Bauhaus, Sternenhimmel und Toastbrot

Der wohl einzige längere Auswärtsurlaub dieses Jahr führte mich Ende September nach Dessau, wo ich mit meiner Freundin in einer Ferienwohnung nicht weit vom Hauptbahnhof und dem Hauptgebäude des Bauhauses unterkam. Dessen Bauten besichtigten wir natürlich zumindest von außen und nutzten auch das nette Café. Die Hinfahrt verlief für mich völlig problemlos: IC 1 bis HH, dann IC 2 bis Köthen und weiter mit der RB. Der ICE meiner Freundin, die aus dem Rhein-Main-Gebiet anreiste, wurde dagegen wegen eines Oberleitungsschadens umgeleitet, so dass sie den Anschluss in Halle verpasste und eine Stunde später kam als geplant.

Den Urlaub verbrachten wir nicht nur in Dessau selbst, sondern unter anderem in der Oranienbaumer Heide, von wo wir mit der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn zurück fuhren. Diese nutzt leider nicht mehr die Doppelstock-Schienenbusse, die mir noch in meiner Sammlung fehlen, sondern LVT/S, die aber immerhin ansprechend beklebt sind:

LVT/S der Dessauer Verkehrs- und Eisenbahngesellschaft (DVE) In Dessau Hbf

Außerdem machten wir einen Ausflug nach Magdeburg, wohin meine Freundin das „BesserWeiter“-Abo-Upgrade nutzen konnte, das die Verkehrsbetriebe als Dank für die Treue ihrer Kunden in der Corona-Krise kostenlos anboten.

Zum Abschluss des Urlaubs ging es noch über Wittenberg nach Berlin, wo ich auch Kumpel Konny mal wieder besuchte. Gemeinsam fuhren wir an den Tegeler See, wo wir zufällig feststellten, dass ein autonomes Shuttle getestet wurde, das wir natürlich gleich mal ausprobierten. Natürlich war noch ein BVG-Mitarbeiter zur Überwachung des Probebetriebs an Bord, der auch tatsächlich ziemlich viel eingreifen musste, auch bei eigentlich normalen Vorgängen wie einem haltenden Auto vor uns.

Autonomes BVG-Shuttle in Berlin-Tegel

Von Tegel aus machte ich mich alleine auf den Weg, um eine Runde mit einem der neuen S-Bahn-Züge der BR 483/484 zu fahren, die gerade auf der kürzesten Linie S 47 getestet werden. Innerlich fielen sie mir durch ihre sehr geringe Lautstärke auf, äußerlich durch ihr sehr schlichtes Design, das mich an eine Packung Toastbrot erinnert. Da „Toaster“ aber schon der Spitzname der BR 480 ist, lautet der „offizielle“ der BR 483/484 „iPad“ oder „Tablet“.

Zug der Baureihe 483/484 in Berlin-Schöneweide

Vor der Rückfahrt besichtigten Konny und ich dann noch den frisch eröffneten U-Bahnhof Museumsinsel mit seinem Sternenhimmel, der an ein Bühnenbild von Karl Friedrich Schinkel angelehnt ist, der auch viele Bauten in Berlin entworfen hat.

Sternenhimmel-Gewölbe im U-Bahnhof Museumsinsel

Zurück ging es dann sowohl für meine Freundin als auch für mich jeweils ohne Umsteigen und auch ohne nennenswerte Verspätung, wobei sie in ihren ICE (der allerdings nur einmal täglich fährt) am weniger frequentierten Ostbahnhof einsteigen konnte, während ich für meinen (zweistündlichen) IC nur die Wahl zwischen Hbf und Spandau hatte. Von HO nach Hause wäre ich gerne angesichts von Koffer und Kälte mit dem Bus gefahren, da aber kein passender fuhr, war ich zu Fuß schneller.

Ab in den Süden

Berlin hieß am Wochenende mal wieder das Ziel, zu dem der Weg diesmal mit dem ICE ab FFS führte. Da ich früher abreisefertig war als gedacht, machte ich mich einen Zug früher auf den Weg dorthin und dann bis FF, um dort noch zu essen. Aus fahrplantechnischen Gründen kam ich schon gut 10 Minuten vor der Abfahrt in FFS an, wo der Zug schon bereitstand, weil er wegen großer Verspätung auf der vorherigen Fahrt nicht bis FFLF gefahren war. Auf meiner Fahrt wurde die Verspätung nicht ganz so groß, und wir erreichten BSPD mit +10.

Den Aufenthalt nutzte ich unter anderem für ein Foto vom neuen „KISS-IC“. Auf der Nord-Süd-Fernbahn eine gute Fotostelle zu finden, ist gar nicht so einfach, empfohlen wurde mir unter anderem der Park „Südgelände“ auf einem ehemaligen Güterbahnhof südlich des Südkreuzes. Der ist zwar an sich sehr interessant, weil noch Gleise und ein alter Lokschuppen erhalten sind, bietet aber keine gute Aussicht auf die Fernbahn. Also postierte ich mich letztendlich an der Südausfahrt des Bahnhof Südkreuz:

Für die Rückfahrt erreichte ich BSPD ab Westend über Jungfernheide, was die schnellste Möglichkeit ist, wenn denn dort gerade ein Regionalzug fährt. Die Fahrt im ICE, der spätestens ab HH gut gefüllt war, verlief ohne Komplikationen. Die Anschlussfahrt mit der RB ab FH nicht ganz, weil diese +15 hatte, Grund war möglicherweise die baustellenbedingte Umleitung von Zügen nach Mittelhessen über FH. Mich störte es wenig, da ich mein Rad am Bahnhof geparkt hatte.

Berlin, Berlin

Um meinen alten Kumpel Konny mal wieder zu besuchen und einen ausrangierten Monitor von ihm abzuholen, machte ich mich am Freitag mal wieder auf den Weg in die Bundeshauptstadt. Auf dem Weg zum Bahnhof stellte ich überrascht fest, dass die Regionalbusverbindung, die ich im Kopf hatte, nur noch in den Ferien funktioniert. In der Schulzeit fahren die Busse anders – aus meiner Sicht eine Unsitte, ganztägig den Fahrplan zu drehen, nur weil vielleicht morgens und mittags Schüler mit dem Bus fahren. Zumal der Durchschnittsbürger auch nicht unbedingt weiß, wann Ferien sind. Zum Glück hatte ich noch genug Zeit, zum Bahnhof zu laufen.

Für die eigentliche Zugfahrt hatte ich eine Verbindung mit der RB nach FFS und von da mit dem ICE ausgesucht. Dieser war, anders als sonst oft auf dieser Strecke, ein ICE 1, der auch ebenso wie die RB pünktlich war. Ausnahme war eine kleine Verspätung in Kassel, weil wir auf der NBS einen Gegenzug vorbei lassen mussten (hä?).

Den Samstag verbrachten wir unter anderem mit einem Ausflug zum Teufelsberg im Grunewald, von wo man einen super Blick über Berlin hat:

Blick vom Teufelsberg (genauer: Drachenberg) Richtung Berlin

Außerdem testete ich für die DB ein neues Navigationstool am Bahnhof Charlottenburg, bei dem man einen QR-Code scannt und dann einen Link auf eine Open-Street-Map-Karte bekommt, die einem den Weg zur Haltestelle des Nahverkehrs zeigt, mit dem man z.B. zum Schloss Charlottenburg fahren kann. Nett gemacht, aber die Beschilderung tut es eigentlich auch und nutzt auch den Fahrgästen ohne Smartphone.

Auf der Rückfahrt verlief auch zunächst alles prima, vor allem die Fahrt im ICE, wieder ein Einser, der diesmal auch in Hanau hielt. Von dort sollte ich wiederum mit der RB fahren, die allerdings wegen einer -Störung mit +20 angekündigt war. Real waren es dann nur etwa +10, was die Frage aufwarf, ob der nachfolgende IC unterwegs überholen würde. Das tat er leider, so dass ich NAH etwa in dem Moment erreichte, als mein Bus nach Hause abfuhr. Da ich nicht auf den nächsten warten wollte und den Monitor dabei hatte, nahm ich etwas genervt ein Taxi.

Kein Ballett in Spandau

Das Ziel am Wochenende hieß mal wieder Berlin, und die Fahrten dahin waren erstaunlich teuer. So griff ich für die Hinfahrt auf eine Verbindung zurück, die mich mit dem Regionalzug nach Bamberg fahren und erst gegen Mitternacht am Ziel sein ließ, für die Rückfahrt auf den Flixtrain. Die Hinfahrt klappte problemlos. Wie so oft, bekam ich beim Einstieg in den ICE 4 in NBA erst einen Schreck, weil Leute in den Gängen saßen, im BahnComfort-Bereich war aber noch etwas frei (ob sich die Leute nur nicht getraut haben, sich dahin zu setzen?). Am Südkreuz angekommen, folgte ich der Masse die Treppe hinauf, nur um festzustellen, dass diese nicht zum Ringbahnsteig, sondern auf einen parallel verlaufenden Steg führte. Nicht immer ist es sinnvoll, statt der Rolltreppe die feste Treppe zu nehmen …
Die Rückfahrt klappte zunächst auch problemlos, eine kleine Verspätung hatten wir bis Kassel abgebaut. Als mein Gegenüber das laut feststellte, kam prompt die Durchsage, dass wir wegen Sperrung der SFS über die Altstrecke umgeleitet würden. Daraufhin bereute er, überhaupt etwas gesagt zu haben … Letztendlich hatten wir in FH +45, so dass nicht nur der geplante, sondern auch der nächste Anschluss nach NAH gerade weg war. So hatte ich wenigstens Zeit zum Essen und traf schließlich eine Stunde später als geplant am Heimatbahnhof ein.
In Berlin haben wir übrigens unter anderem die Zitadelle Spandau besichtigt, die an der sonst im quietschbunten 70er-Design gehaltenen U7 einen passenden Bahnhof hat:

Und eine Station weiter am Rathaus war es wohl billiger, die defekten Laufbänder einfach überzuasphaltieren, statt sie zu reparieren oder auszubauen:

Jeder Gang hält schlank

Berlin hieß mal wieder das Ziel am Wochenende. Da ich relativ spät gebucht hatte, landete ich für die Hinfahrt auf einer relativ kreativen Verbindung: mit dem RE bis Bamberg und weiter mit dem ICE über die VDE 8. Ersterer kam leicht verspätet in NAH an und spuckte jede Menge verärgerte Fahrgäste aus, weil der Zug mitten im Berufsverkehr nur einteilig fuhr. Für die Weiterfahrt war allerdings wesentlich mehr Platz, und die Verspätung bauten wir beim Halt in Gemünden ab. In NWH hätte ich zwar im Zug bleiben können, nutzte den Aufenthalt aber für einen Besuch in der Bahnhofsdrogerie, um danach denselben Zug wieder zu entern. Jetzt war es wieder etwas voller, es schienen aber fast alle Fahrgäste Sitzplätze zu haben. Eine Schrecksekunde ergab sich übrigens beim Blick in den Navigator: Der erzählte mir nämlich, dass er die gebuchte Verbindung nicht mehr finden konnte. Bei genauerer Recherche stellte sich heraus, dass er die S-Bahn vom Südkreuz zum Westend in Berlin nicht finden konnte, und zwar nicht nur die in der Verbindung vorgesehene, sondern gar keine. Die VBB-Auskunft konnte mir aber glaubhaft versichern, dass es trotzdem S-Bahnen geben würde.

In Bamberg angekommen, ging es gleich weiter auf den anderen Bahnsteig, wo ich noch ein besseres Foto von einer 187 machen konnte, als ich bisher in meiner Sammlung hatte:

Lok der BR 187 mit einem Autotransportzug in Bamberg

In meinem Anschlusszug fand sich in Wagen 1 noch ein freier Doppelplatz. Kurz vor Leipzig meldete sich mein Magen, so dass ich mich auf den Weg ins Bistro in Wagen 10 machte. Ganz schön lang, so ein ICE 4, und das war nur die 2. Klasse … Am Ziel angekommen, stellte ich fest, dass ich die Gutscheine vergessen hatte, die mir die Bahn zum Geburtstag (über ein Tartelett) und „einfach so“ (über 2×5 Euro) geschickt hatte. Da ich sie endlich mal einlösen wollte, machte ich mich auf den Rückweg durch die neun Wagen und wieder auf den Weg ins Bistro. Dort angekommen, stellte ich fest, dass es wegen Personalwechsels in LL inzwischen geschlossen war …

Die gute Nachricht ist, dass ich natürlich am Ende trotzdem noch meine Gutscheine einlösen konnte und der Zug auch im Wesentlichen pünktlich war. So bekam ich nun tatsächlich eine S-Bahn, sogar eine frühere als geplant, und war damit schon gegen 22 Uhr bei meinem Gastgeber.

Mit ihm war ich am Samstag mal wieder im Technikmuseum, diesmal vor allem in der Schiffsabteilung. Anschließend nötigte ich ihn dazu, am U-Bahnhof Gleisdreieck so lange zu warten, bis ich ein Foto der neuen Baureihe IK hatte, was mit einigem manuellen Herumprobieren an der Kamera auch halbwegs gelang.

Zurück ging es am Sonntag zum ersten Mal mit dem Flixtrain, den ich allerdings schon unter dem Namen Locomore ausprobiert hatte.

Reserviert hatte ich nicht (konnte mich auch nicht erinnern, dass ich bei der Buchung danach gefragt worden wäre). Um den ganzen Zug nach einem Platz durchsuchen zu können, stieg ich vorne ein, wo aber just die Wagen mit den reservierten Plätzen waren. Weiter hinten fand sich dann noch ein Platz in dem sehr gut gefüllten Zug. In Hannover Messe/Laatzen, das wir über die Güterumgehungsbahn und mit sensationellen –15 erreichten, leerte es sich allerdings etwas, so dass ich jetzt in Fahrtrichtung sitzen und meine Beine ausstrecken konnte.

Eine Besonderheit auf der Weiterfahrt war die „polizeiliche Ermittlung im Zug“, wegen der er 20 Minuten in Fulda stand. Meinen Anschluss in FH erreichte ich dadurch nur mit Rennen und weil der Tf netterweise die Tür noch mal aufmachte. Hätte es nicht geklappt, wäre es auch nicht schlimm gewesen, nur gibt es in NAH das bessere Essen ;). So kam ich pünktlich an meinem Heimatbahnhof an, kehrte noch beim Asiaten ein und radelte dann nach Hause.

Alle 500 Jahre …

… kommt es vor, dass der 31. Oktober in ganz Deutschland ein Feiertag ist (wobei er 2517 wohl auf einen Sonntag fällt). Da wie immer in Bayern auch der 1. November frei war, nutzte ich die Gelegenheit, einen Kumpel in Berlin zu besuchen. Kurz hatte ich überlegt, direkt von Göttingen dorthin zu fahren. Gut, dass ich das (wegen fehlender Urlaubstage) nicht gemacht hatte, denn wegen des Sturms ging ja am Sonntag auf der Strecke gar nichts mehr. So brach ich dann nach einem Tag Arbeit am Montag schon wieder auf. Ab FF hatte ich den Sprinter gebucht, und die Auskunft warnte mich, dass dieser ausgebucht sei. Das wunderte mich angesichts des Brückentags etwas, ich kam aber nicht dazu, es zu überprüfen, da NAH wegen eines PU (→ ja, wirklich ein Unfall) zu meiner Abfahrtszeit gesperrt war.
Also wartete ich noch eine Stunde im Büro und bekam am Hbf noch den RE nach NBA zu sehen, der einfach nur auf Gleis 7 stand und worauf auch immer wartete, möglicherweise hatte das mit dem Unfall zu tun. ICE und RE gen FF waren dagegen pünktlich, so dass ich in FH noch einen Cappuccino besorgen und mich in den ebenfalls pünktlichen ICE nach AH setzen konnte. Die Idee war, dann in HH in den aus KK kommenden ICE umzusteigen. Dabei blieb es dann auch, obwohl dieser letztendlich +40 hatte, weil die Alternative des Umstiegs in HG (lange nicht gesehen …) wegen Verspätung auch nicht viel gebracht hätte. Die Wartezeit hätte ich gerne in der Lounge verbracht, aber diese schloss leider wenige Minuten nach meiner Ankunft. Also hieß es Pommes mit kostenlosen belgischen Soßen essen, bis dann der Anschlusszug endlich eintrudelte. So erreichte ich Berlin-Spandau knapp anderthalb Stunden später als geplant. Die WhatsApp von meinem Gastgeber, dass es einen Bus direkt bis vor seine Haustür gebe, las ich zu spät und machte mich so mit der S-Bahn mit Umstieg in Westkreuz auf den Weg zu ihm.
Am Dienstag stand dann ein Besuch im Technikmuseum (diesmal nicht in der Eisenbahnabteilung) an. Auf dem Weg dahin verewigte ich aber den U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz im Stil der 70er:

U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz

Am Mittwoch komplettierte ich die Aufnahme mit einer vom deutlich älteren Bahnhof Ernst-Reuter-Platz:

U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz

Für die Rückfahrt hatte ich das 25-Euro-Spezial in der 1. Klasse gebucht, das die DB zu 25 Jahren BahnCard ihren Stammkunden angeboten hatte. Da ich bei der Buchung meine BahnCard nicht angegeben hatte, gab es kurioserweise kein City-Ticket, so dass ich beim Busfahrer eine Tageskarte kaufte, als ich mittags nach Mitte fuhr:

Im Bus gekaufte BVG-Tageskarte

Die Rückfahrt zu meinem Gastgeber trat ich etwas zu spät an, so dass die Zeit knapp wurde, aber letztendlich erreichte ich den Zug in Spandau noch, diesmal mit dem Bus. Mein reservierter Platz war belegt, aber da ich einen anderen schönen fand, musste ich niemanden verscheuchen. Der Zug war pünktlich, im Abteil waren wir maximal zu dritt, und mit dem Cappuccino vom APS dachte ich, dass so Reisen immer sein könnte. Für meinen Umstieg in FH hatte die App schon angekündigt, dass der Anschluss-IC +25 hatte (für diese Linie leider wenig überraschend). Dafür erreichte ich aber noch die RB, zu der offiziell kein Anschluss bestand, so dass ich letztendlich „nur“ etwa 15 min später als geplant meinen Heimatbahnhof erreichte.

My first KISS

Ich bin in Berlin – dieses Zitat aus dem Musical „Linie 1“ traf Ostern auf mich zu. Übrigens gab es zwar eine Vorstellung, Karten waren kurzfristig aber leider nicht mehr zu haben. Die Hinfahrt am Gründonnerstag verlief ohne große Schwierigkeiten. Mit dem RE nach Hanau, dort in ICE 572, der als einer der wenigen der Linie 22 dort hält. Die Abfahrt fand zwar mit etwa +10 statt, jedoch waren wir in Hannover fast wieder im Plan und der Anschlusszug hatte auch Verspätung. Auch die hatte er bis Berlin fast wieder abgebaut, und ohnehin musste ich nur noch mit der S-Bahn eine Station zur Friedrichstraße fahren und von dort nur noch wenige Schritte ins Hotel laufen, wo man mich schon erwartete.
Während der vier Tage vor Ort machte ich auch wieder Touren mit dem ÖPNV, wobei es mir endlich gelang, ein Bild von einem KISS der ODEG zu machen:
ODEG-KISS

Auch der Schöneicher-Rüdersdorfer und der Woltersdorfer Straßenbahn mit ihren mehr oder weniger historischen Triebwagen stattete ich einen Besuch ab:
Triebwagen der SRS

Triebwagen der Woltersdorfer Straßenbahn

Zur Woltersdorfer Straßenbahn zu kommen, war übrigens gar nicht so einfach, denn die S-Bahn zu deren Endpunkt Rahnsdorf war gerade wegen Bauarbeiten außer Betrieb. Also brachte mich statt der Bahn ein neckischer Kleinbus zur Straßenbahn, mit der ich dann einmal bis zur Endstation und zurück fuhr. Auf dem Rückweg gelangen mir noch Tonaufnahmen der Fahrgeräusche von zwei S-Bahn-Zügen: einem 481er, der nicht zu Unrecht als „Heulboje“ bezeichnet wird, und der letzten „Ost-Baureihe“ 485.

Die Rückfahrt am Ostermontag verlief ebenfalls problemlos. Gebucht hatte ich den Wochenendverstärker IC 1956 – eigentlich aus Kostengründen, aber dass ich die Strecke über Halle wenig bis gar nicht kannte, machte die Entscheidung leichter. Los ging es „wegen Wartens auf Fahrplanunterlagen“ mit etwa +8, die wir aber schnell wieder aufgeholt hatten. Ich genoss die Fahrt bei strahlendem Sonnenschein mit Aus-dem-Fenster-Gucken. In Seebergen zwischen Erfurt und Eisenach ließen wir interessanterweise (planmäßig?) einen ICE überholen, was unserer Pünktlichkeit keinen Abbruch tat. Offiziell hatte ich den IC bis Darmstadt gebucht, was mir trotz Umweg eine 3 min frühere Ankunft in NAH ermöglicht hätte. Ich stieg allerdings doch schon in FF aus und gönnte mir noch eine Chilibratwurst. Meinen Heimatbahnhof erreichte ich pünktlich um 22.16 Uhr und fuhr mit der Wertheimer RB nach Hause. Diese war diesmal sogar aus einem 642er gebildet, so dass ich meinen Haltewunsch in Hochschule per Knopfdruck bekannt geben konnte.

… and then nothing like out to When Lake

Nach dem übersetzten Plan von Stockholm hat jetzt die S-Bahn Berlin – passend zum Datum – auch den Berliner Netzplan ins Englische übersetzt und an einigen Stationen aufgehängt. Das Ergebnis findet sich auf den Seiten des → „Tagesspiegels“. Bei Straßen und Plätzen, die nach Personen benannt sind, wurde oft der Name einfach beibehalten, aber gerade die „Übersetzungen“ von Berliner Ortsteilen sind gut gelungen: Aus Spandau wurde „Splinter Dhow“, aus Tiergarten „Beastyard“ und aus Wilhelmshagen – haltet euch fest – „Want-Helmet’s Hedges“. Morgen mache ich mich auf den Weg nach Berlin, mal sehen, wie weit die Anglifizierung dann fortgeschritten ist 😉 . In diesem Sinne: Thank you for reading this post!

Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin

Am Wochenende war meine Reisetasche mal wieder in Berlin – diesmal allerdings in meiner Begleitung. Anlass war die Tatsache, dass die DB Einsteiger-Tickets für 69 Euro verkaufte und ich der Hauptstadt schon lange keinen Besuch mehr abgestattet hatte.
Also ging es am Freitagabend los: über Babenhausen nach Hanau, was gegenüber dem direkten Zug die Wartezeit dort ziemlich verkürzte. Bei meinem Anschluss ICE 1192 (ein ICE 2) war eine umgekehrte Wagenreihung angekündigt. Also auf den Wagenstandsanzeiger am hinteren Ende des Bahnsteigs geschaut: auf dem war die 1. Klasse hinten, also müsste es ja passen. Ach nee: freitags von Januar bis März fährt der Zug genau anders herum, also muss ich doch nach vorne. Die Ansage vor der Einfahrt bestätigte das, also losmarschiert – nur um festzustellen, dass die 1. Klasse dann doch vorne war. Wegen dieser sozusagen dreifach umgekehrten Wagenreihung musste ich nun also durch den ganzen Zug zu meinem reservierten Platz marschieren (die Reservierungsgebühr war in den 69 Euro inbegriffen). Unterwegs kam ich an diversen freien Plätzen sogar mit freiem Nebenplatz vorbei, aber es hätte ja sein können, dass meiner noch schöner ist … Dieser befand sich dann aber gegen die Fahrtrichtung neben einem anscheinend heftig erkälteten jungen Mann, der während der ganzen Fahrt kein Wort sprach. Wegen der Dunkelheit gab es draußen auch nichts zu sehen, also vertrieb ich mir die Zeit mit Lesen und Musikhören. Den später eintretenden Hunger stillte dann eine Currywurst im Speisewagen, woraufhin ich auf einen der inzwischen reichlich vorhandenen freien Doppelplätze in Fahrtrichtung umzog. Hinter Wolfsburg hielt der Zug kurz mitten in der Pampa an, wenn ich es denn richtig gesehen habe – wenn es draußen komplett dunkel ist, ist das gar nicht so einfach festzustellen. Berlin-Spandau erreichten wir dann fast pünktlich, ich stieg bereits dort in die S-Bahn, die mich zu meiner Unterkunft in der Nähe des Savignyplatzes brachte.

Die S-Bahn bestimmte dann auch den Samstag, an dem ich mich nach Osten vorarbeitete: Zuerst machte ich ein Bild von der allgegenwärtigen BR 481/482 im recht imposanten Hauptbahnhof. Dann wartete ich den EC nach Gdingen über Danzig ab, der im Sommer letzten Jahres neu eingerichtet wurde. Die Wartezeit nutzte ich bei herrlichem Sonnenschein für ein bisschen Sightseeing am Reichstag und Brandenburger Tor, zurück zum Hbf ging es dann mit der kuriosen, aber gut genutzten U 55. Nach einer Currywurst an der Friedrichstraße hieß mein nächstes Ziel dann Oberbaumbrücke, wo mir eine Aufnahme mit U-Bahn gelang. Ein Besuch am Ostkreuz, wo ich außer Reichsbahn-Zugzielanzeigern wie erhofft auch die beiden anderen noch eingesetzten S-Bahn-Baureihen 480 und 485 antraf, schloss den ÖPNV-Teil des Tages ab, der dann mit Shopping und Essengehen ausklang.

Am Sonntag widmete ich mich dann der U-Bahn, wobei es mir gelang, alle zurzeit im Einsatz befindlichen Baureihen abzulichten (Kleinprofil: A3, G und HK, Großprofil: F und H). Der „normale“ Tourismus kam mit einem Besuch am Alexanderplatz aber auch nicht zu kurz. Kurz vor meiner Abfahrt um 16.57 Uhr schoss ich noch ein Bild vom Hauptbahnhof mit allen vier Ebenen. Mein Zug fuhr pünktlich im Tiefbahnhof ab. Da ich diesmal in einem ICE 1 fuhr, hatte ich mich für ein Abteil entschieden, in dem mir nur eine Mutter mit etwa 20-jähriger Tochter und von Spandau bis Göttingen eine Frau etwa im selben Alter Gesellschaft leisteten. Auch hier lief wieder alles reibungslos, obwohl wir in Spandau den verspäteten ICE nach Köln vorlassen mussten. Diesmal machte der Zug den Umweg über Hannover, so dass ich ab dort in Fahrtrichtung saß. Meinen Umsteigepunkt FH erreichten wir pünktlich, und die 46-minütige Umsteigezeit vertrieb ich mir bei einem eher durchschnittlichen, aber sättigenden Döner. Auch im Anschluss-RE passierte außer der Anwesenheit eines jungen überkorrekten Zub nicht Besonderes, so dass auch der Umstieg in die RB nach Miltenberg gelang, die mir einen Großteil des Fußwegs vom NAH nach Hause ersparte.

Von Wustkerze bis Kurszote

Nicht nur Übersetzen von Netzplänen führt zu kuriosen Ergebnissen: Der Künstler Benny Nero hat einen Netzplan (wohl leider inzwischen nicht mehr online) von Berlin mit Anagrammen der Stationsnamen erstellt. Wenn man dann in „Pfau hat Hohn/Fehlbar erbt Hohn“ (Hauptbahnhof/Lehrter Bahnhof) angekommen ist, kann man von dort aus zum Beispiel zur „Burg Rattenloch“ (Charlottenburg) fahren. Interessanterweise lassen sich aus fast allen Namen mehr oder weniger sinnvolle deutsche oder englische Wörter basteln, nur „Lue Bevel“ (Bellevue) ergibt nicht unbedingt einen Sinn. Meine Favoriten, ohne ein Urteil über die jeweiligen Orte fällen zu wollen: „Abwassers edler Rest“ (Eberswalder Str.), „Moped Rastplatz“ (Potsdamer Platz), „Smart rasiert“ (Samariterstr.) und „Schweineöde“ (Schöneweide). Den originalen Berliner Plan gibt es → hier zum Vergleich.