Train-Freitag mit Ryanair auf Schienen

Den gestrigen Tag haben wieder viele genutzt, um mit möglichst lauten Autos herumzufahren. Ich habe mich stattdessen meinem Lieblingsverkehrsmittel gewidmet und relativ spontan beschlossen, mit dem GoVolta zu fahren, einem neuen privaten Fernzug, der Amsterdam und Hamburg bzw. Berlin verbindet. Derzeit fährt er beide Strecken nur je dreimal pro Woche, so dass man mit einer Zuggarnitur auskommt. In beiden deutschen Städten fährt man nicht bis zum jeweiligen Hauptbahnhof, sondern Endstation ist in Harburg bzw. Gesundbrunnen.

Nach einigem Überlegen buche ich die Route Hamburg-Harburg – Hengelo: Harburg, obwohl der Zug auch in Bremen hält, um dort ein gutes Foto machen zu können, und Hengelo, um die Kluskurve mitzunehmen, auf der er den Osnabrücker Hauptbahnhof umfährt. GoVolta scheint das Konzept von Billigfliegern übernommen zu haben, nachdem im günstigen Preis nur das Nötigste enthalten ist und alle weiteren Leistungen extra kosten. So ist in den 45 Euro für meine Fahrkarte zwar die verpflichtende Sitzplatzreservierung enthalten, ich zahle aber noch mal 12,50 Euro extra, um mir einen Platz (in dem Fall am Fenster) aussuchen zu können. Bei der Buchung erhalte ich nicht direkt die Fahrkarte, sondern eine Reservierungsbestätigung mit einem Link zum Check-in, den ich spätestens vier Stunden vor der Abfahrt durchführen muss. Erst danach erhalte ich einen QR-Code, den ich bei der Kontrolle im Zug vorzeigen muss.

Als ich am Karfreitag am Bahnhof ankomme, erwische ich noch die RB, die eigentlich eine Stunde vorher fahren sollte – das Stellwerk in Tostedt war gestört. Jetzt läuft der Betrieb aber wieder an, und so überholt uns der GoVolta unterwegs. In Harburg angekommen, gelingen mir tatsächlich recht gute Bilder vom Zug:

Die Wagen sind ehemalige belgische mit Vis-à-vis-Sitzanordnung, die man innen anscheinend nahezu unverändert gelassen hat. Die 1.-Klasse-Wagen heißen jetzt Comfort und die der 2. Klasse Economy. Die Economy ist auch tatsächlich recht gut besetzt. In meiner Vierergruppe sitzt aber praktischerweise sonst niemand.

Der eine Sitz mir gegenüber hat schon deutlich bessere Zeiten gesehen, aber das scheint nicht repräsentativ zu sein.

So geht die Fahrt relativ gemächlich los. In Sottrum gehen diesmal wir in die Überholung, um sage und schreibe den RE, den ICE und den Flixtrain vorbeizulassen, und erreichen HB trotzdem pünktlich. Vor HO wird es dann spannend, denn hier biegen wir in den Vorbahnhof und dann auf die Kluskurve ab, die die beiden Ebenen des Turmbahnhofs direkt verbindet. Ein Halt im Bahnhof ist dadurch nicht möglich. Auch in Rheine halten wir nicht, und der nächste Halt in Bad Bentheim scheint nur dem Lokwechsel zu dienen, denn eine Fahrkarte dorthin buchen konnte man nicht. Hier kommen wir stolze 20 Minuten vor Plan an, so dass wir den ICE vorbeilassen müssen. Dadurch kann auch die Bentheimer Eisenbahn nur verspätet einfahren, die RB nach Bielefeld wartet aber den Anschluss ab.

Bad Bentheimer Bahnsteigbild: ICE und GoVolta

Mein Zug bekommt jetzt die Nase gebrochen, also eine niederländische Lok im „Nez-cassé“-Design vorgespannt.

Die kurze Weiterfahrt nach Hengelo nutze ich noch für ein Bild der Toilette, die unten offen ist und daher ein Hinweisschild hat, das ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Sonst ist sie aber einigermaßen sauber und funktionstüchtig.

Dann ist mein Zielbahnhof erreicht. Ich steige aus dem Zug, der hier nur zum Ausstieg hält, und nutze die Stunde Aufenthalt für einen Bummel durch die Stadt, bei der natürlich auch ein Besuch bei Albert Heijn nicht fehlen darf. Zuerst wirkt die Stadt recht ausgestorben, was aber nicht am Karfreitag liegt (der hier auch gar kein Feiertag ist), sondern an der Uhrzeit. Der Supermarkt hat auch noch offen, und am Rathaus ist die Gastronomie gut gefüllt. Ich nutze sie ebenfalls für eine Pokébowl.

Pannenhilfe alleine scheint nicht zu reichen
Der Rathausturm von Hengelo

Den Rückweg trete ich komplett mit dem Deutschlandticket an, da das nur unwesentlich länger dauert als mit dem Fernverkehr. In Diepholz überholt meinen RE 9 der verspätete ICE, der um diese Uhrzeit auch hier hält. Da ich aber maximal eine Viertelstunde sparen würde, verzichte ich auf den Umstieg und erreiche so gegen Viertel vor elf wieder meinen Heimatbahnhof.

Durchs wilde Münsterland

Am Donnerstag war ich mal wieder zum internationalen Mensa-Event „Grensa“ unterwegs, das diesmal in Südlohn-Oeding an der niederländischen Grenze stattfand. Mein ursprünglicher Plan, dafür die X80 diesmal nicht nur zum Spaß zu benutzen, wurde durch deren Zweistundentakt vereitelt. Also fuhr ich mit dem ICE nach Münster, wo der recht knappe Anschluss zur RB 63 klappte, und weiter nach Coesfeld, wo sogar noch Zeit war, einen sich sonnenden Setra auf den Chip zu bringen. Meines Wissens ist es das erste Exemplar dieses recht schicken Modells in meiner Sammlung.

Setra von Boonk Reisen am Coesfelder Bahnhof

Es ist schon witzig, wie die genutzten Verkehrsmittel immer kleiner wurden: Erst ICE, dann zweimal RB, von Ahaus dann ein Regionalbus bis Südlohn, wo ich dann in den Bürgerbus umstieg. Der heißt so, weil er von Ehrenamtlichen gefahren wird und so die Verbindung zwischen den beiden Gemeindeteilen untereinander und mit dem niederländischen Winterswijk darstellt. Der Bürgerbus fährt werktags außer samstags im Stundentakt und ist in der Fahrplanauskunft zu finden. Das Deutschlandticket gilt nicht, die Fahrt kostete aber ganze 1 Euro.

So kam ich dann tatsächlich eine Stunde früher als mit dem X80 in Oeding an. Am nächsten Tag gelang mir dann auch ein Foto vom Bürgerbus, wenn auch ohne Sonne:

Der Südlohner Bürgerbus am Rathaus in Oeding

Der Rest des Wochenendes war mehr oder weniger ÖPNV-frei, sieht man einmal davon ab, dass wir am Sonntag ein Kuriosum besichtigten: Das niederländische Dinxperlo und das deutsche Suderwick sind im Grunde ein Ort in zwei Staaten. Da die Grenze entlang der Straße verläuft, auf der der Bocholter Stadtbus fährt, hat er logischerweise auch auf beiden Seiten unterschiedliche Haltestellenmasten:

Deutscher (links im Hintergrund) und niederländischer Haltestellenmast auf dem Hellweg in Suderwick bzw. dem Heelweg in Dinxperlo

Zurück ging es dann nicht mit dem Zug, sondern es ergab sich eine Mitfahrgelegenheit bis an den Stadtrand von Bremen, wo ich direkt den Schnellbus nach Hause erwischte und so noch bei meiner Freundin vorbei schauen konnte.

Fast 100 % gegeben (3/3)

Am Sonntag ging es leider schon wieder auf den Heimweg aus Luxemburg. Als krönenden Abschluss hatte ich mir aber noch vorgenommen, die Nordstrecke bis Lüttich zu befahren. Am Bahnhof Luxemburg habe ich noch ausreichend Zeit, eine Doppelstockgarnitur von der Seite des Steuerwagens auf den Chip zu bringen.

Bis Kautenbach (bzw. theoretisch von meiner Reise 2006 bis Clervaux) kenne ich die Nordstrecke ja schon. Beim Halt in Kautenbach mache ich noch aus dem Zug ein Bild vom Bahnhof. Auf den neueren Bahnhofsschildern steht der französische Ortsname (den man in der Fahrplanauskunft und auf Landkarten findet) oben, darunter der luxemburgische. Auf den älteren Schildern steht nur der französische. Übrigens sind im luxemburgischen Menü der CFL-Fahrkartenautomaten auch die Ortsnamen in Frankreich in dieser Sprache angegeben. So musste ich am Vortag erst mal darauf kommen, dass ich eine Fahrkarte nach Diddenuewen brauche.

Die Fahrt geht weiter zum Grenzbahnhof Troisvierges, bei dem man auch nicht unbedingt darauf kommt, dass die Namen Ulflingen und Ëlwen denselben Ort bezeichnen. Hier haben wir einige Minuten Aufenthalt, und das Personal wechselt. Dann geht es weiter durch recht einsame, verschneite Landschaft über die Grenze. Bald wird es bergig, und wir folgen dem Lauf verschiedener Flüsse: OpenStreetMap meint, es sei erst der Glain, dann die Salm und dann die Amblève. In Rivage, wo wir auch auf die Strecke aus Marloie treffen, fließt die Amblève wiederum in die Ourthe.

Wildromantische Landschaft

Nach insgesamt knapp drei Stunden Fahrzeit erreichen wir Lüttich. Hier fließt wiederum die Ourthe in die Maas, die neben der Bahnstrecke von einer imposanten Straßenbrücke überquert wird.

Dann ist der Bahnhof Liège-Guillemins erreicht. Durchgefahren bin ich hier schon oft, aber jetzt habe ich endlich mal Zeit, die Architektur zu bewundern und für meine Sammlung zu verewigen.

Bahnhofshalle von Liège-Guillemins. In der Mitte der Desiro ML, mit dem ich aus Luxemburg gekommen bin.

Von hier wäre der schnellste Weg mit dem Eurostar (ex Thalys) nach Köln gewesen. Da alleine diese Strecke aber schon 60 Euro nicht stornierbar gekostet hätte, fahre ich lieber mit dem Nahverkehr weiter. Das ist zufällig der LIMAX, mit dem ich sowieso schon immer mal fahren wollte.

Der Zug ist recht voll, aber am Ende findet sich noch ein Platz für mich. Diesmal sitze ich auf der anderen Seite, wo es auch eine schöne Maasbrücke gibt:

Parallel zur Maas fahren wir dann auch über die niederländische Grenze, damit der Dreiländerzug seinem Namen auch gerecht wird. In Maastricht biegen wir auf die Strecke nach Heerlen ab, die durch die Gegend führt, in der die Niederlande ihrem Namen am wenigsten Ehre machen. Inzwischen ist der Zug so leer geworden, dass ich einen Vierer für mich habe. Kurz vor Herzogenrath passieren wir unbemerkt für mich die Systemwechselstelle zum deutschen Stromnetz und die Staatsgrenze. Gleich darauf muss ich auch schon umsteigen.

Mein nächster Zug ist der RE 4 nach Düsseldorf. Der ist erfreulicherweise pünktlich und auch recht leer. Und sogar die Sauberkeit, von der ich in Luxemburg so angetan war, ist auch hier zu bewundern. In Düsseldorf steige ich aus und esse erst mal beim Frittenwerk. Eigentlich ist der Plan, mit dem RE 2 nach Osnabrück zu fahren und je nach Verkehrslage auf dem letzten Stück vielleicht noch mit dem ICE abzukürzen. Nun ist die Verkehrslage aber so, dass der RE ausfällt. Also kaufe ich mir ein Ticket für den ICE, verbringe die restliche Zeit in der Lounge und fahre dann mit dem ICE nach Hause. Der ist erfreulicherweise bis kurz vor dem Ziel pünktlich und fährt (bzw. steht) sich erst in Bremen-Hemelingen etwa +10 ein. So geht die Tour auch auf dem deutschen Streckenabschnitt recht erfolgreich zu Ende.

Auch für die „Route Coverage“ bei Viaduct war die Tour erfolgreich: Ich habe jetzt 95 % des Streckennetzes befahren. Außer der Strecke nach Longwy fehlt jetzt nur noch die Museumseisenbahn → „Train 1900“, die von Pétange in Richtung der französischen Grenze führt.

Zäher Kundenservice? Dat kunnen wij ook

Wie geschildert, bin ich ja im März bei einem SEV-bedingten Umstieg in den Niederlanden nicht durch die Sperre gekommen und hatte mir daher kurzerhand ein Ticket zum nächsten Halt meines Zuges gekauft. Dieses hatte ich dann zur Erstattung eingereicht, wobei es mir weniger ums Geld ging als darum, auf dieses verbraucherunfreundliche System hinzuweisen.

Das Servicecenter Fahrgastrechte verwies den Fall natürlich an die NS, und denen musste ich mein Problem erst mal in einer langen Mailkorrespondenz (laut Unterschrift immerhin mit der Leiterin des Kundenservice) erklären: Nein, es geht nicht um eine Verspätung, ja, ich habe versucht, an die Infosäule zu gehen, nein, es geht mir weniger ums Geld als ums Prinzip.

Letztendlich habe ich die NS dazu bewogen, mir das Geld zurückzuerstatten. Für das nächste Mal haben sie mir empfohlen, einfach mit einer kontaktlosen Kreditkarte einzuchecken, durch die Sperre zu gehen und dann wieder auszuchecken, ohne herauszugehen. Dann sollen keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Somit ist das Problem zumindest für mich gelöst. Sollte der eine oder andere von euch in eine ähnliche Situation kommen, wisst ihr jetzt, was ihr tun könnt. In diesem Sinne: Goede reis!

Verspätungen? Dat kunnen wij ook

Am verlängerten Wochenende war ich mal wieder in den Niederlanden, genauer in Seeländisch-Flandern. Das ist durch die Westerschelde vom Rest der Niederlande getrennt und daher nicht mit dem Zug zu erreichen. Mein Ziel auf der Schiene hieß daher Vlissingen, wo die Fähre über die Westerschelde praktischerweise direkt neben dem Bahnhof abfährt. Aber davor hatten die Götter eine sechseinhalbstündige Bahnfahrt gesetzt, die sich dann noch um eine halbe Stunde verlängerte: Dass der Vierminutenanschluss in Deventer vom deutschen auf den niederländischen IC (der ein besserer Regionalexpress ist) nicht klappen würde, hätte ich mir wirklich denken können. Interessant fand ich allerdings die Begründung für die Verspätung:

„Stau/hohes Verkehrsaufkommen“ als Verspätungsbegründung

Sicher wird diese Begründung auch wieder für Gelächter sorgen, vielleicht können damit aber mehr Menschen etwas anfangen als mit „Verzögerungen im Betriebsablauf“. Jedenfalls war es verfrüht, nur auf die DB zu schimpfen, denn wie ich dem Navigator entnehmen konnte, endete mein verpasster Anschlusszug außerplanmäßig in Arnheim, so dass ich so oder so später gekommen wäre. Immerhin kam ich zu einer Uhrzeit in Vlissingen an, zu der auch jetzt in der Nebensaison die Fähre alle halbe Stunde fährt, so dass ich nicht noch mehr Zeit verlor. Für den Rest der Strecke zu meiner Unterkunft blieb dann allerdings nur eine Mitfahrgelegenheit, denn der ÖPNV in Zeeuws Vlaanderen ist leider sehr bescheiden.

Zurück am Sonntag lief zunächst das gleiche Spiel umgekehrt: Mit dem Auto nach Breskens, dann mit der Fähre nach Vlissingen und dann mit dem Zug weiter. Der endete an diesem Tag allerdings baubedingt in Bergen op Zoom. Von dort sollte es vor dem Bahnhof mit dem SEV weitergehen, der zur planmäßigen Zeit allerdings nicht auftauchte. Letztendlich kamen die beiden Reisebusse mit etwa +15, und da ich in Roosendaal, wo es wieder in den Zug gehen sollte, nur etwas mehr als 5 Minuten Übergangszeit hatte, war der Anschluss weg. Da ich ohnehin aber eine halbe Stunde Puffer in der Verbindung hatte, bedeutete das zum Glück aber keine spätere Ankunftszeit in Bremen. Der größere „Klopper“ war allerdings, dass mich die Sperre am Bahnhof Roosendaal, die ich ja nun passieren musste, nicht durchließ. Ein Mensch war weder vor Ort noch über die Infosäule zu erreichen, so dass ich mir notgedrungen ein Ticket bis zum nächsten Halt des Zuges kaufte und das selbstverständlich noch am selben Abend zur Erstattung einreichte. Nun lief die Fahrt aber wieder wie am Schnürchen, auch wenn ich durch die Ersatzverbindung noch einmal mehr umsteigen musste – drei Minuten in Deventer wären selbst für die Niederlande zu kurz, so dass mich der Navigator auf den kürzeren Weg über Zutphen und Hengelo schickte. In Osnabrück war noch genug Zeit zum Essen, erst recht, weil der EC 8 den Weg durchs Ruhrgebiet wenig überraschend nicht ohne Verspätung überstanden hatte. So erreichte ich dann meinen Heimatbahnhof mit +15, was bei einer insgesamt achtstündigen Fahrt mit mehreren knappen Umstiegen dann gar nicht so schlecht ist.

Generell scheinen diese in NL aber durchaus besser zu funktionieren, auch wenn nicht nur ich von Problemen dort berichten kann. Als Gründe für die höhere Stabilität vermute ich vor allem, dass der Verkehr gleichmäßiger läuft: Neben dem erwähnten IC gibt es meist nur den sogenannten Sprinter, der an allen Haltestellen hält und deutlich weniger Güterverkehr. Außerdem haben die langlaufenden Züge an den größeren Bahnhöfen immer wieder mehrere Minuten planmäßigen Aufenthalt, während denen sich häufig die Züge verschiedener Richtungen zu einem „Rendezvous“ treffen. Dank Weichenverbindungen in der Mitte der Bahnsteige können sie dabei einander umfahren, und die Fahrgäste haben gleichzeitig kurze Wege. Beispielsweise der Bahnhof in Hengelo kommt dadurch mit einem einzigen sehr breiten Bahnsteig aus. Obwohl also nicht alles gelaufen ist wie geplant, machen unsere westlichen Nachbarn in Sachen Bahn so einiges richtig.

Wochenrückblick

Die vergangene Woche hatte ich mir kurzfristig freigenommen und nutzte sie für eine Reihe von Tagesausflügen:

Am Samstag fuhr ich mit meiner Freundin nach Marl. Die Hinfahrt verlief bahnseitig problemlos, nur ein mitteilungsbedürftiger Mitreisender im RE 2 nervte etwas. Mit dem jetzt viertelstündlich fahrenden SB 25 erreichten wir meine Heimatstadt pünktlich, so dass wir Freunde treffen und ich meine alten Wirkungsstätten zeigen konnte. Zurück fuhren wir genauso, wobei der RE 2 diesmal mit +20 abfuhr und kurz hinter EMST wegen Personen im Gleis erst mal stehen blieb. Weiter ging es dann im Schritttempo und nur bis Lengerich, woraus wir messerscharf schlossen, dass wir freie Platzwahl in der nachfolgenden RB haben würden, wenn wir schon in Ostbevern umstiegen. Das funktionierte auch tadellos, so dass wir HO letztendlich mit knapp zwei Stunden Verspätung erreichten. Als Ticket nutzten wir ein SchönerTagTicket NRW.

Montag fuhr ich endlich mal wieder in die Niederlande, was möglicherweise meinen einzigen Auslandsaufenthalt dieses Jahr darstellt. Als Ziel hatte ich mir Oldenzaal ausgeguckt, das von HO direkt durch die Eurobahn angefahren wird und somit trotz des DB-Lokführerstreiks an diesem Tag problemlos erreichbar war. Nachdem ich die eher kleine Stadt erkundet hatte, fuhr ich mit dem „Twents“-Bus von Keolis weiter ins noch kleinere Denekamp. Von dort wollte ich eigentlich mit dem Bürgerbus über Nordhorn zurück. Nachdem der aber zur fahrplanmäßigen Zeit nicht auftauchte, eilte ich wieder zur Haltestelle des „Twents“ und fuhr auf dem gleichen Weg zurück, was problemlos klappte (auf der Hinfahrt hatte die RB etwa +10 gehabt). Für die Bahnfahrt nutzte ich Einzelfahrten des Niedersachsentarifs, die Busfahrten bezahlte ich einzeln beim Fahrer (keine Barzahlung möglich und teurer als mit OV-chipkaart).

Am Dienstag machte ich einen Ausflug zum Attersee, natürlich nicht dem in Österreich, sondern dem gleichnamigen Baggersee in Osnabrück. Praktischerweise fährt dorthin direkt vor meiner Haustür eine Buslinie, allerdings nur unter der Woche mit wenigen Kursen. Die dienen auch eher der Bedienung des dort liegenden Industriegebietes als des Sees, der im Wesentlichen aus einem Campingplatz mit gebührenpflichtigem Eintritt besteht und als Ausflugsziel daher eher uninteressant ist. Immerhin lernte ich aber durch die Fahrt meine neue Heimatstadt noch besser kennen. Für die Fahrt mit den Osnabrücker Bussen nutze ich die YANiQ-App mit wöchentlicher Bestpreisabrechnung.

Mittwoch ging es dann nach Bielefeld, genauer nach Brackwede zu Patentante und Mann sowie Stefanie und Familie. Hin wollte ich eigentlich den „Haller Willem“ nehmen, stieg dann aber, da ich diesen drohte zu verpassen, lieber in die Eurobahn, die trotz des Umwegs etwas schneller in der Ostwestfalenmetropole ist, und dort in die Stadtbahn. Die nahm ich auf dem Rückweg nur bis zum Bahnhof Brackwede und stieg diesmal in den Haller Willem, dessen Strecke landschaftlich durchaus sehenswert ist und der seit 2005 endlich wieder bis Osnabrück fährt. Für beide Fahrten galt der Westfalentarif. Da der DB-Navigator mir dafür keine Tickets verkaufen wollte, löste ich sie ganz klassisch am Automaten, wobei in Bielefeld auch noch nur Barzahlung möglich war.

Donnerstag machte ich mich mit dem Intercity auf den Weg zu meiner Tante nach Hamburg. Der war zunächst noch pünktlich unterwegs, zog sich aber wegen einer Türstörung kurz hinter Bremen +10 zu. Mir war es egal, denn da die Züge nach Rahlstedt momentan wegen Bauarbeiten nur stündlich fahren, fuhr ich sowieso mit der U-Bahn weiter. Diesmal nicht wie sonst bis Wandsbek Markt, sondern bis Farmsen, von wo ein Metrobus nach Rahlstedt fährt, diesmal wiederum wegen Bauarbeiten noch näher an mein Ziel als normalerweise. Auf der Rückfahrt probierte ich etwas ganz Neues: den X35, den Nachfolger des zuschlagpflichtigen Schnellbusses 35, der in etwa einer halben Stunde vom Süden Rahlstedts direkt zum Hbf fährt, und zwar fast komplett durch mir bis dahin völlig unbekannte Gegenden. Die Rückfahrt mit dem IC verzögerte sich dann wegen Personen im Gleis um etwa 20 Minuten, was bis HO nicht wesentlich weniger wurde. Aus unbekannten Gründen verzögerte sich dort die Weiterfahrt wiederum und es hielt sogar außerplanmäßig der Sprinter, was mir aber beides egal sein konnte. Als Ticket nutzte ich Sparpreise mit eingeschlossenem City-Ticket.

Am Freitag ging es zur Abwechslung mal zu einem Onkel, nämlich nach Versmold. Dafür nutzte ich wiederum den Haller Willem bis Borgholzhausen, wo ich einen 4-Minuten-Anschluss an den Bus hatte. Ich dachte, dass der auf so einer kleinen Regionalstrecke kaum gefährdet sei, aber natürlich hatte mein Zug wegen Wartens auf den Gegenzug in Wellendorf genau +4. Zum Glück wartete der Bus aber auf mich, so dass ich für ein paar Haltestellen der einzige Passagier wurde. Von der Haltestelle Gymnasium war es nur noch ein kurzer Spaziergang, während dessen es zum Glück nicht regnete. Diesmal konnte mir der Navigator auch wieder einen Westfalentarif verkaufen. Auf dem Rückweg nahmen mich meine Eltern im Auto mit.

Noch einmal auf den Weg nach Marl machte ich mich am Sonntag, diesmal zu einem Besuch der ehemaligen Nachbarn. Wieder fuhr ich mit dem RE 2, diesmal allerdings nur bis Haltern, wo ich einen Spaziergang durch die Innenstadt machte und dann mit der S 9 weiterfahren wollte. Die trudelte natürlich prompt mit +20 ein, und die Rückfahrt verzögerte sich auf unbestimmte Zeit. Also kündigte ich meine Verspätung bei den Nachbarn an, setzte mich in den Bus nach Marl und sah, während der noch an der Haltestelle stand, dass die S-Bahn abgefahren war … Statt einer Stunde hätte ich also auch eine halbe Stunde Verspätung haben können, aber wer weiß das schon vorher. So genoss ich wenigstens die „Stadtrundfahrt“ durch meine alte Heimat mit dem 227er.
Auf der Rückfahrt machte ich noch einen Schlenker über Buer nach Gladbeck, wo ich in die neue S 9 nach Recklinghausen stieg, die seit knapp einem Jahr endlich wieder regelmäßigen Personenverkehr über die „Hertener Bahn“ bietet. Der Zug war annähernd pünktlich, fuhr aber interessanterweise wegen Bauarbeiten die ganze Strecke auf dem linken Gleis. Vermutlich war die Baustelle auch der Grund für die Verspätung der Halterner Züge. Von den Arbeiten für die neuen Bahnsteige war nur in Herten etwas zu sehen, dieser soll auch als erstes eröffnet werden (im Dezember 2022). Ab ERE ging es wieder mit dem RE 2 zurück. Trotz eines eingleisigen Abschnitts bei Marl-Sinsen fuhr der Zug keine nennenswerte Verspätung ein, so dass ich mich in der neuen Heimat fast pünktlich auf mein Rad schwingen konnte. Als Ticket nutzte ich diesmal ein SchönerTagTicket NRW Single.

Gestern schließlich nahm ich noch einen einzelnen Urlaubstag, um nach Husum zu fahren. Da ich zurzeit eine von der Bahn geschenkte Schnupper-BahnCard 1. Klasse habe, buchte ich dafür einen erstklassigen Super-Sparpreis im durchgehenden IC. Dort genoss ich den Am-Platz-Service und folgte interessiert dem Lokwechsel in Itzehoe (Ellok hinten weg, Dieselloks vorne dran) und der Landschaft dahinter, wo die Marschbahn ihrem Namen alle Ehre macht. Aufgrund verschiedener Verzögerungen erreichte ich mit etwa +10 mein Ziel, wo ich meine Freundin und einen Teil ihrer Familie traf.
Die Freundin begleitete mich dann auch bis Bremen auf der Rückfahrt. Dafür nutzten wir ein weiteres Aktionsangebot der DB: den Mitfahrer-Flexpreis, wiederum in der 1. Klasse. Der trieb uns zunächst in den Wahnsinn, da er plötzlich teurer war als vorher abgefragt, der erste Zug in der Verbindung ausgebucht war und die Bezahlung mit Kreditkarte bei zwei Versuchen nur einen „technischen Fehler“ produzierte. Mit Lastschrift ging es aber, wenn sich das Ticket danach auch nicht in die App laden ließ, weil nur der Ausdruck des Online-Tickets gültig sei. Im ausgebuchten Zug fand sich doch noch ein leeres Abteil, das allerdings mit einem kontinuierlichen Knacken der Klimaanlage nervte. Insgesamt war es aber doch noch eine angenehme Fahrt, das Zub akzeptierte die vorgezeigte PDF-Datei anstandslos und wir erreichten pünktlich den Umsteigebahnhof AH und unsere jeweiligen Zielbahnhöfe.

Fünf Länder in fünf Tagen

Ein Geschäftstermin unmittelbar nach Pfingsten sorgte für eine ungewöhnliche Dreiecksfahrt, bei der ich durch fünf Länder kommen sollte, wenn auch eins davon nur auf der Durchfahrt. Die erste Etappe begann am Freitag direkt nach der Arbeit: Mit dem ICE machte ich mich auf den Weg nach FF. Dort war gerade eben Zeit für einen Cappuccino in der Lounge, bevor ich mich dann auf den Weg nach Gleis 19 machte. Aufgrund des bevorstehenden langen Wochenendes hatte ich kurz vor der Fahrt noch reserviert, die Fahrkarte selbst hatte ich schon Anfang des Jahres gekauft. Da mein Platz ganz vorne in der Lounge (diesmal der des ICE 3) war, war erstmal Lauferei angesagt. Ebenfalls angesagt waren für den Nachmittag Unwetter, die aber meine Fahrt zum Glück nicht beeinträchtigten. Nur beim Halt in KK ging gerade ein Wolkenbruch herunter. Also konnte ich die Fahrt genießen, bis wir pünktlich Brüssel Süd erreichten (ja, der heißt auf Französisch Midi=Mittag=Süden).

Nun hielt ich es für eine gute Idee, erst mal belgische Pommes zu genießen. Die erstand ich auch, nur fiel mir dann auf, dass es so langsam Zeit für den Checkin beim Eurostar war. Die Angestellten an der Sicherheitskontrolle guckten etwas komisch, als ich dort mit meiner Pommestüte aufkreuzte, meinten aber nur, dass ich bis zur Passkontrolle aufgegessen haben sollte, was mir auch gelang. Nur Minuten nach meinem Checkin wurde selbiger übrigens geschlossen, Pommes während der Brutto-Umsteigezeit von 45 Minuten sind also nicht unbedingt eine gute Idee.

Nun konnte ich aber gestärkt den Eurostar entern, ein e320, über den ich ja schon letztes Jahr berichtet hatte. Im Gegensatz zu damals war der Zug diesmal voll besetzt, Pfingsten ist halt überall eine gute Gelegenheit zum Reisen. Vor mir freundete sich über den Gang ein britisches Paar mit einer belgischen Familie an, die ein Harry-Potter-Wochenende in London machen wollte. Den dortigen Endbahnhof St. Pancras erreichten wir ebenfalls pünktlich, so dass ich genug Zeit zum Anschlusszug nach Loughborough hatte. Die Fahrt unternahm ich gemeinsam mit einem in London lebenden Freund, denn der Anlass für die Reise war die Einladung von gemeinsamen Freunden nach Leicestershire. Auch dieser Abschnitt verlief ohne Zwischenfälle, sieht man mal von den auf der Insel noch penetranteren Ansagen an jeder Station ab (sämtliche folgenden Haltebahnhöfe inkl. Uhrzeiten, Hinweis auf zu kurze Bahnsteige an bestimmten Stationen, die auch noch nass vom Regen sein können – willkommen im Land von Health & Safety).

In Leicestershire gab es dann am Sonntag noch mehr Bahn: Mit unserer neunköpfigen Gruppe besuchten wir die Great Central Railway, laut Wikipedia die einzige zweigleisige Museumsbahn der Welt und Relikt der Zeit, als sich Bahngesellschaften beim Streckenbau Konkurrenz machten: Die erhaltene Strecke führt von Leicester nach Loughborough nur wenige Kilometer entfernt von der regulär betriebenen mit jeweils eigenen Bahnhöfen, die natürlich ebenfalls museal sind. Hier der in Loughborough:

Auf dem letzten Bild zu sehen ist der Zug, der direkt bei unserer Ankunft mit einer Diesellok ankam und der danach auf Dampf umgespannt wurde:

Beim Anblick dieser Zuggarnitur meinte einer meiner Freunde ketzerisch, dass man bei einigen Zügen nicht so genau wisse, ob sie schon im Museum oder noch regulär im Einsatz seien:

Im nunmehrigen Dampfzug enterten wir ein 1.-Klasse-Abteil (zum Glück gab es bei den Fahrkarten keine Klassenunterscheidung) und fuhren mit bis zur anderen Endstation Leicester North, die sich so nennen darf, weil sie gerade so innerhalb der Stadtgrenzen liegt. Dort wurde die Lok umgesetzt, und das Personal ließ uns sogar einen Blick in den Führerstand werfen:

Jetzt fuhren wir nicht ganz zurück, sondern nur bis zum Bahnhof Rothley, der im Stil von 1912 restauriert ist.

Von hier fuhren wir mit der anderen Zuggarnitur wieder bis Leicester North und dann zurück bis Loughborough. Das Besondere an diesem Zug sind die Restaurantwagen, in denen man allerdings nur während der Dinner-Sonderfahrten sitzen darf.

Aber auch die regulären Wagen machen was her:

Zum Glück hatte während der Bahnfahrt das Wetter gehalten, beim abendlichen Grillen regnete es sich nämlich ein … Viel besser war das Wetter auch am nächsten Tag nicht, als es für mich weiter ging nach Den Bosch (schon wieder …). Der East Midlands Train nach London war nicht sehr voll, der Eurostar dagegen ausgebucht. Immerhin war ich diesmal früh genug da, so dass ich noch ein wenig Kaffee und Knabbereien in der Lounge genießen konnte. Die Fahrt verlief ohne Besonderheiten, und ab Lille (damit Frankreich auch mal erwähnt ist) hatte ich sogar einen freien Nebenplatz. Brüssel erreichten wir pünktlich, und jetzt hatte ich genug Zeit, um einen Thalys PBKA zu erlegen.

Mein nächster Zug war dagegen ein Intercity direct, der Nachfolger des so krachend gescheiterten FYRA auf der Strecke Amsterdam–Brüssel.

Zunächst war der Zug pünktlich und relativ leer; in Antwerpen, wo wir wegen Bauarbeiten statt in Centraal in Berchem hielten, wurde er jedoch richtig voll, und wir zogen uns auch Verspätung zu. Mir gegenüber saß eine Argentinierin, die in Schiphol das Flugzeug in die Heimat erreichen wollte und sich von mir bestätigen ließ, dass der Zug dort auch halten würde. Unterdessen fuhren wir über die eher langweilige HSL Zuid, die bis Rotterdam auch auf niederländischer Seite im Linksverkehr befahren wird. Meinen Umsteigebahnhof Breda erreichten wir mit etwa +5, so dass mein Anschluss-Sprinter eigentlich schon weggewesen wäre. Er hatte aber ebenfalls +5 und eine kuriose Zielangabe:

Ganz so weit wollte ich denn doch nicht fahren, sondern nur bis ’s Hertogenbosch, wie die offizielle Namensform meines Zielortes lautet. Dort kam ich dann mit wiederum +5 an und freute mich, dass mein Hotel direkt am Bahnhof lag, zumal es wieder in Strömen regnete. Aus meinem Zimmer hatte ich übrigens direkten Blick auf den Bahnhof:

Die Rückfahrt am Mittwochnachmittag trat ich dann gemeinsam mit einem Arbeitskollegen an, der am Dienstagmorgen angereist und dabei prompt den Anschluss in Venlo verpasst hatte. Da das Meeting früher beendet war als gedacht, konnten wir anderthalb Stunden früher losfahren und so eine halbe Stunde Übergangszeit in Venlo haben. Praktischerweise ermöglichte mir das auch noch ein Bild vom Arriva-GTW auf der Maaslinie:

Hatte bis jetzt alles mehr oder weniger super geklappt, ereilte uns beim Umstieg in KD das deutsche Verspätungschaos: Überall um uns herum wurden verspätete Züge mit verschiedensten Begründungen aufgerufen – Personen im Gleis, Stellwerksstörung, technische Störung am Zug, … Unser Zug sollte +20 wegen „Störungen im Betriebsablauf“ haben. Immerhin hielt er das ziemlich genau ein, wobei sich der Aufenthalt in FF wegen einer dortigen Stellwerksstörung leider deutlich verlängerte. Die Umleitung über Darmstadt Nord wegen Bauarbeiten in Hanau war dagegen bereits eingeplant, so dass wir NAH mit etwa +35, aber immer noch eine halbe Stunde und damit einen Bus früher als ursprünglich geplant erreichten.

Von Lounge zu Lounge

Zwar war ich letztes Jahr erst in Aachen, hatte aber wenig Zeit, um die Stadt und ihre Umgebung zu erkunden. Daher machte ich mich zu Ostern noch mal auf den Weg, um dort meine Eltern zu treffen. Die hatten einen IC erwischt, der ab AL über verschlungene Pfade nach KK fuhr und sie pünktlich ankommen ließ. Bei mir waren für selbiges zwei ICE zuständig. Aufgrund des Gründonnerstages hatte ich eine Bonus-Freifahrt gebucht und reserviert, beide Male in der Lounge. Den Umstieg zwischen den beiden Zügen verbrachte ich ebenfalls in der Lounge, nämlich in der in FF. Ganz so voll wie befürchtet waren die Züge nicht, und ich genoss trotz milchiger Scheibe die Lokführerperspektive. Erst in KK wurde es recht voll, weil hier der hintere Zugteil abgekuppelt wurde (sind 406-Doppeltraktionen überhaupt in Belgien zugelassen?). KA erreichten wir dann fast pünktlich, und ich machte mich zu Fuß auf den Weg, um meine Eltern zu treffen.

Während unseres Kurzaufenthaltes nutzten wir auch den regionalen ÖPNV, u.a. den Limburgliner 350 nach Maastricht. Der heißt so, weil er den direkten Weg nimmt und auf Aachener Stadtgebiet nur wenige Halte anfährt. So erreichten wir die limburgische Hauptstadt nach etwa einer Stunde und ohne Umsteigen, im Gegensatz zum neuen LIMAX, bei dem an diesem Tag teilweise SEV eingesetzt wurde. Die Stadt selber ist sehr sehenswert und entsprechend überlaufen, erst recht bei dem herrschenden sommerlichen Wetter.

Auch am Ostersonntag machten wir uns auf den Weg in die Niederlande, bzw. genauer an das Dreiländereck mit Deutschland und Belgien, das gut mit dem Bus erreichbar ist. Diesmal lösten für die Aachener und die Limburger Busse getrennt, was deutlich günstiger war als das Euregio-Ticket vom Vortag. Nachdem wir nach Vaals, wo wir umsteigen mussten, mit dem ziemlich umwegigen 33er gefahren waren, hatten wir zurück Anschluss an den 350er.

Für die Rückfahrt am Montag hatte ich noch eine Streckenbereisung der Stolberger Talbahn und der Bördebahn eingebaut. Etwas gehandicapt war ich dadurch, dass mein Rucksack kaputt gegangen war, also schleppte ich nun alles in Plastiktüten durch die Gegend. Der Tour selber tat das keinen Abbruch, die Landschaft im bergigen Stolberg und in der tischebenen, nur wenige Kilometer entfernten Zülpicher Börde kann unterschiedlicher nicht sein. In der namensgebenden Stadt war dann auch Endstation, da in Euskirchen „irgendwas am Bahnhof kaputt“ war. Für die restliche Strecke wurde SEV mit einem neunsitzigen Kleinbus angeboten, was gerade eben ausreichte (die beiden Radfahrer aus dem Zug mussten sich allerdings wieder ihrem Drahtesel anvertrauen). Die Fahrzeit des Zuges schaffte der Bus locker, da ersterer an jedem zwecks Sicherung anhalten musste und auch sonst die Geschwindigkeit auf der Strecke nicht sehr hoch war. Bis zur geplanten Reaktivierung im Regelverkehr ist noch eine Menge zu tun.

Weiter ab Euskirchen ging es mit dem leicht verspäteten RE 22, in dem es leider nur noch einen Stehplatz gab. Ich hatte mich schon gefragt, warum Endstation KK und nicht KKDZ war – die Antwort: Der Zug sollte mutigerweise schon nach wenigen Minuten wieder zurückfahren, was sich wegen der verspäteten Ankunft auch prompt verzögerte.

Pünktlich verließ dagegen mein Anschluss-ICE den Bahnhof, allerdings mit einem statt zwei Zugteilen und entsprechend voll. Laut Ansage sollte der fehlende Zugteil zunächst in RM zugestellt werden, was kurze Zeit später auf FFLF verbessert wurde. Da dort anscheinend nicht gekuppelt werden kann, stand der andere Zugteil am Bahnsteig gegenüber und fuhr dann bis RM als Zusatzzug hinterher.

Meine Weiterfahrt verlief mit einem zweiteiligen ICE, dessen Füllungsgrad weit weniger dramatisch war als von der DB prognostiziert und für den Feiertag durchaus plausibel. Pünktlich war er obendrein auch noch, so dass ich meine Nottüten irgendwie im Fahrradkorb verstaute und nach Hause eierte, was ja auch irgendwie zu Ostern passt.

Schon wieder Holland – diesmal mit dem Bus

Schon wieder war ich beruflich in die Niederlande unterwegs, diesmal nach ’s Hertogenbosch, kurz auch als Den Bosch bekannt. Dafür nahm ich die Verbindung, die ich ungeplant für die letzte Amsterdam-Reise auch genommen hatte, mit dem Unterschied, dass ich zwischen KD und Eindhoven mit dem IC-Bus der DB fuhr. Der startete am ZOB am Worringer Platz und war sehr spärlich besetzt, außer mir und dem Fahrer saßen vielleicht 5 Leute im Bus. Auch wenn mir Fahrten auf der Straße nicht so viel Spaß machen wie die auf der Schiene, war es aber trotzdem interessant, mal die Straßen zu sehen, die ich bisher nur aus dem Atlas kannte. In Eindhoven angekommen, waren noch ein paar Gehminuten zum Bahnhof zu absolvieren. Danach machte ich noch ein paar Busbilder, verkalkulierte mich dabei aber doch etwas mit der Zeit, so dass ich den IC nach Den Bosch buchstäblich in letzter Sekunde erreichte. Mein Zielort dort war direkt der Bahnhofsplatz, wo sich nur das Auffinden der Hausnummer als etwas schwierig herausstellte.

Für den Rückweg war eigentlich eine Fahrt über Utrecht geplant. Da die Besprechung aber früher zu Ende war als gedacht und ich ein Flexticket hatte, ging es doch wieder über Venlo, was ich ja nun bereits kannte. Die Übergangszeit dort ist zwar kurz, es gelang aber noch ein Bild vom Arriva-Dieseltriebwagen. Mit der Eurobahn ging es wiederum bis KD, wo sich an den Ferngleisen einige Rochaden vollzogen. Ich fürchtete schon um die Pünktlichkeit meines Zuges, die war aber nur sehr leicht beeinträchtigt, den Streckenblick aus der Lounge hab es gratis dazu. Nachdem wir FF sogar pünktlich erreichten, führte die Kreuzung mit der RB in FFS und die Überholung des RE in Kahl bei der Ankunft zu etwa +5. Mir war es egal, hatte ich doch mal wieder meinen Drahtesel am Bahnhof geparkt.

Sneeuw van gisteren

Letzte Woche musste ich zweimal beruflich zum Amsterdamer Flughafen. Selbstverständlich hielt mich der Zielort nicht davon ab, mit dem Zug zu fahren, zumal der erste Termin am Montag war und ich mir so am Sonntag noch etwas die Stadt und den örtlichen ÖPNV angucken konnte. Sowohl für die Hin- als auch für die Rückfahrt entschied ich mich für eine Umsteigeverbindung über Venlo; am Sonntag wurden die ICE FFNAH XNAC ohnehin über diese Strecke umgeleitet.

Los ging es am Sonntag mit dem ICE nach Düsseldorf, das ich auch ohne Probleme erreichte. Ebenso problemlos gelang die Weiterfahrt nach Venlo. Die Strecke kannte ich zwar im Prinzip, aber die letzte Fahrt war schon eine Weile her. Da wir in Breyell einen Güterzug kreuzen mussten (ein zweites Streckengleis wäre hier schon praktisch), erreichten wir Venlo mit ein paar Minuten Verspätung. Leider halten die Züge aus Deutschland ganz am Ende des Bahnsteigs, so dass der Umstieg mit einiger Lauferei verbunden ist. Dank wenig Gepäck schaffte ich es aber problemlos in den niederländischen IC.

Der fuhr wegen Bauarbeiten an diesem Tag nicht direkt nach Schiphol, wo ich aber ohnehin noch nicht gleich hinwollte, sondern nach Lelystad. Beim Unterwegshalt in Amsterdam Bijlmer ArenA verließ ich den Zug und machte erst mal ein paar Bilder von Metro und Doppelstock-IC bei strahlender Wintersonne:

DD-IRM der NS (das Foto von dieser Reise habe ich mittlerweile durch ein neueres ersetzt)
Baureihe M6 der Amsterdamer Metro
Baureihe M4 der Amsterdamer Metro

Mit der Metro machte ich mich dann auf in die Stadt, wo ich natürlich noch weitere ÖPNV-Bilder machte, aber auch das Sightseeing nicht zu kurz kam:

Kanal in Amsterdam in der Winterdämmerung

Dann machte ich mich auf den Weg nach Schiphol, was an diesem Tag wegen der Bauarbeiten leider nicht duchgehend mit dem Zug ging. Stattdessen musste ich in Sloterdijk in den SEV umsteigen, der aber hervorragend organisiert war. Bei meiner Ankunft hatte sich eine lange Schlange gebildet, die sich jedoch durch die Abfahrt der Busse etwa im Minutentakt und die professionelle Reisendenlenkung sehr schnell abbaute. So erreichte ich problemlos den Flughafen, von wo ich einen Shuttle zum Hotel nahm, in dem das Meeting stattfand.

Nach dessen Ende ging es praktisch ebenso zurück wie hin, nur dass ich ab Schiphol diesmal direkt nach Venlo fahren konnte. Dank des symmetrischen Fahrplans war die Umsteigezeit dort wieder recht knapp, reichte aber aus. Auch in Düsseldorf war nicht viel, aber genug Zeit, um den ICE zu erreichen. Mit dem ging es diesmal nur bis FFLF, da der letzte ICE nach NAH schon weg war. Stattdessen hieß es auf den IC warten, der wie so oft Verspätung hatte. Angekündigt waren erst +25, zwischendurch +15, letztendlich war es fast eine halbe Stunde später, die ich mein Rad in Empfang nehmen konnte, das ich in weiser Voraussicht am Bahnhof geparkt hatte.

Zwei Tage später ging es wieder los, diesmal zur nachtschlafenden Zeit von 6:33 Uhr. Immerhin beförderte mich Triebzug „Recklinghausen“ bis nach FF, wo die Zub-in stolz verkündete, dass wir zwei Minuten vor Plan seien. Nach dem Aussteigen stellte ich gerade noch rechtzeitig fest, dass der ICE International ausfallen sollte. Also wieder in den „heimatlichen“ ICE und doch wieder auf die Route über Venlo umgeschwenkt. Der RE dorthin hatte ein paar Minuten Verspätung, die er beim Wendehalt in Mönchengladbach wieder abbauen konnte. Aber (scheinbar) zu früh gefreut: Vor Viersen standen wir wegen einer Weichenstörung wieder ein paar Minuten in der Landschaft herum. Im Unterschied zur ersten Fahrt in einer schneebedeckten, was laut Tf auch der Grund für die Störung war. In XNVL angekommen, rechnete ich schon damit, erst den nächsten IC eine halbe Stunde später erreichen zu können. Doch auf dem Weg zum Bahnhofsgebäude kamen mir plötzlich Menschenmassen entgegen, nämlich genau aus meinem eigentlichen Anschlusszug, der ebenfalls Verspätung hatte. Also schnell in den Zug, der auch bald losfuhr, und ins WLAN („Wifi in de trein“) eingeloggt, das allerdings mehr schlecht als recht funktionierte (auf den anderen Fahrten auch mal besser, manchmal fiel aber auch der Internetzugang komplett aus). Zu allem Überfluss verkündete auch noch der Zugchef, dass der Zug heute „wegen der großen Verspätung“ (weniger als +10!) in Eindhoven enden würde. Aber in den Niederlanden muss man selten lange auf den nächsten Zug warten, und so ging es kurze Zeit später weiter, so dass ich mit einem weiteren Umstieg in Utrecht mein Ziel mit weniger als einer Stunde Verspätung erreichte. Unterwegs hielt ich noch die weiße Landschaft fotografisch fest:

Seltenes Ereignis: Schnee in den Niederlanden

Wegen dieses „Schnees von gestern“ hatten die NS am Vortag auch einen „angepassten“ Fahrplan mit kürzeren Zugläufen und demzufolge mehr Umstiegen gefahren, den ich hier schon mal erwähnt hatte. Meine niederländische Kollegin musste allerdings sehr lachen, als ich diesen als „Notfahrplan“ bezeichnete. Heute schien aber, abgesehen von der Verspätung in Venlo, wieder alles normal zu laufen.

Auch die Rückfahrt am nächsten Tag verlief völlig problemlos. Von Schiphol ging es über die mir jetzt wohlbekannte Strecke nach Utrecht. Dort wollte ich die Zeit für Busfotos nutzen, die Sperre ließ mich aber nicht raus. Also Proviant gekauft und in den ICE nach FF gestiegen. Dort wies die Zub-in mehrmals darauf hin, dass der Zug voll sei und Inlandsfahrgäste bitte die Züge der NS benutzen mögen. Zumindest war der Zug aber nicht so voll, dass er nicht pünktlich hätte abfahren können, das WLAN funktionierte mit einer Unterbrechung an der Grenze auch sehr gut. Auf deutscher Seite zogen wir uns wegen vorausfahrender Güterzüge (auch davon habe ich an selber Stelle schon früher berichtet) zwischenzeitlich +5 zu, erreichten FF aber so rechtzeitig, dass der 8-min-Anschluss zum RE noch klappte und ich somit pünktlich um 21:15 den Heimatbahnhof wieder erreichte.