Da ich am 31. Oktober weder Lust auf gruselige Verkleidungen noch auf einen Reformationsgottesdienst hatte, eiste ich mich etwas früher von der Arbeit los und bestieg in NAH einen ICE. Dort hatte ich einen Platz reserviert, was gut war, denn es war doch recht voll – zumindest bis Passau, wo ich meine Sitznachbarin, die mit mir eingestiegen war, bat, Platz zu machen und mich auf einen freien Doppelsitz setzte. Passend zum Datum fuhr ich nämlich in die österreichische Hauptstadt, wo ich (nicht ohne im Zug verkleidete Menschen zu sehen) pünktlich um 23.09 Uhr ankam und mein Hotelzimmer direkt neben dem Hauptbahnhof bezog.
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Zweimal Regen – aber nicht von oben
Schon wieder nach Tschechien führten mich die Gleise letzten Samstag: Diesmal wollte ich hauptsächlich den Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein sehen. Da die Sparpreise für die Verbindung recht teuer waren, besorgte ich mir von meinen bahn.bonus-Punkten eine Tageskarte Samstag – natürlich nur eine Woche, bevor der nötige Punktbetrag für eine kontingentierte Freifahrt temporär halbiert wurde.
Am Samstag machte ich mich früh auf den Weg. Die teuren Sparpreise spiegelten sich tatsächlich in einem recht vollen ICE wider, so dass ich bis NWH auf dem Boden saß und erst dort einen Sitzplatz ergattern konnte. In NN angekommen, machte ich noch ein Bild vom örtlichen ÖPNV

bevor ich in den ICE Richtung Wien stieg, den ich anderthalb Stunden später in Plattling wieder verließ. Meine Doppeltraktion nach Bayerisch Eisenstein bestand interessanterweise vorne aus einem Regio-Shuttle der Waldbahn-Schwestergesellschaft Trilex, die eigentlich im Dreiländereck Deutschland/Tschechien/Polen unterwegs ist. Dieser fuhr allerdings nur bis Zwiesel – dass beim Schwächen der vordere Zugteil abgehängt wird, habe ich auch noch nicht erlebt.

Um Plattling herum ist das Land tatsächlich sehr platt (und war an dem Tag entsprechend neblig), nach dem Halt in Deggendorf ging es aber bald aufwärts in den Bayerischen Wald. Die Strecke ist eingleisig, gekreuzt wurde hinter Deggendorf an einem Betriebsbahnhof ohne Verkehrshalt. Von den 180°-Kurven, die man auf der Karte sieht, merkt man im Zug nichts. In Gotteszell wartete der Anschlusszug über die erst kürzlich reaktivierte Strecke nach Viechtach, für die ich diesmal leider keine Zeit hatte. Wohl aber – aufgrund des Zweistundentakts der Wiener ICEs – für die Strecke von Zwiesel nach Bodenmais, die ebenfalls sehr idyllisch durch den Bayerischen Wald verläuft. Der Endpunkt sieht aus wie ein Kurpark, in dem zufällig ein Gleis verläuft:

Und hier ein Eindruck vom Ort vom Bahnhof aus, Zeit für einen Spaziergang hatte ich leider nicht.

Also ging es zurück nach Zwiesel, wobei der Zug unterwegs ziemlich herunterbremsen musste:

Blick auf die Stadt, im Vordergrund die Strecken nach Plattling und Grafenau

Interessanterweise gibt es an der Tür zum Führerstand ein Fotoverbot-Piktogramm. Ich hoffe, dass sich das wie die anderen Hinweise nur darauf bezieht, dass man den Tf während der Fahrt nicht stören soll und ich somit durch dieses Foto (aufgenommen während der Standzeit in Zwiesel) nicht gegen das Verbot verstoßen habe.

Dank einer Fahrzeit von etwa 20 Minuten pro Richtung kann der Zug im Stundentakt fahren, ganz im Gegensatz zur Strecke nach Grafenau, auf der es derzeit auch keine Kreuzungsmöglichkeit mehr gibt. Also musste ich auch die rechts liegen lassen und fuhr mit dem nächsten Zug (Taktknoten in NZWL immer zur vollen Stunde) weiter nach Bayerisch Eisenstein. Das Besondere an dem Bahnhof ist ja, dass die Grenze mitten durch ihn verläuft (die tschechische Seite heißt Železná Ruda-Alžbětín). Hier ein paar Eindrücke:



Tschechischer Abfahrtsplan (im deutschen Plan sind auch die tschechischen Abfahrten vermerkt, aber nicht umgekehrt). Insgesamt fahren deutlich weniger Züge als auf deutscher Seite.

Tschechischer Zug mit „Brillenschlange“


Blick in den Ort Bayerisch Eisenstein

Das Lokalbahnmuseum hatte leider an diesem Tag geschlossen, ich hätte aber auch keine Zeit gehabt



Nachdem die halbe Stunde Wendezeit des Waldbahnzugs herum war, setzte ich mich wieder herein und machte mich auf den Rückweg nach Plattling. Noch war es hell, so dass ich noch den Blick auf Fluss

und Stadt Regen genießen konnte (gibt es eigentlich außer Fulda noch mehr Städte, die an einem gleichnamigen Fluss liegen?).

Jetzt passierte nichts Besonderes mehr, der Anschluss in Plattling klappte problemlos. In Würzburg unterbrach ich meine Fahrt wieder für den Vereinsstammtisch und fuhr um 22.57 Uhr mit dem letzten ICE zurück nach NAH, der wie immer samstags aus einem ICE-T gebildet war. Er war leicht verspätet, so dass wir den RE erst in Laufach überholten. Insgesamt mal wieder eine gelungene Tour mit einer wohl recht gut ausgenutzten Tageskarte.
Nerdiger, als die Polizei erlaubt
Nachdem ich am 3. Oktober und dem Wochenende davor ausgiebig ausschlafen konnte, war ich am letzten Samstag mal wieder zum Frühaufstehen bereit. Ich hatte schon lange mal vor, die wiedereröffnete Strecke von Selb-Plößberg ins tschechische Aš zu fahren. Bei der Gelegenheit wollte ich dann Cheb (Eger) besichtigen und über Schirnding zurück fahren. Gesagt, getan, ich stieg in den Main-Spessart-Express nach Bamberg, von wo es mit dem RE nach Hof in Gestalt eines 641ers weiter ging. Ein weiterer „Wal“ hing bis Neuenmarkt-Wirsberg als Zugteil nach Bayreuth hinten dran. Ab da kannte ich auch die Strecke noch gar nicht und schaute entsprechend interessiert aus dem Fenster, auch wenn es draußen eher gemächlich voran ging. Die Endstation Hof Hbf präsentierte sich mit Oberleitung. Dass die Elektrifizierung geplant war, wusste ich, aber nicht, dass sie schon seit 2013 fertig ist … Daher war es auch kein Problem für die volkseigene Grinsekatze (© oppermad aus dem ICE-Treff), den Bahnhof anzufahren und sich auf die Rückfahrt nach Dresden vorzubereiten:

Aufgrund seiner Grenzlage zwischen Bayern und Sachsen wurde das Empfangsgebäude des Bahnhofs recht repräsentativ gestaltet:


Hier hatte ich nun eine Dreiviertelstunde Aufenthalt. Ich machte mich auf den Weg in die doch etwas weiter entfernte Innenstadt, drehte aber vorsichtshalber um, bevor ich sie ganz erreicht hatte. Mein nächster Zug war ein Lint der Oberpfalzbahn, der auf seinem Weg nach Marktredwitz die deutsch-tschechische Grenze zweimal queren sollte. Die erste Querung machten außer mir nicht viele andere Reisende mit, dafür füllte es sich dann in Aš etwas mehr. Hier wechselte das EVU offiziell auf die ČD, und es stieg auch eine Zub-in zu, die meinem Bayern-Böhmen-Ticket einen Stempel verpasste:

Zu diesem Schild hatte ich im ICE-Treff ein Rätsel gestellt, das in Rekordzeit gelöst wurde:

Bald danach trafen wir auf die elektrifizierte Strecke von Vojtanov, hielten in Františkovy Lázně (Franzensbad), von wo wir bald Eger erreichten. Dort angekommen, machte ich erst mal ein Bild vom Zug, worauf mir eine junge Dame irgendwas von „Foto mit machen“ zuraunte. Ich ignorierte sie, woraufhin sie mir in recht aggressivem Ton irgendwas nachrief – keine Ahnung, was sie wollte. Das Foto war jedenfalls nicht gut, so dass ich noch einen Nachschuss vom anderen Bahnsteig machte:

In Tschechien betreibt die SPD noch Wahlkampf, wobei sie mit der deutschen Namensbase wohl nur die Abkürzung gemeinsam hat:

Weiterhin warteten ein Schnellzug nach Prag und ein regionaler Hai nach Luby u Chebu auf Fahrgäste:


Der Star der tschechischen Schienen, den ich schon in Franzensbad gesehen hatte, zeigte sich aber wenige Minuten später:

Vor dem Bahnhof zeigten sich die Regionalbusse davon unbeeindruckt,

ebenso wie ihr weitgereister Kollege,

und auch ich machte mich nach so viel Bahnnerdtum erst mal auf den Weg in die Stadt, die tatsächlich sehr ansehnlich ist.




Meine letzten tschechischen Kronen, die ich noch von einem Prag-Kurztrip 2012 übrig hatte, wurde ich in einem sehr günstigen Hamburger-Restaurant mit sehr gut Deutsch sprechendem jungen Kellner los.
Dann hieß es schon wieder den Rückweg antreten, da ich nicht zu spät zu Hause sein wollte und es für eine eventuell abkürzende ICE-Fahrt auch keine Sparpreise mehr gab. Also noch schnell ein Bild von der 60er-Jahre-Bahnhofshalle gemacht

und wieder in den OPB-Lint, der diesmal deutlich besser gefüllt war. Witzigerweise wurde wieder direkt hinter der Grenze kontrolliert, da diesmal eine OPB-Zubin mitfuhr. A propos „hinter der Grenze kontrolliert“: Direkt nach dem Ausstieg an der Endstation Marktredwitz sprachen mich zwei Beamte der Bundespolizei an: ob sie denn mal meinen Ausweis sehen dürften? Klar. Wie lange ich denn in Tschechien gewesen sei? Zwei Stunden. Und dafür sei ich extra aus Aschaffenburg angereist? Sehr verdächtig, mitkommen. Auf dem Weg zur Wache erläuterte ich ihnen meine Beweggründe, was für sie die Plausibilität meiner Geschichte erhöhte, sie aber nicht davon abbrachte, alle meine Taschen zu durchsuchen. Zum Glück klappte das in den zehn Minuten Übergangszeit, so dass ich gerade noch den RE nach Nürnberg erwischte. Auf der Weiterfahrt konnte ich mich dann von diesen Strapazen erholen, obwohl die Neitech-Fahrt recht rasant zuging. Aber meinem Gleichgewichtsorgan macht das zum Glück nichts, und die Strecke durch das Pegnitztal ist stellenweise ja auch sehr sehenswert. Durch einen außerplanmäßigen Halt bei Hersbruck (ich vermute wegen einer BÜ-Störung) erreichten wir NN leicht verspätet, aber mir blieb immer noch genug Zeit, die neue Lounge zu testen. Als ich sie endlich gefunden hatte, fand ich sie tatsächlich sehr ansprechend eingerichtet:



Die weitere Fahrt konnte ich dann leider nur in vollen Zügen genießen, wobei zumindest der Typ, der noch breitbeiniger nicht hätte neben mir sitzen können, recht bald ausstieg. Von NWH nach NAH saß hinter mir eine Jugendgruppe, deren Betreuer die Teilnehmer fragte, was sie sich denn das nächste Mal für eine Tour wünschten. Dem Wunsch eines Mädchens nach einem Billigflug erteilte er aber aus Umweltgründen eine Absage. Dagegen ist es bei mir nun amtlich bestätigt, dass außer Idealismus auch Verrücktheit der Grund für meine Touren ist. In dem Wissen stieg ich in NAH aus und radelte durch den strömenden Regen nach Hause, um am nächsten Tag mal wieder ausgiebig auszuschlafen.
Ukončete, prosím, …
Kaum jemand, der schon einmal in Prag war, ist diesem Satz nicht begegnet. Auch mir ist er natürlich gleich bei meinem ersten Besuch 1997 aufgefallen (ich habe erst gedacht, es gäbe irgendeine Störung …). Ein Videoblog der Tagesschau stellt nun die Sprecherin hinter dem Satz vor: → Böhmische Dörfer: Die Stimme aus dem Untergrund (inzwischen offline). Viel Spaß beim Gucken!
Příští stanice: Hlavní nádraží
Angesichts des Waldes aus diakritischen Zeichen habt ihr es vielleicht erraten: Ich war mal wieder in Prag. Da beim letzten Besuch nicht viel Zeit für Sightseeing war, habe ich diesmal das lange Wochenende um den 6. Januar genutzt, um mir die tschechische Hauptstadt und ihren ÖPNV ausführlich zu Gemüte zu führen. Gebucht hatte ich Mitte Dezember und damit relativ kurzfristig, gekostet hat die reine Hin- und Rückfahrt trotzdem nur 43,50 Euro. Seit dem Verlust der Ausschreibung für den RE Nürnberg–Prag setzt die DB auf der Strecke Reisebusse ein, die (für Eisenbahnfreunde gemeinerweise) nicht nur eine Stunde schneller, sondern bei rechtzeitiger Buchung auch günstiger sind als der Zug. Allerdings musste ich für die Rückfahrt ab Nürnberg mit dem Nahverkehr Vorlieb nehmen, sonst wäre es wieder teurer geworden.
Los ging es am Freitag um 10.24 Uhr ab NAH mit dem ICE. Der Empfehlung von Hafas folgend, hatte ich reserviert, obwohl ich der Meinung war, dass das an einem Freitagmorgen, selbst wenn er teilweise Feiertag war, nicht nötig sein würde. Das bestätigte sich, und so konnte ich mir einen schöneren Platz als meinen reservierten aussuchen und die 4 Euro Aufpreis in den Wind schreiben. Anderthalb Stunden später erreichte der Zug pünktlich NN, wo ich mich schnurstracks in die Lounge begab. Wozu hat man schließlich seit neuestem eine silberne Bahncard? Auch wenn es sich um einen eher schmucklosen Raum handelt, so war es doch angenehm, ein kostenloses Getränk genießen und dabei Zeitung lesen zu können.
Nach einer halben Stunde begab ich mich auf den Bahnhofsvorplatz, wo der Bus schon bereit stand. Meine Reisetasche wollte ich ganz forsch in den Gepäckraum stellen, aber der Fahrer bat mich, erst einzuchecken, was die Busbegleiterin erledigte. Die Tasche wurde dabei mit einem Aufkleber versehen, dessen Gegenstück ich behielt.
Mein Platz war im oberen Deck des Busses, kurz hinter einer etwas lauten, aber aushaltbaren Gruppe junger Leute, die sich schnell mit der ebenfalls jungen Busbegleiterin anfreundeten. Diese verkaufte nicht nur während der Fahrt Snacks und Getränke, sondern kontrollierte auch die Fahrkarten. Auf einem Monitor wurde nach der Abfahrt ein kurzer Einspielfilm mit Sicherheits- und Servicehinweisen gezeigt. Ein sonstiges Unterhaltungsprogramm gab es aber nicht.
Aus Nürnberg fuhr der Bus auf einer schnurgeraden Ausfallstraße zur Autobahn, die von dort direkt nach Prag führt. Kurz vor der Grenze winkte uns ein Polizeiauto auf einen Parkplatz, um eine Ausweiskontrolle durchführen zu können. Da es dabei offenbar keine Probleme gab, konnten wir die Fahrt sofort fortsetzen; weitere Halte gab es nicht.
Auch auf tschechischer Seite war die Busfahrt zwar schnell, aber langweilig. Ein Farbtupfer waren nur die Reklameschilder an fast jeder Autobahnbrücke, die unter anderem auch für die Busverbindung warben. Das Ende der Autobahn am Stadtrand von Prag war schnell erreicht, so dass wir bereits um 16 Uhr und damit 20 Minuten vor Plan an unserem Endpunkt vor dem Prager Hauptbahnhof ankamen.
Dort hieß es erst einmal Geld wechseln und ein Ticket für den Nahverkehr besorgen. Das erwies sich als schwieriger als gedacht: Schalter gibt es nicht mehr, und die Automaten nehmen nur Münzen. Letztendlich kaufte ich ein Tagesticket bei einer fliegenden Händlerin, deren Angebot ich eigentlich schon abgelehnt hatte. Das Ticket sah zwar auch auf den zweiten Blick noch echt aus, aber da ich nicht kontrolliert worden bin, bleibt ein letzter Zweifel.
In den nächsten zwei Tagen erkundete ich nicht nur die Stadt, sondern da ich erstmals alleine und mit Digitalkamera ausgestattet war, auch den ÖPNV ausgiebig. Ein Foto von der Metro zu machen, erwies sich wie üblich als sehr schwierig – die Bahnsteige sind kaum länger als die Züge, und ein einfahrender Zug führt zumindest bei meiner Kamera zu verwackelten Bildern. Hier das beste Ergebnis mehrerer Versuche, entstanden in der Endstation Depo Hostivař der Linie A, die wie die Linie B noch von modernisierten Wagen aus sowjetischer Produktion befahren wird. Auf der Linie C dagegen fahren modernere M1-Wagen. Das Fotografieren derselben schob ich so lange auf, bis keine Zeit mehr war, deshalb müsst ihr mit dem Analogbild von 2007 Vorlieb nehmen. Dafür gelangen mir einige Bilder von Bussen und Straßenbahnen, die ich demnächst online stelle.
Am Sonntag morgen hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von der Goldenen Stadt, aber nicht ohne vorher im Hauptbahnhof noch einige Bilder von tschechischen Zügen gemacht zu haben. Das Innenleben des Bahnhofs hat übrigens sehr gewonnen und hat nichts mehr mit Ellis‘ gruseliger Beschreibung von 2008 gemein. Nur die historische Eingangshalle, vor der der Bus hält, könnte eine Renovierung vertragen. A propos Bus: Der stand schon bereit, wieder in DB-Lackierung, aber diesmal vom Kooperationspartner Student Agency und daher mit tschechischem Personal. Fahrer und Begleiterin sprachen aber auch sehr gut Deutsch, umgekehrt war das nicht der Fall. Übrigens gab es diesmal sogar in jedem Sitz Monitore, das „Programm“ war aber das gleiche wie auf der Hinfahrt.
Auch sonst gab es auf der Rückfahrt keine Besonderheiten. Nach der Beschwerde eines weiblichen Fahrgasts zu urteilen, soll diesmal hinten eine recht laute Gruppe gewesen sein, von der ich jedoch vorne nichts mitbekommen habe. Zufällig sah ich unterwegs auch einige Busse in die Gegenrichtung, den ersten direkt bei der Ausfahrt aus Prag. Der Blick auf die Uhr (die Fahrpläne sind symmetrisch) deutete schon auf einige Verfrühung entweder unseres oder der anderen Busse hin, und tatsächlich erreichten wir NN auch wieder 20 min vor Plan.
Statt in die Lounge führte mich diesmal der Weg zu Burger King, und der Blick danach auf die Anzeigetafel führte bei mir zu großen Augen: Für 15.42 Uhr war kein Zug nach Würzburg angegeben! Des Rätsels Lösung: Ich sollte einen Zug nehmen, der über Bamberg nach Würzburg fuhr. Dieser war nur bis Schweinfurt auf der Anzeigetafel vermerkt, da es nach Würzburg einen viel schnelleren direkten RE gibt. Anscheinend wollte Hafas einen langen Aufenthalt in NN vermeiden. Darauf kam ich aber leider erst später, sonst wäre ich doch noch in die Lounge gegangen. Sei es, wie es ist, so habe ich mal wieder die Strecke Bamberg–Würzburg gesehen. Kurios: Der Zug lief als „Franken-Thüringen-Express“, das einzig Thüringische war aber offenbar der Akzent des Zub, der die entsprechenden Ansagen machte. Der Zug wie auch der Anschlusszug ab NWH waren Doppelstockzüge mit ausreichendem Sitzplatzangebot und ohne Verspätung – ergo: weiter nichts zu erzählen, NAH pünktlich zu einer Zeit erreicht, zu der noch Busse fuhren. Zur Nachahmung empfohlen!
Gastbeitrag Prag (Rückfahrt)
Und hier Ellis‘ Bericht von der Rückfahrt:
Spent some time at KFC to get rid of the currency and have a nice place to wait for the time to go, which was a good idea. The train station there is a nightmare. In Germany, there are two kinds of train stations: The really creepy and deserted small ones with one newsagent and one bakery (if there is something at all), and then there are bigger ones which could actually tempt people to stay a little longer. I know, I am not counting the really little ones – they call them „Haltepunkte“ here, meaning something like „stop station“ rather than „train station“. But Prague is different: First of all, everything is „in the cellar“. You won’t see trains or rails from outside. So you have to find an entrance. When walking there, WE had to use some pedestrian underpass with no light, and although it was even before 7 p.m., that was creepy enough. When we stood in front of the building where the train station was supposed to be, there was a sign that said „Aufgang zu den Zügen“, another creepy underpass. We tried finding another entrance, but there was only some café. Didn’t want to risk getting lost, so we finally went through the underpass.
Then, we were in the cellar. It looked like a underground parking spot from one of those horror movies. There were some people, and that isn’t just my paranoia talking, who looked ready to mug us. It is interesting that whenever one goes to a supermarket anywhere (at least those in the inner city in bigger cities), you always end up seeing a large number of people, who are either drunk or mentally disturbed. Same for public transport. I don’t think I am too much of a sissy, but I just don’t expect that amount of strange people at a train station in the inner city in the late afternoon. When we finally went down, there was a big hall with very low ceiling. A couple of policemen kept walking around, there were some other strange figures and I was surprised to see some decent looking people actually taking a nap on one of those few benches around. I wouldn’t risk that. There was some oldfashioned display for the trains, but there was only information on train times, not platforms. Which meant that everybody kept staring at the display, waiting for information. There were a lot of announcements (I got better at understanding what they said) and finally, our train was up. We tried to make time pass quicker by visiting the newsagent, who had a fair percentage of international newspapers. We only had Euros, then, so we didn’t buy anything. Some of the Kronen before were spent on beer (the Krusovice, which looks like pils, not black and some other beer). I had bought a ticket for a compartment with 6 seats, where you are supposed to sit to sleep, but don’t have a divan bed to lie down.
However, I was the only one who had reserved a place there, which meant that there were 6 seats, 3 on each side, enough to lie down. My friend decided, after some person had started drinking beer in his compartment, that it might be nicer to join me rather than lie awake in the compartment, while the drunk was snoring. Some Czech got on and left before the border and had kendo equipment with him, which I noticed later on.
We got a little sleep, although the seats weren’t deep enough and it was rather noisy and arrived at Fulda shortly after 4. The train was supposed to leave there ten to 5, so we decided to stay there until we had to leave as cold train stations are rather boring in the morning. However, when we looked around, we were pleasantly surprised: The Newsagent had already opened half past 4 and the café/coffeeshop was about to open at around 5. So, we had some posh coffee (they even sold oreo milk shake) and some nice bakery goods (they offered breakfast meals) and waited for the train to Hanover. The ICE was nice and I got educated by listening to Annett Louisan (?), which is not really my taste (high-pitched voice and strange musical arrangement), but I really enjoyed the lyrics, so I will buy another CD, which will enlarge the number of CDs I got from female artists by a big percentage.
Had to wait at Bielefeld for a long time and finally got home at around 11:30. Didn’t do much all day except for tidying up and was really tired.
Gastbeitrag Prag (Hinfahrt)
Meine gute Freundin Ellis war letztes Wochenende mit dem Nachtzug (und meinem ebenfalls guten Freund Nils) in Prag und hat darüber (auf englisch) in ihrem Blog berichtet. Ich finde den Bericht ganz interessant, weil er mal nicht aus meinem Eisenbahnfreund-Blickwinkel geschrieben ist. Deswegen zitiere ich alle Passagen, in denen es ums Bahnfahren geht, mit freundlicher Genehmigung hier. Los geht’s mit der Hinfahrt:
Started at around quarter to 9 p.m. on Friday and took the bus to Münster Hbf, then went to Rheda-Wiedenbrück to change to Bielefeld. Waiting at Rheda-Wiedenbrück isn’t the nicest of things: I am not a big fan of big groups of drunk young men who shout. I just wanted to read my magazines and get to Bielefeld as soon as possible. Train stations aren’t really great at night: Most people taking trains at that time are drunk and really annoying. I guess it is better to take the train than drive, but I would prefer if they stayed at home.
At Bielefeld, my train to Prague was supposed to leave at around quarter to one. The train station got rather nice, they did a lot of work on it during the last couple of years. When I looked at the train times, I wasn’t so sure anymore whether this was the right train. The special thing about City Night Line trains is that you aren’t allowed to alight or get on board at each train station. This meant that people just were allowed to get on board, meaning that the train wasn’t present on the arrival sheet. As well as that, a train with the same name would have left at half past 11 that night. As I found out later on, there is one train which splits and then goes into different directions from Berlin. One part leaves for Copenhagen, one for Minsk, one for Warsaw and one for Prague. The other Prague parts of the one leaving earlier and taking the longer way are then attached to the train I took.
The train itself can hardly be called glamourous: My friend and I reserved opposite divan beds in one compartment for 4 people. The compartments themselves are really small and you only get a pillow, a clean bed sheet and a wool duvet. And it is rather smelly everywhere: A mixture of used air, sweat and alcohol. I wasn’t really relaxed to sleep there, as you can imagine. One can bolt the door of the compartment and there are curtains, too, but as the train conductor reappeared to wake people up, that wasn’t really practical.
However, our fellow travellers seemed to be pleasant, one of them got off at Berlin already, but later, WE got woken up by a German policeman, who asked the Chinese to show his passport. Behind the Czech border, the train stopped for about 3 quarters of an hour. It had been late at Bielefeld, but could make up some of the time because those trains tend to stop for very long periods of time at train stations according to plan. Apparently the locomotive was broken. That meant that we would arrive about one hour late at Prague Main Station, so we decided to get off earlier, one station before, where the maths faculty would be.
(T)Rolltreppe
Die Prager Metro ist ja nicht nur für ihr gutes Wegeleitsystem und ihre tschechischen Ansagen (Ukončete, prosím, výstup a nástup, …) bekannt, sondern auf den Linien A und B auch (ähnlich wie Moskau) für ihre langen Rolltreppen. Auf denen habe ich während der Prag-Reise einen interessanten Effekt beobachtet: Die Röhren mit den Rolltreppen sind so lang, dass einem nach einer Weile die Neigung der Röhre „normal“ vorkommt. Das wird noch verstärkt durch die Werbeplakate an den Wänden, die senkrecht zur Rolltreppe angebracht sind (also eigentlich „schief“, aus Sicht der Rolltreppenfahrer „normal“). Wenn man nun die Leute betrachtet, scheinen die total schief auf der Rolltreppe zu stehen – je nachdem, ob man nach oben oder unten guckt, scheinen sie ihren Körper extrem nach vorne oder hinten geneigt zu haben. Wer mal die Gelegenheit hat, auf so einer Treppe zu fahren: Einfach ausprobieren, man kann es schlecht beschreiben 😉 .
In die Goldene Stadt
Vom 22. bis 25. März war ich mit dem Zug in Prag. Von Aschaffenburg aus geht das recht bequem: mit dem ICE nach Nürnberg (auf dem Hinweg mit Abstecher nach Bamberg zu Nils, der auch mit dabei war), von dort gibt es einen direkten RE.
Warum die früheren IR/EC auf dem deutschen Teil dieser Strecke schon seit längerem als Regionalexpress laufen, ist mir nicht so ganz klar. Irgendwo habe ich gelesen, dass DB Regio die Züge eigenwirtschaftlich betreibt, aber leider finde ich die Quelle dazu nicht mehr.
Betrieblich läuft das ganze so ab (zumindest war es an unseren beiden Reisetagen so): Mit einer 218 und 5 (?) ehemaligen Interregio-Wagen geht es von Nürnberg bis Furth im Wald (übrigens durch eine mir bis dahin völlig unbekannte Gegend). Dort wird dann eine Doppeltraktion „Brillenschlangen“ (BR 754 der ČD) vorgespannt. Eingleisig und durch abenteuerliche Kurven geht es dann durch den Böhmerwald bis Pilsen, wo der Zug an einen tschechischen mit Ellok angehängt wird. In Prag angekommen, geht es nach einer Bahnsteigwende von etwa einer halben Stunde Dauer wieder zurück, diesmal nach München. Der Laufweg ist bis Schwandorf der gleiche, dort wird Kopf gemacht und über Regensburg nach Süden weiter gefahren.
Zurück dann das gleiche Spiel: Der Zug kommt aus München und wendet am Bahnsteig. Elektrisch bis Pilsen, dort Zugteilung. Übrigens wird weder auf dem Bahnsteig in Prag noch im Zug (auf dem tschechischen Streckenabschnitt gab es überhaupt keine Ansagen) darauf hingewiesen, dass nicht alle Wagen nach Nürnberg fahren – da hilft nur ein aufmerksamer Blick auf die Zuglaufschilder.
Die Auskunft der DB empfiehlt für diese Züge eine Reservierung – zu Recht, denn auf unserer Hin- und Rückfahrt wimmelte es von (sich teilweise stark alkoholisierenden) Schülergruppen. Auf der Rückfahrt waren dann auch noch Fußballfans unterwegs, da am Abend vorher das EM-Qualifikationsspiel Tschechien-Deutschland in Prag stattgefunden hatte. Sinnigerweise gab es auf der Hinfahrt aber gar keine Reservierungsschilder, so dass man sich seinen Platz notfalls durch Vorzeigen der Reservierung „erkämpfen“ musste. Da wiederum waren die Tschechen mehr auf Zack: Während der Bahnsteigwende in Praha hl.n. verteilte eine Eisenbahnerin die Reservierungszettel und vertrieb mit einem resoluten „Máte rezervace?“ („Haben Sie eine Reservierung?“) alle ohne eine solche von ihren Plätzen.
Fazit: Die fünfstündige Fahrt ist sicher nicht jedermanns Sache, und ohne Reservierung kann die Tour noch anstrengender werden. Davon abgesehen ist es aber eine bequeme, bahntechnisch durchaus interessante und mit 42,50 € für die einfache Fahrt zum Normalpreis auch relativ preiswerte Methode, nach Prag zu kommen.