Bienvenue !/¡Bienvenido!/Ongi etorri!/Bienveníu!/Benvido! (1/5)

Schon eine Tradition bei mir ist das feierliche Verbraten des Resturlaubs Ende März jeden Jahres. Auch 2018 hatte ich entgegen der ursprünglichen Planung wieder welchen übrig und entschied mich nach drei eisenbahnlosen Inseln in den Vorjahren diesmal wieder für eine kombinierte Bahn- und Städtereise: Das Schmalspurnetz an der Nordküste Spaniens sollte mein Ziel sein. Als Stationen legte ich Bordeaux, San Sebastian, Bilbao, Santander, Oviedo, La Coruña (das offiziell nur noch den galicischen Namen A Coruña trägt) und Santiago de Compostela fest, von wo es mit Ryanair zurück gehen sollte. Nur den Flug und die Fahrkarten bis zur spanischen Grenze buchte ich vorher, alles andere wollte (und musste) ich vor Ort kaufen. Während der Planung las ich in der Wikipedia über die Bergstrecke León–Gijón und hielt mir die Option offen, ab Oviedo diese statt der Schmalspurstrecke zu fahren, zumal ich über Letztere auch praktisch keine Information über den touristischen Wert fand.

Für die Hinfahrt bis Bordeaux hatte ich mir den direkten TGV ab Straßburg ausgeguckt. Dieser lässt sich bei der DB auf durchgehenden Fahrkarten ab Deutschland buchen, jedoch buchte ich wegen des deutlich geringeren Preises getrennt und riskierte damit natürlich Komplikationen im Fall eines Anschlussbruchs. Kurz vor der Fahrt bekam ich auch prompt die Mitteilung, dass der TGV Frankfurt–Straßburg(–Marseille) veränderte Fahrzeiten bekommen hatte, was aber abgesehen von einem kürzeren Aufenthalt in FF keine Folgen haben würde.

Samstag, 17.03.2018

Aschaffenburg Hbf      ab 12.43 RE 4614
Frankfurt (Main) Hbf   an 13.24
Frankfurt (Main) Hbf   ab 13.38 TGV 9580
Strasbourg             an 16.01

Am Bahnhof angekommen, muss der RE erst mal den ICE überholen lassen, der wegen Bauarbeiten geänderte Fahrzeiten und auch noch Verspätung hat. Mein Anschluss in FF ist aber ungefährdet, so dass ich den bereitstehenden TGV entere. Falls es noch eines Beweises bedarf, dass die Marke „Inoui“ die Bezeichnung TGV nicht ersetzt hat, hier ist er:
Zuglaufanzeige an einem TGV Duplex

Das Rätseln, weswegen der TGV früher abfährt, endet spätestens in Biblis, als wir Richtung Worms abbiegen. Ab Mannheim sind wir dann wieder im regulären Plan und verspäten uns ab RK leicht. In Baden-Baden weist das Zub mehrmals per Durchsage darauf hin, dass dies nicht der ICE nach Basel sei, vermutlich ist die Anzeige am Bahnsteig falsch. XFSTG erreichen wir trotzdem fast pünktlich. Für dieses Foto gehe ich zum Ende des Bahnsteigs:
RegioShuttle der SWEG

Das weckt den Verdacht einer SNCF-Mitarbeiterin, die mir auf Deutsch zuruft, dass ich nicht die Gleise überqueren solle. Ich kann sie beruhigen, und außerdem fällt mir auf, dass mein Koffer noch im Zug ist … Zum Glück hat dieser etwas Aufenthalt, so dass ich den Koffer noch holen und außerdem Proviant besorgen und den TGV nach Bordeaux entern kann, einen Réseau in Carmillon-Lackierung, die sich langsam, aber sicher im Fahrzeugpark verbreitet:
TGV Réseau in Carmillon-Lackierung

Weil noch genug frei ist, setze ich mich nicht auf meinen reservierten Platz und logge mich erst mal ins WLAN ein. Dafür brauche ich meine Buchungsnummer, dafür funktioniert es aber hervorragend, und es gibt auch ein Portal für Informationen zum Zug.

Strasbourg             ab 16.31 TGV 5454
Bordeaux St Jean       an 22.02

Der TGV ist übrigens keiner von den so hochgelobten Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit wenigen oder keinen Zwischenhalten, sondern hält etwa alle halbe Stunde an allen Stationen entlang der SFS. An der ersten, Lorraine TGV, steigen bereits etliche Leute wieder aus. Dafür wird mein Platz von einem Neueinsteiger beansprucht. Da es ja keine Reservierungsanzeigen gibt und ich keine Lust habe, alle halbe Stunde umzuziehen, setze ich mich nun auf meinen reservierten Platz. Die Frau neben mir will dagegen lieber alleine sein und zieht um.

Schneegestöber in Meuse TGV:
Schneegestöber in Meuse TGV

Die meisten Zwischenstationen sind nur durch Busse mit den umliegenden Orten verbunden. Ausnahme ist Champagne-Ardennes mit TER-Verbindung nach Reims:
Bahnhof Champagne-Ardennes mit Anschluss-TER

Kurz vor Paris biegen wir auf die LGV Interconnexion Est ab, wo wir in Marne-la-Vallée halten. Die LGV endet am Pariser Güterring, dem wir für ein kurzes und recht interessantes Stück folgen, zum Glück ist es noch hell. Von der LGV Atlantique und der folgenden nagelneuen LGV Sud Europe Atlantique sehe ich dagegen nichts mehr. Die Wikipedia lehrt mich aber, dass diese Ausfädelungen in jede größere Stadt hat, wo wir in den „klassischen“ Bahnhöfen halten. Schließlich erreichen wir pünktlich Bordeaux, wo ich mir nach kurzer Orientierung ein Straßenbahnticket kaufe und zu meinem Hotel fahre.

Sonntag, 18.03.2018

Den Sonntag beginne ich am Ufer der Garonne, wo ich aufpassen muss, nicht von den Heerscharen von Joggern umgerannt zu werden, die anscheinend für den Marathon eine Woche später trainieren. Ein ehemaliger Bahnhof, der Gare d’Orléans, befindet sich auch fast direkt neben dem Hotel:
Gare d'Orléans in Bordeaux

Dagegen ist die Straßenbahn richtig unauffällig. Um das klassische Stadtbild nicht zu stören, fährt sie in der gesamten Innenstadt ohne Oberleitung, der Strom kommt aus einer Stromschiene, die sich der Zug beim Darüberfahren einschaltet. Damit nicht genug, gibt es am besonders malerischen Place de la Bourse sogar eine Haltestelle, die ganz ohne Schilder und Wartehäuschen auskommt:
Straßenbahnhaltestelle Place de la Bourse in Bordeaux

Dort befindet sich übrigens auch das Zollmuseum, dem ich einen Besuch abstatte (ein Teil der Erklärungen wird auch auf Deutsch angeboten). Und auch sonst ist die Stadt sehr sehenswert, hier ein paar Eindrücke.
Blick über die Garonne auf die Altstadt von Bordeaux

In der Altstadt von Bordeaux

Place de la Bourse in Bordeaux

Auf der „Foire aux Plaisirs“ esse ich eine Portion Pommes mit einer Soße aus der großen französischen Auswahl.
Foire aux Plaisirs in Bordeaux

Cité du Vin in Bordeaux

Kathedrale von Bordeaux

Stendhal hatte recht: Bordeaux ist unbestreitbar die schönste Stadt Frankreichs (na gut, er kannte vielleicht Lyon nicht …).
Inschrift im Boden in Bordeaux

Das Wetter ist etwas durchwachsen, aber überwiegend trocken. Ein großer Regenschauer erwischt mich auf dem Weg zum Hotel, wo ich mich eine Weile ausruhe.

Den Tag beschließe ich mit einigen Bildern von Bordeaux bei Nacht:
Blick über die Garonne bei Nacht

Place de la Bourse bei Nacht

und einem Döner. Während ich den esse, laufe ich bei einem Taco-Laden vorbei, vor dem die Fahrradkuriere geradezu Schlange stehen.
Fahrradkuriere vor Taco-Restaurant in Bordeaux

Als ich auf die Straßenbahn zum Hotel warte, grüßt mich die entgegenkommende Bahn aus der Heimat.
Auf den Namen Kleinostheim getaufte Straßenbahn in Bordeaux

Fortsetzung folgt!

L’Alsace à la Jan

Zum zweiten Mal in diesem Jahr war ich heute in Straßburg. Letztes Mal hatte es ja aufgrund meiner eigenen Blödheit nicht mit der Strecke nach Wissembourg geklappt, also holte ich die Befahrung heute nach und kombinierte sie mit der neuen Straßenbahn ab Kehl. Dorthin sollte ich ab NAH zunächst mit der RB bis FFS gelangen. Es stellte sich jedoch heraus, dass der RE so viel Verspätung hatte, dass ich ihn auch noch erreichte. So hatte ich in FFS genug Zeit, um noch eine U-Bahn abzulichten:

U5-Wagen der Frankfurter U-Bahn

Weiter ging es mit dem ICE, der wohl baubedingt hier und nicht am Hbf hielt. Die +5, die er mitbrachte, hielt er auch bis zu meinem Umsteigebahnhof Baden-Baden in etwa. Mein Anschluss-RE wurde tatsächlich als „wartend“ angekündigt, fuhr aber gerade erst ein, als ich das Gleis erreichte. Ein anderer Umsteiger veräppelte seine Mitreisenden, indem er ihnen in die Unterführung rief, der Zug sei schon weg … Da auch der RE etwas weniger als +5 hatte, konnte ich bis Offenburg, mir so die Wartezeit in Appenweier ersparen und Kehl pünktlich erreichen. Dort besorgte ich mir noch schnell eine Fahrkarte von Straßburg nach Schweighofen, von wo mein Sparpreis für die Rückfahrt galt, sowie einen für die Straßenbahn, die direkt vor dem Bahnhof abfährt.

Fahrkarte für die Straßburger Verkehrsbetriebe CTS

Kaum saß ich in selbiger, fiel mir ein, dass ich den Fahrschein ja noch entwerten musste. Schlauerweise passiert das nicht im Zug, sondern am Bahnsteig, was ich gerade noch rechtzeitig schaffte. In Sichtweite der Endstation fuhr die Bahn über die neue Rheinbrücke für Straßenbahn und Fußgänger und war somit in Frankreich.
In der Innenstadt angekommen, lief ich noch ein bisschen herum

Petite France in Straßburg

und landete schließlich am Bahnhof, wo ich mich fragte, wie ich den Rest der Zeit bis zur Abfahrt meines Zuges verbringen sollte – wegen des landesweiten Streiks gab es auch nicht viel Zugbetrieb zu beobachten. Die Antwort lieferte der Salon Grand Voyageur, an dem ich vorbei kam und den ich mit meiner BahnCard Comfort betreten darf. Hier verbrachte ich den Rest der Zeit, bis mein Zug dann trotz Streiks abfuhr. An der Endstation Wissembourg hatte ich jetzt fast eine Stunde Aufenthalt und lief auch hier ein bisschen herum:

Rathaus von Wissembourg

Für die Weiterfahrt hatte ich durch Zufall den von Vlexx betriebenen Elsass-Express entdeckt, der sonntags im Sommer einmal täglich nach Mainz fährt. So befuhr ich nicht nur mal wieder die Strecke Wissembourg – Winden, sondern lernte auch die von Neustadt (Weinstraße) nach Mainz über Alzey kennen. Sie führt zwar durch idyllische Weinberge, aber zieht sich auch etwas … So war ich froh, um 19.26 Uhr pünktlich in Mainz anzukommen, eine Currywurst zu essen und auf dem Bahnhofsvorplatz nach fotogenen Verkehrsmitteln Ausschau zu halten. Den nächsten Zug nach NAH ließ ich fahren, weil ich auf den verspäteten IC wartete, den ich eigentlich nehmen sollte. Das Vabanquespiel lohnte sich, denn nicht nur fahre ich gerne mit weniger Halten, ich erreichte meinen Heimatbahnhof auch einige Minuten vor der RB aus Mainz. So ging mal wieder ein netter Ausflugstag zu Ende.

Bahn-Lichteffekte selbst gebaut

Mein Kumpel Konny, treuer Leser und gelegentlicher Kommentator meines Blogs, hat selber ein Blog zum Thema Lichteffekte. Darin hat er sich auch schon mal mit bahnspezifischen Effekten beschäftigt: → Bahn-Lichtsignal selbst bauen und → Bahn-Weichensignal selbst bauen. Wer seine Wohnung oder seinen Partykeller entsprechend dekorieren will, findet dort vielleicht eine Anregung. Als Orientierung, welche Arten von Lichtsignalen es gibt, sei die Seite → stellwerke.de empfohlen. Fröhliches Bauen!

Eine volle Portion Münster

Drei Tanten hatten zur Geburtstagsfeier nach Münster geladen, also machte ich mich am Freitagabend auf den Weg dorthin. Die DB hatte mich vor hohem Fahrgastaufkommen gewarnt und empfohlen zu reservieren. Auf der Sitzplatzgrafik war aber noch jede Menge frei, und tatsächlich sah es dann in der Realität weit weniger dramatisch aus und ich bekam noch einen Platz in der Lounge des 30er-Zugteils (leider mit Blick auf den anderen Zugteil). Sonst passierte auf der Fahrt nichts Besonderes, ich erreichte auch den Anschluss an den RE 7 in KKDT. Dort stieg ich in den vorderen und leereren Zugteil ein, verließ meinen Platz allerdings in Wuppertal Hbf während der Überholung durch einen verspäteten ICE, weil im vorderen Zugteil die Toilette defekt war. Trotz der Überholung erreichten wir EMST aber pünktlich, und gemeinsam mit einigen anderen Verwandten trat ich die Fahrt zum Ort der Feierlichkeiten an.
Von dort machte ich am Sonntag noch einen Abstecher zur besten Freundin und ihrer Familie, bevor ich mich dann auf den Weg zum Bahnhof machte. Mein IC hatte nur etwa +5, so dass noch eine reelle Chance bestand, in KK den ICE zu erwischen. Die zerschlug sich allerdings unterwegs, da der Zug zwischendurch mehrmals kurz stehen blieb und wir somit mit +15 in der Domstadt ankamen. Also blieb ich einfach sitzen, da der IC ohnehin in NAH halten würde, nur eben etwas später. Im Bordbistro deckte ich mich noch mit einem Tandoori-Sandwich, Schokoriegel und Chips ein, sonst passierte nichts Besonders. In NAH hatte der Zug etwa +20, so dass ich fast eine Stunde später ankam als ursprünglich geplant. Es war also gut, dass ich mein Rad am Bahnhof stehen und so direkt nach Hause radeln konnte.

Russland für Einsteiger

Schon lange hatten meine Schwester und ich vor, mal nach St. Petersburg zu fahren. Über Himmelfahrt dieses Jahres klappte es dann endlich, inzwischen in der Begleitung ihres Freundes. Gerne wäre ich eine Strecke mit dem Zug gefahren, das scheiterte aber u.a. an beruflichen Zwängen. Also beschloss ich zu fliegen, aber wenigstens von Petersburg noch mit dem „Sapsan“ nach Moskau zu fahren und mir die Hauptstadt noch einen Tag anzugucken.
Für die Anreise am Feiertagsmorgen hatte ich wegen der spärlichen Verbindungen lange überlegt, wie ich zum Flughafen kommen und dabei das Optimum aus langem Schlaf und genug Zeitpuffer finden sollte. Letztendlich verlief alles problemlos, sogar der Nichtanschluss in FF klappte (ohne wäre ich aber auch noch rechtzeitig gekommen). Dafür war der Flug verspätet, da das Gepäck nicht erschienener Fluggäste ausgeladen werden musste. In Petersburg angekommen, lief ich mutig am offiziellen Taxistand vorbei, der sich ohne Rückkehrmöglichkeit im Fluggastbereich befindet, holte mir umringt von „Taxi“-Rufen Rubel und stieg damit in den Bus. Der Fahrkartenkauf bei der dortigen Schaffnerin war problemlos möglich. Allerdings kämpfte ich an der Umsteigestation zur Metro etwas mit dem dortigen Automaten, da der nur teilweise Englisch konnte und ich nicht die passenden Worte Russisch (inzwischen weiß ich aber auch, dass „сутки“ „24 Stunden“ bedeutet). Das Grundprinzip ist jedenfalls, dass man sich entweder einen Jeton für eine Fahrt oder eine Transponderkarte kauft. Letztere kann man dann mit einem Fahrten- oder Zeitkontingent aufladen.
Mit einem Guthaben von fünf Fahrten ausgestattet, erreichte ich schließlich das Hotel und traf meine Mitreisenden, so dass wir uns ins Getümmel stürzen konnten. Hier mal die besten Eindrücke:

An der Fontanka bei Nacht
An der Fontanka bei Nacht

Nikolaus-Marine-Kathedrale
Nikolaus-Marine-Kathedrale

Isaaks-Kathedrale
Isaaks-Kathedrale

In der Isaaks-Kathedrale
In der Isaaks-Kathedrale

Admiralität
Admiralität

Schlossplatz
Schlossplatz

Winterpalais
Winterpalais

Toilettenbusse, im Hintergrund die St.-Peter-und-Pauls-Kathedrale
Toilettenbusse, im Hintergrund die St.-Peter-und-Pauls-Kathedrale

Spitze der Wassiliewski-Insel, noch geschmückt für den Tag des Sieges
Spitze der Wassiliewski-Insel, noch geschmückt für den Tag des Sieges

Zwar kann man (mit etwas längerer Gehzeit) alles zu Fuß erreichen. Da die Metro aber auch eine Sehenswürdigkeit ist, fuhren wir alle zusammen eine Runde.

Rolltreppe in der Station Tschernyschewskaja
Mit der längsten Rolltreppe der Welt (in der Station Admiralitejskaja) fuhren wir auch. Auf dem Bild ist allerdings die nur unwesentlich kürzere der Station Tschernyschewskaja an meinem Anreisetag zu sehen.

Station Ploschad Wosstanija
Station Ploschad Wosstanija

Älterer Metrozug in St. Petersburg

Neuerer Metrozug in St. Petersburg
Züge fahren natürlich auch

Viel zu früh kam der Sonntag, an dem meine beiden Mitfahrer wieder aufbrachen und ich mich auf den Weg nach Moskau machen wollte. Den Fahrschein hatte ich schon bei der Agentur meines Vertrauens gebucht, also bummelte ich noch ein wenig durch die Stadt und machte Bilder von (O-)Bussen und Straßenbahnen. Am Bahnhof angekommen, merkte ich, dass die Zeit etwas knapp wurde, machte aber trotzdem noch ein paar Bilder:

Im Bahnhof Sankt Peterburg Moskowskij

Im Bahnhof Sankt Peterburg Moskowskij

Jetzt aber schnell zum Zug, laut Anzeige von Gleis 7L. Tja: Ein Gleis 7 fand ich, aber ohne L und ohne den Sapsan. Resultat: Abfahrtszeit vorbei, Zug mutmaßlich weg, ich verschwitzt (über 20 Grad und Sonne) und fluchend. Also in die Schlange am Fernverkehrsschalter gestellt und schon mal russische Wörter zum Umbuchen bereitgelegt. Zu deren Anwendung kam es allerdings nicht, da ich nach über einer Stunde immer noch in der Schlange stand und mir lieber am Automaten (der auch Englisch spricht) eine neue Fahrkarte kaufte, um den nächsten Zug nicht auch noch zu verpassen (zumal Buchungsschluss wohl eine halbe Stunde vor Abfahrt ist). Auf Anfrage bei der Agentur stellte sich im Nachhinein heraus, dass Umbuchung und Stornierung nur bis 6 Stunden vor der Abfahrt möglich sind – 85 Euro Lehrgeld bezahlt.

Wenigstens konnte ich jetzt in Ruhe zum Zug gehen und dabei noch einen anderen Sapsan erlegen:
Sapsan im Bahnhof Sankt Peterburg Moskowskij

Mein Zug fuhr wieder vom ominösen Gleis 7L, das sinnigerweise im wahren Leben mit 11 beschriftet ist. Ebenso sinnigerweise musste ich noch durch eine Sicherheitskontrolle – nicht dass nicht schon zum Betreten des Bahnhofs eine nötig gewesen wäre. Beim Einsteigen musste ich dann auch noch meinen Pass vorzeigen, dessen Nummer ich bei der Buchung schon angeben musste. Man kann es auch übertreiben … Auch zum Einloggen ins WLAN musste ich die letzten Ziffern meiner Passnummer eingeben. Blöd nur, dass die fast nur Buchstaben enthält. Die von der Servicemitarbeiterin gerufene Zugchefin bekam es trotzdem irgendwie hin, allerdings war die Verbindung nicht sonderlich stabil. Aber die Landschaft draußen war auch viel schöner:

Landschaft zwischen St. Petersburg und Moskau

Landschaft zwischen St. Petersburg und Moskau

Güterzug zwischen St. Petersburg und Moskau

Etwas schockiert war ich, als ich an einem kleinen Bahnhof sah, dass alte Frauen, teilweise am Stock, das Gegengleis überquerten – der Sapsan fährt immerhin bis zu Tempo 220.

Da beim Ersatzticket die günstigere Klasse die Business war (für das ursprüngliche Ticket hatte ich mir die Differenz gegönnt), gab es derweil drinnen sogar Essen:
Essen im Sapsan

Den Nachtisch genoss ich zusammen mit Bordzeitung und -verkaufskatalog. Hoffentlich kommt die DB da nicht auf dumme Gedanken:
Nachtisch und Bordzeitschriften im Sapsan

Einer der beiden Zwischenhalte war Twer,
Bahnsteig in Twer

schon bald wurden die Häuser immer mehr und höher,
Landschaft zwischen St. Petersburg und Moskau

der Ostankino-Turm zog vorbei
Ostankino-Turm

und wir erreichten nach 3:45 Stunden Fahrzeit pünktlich Moskau Leningrader Bahnhof. Draußen sah ich mich ein wenig um und entdeckte nebenan einen weiteren Bahnhof, den ich schon von Fotos kannte:
Jaroslawler Bahnhof

– den Jaroslawler, Ausgangspunkt der Transsibirischen Eisenbahn. Eine Metrostation gab es auch, und diesmal kaufte ich mir eine Fahrkarte für eine „сутки“, was genau für meinen Aufenthalt passte. Hier sind die Stationen noch palastartiger als in Petersburg:
Metrostation Komsomolskaja

Und als hätte ich es geahnt, habe ich just den Tag und die Linie erwischt, an dem und auf der die Geburtstagsparade der Metro mit historischen und aktuellen Zügen stattfand:
Zug der Moskauer Metro

Zug der Moskauer Metro

Zug der Moskauer Metro

Zug der Moskauer Metro

Nun aber zum Hotel, Sachen abgeladen, kurz ausgeruht und noch das Bolschoi-Theater und den Roten Platz bei Nacht angeguckt, natürlich mit Beweis-Selfie:
Bolschoi-Theater bei Nacht

Selbstbild vor der Basilius-Kathedrale

Mein Hotel war übrigens zwei Haltestellen mit der Straßenbahn vom Pawelezer Bahnhof entfernt. Als ich dort auf die Bahn wartete, wurde ich angesprochen, ob ich mich verlaufen hätte. Nett, dass man sich kümmert und interessant, dass ich zwar anscheinend wie ein Tourist aussehe, mich aber an untypischen Gegenden dafür aufhalte. Unsicher habe ich mich aber während der gesamten Reise nicht gefühlt.

Am nächsten Tag machte ich die gleiche Tour im hellen Tageslicht, guckte mir aber auch noch den Kreml mit der Verkündigungs-Kathedrale und der Zarenglocke von innen an:
Verkündigungs-Kathedrale im Moskauer Kreml

Zarenglocke im Moskauer Kreml

Dann machte ich mich langsam auf den Rückweg zum Hotel, holte mein Gepäck ab und besorgte mir am Pawelezer Bahnhof ein Ticket für den Aeroexpress, der von hier zum Flughafen Domodedowo fährt. Danach reichten die Rubel gerade noch für einen Hotdog und ein paar Souvenirmünzen. Der Zug war neu und hatte eine 3+2-Sitzanordnung, die ich allerdings nicht fotografiert habe, wohl aber den Zug selber:
Aeroexpress am Flughafen DME

Auch am Flughafen war allein zum Betreten eine Sicherheitskontrolle nötig, die eigentliche für Fluggäste gab es natürlich auch noch. Sonst klappte alles reibungslos, aus dem Flugzeug erkannte ich u.a. den Leipziger und den Erfurter Flughafen. Den Frankfurter überflogen wir interessanterweise auch, weil wir vor der Landung noch eine große Schleife über Rheinhessen gedreht haben. Ich freute mich über die pünktliche Landung und am nächsten Tag auch darüber, dass sie überhaupt stattgefunden hat – der Flug meines Chefs aus Amsterdam wurde nämlich wegen Unwetters in Frankfurt gestrichen, von dem bei meiner Ankunft aber nichts zu sehen war.
Auch meine Rückfahrt aus FRA verlief problemlos, sieht man mal davon ab, dass der neue Transdev-Automat sich weigerte, Fahrkarten zu verkaufen. NAH erreichten wir leicht verspätet, was aber nichts machte, da der letzte Bus zu mir neuerdings um 22.40 statt .30 fährt. Es blieb also noch Zeit zum Essen und Schwelgen in Erinnerungen an diese schöne Reise. Sicher war das erste Mal in Russland nicht das letzte!

Ouschteren zu Lëtzebuerg

Für das diesjährige Osterwochenende suchten meine Eltern noch ein Reiseziel. Ich schlug ihnen vor, nach Luxemburg zu fahren, das ich durch meine Diplomarbeit kennen gelernt, aber seit 2006 nicht mehr besucht hatte. So quartierten wir uns also im Ibis Styles gleich um die Ecke vom Bahnhof, in einer allerdings nicht unbedingt ruhigen Gegend ein. Ruhig verlief dagegen meine Hinfahrt: mit dem ICE nach FF, weiter mit dem Vlexx-RE nach SSH, von dort weiter mit dem Bus. Der fuhr zuerst gemütlich an der Saar entlang, wo es die Völklinger Hütte und Karfreitagsspaziergänger zu sehen gab, und dann über die Mosel ins Großherzogtum, bis er pünktlich am Bahnhof der Hauptstadt eintraf. Den Nachmittag verbrachten wir bei leider strömendem Regen in der Altstadt und später zum Aufwärmen im letzten Stadtrundfahrtsbus.
Am Karsamstag wagten wir uns dann mit dem hervorragenden luxemburgischen Nahverkehr aufs Land hinaus: zunächst mit dem Zug nach Ettelbrück und weiter mit dem „Nordstadbus“
Setra-Bus der Firma Meyers am Bahnhof Ettelbrück

nach Vianden, wo es vor allem die schöne Burg zu sehen gibt:
Blick auf das Our-Ufer und die Burg in Vianden

Zurück ging es auf demselben Weg. Normalerweise hätten wir schon in Diekirch wieder in den Zug umsteigen können, aber wegen Bauarbeiten war die Stichstrecke dorthin gesperrt. Am Ostersonntag machten wir uns dann auf den Weg nach Schengen, das einem ganzen „Raum“ in Europa seinen Namen gegeben hat. Zur Erinnerung an das dort geschlossene Abkommen gibt es im sonst eher unspektakulären Ort ein Europamuseum, vor dem die Flaggen aller Schengen-Staaten stehen:
Blick auf das Mosel-Ufer und die Flaggen der Schengen-Staaten im gleichnamigen Ort

Auf dem anderen Moselufer liegt übrigens der deutsche Bahnhof Perl, im Personenverkehr Endpunkt der Obermoselstrecke. Zurück in der Hauptstadt, besichtigte ich mit meiner Mutter noch die neue Standseilbahn
Standseilbahn auf den Kirchberg in Luxemburg-Stadt

sowie die ebenfalls neue Straßenbahn im Geschäftsviertel Kirchberg.
Luxemburger Straßenbahnwagen an der Endstation Luxexpo

Blick in einen Luxemburger Straßenbahnwagen

Am Ostermontag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen, jedenfalls für meine Eltern, die gleich nach dem Frühstück aufbrachen. Ich blieb noch zwei Stunden in der Hauptstadt, in denen ich nicht nur den Ostermarkt besichtigte, auf dem es Tonpfeifen zur Imitation von Vogelstimmen („Péckvillercher“) gab, sondern auch Züge auf dem Pulvermühle-Viadukt ablichtete.
Stand mit Péckvillercher (Vogelstimmenpfeifen)

Pulvermühle-Viadukt mit CFL-Doppelstockzug

Dann ging es auch für mich zurück, und zwar mit einem KISS der CFL,
KISS der CFL

der gemäß dem neuen Betriebskonzept in Trier mit einem FLIRT der DB gekuppelt wurde. Koblenz erreichten wir pünktlich, und ich freute mich, dass ich am selben Bahnsteig noch den leicht verspäteten VIAS nach FF erreichte. Die Freude trübte sich allerdings nicht nur angesichts von dessen Füllungsgrad, sondern auch, weil ich linksrheinisch mit Umstieg in Bad Kreuznach schneller gewesen wäre. So erreichte ich NAH mit einem verspäteten IC – etwa 10 min hinter dem Plan, aber immer noch fast eine Stunde früher als ursprünglich gebucht, da ich wegen der nur zwischen Frankfurt und Hanau vorhandenen Zugbindung früher gefahren war.

Zum letzten Ma(r)l

… war ich letztes Wochenende in der Wohnung meiner Eltern, da sie ihren Wohnsitz gen Norden verlegen. Mehr oder weniger traditionell hatte ich für die Hinfahrt den ICE um 17.33 ab NAH gebucht. Der fuhr pünktlich ab, hatte in FF schon +10 und blieb auf der KRM im Tunnel stehen: Personen im Gleis. Dass wir danach +30 hatten, war wohl unvermeidlich und direkt wenig. Noch mehr wurde es vor KD, weil es auf der baustellenbedingten Umleitung über Opladen nicht so recht voran ging, was der Zub mit recht deutlichen Worten durchsagte. Also erreichte ich gerade noch und nur, weil er auch Verspätung hatte, den Zug eine halbe Stunde nach dem ursprünglich geplanten nach ERE, wo mich meine Mutter abholte.

Den Samstagnachmittag verbrachte ich mit einem Besuch bei meiner alten Kinderfrau in Gelsenkirchen, wohin ich mir eine Fahrt mit dem ÖPNV mit in der DB-App gekauftem Ticket gönnte. Beim Umstieg auf dem gerade im Umbau befindlichen Busbahnhof in Buer gelang mir dabei u.a. ein Bild eines neuen Urbino der Bogestra:

Gelenk-Urbino der Bogestra

Auf der Hinfahrt erreichte ich pünktlich mein Ziel, was ich von der Rückfahrt nicht sagen konnte: Der 382er erreichte den ebenfalls gerade im Umbau befindlichen Busbahnhof in Gelsenkirchen zu spät, so dass ich den Umstieg auf die Straßenbahn gar nicht erst versuchte. Stattdessen fuhr ich mit dem RE nach ERE, der aber natürlich ebenfalls Verspätung hatte, so dass ich den direkten Bus nach Marl knapp verpasste und stattdessen mit dem 220er fuhr, der eine Schleife über Sinsen fährt. So kam ich dann auch direkt zum Essengehen mit meinen Eltern, ohne vorher noch „zu Hause“ gewesen zu sein.

Am Montag machte ich dann noch eine Bustour mit einem ehemaligen Kollegen von der Vestischen, bei der wir unter anderem die Linie 200 zum Lager von Metro befuhren. Sehr interessant, mal so eine „Werkslinie“ zu fahren, nachdem ich jahrelang die Linien von und zum Chemiepark nur aus den Fahrplänen kannte. Einen anschließenden Abstecher nach Dorsten verschoben wir dann unter anderem, weil ich nicht mehr so viel Zeit hatte, denn ich musste ja noch zurück nach NAH.
Dorthin hatte ich, ebenfalls traditionell, den ICE 821 gebucht, der um 21.22 Uhr eintrifft. An diesem Tag fuhr er aber wegen der Bauarbeiten erst ab KK, wo er normalerweise gar nicht hält. Die Fahrt dorthin verlief trotz Verspätung des RE 42 von +10 problemlos, da mein Anschluss-IC in EE ebenfalls +10 hatte. In KK reichte die Zeit dann gerade noch zum Essen, bis es dann pünktlich in die nicht mehr ganz so neue Heimat ging. Zwischenzeitlich hatten wir zwar +5, aber NAH erreichten wir dann tatsächlich pünktlich, was nach etlichen nicht so geglückten Fahrten in den letzten Wochen doch bemerkenswert war.

Aixtra langer Bus

Letztes Wochenende war ich zum Mensa-Jahrestreffen in Aachen. Die Hinfahrt hatte ich aufgrund der teuren Sparpreise mit Prämienpunkten gebucht. Die klappte auch fast ganz hervorragend: ICE nach FF, da kurz in die Lounge und weiter an Gleis 18, wo ich noch einen Platz in der Lounge am Zugschluss ergatterte. Nach der pünktlichen Abfahrt kam ärgerlicherweise die Ansage, dass dieser – also der hintere Zugteil – in KK abgekuppelt würde. Also hieß es nach der wiederum pünktlichen Ankunft dort an einem kompletten ICE 3 vorbei laufen und in den vorderen Zugteil einsteigen, wo sich zu allem Überfluss auch erst relativ weit vorne ein freier Platz fand. Die Abfahrt fand wegen einer technischen Störung am Zug nicht pünktlich statt, so dass wir mit etwa +10 erreichten, der sich in der blauen Stunde gut machte:
Aachen Hbf vom Vorplatz aus gesehen

Da der Bahnhof recht weit entfernt von der Innenstadt liegt, nahm ich einen Bus zum Bushof (ein für die Region typischer Ausdruck), in dessen Nähe sich auch mein Hotel befand.
Genau dort bot sich dann am nächsten Tag auch die Gelegenheit, ein wenig den örtlichen ÖPNV zu erlegen. Dessen Star dürften wohl die Doppelgelenkbusse, auch „Long Wajong“ genannt, sein:
Doppelgelenkbus der ASEAG

Aufgrund der Lage am Dreiländereck kommen aber auch belgische
Bus der wallonischen TEC in Aachen Bushof

und niederländische Busse zum Bushof.
Bus des von Arriva Nederland betriebenen Limburgliners in Aachen Bushof

Dessen überdachte Bauweise mit ergänzenden Haltestellen an den umliegenden Straßen macht ihn etwas unübersichtlich und das Fotografieren schwierig, was dadurch verkompliziert wird, dass natürlich viele Menschen unterwegs sind und ein bestimmtes Publikum sich quasi stationär aufhält. Trotzdem gelangen mir aber noch einige Bilder.
Bus der ASEAG in Aachen Bushof

Bus der ASEAG in Aachen Bushof

Bus der ASEAG in Aachen Bushof

Auf dem Rückweg am Sonntag ging es erstmal mit dem RE nach Köln. Der hätte unterwegs beinahe einen längeren Aufenthalt gehabt, weil die Zub-in sich weigerte, den Zug abzufertigen, solange zwei Männer ohne gültigen Fahrschein noch im Zug waren. Zum Glück trollten diese sich unterstützt vom Sicherheitsdienst bald, aber trotzdem war ich von dieser Methode nicht so wahnsinnig begeistert. In Köln machte ich noch Station bei einer Freundin, wo mir hinter dem Hbf dieser E-Bus samt Ladesäule vor die Linse kam:
E-Bus der KVB an der Ladestation am Breslauer Platz

Vom Neumarkt, wo besagte Freundin wohnt, fahren sonntags erstaunlich wenig Bahnen zum Hbf. Meinen Zug erreichte ich daher nur, da er wegen Bauarbeiten ohnehin schon einige Minuten später abfuhr als bei der Buchung angegeben und darüber hinaus noch ein paar Minuten Verspätung hatte. Die wuchsen sich dann – u.a. wegen einer -Störung bei Bonn – auf etwas über +30 in NAH aus. Zum Glück musste ich wenigstens nicht mehr umsteigen, und am Ziel angekommen auch nicht mehr so lange auf den Bus warten.

Bon(n) voyage

Für ein Mensa-Arbeitstreffen war ich gestern in Bonn und habe nur für die Statistik zu berichten, dass alles bestens funktioniert hat: RB bis FMZ, Direktanschluss an den IC bis KKO, weiter mit dem RE 5 bis Bad Godesberg, von da mit dem Bus weiter, der allerdings für mich als Ortsunkundigen etwas schwer zu finden war. Zurück wurde es mit dem Bus dann doch etwas knapp, also brachte mich ein Teilnehmer mit dem Auto nach KBBG, von da dann mit der RB 30 nach KB. Da hatte mein IC +10, die er aber bis FMZ etwas abbauen konnte, so dass ich meine Anschluss-RB noch bequem erreichte und wie geplant um 19.13 Uhr wieder in NAH war.

Ans Ende der Welt

Am Samstag war mal wieder Mensa-Stammtisch in Würzburg, was ich natürlich wieder mit einer Bahntour kombinieren wollte. Da es für die weiteren Fahrten, die dazu passen würden, keine günstigen Sparpreise mehr gab (da wäre ein zweites Lidl-Ticket doch gut gewesen), schwankte ich zwischen zwei Varianten: Dinkelsbühl, was teilweise eine Busfahrt gewesen wäre oder Bad Kissingen mit Therme. Angesichts des angekündigten Wetters wurde es dann Letzteres. Also Bayernticket gekauft, den RE Richtung NWH gerade noch erreicht und bis Gemünden gefahren, wo ich schon einmal fast nachts gestrandet wäre. Jetzt war es ein deutlich angenehmerer Ort: Die Buchhandlung hatte geöffnet, und der Bäcker füllte mir gegen einen kleinen Obolus Kaffee in meinen mobilen Becher. Weiter ging es mit dem „Unterfranken-Shuttle“ der EB über die idyllische fränkische Saaletalbahn, vorbei u.a. an einem nie genutzten Brückenpfeiler der → Strecke 46 (nein, keine Bahnstrecke). Der Tf nahm sich zwischendurch auch die Zeit, einem vorne sitzenden Fahrgast die Feinheiten des Triebfahrzeugfahrens zu erklären. Sonst verlief die Fahrt über die durchaus sehenswerte Strecke ohne besondere Ereignisse, die meisten Bedarfshalte wurden nicht angefahren.
In NBKI angekommen, erkundete ich ein wenig die Stadt zu Fuß, was beim schneidenden Ostwind trotz Sonnenschein aber nur wenig Spaß machte. Also auf zur Therme, wohin ich allerdings aufgrund falschen Abbiegens einen Umweg lief. Die Stadtbusse fuhren nicht passend zu meiner Ankunft und nach 14 Uhr überhaupt nicht mehr. Nach drei Stunden Planschen und Saunieren machte ich mich auf den Rückweg zum Bahnhof, von wo ich – wiederum mit der EB – weiter nach NS fuhr. Zwischendurch wurde mein Zug in Ebenhausen an einen aus Meiningen kommenden gehängt, der ab NS dann alleine weiter zum Stadtbahnhof fuhr. „Meinen“ Zug beobachtete ich, wie er nach einer Sägefahrt durch den Bahnhof an einen weiteren abgestellten Zugteil gekuppelt und beide zusammen dann auf ein anderes Abstellgleis gefahren wurden. Da traf aber schon mein leicht verspäteter Anschlusszug nach NWH ein, das wir dann auch mit etwa +5 erreichten. Mein Busanschluss am Barbarossaplatz war aber nicht gefährdet. Die Auskunft hatte mir für den Weg dahin die Straßenbahn ans Herz gelegt, es lässt sich aber auch sehr gut laufen.
Als Busfahrer erwischte ich einen jungen Mann, der wohl stadtbekannt ist, weil er Ansagen wie im Flugzeug macht. Ganz nett, solange das nicht alle und nicht an jeder Haltestelle machen. Im Bus saßen und sogar standen fast nur Senioren, die teilweise wie ich zur Endstation Hans-Löffler-Straße mussten und das das „Ende der Welt“ nannten. Den Eindruck hatte ich beim Betrachten der Fahrtroute schon vorher gehabt, aber das griechische Lokal, in dem der Stammtisch stattfand, ist auch wirklich gut. Und die ÖPNV-Anbindung ist nicht schlecht, um kurz vor 22 Uhr ging es mit einem anderen Busfahrer zurück zum Barbarossaplatz. Am Hbf hatte ich wieder fast 20 min Aufenthalt, mit dem nächsten Bus wäre es zu knapp geworden. Da die Bahnhofsbuchhandlung geschlossen und mein Zug schon da war, setzte ich mich hinein. Wegen Anschlussaufnahme in NWH und teilweise eingleisigen Betriebs unterwegs zogen wir uns +10 zu. Der Zub hatte wohl um diese Uhrzeit Langeweile und unterhielt sich ein bisschen mit mir. In NAH angekommen, sah ich beim Abholen meines Fahrrades, wie sich die Weiterfahrt des Zuges noch einmal um ein paar Minuten verzögerte. Meine zwar nicht, jedoch war sie wegen eingefrorener Gangschaltung auch etwas schwierig, so dass ich mal wieder froh war, als ich zu Hause ankam.