Durchs wilde Münsterland

Am Donnerstag war ich mal wieder zum internationalen Mensa-Event „Grensa“ unterwegs, das diesmal in Südlohn-Oeding an der niederländischen Grenze stattfand. Mein ursprünglicher Plan, dafür die X80 diesmal nicht nur zum Spaß zu benutzen, wurde durch deren Zweistundentakt vereitelt. Also fuhr ich mit dem ICE nach Münster, wo der recht knappe Anschluss zur RB 63 klappte, und weiter nach Coesfeld, wo sogar noch Zeit war, einen sich sonnenden Setra auf den Chip zu bringen. Meines Wissens ist es das erste Exemplar dieses recht schicken Modells in meiner Sammlung.

Setra von Boonk Reisen am Coesfelder Bahnhof

Es ist schon witzig, wie die genutzten Verkehrsmittel immer kleiner wurden: Erst ICE, dann zweimal RB, von Ahaus dann ein Regionalbus bis Südlohn, wo ich dann in den Bürgerbus umstieg. Der heißt so, weil er von Ehrenamtlichen gefahren wird und so die Verbindung zwischen den beiden Gemeindeteilen untereinander und mit dem niederländischen Winterswijk darstellt. Der Bürgerbus fährt werktags außer samstags im Stundentakt und ist in der Fahrplanauskunft zu finden. Das Deutschlandticket gilt nicht, die Fahrt kostete aber ganze 1 Euro.

So kam ich dann tatsächlich eine Stunde früher als mit dem X80 in Oeding an. Am nächsten Tag gelang mir dann auch ein Foto vom Bürgerbus, wenn auch ohne Sonne:

Der Südlohner Bürgerbus am Rathaus in Oeding

Der Rest des Wochenendes war mehr oder weniger ÖPNV-frei, sieht man einmal davon ab, dass wir am Sonntag ein Kuriosum besichtigten: Das niederländische Dinxperlo und das deutsche Suderwick sind im Grunde ein Ort in zwei Staaten. Da die Grenze entlang der Straße verläuft, auf der der Bocholter Stadtbus fährt, hat er logischerweise auch auf beiden Seiten unterschiedliche Haltestellenmasten:

Deutscher (links im Hintergrund) und niederländischer Haltestellenmast auf dem Hellweg in Suderwick bzw. dem Heelweg in Dinxperlo

Zurück ging es dann nicht mit dem Zug, sondern es ergab sich eine Mitfahrgelegenheit bis an den Stadtrand von Bremen, wo ich direkt den Schnellbus nach Hause erwischte und so noch bei meiner Freundin vorbei schauen konnte.

Freifahrt auf der Güterbahn

Da sich die DB entschieden hatte, die Freifahrten am Tag nach einer Goldmedaille für Deutschland auf die Paralympics auszuweiten, war ich heute mal wieder in der 1. Klasse des Fernverkehrs unterwegs. Zuerst nach Hamburg, wo ich eine Stunde Zeit hatte, die ich nutzte, um an den Elbbrücken ein „anständiges“ Foto eines DT4 der Hochbahn zu machen:

Auf dem Weg dahin ergab sich auch ein Bild des nur mit einem Gitter abgesperrten „Geisterbahnsteigs“ in Hauptbahnhof Nord.

Dann machte ich mich aber auf den Weg zum eigentlichen Zweck der Reise: die Befahrung der Güterumgehungsbahn, die nämlich wegen der baubedingten Sperrung der Verbindungsbahn derzeit als Umleitung für einige Fernzüge dient. Kaum war ich mit dem EC Richtung Kopenhagen abgefahren, erfuhr ich, dass ich keinen neuen Abschnitt kennenlernen würde, denn wegen einer Streckensperrung bogen wir auf die Lübecker Strecke ab und fuhren über Bad Oldesloe nach Neumünster. Das ging auch nur, weil unser Zug außerplanmäßig noch ein dieselbetriebener IC3 ist. Auf dem eingleisigen Streckenabschnitt verpassten wir den entgegenkommenden Regionalbahnen zwar ordentliche Verspätung, kamen selbst aber einige Minuten vor Plan in Neumünster an.

Dort entdeckte ich auf dem Nachbargleis einen ICE, der wegen der Sperrung zurückgehalten worden war und als Fahrtziel Hamburg-Harburg hatte (nachdem er ursprünglich nach Stuttgart hätte fahren sollen). Dieses Ziel konnte er ja nur über die GUB erreichen, und so wartete ich geduldig, bis es nach einer halben Stunde tatsächlich weiter ging. Noch während der Fahrt wurde bekannt gegeben, dass wir statt Harburg den Hbf anfahren und der Zug dort auf einen anderen ICE nach TS wenden würde. Die Fahrgäste dorthin freuten sich – ich mich auch, denn nicht nur hatte es jetzt tatsächlich mit der Bereisung geklappt, sondern so konnte ich noch in AH beim Mexikaner essen und mich direkt eine halbe Stunde später wieder auf den Weg nach Bremen machen.

Kein Zug nach Nirgendwo

Am Wochenende ging es mal wieder mit Ole nach Schladern. Hin fuhren wir zwar im selben Zug, aber nicht zusammen, weil ich dank ProbeBahnCard und Aktionsgutschein recht günstig in der (ebenfalls ziemlich vollen) 1. Klasse reiste. Den Umsteigebahnhof Köln erreichten wir mit immerhin so viel Verspätung, dass wir die eigentlich geplante S-Bahn nicht mehr erreichten, dafür aber den RE von fast einer Stunde vorher. Der stand dann in Deutz wegen einer Signalstörung noch eine Weile herum, was uns auf dem Nachbargleis noch folgenden Anblick bescherte:

Zug der Mittelrheinbahn nach „Nirgendwo“

Zum Glück nicht nach Nirgendwo, sondern letztendlich doch noch nach Schladern führte unsere Reise, so dass wir den Zielbahnhof gegenüber dem ursprünglichen Plan mit ganz passablen etwa +15 erreichten.

Auf dem Rückweg nahmen wir ebenfalls den RE, was uns möglicherweise den Umstieg in Köln rettete. Der erfolgte in den „Female ICE“, der für eine Aktion beklebt wurde, bei der er nur mit weiblichem Personal besetzt war.

Der „Female ICE“ in Köln Hbf

Ob er das danach auch noch ist, weiß ich nicht. Ich sah zwar nur Frauen als Zugbegleiterinnen, das mag aber Zufall gewesen sein. Wie dem auch sei, jedenfalls erreichten wir, diesmal beide in der 2. Klasse, angenehmerweise Bremen pünktlich. Ole musste sich jetzt angesichts des ÖPNV-Streiks allerdings aufs Fahrrad schwingen, während ich wie immer nur einen kurzen Fußweg zurückzulegen hatte.

USA-Tagesausflug

Nicht in das Land der nicht mehr ganz so unbegrenzten Möglichkeiten, sondern nur in die benachbarte Hansestadt Hamburg führte mich meine heutige Tour. In HB erwischte ich gerade noch die RB – hatte ich gedacht, die Abfahrt verzögerte sich dann wegen der Überholung zweier ICE und der Kreuzung mit dem Gegenzug doch noch so lange, dass ich mir auch noch einen Kaffee hätte holen können. Bis AH wurde die Verspätung immerhin nicht mehr, so dass ich immerhin noch kurz zum Bäcker gehen konnte und dann die ebenfalls verspätete S5 zur Elbgaustraße erreichte.

Die verließ ich eine Haltestelle vorher in Eidelstedt, um nach mehr als 20 Jahren mal wieder A-Bahn zu fahren. Dahinter verbirgt sich ein kommunaler landeseigener Eisenbahnbetrieb, dessen Hauptstrecke von Eidelstedt nach Kaltenkirchen gerade für den S-Bahn-Betrieb ausgebaut wird. Daher endet die Linie A1 auf dieser Strecke auch schon in Ulzburg Süd, den Betrieb von dort nach Kaltenkirchen und Neumünster übernimmt die Linie A2. Die nahm ich nun – in Gestalt eines LINT – in Gegenrichtung bis zur Endstation Norderstedt Mitte.

LINT der AKN in Norderstedt Mitte

Um Bilder zu machen, ließ ich die – wegen Bauarbeiten nur alle 20 Minuten fahrende – U-Bahn sausen und hatte so unter anderem endlich Zeit für einen Kaffee, aber auch für ein Foto von diesem kuriosen Straßenschild:

Straße „Beamtenlaufbahn“ in Norderstedt

Dann machte ich aber endlich die Buchstaben aus der Überschrift komplett und fuhr mit der U1 zwei Stationen weiter bis Garstedt. Von dort gibt es nämlich einen Bus nach Poppenbüttel, von wo mir noch die S-Bahn in meiner Sammlung fehlte. Die hakte ich auch ab, nur um in Barmbek wiederum in die U-Bahn zum Hauptbahnhof umzusteigen und dort zu essen, diesmal beim Syrer.

Für die Rückfahrt liebäugelte ich mit einem ICE-Ticket, entschied mich aber doch für die verspätete RB. Für den Platz hätte sich der Aufpreis nicht gelohnt, denn davon gab es in der RB genug. Nur wäre ich mit dem ICE früher in HB gewesen. Wie sich herausstellte, sogar mit dem RE, der uns in Sottrum überholte. Aber man kann nicht ein volles Fass und eine betrunkene Ehefrau haben, wie ein italienisches Sprichwort sagt. Und ich hatte ja heute Abend nichts weiter vor, außer diesen Blogbeitrag zu schreiben.

2–4–3–3–1–2

Nein, das ist keine neue Fußballtaktik, sondern die Reihenfolge der ICE-Baureihen, die ich am verlängerten Wochenende benutzt habe: Am Samstagmittag einen ICE 2 von HB nach HH, dann weiter mit einem 4er nach FF. Den Bahnhof erreichten wir zwei Minuten vor Plan, so dass ich gerade noch am selben Bahnsteig Anschluss an den ICE nach NAH hatte, der eigentlich schon weg sein sollte, gefahren wie alle Züge auf dieser Linie von einem ICE 3. Die einzige größere Verspätung an diesem Wochenende hatte dann der Bus, mit dem es weiter nach Goldbach ging.

Von dort machte ich mich heute Mittag auch auf den Rückweg, mit einem Abstecher an meinen ehemaligen Arbeitsort. Dann hieß es wieder ICE fahren, natürlich zunächst wieder mit einem 3er. Der Umstieg in NWH erfolgte dann in einen 1er statt des geplanten 4er, womit ich alle nummerierten ICE-Baureihen auf einer Reise durch hatte. Weitere Gelegenheit hätte es dazu auch nicht gegeben, denn die letzte 2 bezieht sich nicht auf einen ICE, sondern einen IC, mit dem ich die Hansestadt pünktlich erreichte.

Karten und Statistiken von viaduct

Ein Freund hat mir die Seite →viaduct.world empfohlen, auf der man alle seine Bahnreisen loggen kann. Soweit ich das sehe, handelt es sich um ein Projekt aus Österreich, das sich durch Spenden und den Verkauf von Merchandising-Artikeln finanziert. Ich habe mich mal daran gemacht und meine wichtigsten Fahrten dort eingegeben. Das Resultat ist zuerst einmal eine → Karte mit allen von mir befahrenen Bahn- und Fährstrecken.

Außerdem kann man die Karten zu den einzelnen Reisen teilen, was ich unter den jeweiligen Blogbeiträgen und den Reiseberichten gemacht habe.

Nicht direkt teilen kann man den Anteil der Strecken, die man in den jeweiligen Ländern befahren hat. In Deutschland sind das immerhin 64 % (20937 km). Noch einen größeren Anteil erreiche ich in Luxemburg mit 80 % – nicht unbedingt überraschend, da das nur 176 Kilometern entspricht und ich das Land unter anderem im Rahmen meiner Diplomarbeit mehrmals besucht habe. Deutlich überraschender ist auf Platz 3 mit immerhin 56 % Norwegen. Aber dort ist das Netz relativ dünn, und bei meinen nur zwei Besuchen dort habe ich unter anderem mit der Bergen- und der Nordlandbahn schon zwei sehr lange Strecken befahren, insgesamt 2166 km. Weit abgeschlagen folgen dann mit 33 % – trotz meiner ausgiebigen Rundfahrt 2006 – die Schweiz (1670 km) und Dänemark mit 32 % (799 km).

Auch nicht direkt teilen kann man andere Statistiken, wie etwa die geografischen Extreme, die ich bisher selber in unregelmäßigen Abständen in den Rekorde-Beiträgen ermittelt habe. Seit dem letzten Beitrag unverändert sind das im Norden Narvik, im Süden und Westen Emeryville bei San Francisco und im Osten der Bahnhof am Moskauer Flughafen Domodedovo. Davon habe ich allerdings nur Narvik auf einer durchgehenden Bahnreise erreicht, in den anderen Himmelsrichtungen wären dann die Extreme im Westen und Süden Cascais bei Lissabon und im Osten Constanța am Schwarzen Meer.

Die längste ununterbrochene Fahrt war, anders als ich 2018 behauptet habe, mit (planmäßig) 17:40 Stunden und 1293 Kilometern die von Salt Lake City nach Emeryville im Jahr 2016. In der Realität waren wir sogar etwa eine Stunde früher da als geplant, was die Fahrt trotzdem zur längsten macht. Die schnellste Fahrt, zumindest soweit sie von mir erfasst wurde, ging am 19. September 2015 von Frankfurt Flughafen nach Siegburg/Bonn, also genau von Anfang bis Ende der KRM, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 226 km/h. Dicht dahinter, neben zwei Fahrten auf derselben Relation, die Fahrten von Barcelona nach Madrid mit 220 km/h und von Paris nach Karlsruhe mit 209 km/h.

Nicht in viaduct erfasst habe ich Verspätungen, weil ich darüber keine genauen Aufzeichnungen habe. Für die größte De-facto-Verspätung dürfte es aber einen neuen Rekord geben, wieder aus dem Ausland: Im Juli diesen Jahres fiel der erste von nur drei täglichen Zügen von Haparanda nach Boden aus, so dass ich mein Tagesziel Stockholm mit über zehn Stunden Verspätung erreichte. Über die „alltäglichen“ Verspätungen der deutschen Bahnen führe ich ja (zumindest soweit es sich um etwas größere Entfernungen handelt) weiterhin hier Buch und werde euch natürlich auf dem Laufenden halten.

Über Ägypten und Israel nach Riesa

Nach acht Jahren habe ich gestern endlich mal wieder meine Schulfreundin Melanie besucht, die mittlerweile in der Nähe von Riesa wohnt. Die Anreise dorthin ist im Prinzip recht einfach: Mit ICE oder IC gen Südosten und Umstieg in Leipzig oder Hannover. Letzteres hatte ich für die Hin- und Rückfahrt vorgesehen. Nach dem Umstieg in den IC nach Dresden querte dieser zu meiner Überraschung das ganze Gleisvorfeld und verließ HH Richtung Süden. Es stellte sich heraus, dass es bei Peine eine Signalstörung gab und wir daher über HHI umgeleitet wurden. Das gab uns gut +20 mit, die sich bis Riesa auf +15 reduzierten. Interessant waren in HBS die Züge, die dort für das Siemens-Werk abgestellt waren, in seltener Einigkeit standen welche für Ägypten, Israel und der bisher nur teilweise zugelassene ICE L quasi nebeneinander.

Zug für Ägypten in Braunschweig Hbf
Zug für Israel bei Braunschweig Hbf
ICE L (links) und Zug für Ägypten bei Braunschweig Hbf

Auf der Rückfahrt fuhr kurz vor meinem IC der der Gegenrichtung ein, der stolze 100 Minuten Verspätung hatte. Mein Zug war dagegen pünktlich, die Madgeburg-Fans im Unterdeck waren gesittet und ab Leipzig konnte ich auch mit freiem Nebenplatz sitzen. Nichts deutete darauf hin, dass es die Umleitung zwischen HBS und HH noch geben würde, da bremste der Zug in Groß Gleidingen doch ab, und der Tf rief das Zugpersonal. Das teilte uns dann mit, dass wir HH mit +30 erreichen würden, was ich aufgrund der Erfahrungen von der Hinfahrt für etwas überzogen hielt. Genauso war es dann auch: Es waren etwa +20, und die meisten Anschlusszüge waren ohnehin verspätet, unter anderem wegen Personen im Gleis in der Nähe des Bahnhofs. So auch meiner, der bereitgestellt wurde, als er schon längst von der Anzeigetafel verschwunden war. Die Abfahrt verzögerte sich dann aber noch, bis auch das Personal aus dem Hauptzug aus München kam, von dem mein Zug eigentlich der Flügelzug war. So erreichte ich HB mit etwa +50.

Das letzte Kleinod

Am Abend, bevor ich mit Ole unterwegs war, ging ich einem Tipp von ihm nach und besuchte eine ganz besondere Theatervorstellung: Die Theatergruppe „Das letzte Kleinod“ besitzt nämlich einen eigenen Zug, mit dem sie von ihrem Heimatbahnhof Geestenseth (an der Strecke Bremerhaven–Buxtehude) aus durch Deutschland fährt. Passend zu meinem Bürotag war der Zug an diesem Mittwoch am Güterbahnhof Linden in Hannover zu Gast. Das Stück hatte auch mit Logistik zu tun, es wurden nämlich Erlebnisse von Binnenschiffern, die diese in Interviews erzählt hatten, szenisch dargestellt. Dazu wurde das Publikum in sechs Gruppen eingeteilt, die im Wechsel durch die Waggons geführt wurden, wo jeweils eine Person spielte. Auf diese Weise kam ich auch mal in den Genuss, in einem Schiebewandwagen zu sitzen. Dieser hier war mit Papier und Zellulose dekoriert:

„Bühnenbild“ aus Papierrolle und Zelluloseplatten in einem Schiebewandwagen

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich das Ganze auch einmal anzusehen: Auf der → Website des Theaters gibt es Infos zum aktuellen und weiteren Stücken.

Der Theaterzug im Bahnhof Hannover-Linden

Nicht mal Bonuspunkte in Flensburg

Unseren Urlaub Anfang Mai konnten wir mit einer reinen Nahverkehrsfahrt antreten: mit dem RE 4 nach AH, wo wir eine Stunde Aufenthalt hatten und dabei praktischerweise am selben, breiten und nicht stark frequentierten Bahnsteig bleiben konnten. Dann ging es weiter mit dem drei Nummern höheren RE, der in Neumünster geteilt wird: der hintere Teil nach Kiel, der vordere an unseren Zielbahnhof Flensburg. Von dort empfiehlt sich zumindest mit eingeschränkter Mobilität der Bus in die Innenstadt, wo sich nicht allzu weit von ZOB und Förde unsere Ferienwohnung befand.

Wie es sich gehört, machten wir die meisten Ausflüge während des Urlaubs auch mit dem ÖPNV, unter anderem in den Nachbarort Harrislee, wo sich nicht nur dänische Supermärkte befinden, sondern auch der vorletzte Bahnübergang vor dem Nachbarland:

Bahnübergang Industriestraße in Harrislee

Einen Ausflug über die Grenze machten wir selbstverständlich auch: Mit dem dänischen IC ging es nach Kolding, das ich bisher nur als HUB-Standort meines früheren Arbeitgebers kannte. Die Stadt selber ist aber auch sehenswert, zumindest für einen Tagesausflug. Interessant ist, dass die dänischen IC (bis auf einen EC von/nach Prag) die einzigen „Fern“züge sind, die Flensburg anfahren. Die EC Hamburg–Kopenhagen, die seit dem Umbau der Vogelfluglinie über Jütland fahren, biegen ohne Halt in Flensburg-Weiche ab und fahren so knapp am Bahnhof vorbei. Um die sehenswerte Eingangshalle des 1927 eröffneten Gebäudes zu betrachten, muss man also umsteigen:

Eingangshalle des Bahnhofs Flensburg

Am letzten Tag war ich alleine in die andere Richtung unterwegs, um ein paar Bilder von einem der imposantesten Bauwerke Norddeutschlands zu schießen: der Rendsburger Hochbrücke. Aufgrund der Tageszeit ergaben sich gute Bilder nur mit Baustofflager im Vordergrund, aber das hat ja auch seinen Reiz:

Rendsburger Hochbrücke vom Kanalufer aus
Rendsburger Hochbrücke mit Kopenhagen-EC
Rendsburger Hochbrücke über Wohnbebauung

Auch dieser Urlaub ging einmal zu Ende, und dafür hatten wir einen Weg gefunden, den meist recht vollen Hamburger Hauptbahnhof zu umgehen, der mir dann doch noch Bonuspunkte brachte: Wir fuhren mit dem RE 7 nur bis Neumünster und stiegen dort in den aus Kiel kommenden ICE um, wie üblich in einen der letzten Wagen. Was wir nicht bedacht hatten: AK ist Kopfbahnhof, und so war es dort natürlich deutlich voller als weiter vorne. Mit einem Wagenwechsel wurde es dann etwas entspannter, und Verspätung zogen wir uns bis zu unserem Heimatbahnhof auch keine mehr zu, so dass der Urlaub genauso angenehm zu Ende ging, wie er gewesen war.

Frohe Weihnachten!

Dieses Jahr kann ich euch sogar mit einem bahnbezogenen Bild frohe Feiertage wünschen: Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) hat einen Wagen der ältesten noch gelegentlich im Einsatz befindlichen Baureihe GT8N als Weihnachtsbahn eingerichtet und setzt ihn auf der Linie 8 ein, die derzeit wegen der Sperrung der Bürgermeister-Smidt-Brücke nur zwischen Kulenkampffallee und Domsheide pendelt. Kurz davor lichtete ich den Wagen gestern am Brill ab:

BSAG-Weihnachtsbahn am Brill

Mitgefahren bin ich auch schon, wenn auch rein zufällig auf dem Weg zum Bahnhof:

Innenansicht der BSAG-Weihnachtsbahn

In diesem Sinne: Kommt gut über die Feiertage und ins neue Jahr! Bei mir stehen auch wieder einige Zugfahrten an, über die ich dann natürlich berichten werde.