ich fest, dass die RB auch deutlich leerer gewesen war. Aber ich hatte nun mal keine Wahl und immerhin einen Sitzplatz. In NBA war immerhin noch Zeit für einen Kaffee, bevor es dann mit einem weiteren 442er über die idyllische Frankenwaldrampe nach Saalfeld (Saale) (wieso eigentlich der Zusatz, wo die anderen Saalfelds keinen Bahnhof und dreistellige Einwohnerzahlen haben?) weiterging. Dort stieg ich dann wiederum bahnsteiggleich in die Erfurter Bahn um. Eine Viertelstunde später erreichten wir UPS, wo gerade ein Güterzug auf der eingleisigen Strecke kreuzte und wo es noch einen Reichsbahn-Zielanzeiger gibt:
DR-Zugzielanzeiger in Pößneck ob Bf

Nun hatte ich anderthalb Stunden Zeit, um mir das nette Städtchen ein wenig anzugucken
Weißer Turm in Pößneck

Marktplatz in Pößneck
und mich in ein Café zu setzen, wo es zum Cappuccino eine Gratisprobe des sehr leckeren Stollens gab.

Weiter ging es dann, wieder mit der EB, von UPSU, wo trotz (oder gerade wegen) des 2-Stunden-Taktes der Regio-Shuttle gut gefüllt war. Eine Gruppe Jugendlicher machte auf meine Ermahnung hin (wie bisher alle, wenn ich mich getraut habe) brav die Musik aus. Mein nächster Umstiegspunkt war Jena-Göschwitz, von wo es mit einem 612er nach Erfurt und dann, wieder nach einer halben Stunde Pause, mit einem weiteren nach NWH ging. Angesichts des frühen Aufstehens und der Dämmerung draußen schlief ich eine Runde, so dass ich recht erfrischt am Stammtisch ankam.
Nach drei Stunden dort teilte mir die App mit, dass mein gebuchter ICE +15 habe. Darauf verließ ich mich und unterschätzte auch die Gehzeit zum Bahnhof, so dass ich buchstäblich in letzter Sekunde in den Zug sprang. So konnte ich den einzigen wirklichen Vorteil des Fernverkehrs auf der Tour nutzen, der sie gegenüber dem Wochenendticket um etwa 8 Euro teurer gemacht hatte. Kurz vor NAH liefen wir auf den RE auf, der dann zur Überholung auf Gleis 7 gestellt wurde. Beim Aussteigen war ich überrascht, dass ich bis dahin nicht gemerkt hatte, in einem ICE-T zu sitzen (dabei hätte ich es wissen können). Wiederum recht müde ging es durch die doch inzwischen recht kalte Nacht nach Hause.

Aller guten Dinge …

Zum dritten Mal hatte ich letztes Wochenende eine Fahrkarte für IC 1994 nach AH mit Weiterfahrt nach AL gebucht. Die ersten beiden Male war er ausgefallen, wodurch ich einmal eine und einmal zwei Stunden zu spät angekommen war.
Diesmal hatte ich Glück: Der Zug fuhr nicht nur, sondern war auch halbwegs pünktlich. „Halbwegs“ bedeutete, dass wir uns wegen Langsamfahrt kurz hinter HH und einer La an den Hamburger Elbbrücken +10 zuzogen, wodurch mein Anschluss aber nicht in Gefahr war. Meine Mutter konnte mich also wie geplant um 21.50 Uhr in die Arme schließen.
Zurück fuhr ich sparpreisbedingt bereits um 14.09 Uhr, nicht über AH, sondern über ALBG. Die Strecke war ich noch nicht im Hellen gefahren und guckte daher aufmerksam aus dem Fenster. Der Fahrplan ist so gestrickt, dass der Zug in Büchen einen längeren Aufenthalt hat, um Anschluss an den RE Hamburg–Rostock herzustellen. Von und nach ALBG funktioniert dieser allerdings wegen der nötigen Wendezeit am Endbahnhof nur alle zwei Stunden. Interessant war auch, dass es auf der eingleisigen Strecke, die im Stundentakt fast ohne Güterverkehr befahren wird, noch drei Betriebsbahnhöfe für außerplanmäßige Kreuzungen gibt.
In ALBG angekommen, nutzte ich die halbe Stunde für ein Foto eines Scania der KVG.
Scania-Bus der KVG Stade

Der IRE aus Berlin kam dann auch noch um die Ecke:
IRE Berlin–Hamburg

IRE Berlin–Hamburg

Mein Zug, wiederum ein Wochenendverstärker, trudelte pünktlich ein. Da ich vor kurzem dieselbe Verbindung für Ende April gebucht hatte, war ich davon ausgegangen, gegen 20 Uhr zu Hause zu sein. Aber weit gefehlt: Beim Blick in den Navigator stellte sich heraus, dass für die Fahrt von FFU nach FH fast zwei Stunden angesetzt waren. Grund dafür waren Bauarbeiten an der Kinzigtalbahn. Normal dagegen war der Nichthalt in FKW. Ich hatte auf eine Befahrung der alten Nord-Süd-Strecke Göttingen–Fulda gehofft, aber der Zug fuhr ganz normal über die SFS und einfach in FKW durch. Dafür ging es dann ab FFU über die alte Strecke und kurz vor Gemünden auf die Spessartstrecke, was auch bedeutete, dass wir ohne Halt durch NAH fuhren. Von FH musste ich so also mit der RB (eigentlich dem IC, aber der hatte wie fast immer Verspätung) wieder zurück fahren, wobei ich noch einen VCD-Kollegen auf dem Rückweg vom Grünen-Parteitag traf. So erreichte ich meinen Heimatbahnhof etwa eine Stunde später als nach dem normalen Fahrplan, gegenüber dem Baufahrplan aber nur mit etwa +10.