Zur goldenen Hochzeit hatten meine Schwester und ich unseren Eltern einen Kurzurlaub zu viert in der dänischen Hauptstadt geschenkt. Natürlich ging das Ganze nicht ohne Fahrplanänderungen zwischen Buchung und Fahrt ab, so dass wir uns am Samstag eine Stunde früher aufmachten als ursprünglich geplant: ich aus Bremen, die anderen aus Lübeck. Zum Glück hatte ich im früheren Zug noch Plätze reservieren können, so dass wir entgegen der ursprünglichen Planung im DSB-Talgo sogar zusammen sitzen konnten. Das taten wir dann auch etwas länger als vorgesehen, denn auch die dänische Bahn kann Verspätungen: Da es Probleme bei der Umschaltung der Lok auf das dänische Stromsystem gab, standen wir im Grenzbahnhof Padborg stolze anderthalb Stunden. Als es dann weiterging, konnte der Zug immerhin einige Verspätung wieder herausfahren, so dass wir Kopenhagen letztendlich mit etwas mehr als +60 (und damit etwa zur ursprünglich gebuchten Zeit) erreichten.
Der Aufenthalt selber verlief – sieht man mal von einer kurzen Metrofahrt ab – ohne ÖPNV, dafür aber mit dem Hop-on-hop-off-Sightseeingbus. Aber auch hier gab es Komplikationen, weil wir zweimal nicht bedacht hatten, dass die letzte Abfahrt schon um 16 Uhr ist, eine Zeit, zu der man als Tourist ja auch mit über 70 durchaus noch unterwegs ist.
Zurück ging es dann heute mit dem tschechischen ComfortJet, der seit dem Ende der Generalsanierung Hamburg–Berlin von Kopenhagen nach Prag fährt. Auch hier fuhren wir – übrigens wegen Bauarbeiten auf der dänischen Seite – früher los als gebucht, diesmal etwa eine halbe Stunde. Ab Kolding waren wir wieder im ursprünglichen Plan, und der Aufenthalt in Padborg fiel normal lang aus. Dafür blieben wir dann kurz vor Elmshorn stehen: eine BÜ-Störung, die uns auch dazu zwang, bis kurz vor Pinneberg mit Tempo 60 zu fahren. Resultat war, dass mein Anschluss-ICE in AA trotz angekündigter +10 bereits weg war. Also zurück in den Zug zur Familie, die ungeduldig darauf wartete, dass der Lokwechsel von der dänischen auf die tschechische Vectron endlich beendet war. Letztendlich haben aber die drei den geplanten Zug nach AL und ich den Metronom nach HB noch erreicht und somit letztendlich etwa eine Stunde hinter Plan angekommen.
ČD-ComfortJet mit DSB-Vectron im DB-Bahnhof Hamburg-Altona
Wie sich das für eine ordentliche Reihe gehört, gibt es natürlich einen zweiten Teil: Ende der 70er-Jahre musste die damalige Deutsche Bundesbahn die Innbrücke Jettenbach in Bayern für den Schienenverkehr sperren. Es wurden Behelfsbahnsteige an beiden Enden eingerichtet, und die Reisenden mussten die Brücke zu Fuß überqueren, bis auch das nicht mehr möglich war und die Brücke schließlich neu gebaut werden musste. Als ich viel später von diesem Kuriosum erfuhr, dachte ich, dass so etwas heutzutage nicht mehr möglich wäre.
Pustekuchen: Im Jahr 2021 passierte genau dasselbe mit der Lindaunisbrücke über die Schlei in Schleswig-Holstein an der Strecke Kiel–Flensburg. An den beiden Enden der Brücke wurden die Haltepunkte Boren-Lindaunis Schleibrücke Nord und Rieseby Schleibrücke Süd eingerichtet. Dazwischen liegt ein Fußweg über die Brücke von vielleicht 5–10 Minuten. Die Fahrpläne sind natürlich so gestaltet, dass die Zeit bequem ausreicht, man aber auch nicht lange warten muss. Das tun die Züge dann im Bahnhof Süderbrarup, um an beiden Enden in den Takt zu passen.
Heute wollte ich mir das Ganze mal angucken. Für die Anreise stieg ich aufgrund des recht vollen RE spontan in den ICE nach AH. Ursprünglich war der Plan, mit dem ECE nach Schleswig und von dort mit dem Bus nach Süderbrarup zu fahren, aber da ersterer ausfiel, der ICE aber recht zeitig eintraf, wurde es der RE nach Flensburg, so dass ich die komplette Strecke befahren konnte. Hier nun die Bilder von der Brücke:
Hier geht es gerade auf der Schiene nicht weiter, im Hintergrund der Zug nach Flensburg am Haltepunkt Nord
Die Brücke wird in der Sommersaison zeitweise für den Schiffsverkehr geöffnet, die Zeiten sind natürlich auf die Zugfahrzeiten abgestimmt.
Blick zurück Richtung Norden beim Fußmarsch über die BrückeBlick vom Haltepunkt Süd auf die alte Brücke und die Baustelle für die neue
Dann ging es wieder auf der Schiene weiter, interessanterweise mit einem 628er der neg. Innen informierte allerdings ein Aushang darüber, dass das nur während der Kieler Woche so sei. So konnte man nämlich zwischen Eckernförde und Kiel in Doppeltraktion und im Halbstundentakt fahren, was in erstgenanntem Bahnhof natürlich noch einen Umstieg erforderte. Das kam mir aber nicht ungelegen, hatte ich doch 1997 hier mit meiner Familie Urlaub gemacht und konnte so noch ein bisschen durch den Ort schlendern, erkannte aber nicht viel wieder. Dafür ergab sich aber spontan noch ein Bild eines Busses des Stadtverkehrs, was mir damals nicht so richtig gelungen war.
neg-628 im Bahnhof EckernfördeScania-Bus des Stadtverkehrs Eckernförde
Dann trat ich die Rückfahrt an: mit der RB73 bis Kiel, dem RE7 bis Hamburg und weiter mit der RB41. Bis kurz vor Tostedt lief alles nach Plan, dann schlug das Pech in Form von spielenden Kindern auf der Strecke zu. Den Kindern ist zum Glück nichts passiert, wir standen aber geschlagene anderthalb Stunden auf freier Strecke, zum Glück im nicht allzu vollen klimatisierten Zug. Als es weiterging, war dann außerplanmäßiges Wenden in Rotenburg angesagt. Der nächste Zug nach Bremen war randvoll mit Rückreisenden vom Hurricane-Festival, der übernächste, der direkt danach kam, zum Glück nicht, so dass es insgesamt schlimmer hätte kommen können und ich etwas mit weniger als zwei Stunden Verspätung meine Hansestadt wieder erreichte.
Am Sonntag war ich mal wieder unterwegs in die alte Heimat. Neben dem Besuch bei Freunden war ein Anlass das 125-jährige Jubiläum der Vestischen, zu dem sie einige Busse im Design der 80er-Jahre beklebt hatte. Wer ein Bild von einem der Fahrzeuge einschickt, nimmt noch bis zum 21. Juni an einem Fotowettbewerb teil, wobei ich das Foto natürlich auch so machen würde ;-). Leider ist es mir aber nicht gelungen, einem der Busse zu begegnen. Dafür kam mir aber einer der Wasserstoffbusse vor die Linse, die neuerdings bei der Vestischen fahren:
Wright-Wasserstoffbus der Vestischen in Marl Mitte
Interessanterweise handelt es sich dabei um Fahrzeuge der nordirischen Marke Wrightbus, die ich bisher nur als Rechtslenker kenne. Ein Blick in meine Datenbank bringt ans Licht, dass ich die einzige Ausnahme 2016 in Las Vegas abgelichtet habe.
Bleibt noch zu erwähnen, dass An- und Abreise problemlos funktioniert haben: hin mit dem ICE bis EMST und weiter mit dem RE42, zurück mit dem RE2 bis HO und wiederum weiter mit dem ICE.
Um meinem Ziel, alle Bahnstrecken in Schleswig-Holstein zu befahren, wieder ein Stück näherzukommen, machte ich mich am Sonntag auf den Weg nach Büsum. Eigentlich wollte ich ausschließlich mit dem Nahverkehr fahren, aber der machte keine Anstalten, auf dem Abfahrtsgleis bereitgestellt zu werden, wohl weil der verspätete Fernverkehr noch im Weg war. Also investierte ich ein wenig Geld und nahm eben diesen. So konnte ich eine halbe Stunde früher als geplant in AH sein, schon mal nach Elmshorn vorfahren und ein Bild vom ICE L mit der neuen Hybridlok machen.
ICE L bei der Durchfahrt durch Elmshorn
Dann ging es wie ursprünglich geplant auf der Marschbahn weiter und ab Heide über die für mich neue Strecke zu meinem Zielbahnhof. Die ist auch sonst gut in der Moderne angekommen: neue, barrierefreie Bahnsteige, ebensolche Akkutriebwagen und ein Stundentakt, der allerdings mit sich brachte, dass einige sehr kleine Unterwegshalte gar nicht mehr bedient werden können und die anderen bis auf Wesselburen nur bei Bedarf.
In Büsum angekommen, reichte die Zeit bis zum nächsten Zug gerade für einen Spaziergang zum Meer, eine Currywurst (wobei sich bestätigt hat, dass mir die norddeutsche Variante nicht so liegt) und einige Fotos von Autos mit kuriosen Kennzeichen (eine ehemalige Chorkollegin sammelt die). Ein Bild vom Akku-Flirt war auch noch drin:
Akku-Flirt der Nordbahn in Büsum
Zurück wollte ich ursprünglich genau denselben Weg nehmen wie hin, diesmal aber nur mit dem Nahverkehr. In Elmshorn angekommen, entschied ich mich jedoch spontan dazu, wieder einzusteigen, im Zug bis Altona sitzen zu bleiben und von da zur Abwechslung mal mit dem Bus zum Hbf zu fahren. Das klappte auch, die Fahrraddemo, die wir unterwegs passierten, behinderte zum Glück nur den Gegenverkehr, und ich lernte noch ein paar neue Ecken von Hamburg kennen. In AH angekommen, gab es noch einen spontanen Gleiswechsel für den Metronom. So, wie es aussah, erreichten ihn aber trotzdem die meisten Fahrgäste und hatten sogar einen Sitzplatz. Meinen Heimatbahnhof erreichte ich mit etwa +10 kurz vor 20 Uhr.
Heute war der letzte Tag der Oldtimermesse „Retro Classic“ in Essen. Das ist nun eigentlich kein Thema, das mich sonderlich interessiert, allerdings hatte ich im Netz gesehen, dass dort auch einige historische Busse ausgestellt waren. Da ich sonst noch nichts vorhatte, machte ich mich auf den Weg. Hin fuhr ich mit dem Deutschlandticket, was bedeutete, dass ich in den RE 9 einstieg, der zurzeit selber mit einer Art Oldtimerfahrzeugen gefahren wird. Ab HO ging es nahtlos mit dem RE 2 und etwas neueren Fahrzeugen weiter. Beide Züge waren sehr gut gefüllt, ich hatte aber jeweils einen Sitzplatz. Essen Hbf erreichte ich pünktlich und die Messe tatsächlich genau in dem Moment, ab dem das deutlich vergünstigte Happy-Hour-Ticket galt. Also lief ich zielstrebig zur Nutzfahrzeughalle und wurde nicht enttäuscht, denn dort stand unter anderem ein Anderthalbdecker, den ich noch nie live gesehen hatte.
Dieser Henschel-Bus (eine mir bis dahin unbekannte Marke) der Stadtwerke Trier begann sein Leben als Obus, wurde aber dann in einen Dieselbus umgebaut:
Interessant war auch der Doppelstock-Gelenkbus Neoplan Jumbocruiser, der größte jemals gebaute Bus:
Für mich besonders interessant: Ein City-Express-Neoplan 4014 ex Vestische, inzwischen im Privatbesitz und in den originalgetreuen Zustand versetzt:
Auch einige Lkw gab es zu sehen, zum Beispiel diesen Langhauber.
Auf dem Rückweg machte ich noch einen Abstecher zur U-Bahn-Strecke auf die Margarethenhöhe, um ein aktuelles Bild von den (allerdings auch schon fast historischen) Fahrzeugen der Ruhrbahn zu machen. Von den beiden eingesetzten U-Bahn-Baureihen gelang allerdings nur ein Bild von den B-Wagen an der Station Gemarkenplatz.
Um die Zeit optimal (auch zum Essen beim Frittenwerk) ausnutzen zu können, fuhr ich zurück mit dem ICE. Der war wie die Züge auf der Hinfahrt voll, aber pünktlich, so dass ich um Viertel nach acht wieder HB erreichte.
Den gestrigen Tag haben wieder viele genutzt, um mit möglichst lauten Autos herumzufahren. Ich habe mich stattdessen meinem Lieblingsverkehrsmittel gewidmet und relativ spontan beschlossen, mit dem GoVolta zu fahren, einem neuen privaten Fernzug, der Amsterdam und Hamburg bzw. Berlin verbindet. Derzeit fährt er beide Strecken nur je dreimal pro Woche, so dass man mit einer Zuggarnitur auskommt. In beiden deutschen Städten fährt man nicht bis zum jeweiligen Hauptbahnhof, sondern Endstation ist in Harburg bzw. Gesundbrunnen.
Nach einigem Überlegen buche ich die Route Hamburg-Harburg – Hengelo: Harburg, obwohl der Zug auch in Bremen hält, um dort ein gutes Foto machen zu können, und Hengelo, um die Kluskurve mitzunehmen, auf der er den Osnabrücker Hauptbahnhof umfährt. GoVolta scheint das Konzept von Billigfliegern übernommen zu haben, nachdem im günstigen Preis nur das Nötigste enthalten ist und alle weiteren Leistungen extra kosten. So ist in den 45 Euro für meine Fahrkarte zwar die verpflichtende Sitzplatzreservierung enthalten, ich zahle aber noch mal 12,50 Euro extra, um mir einen Platz (in dem Fall am Fenster) aussuchen zu können. Bei der Buchung erhalte ich nicht direkt die Fahrkarte, sondern eine Reservierungsbestätigung mit einem Link zum Check-in, den ich spätestens vier Stunden vor der Abfahrt durchführen muss. Erst danach erhalte ich einen QR-Code, den ich bei der Kontrolle im Zug vorzeigen muss.
Als ich am Karfreitag am Bahnhof ankomme, erwische ich noch die RB, die eigentlich eine Stunde vorher fahren sollte – das Stellwerk in Tostedt war gestört. Jetzt läuft der Betrieb aber wieder an, und so überholt uns der GoVolta unterwegs. In Harburg angekommen, gelingen mir tatsächlich recht gute Bilder vom Zug:
Die Wagen sind ehemalige belgische mit Vis-à-vis-Sitzanordnung, die man innen anscheinend nahezu unverändert gelassen hat. Die 1.-Klasse-Wagen heißen jetzt Comfort und die der 2. Klasse Economy. Die Economy ist auch tatsächlich recht gut besetzt. In meiner Vierergruppe sitzt aber praktischerweise sonst niemand.
Der eine Sitz mir gegenüber hat schon deutlich bessere Zeiten gesehen, aber das scheint nicht repräsentativ zu sein.
So geht die Fahrt relativ gemächlich los. In Sottrum gehen diesmal wir in die Überholung, um sage und schreibe den RE, den ICE und den Flixtrain vorbeizulassen, und erreichen HB trotzdem pünktlich. Vor HO wird es dann spannend, denn hier biegen wir in den Vorbahnhof und dann auf die Kluskurve ab, die die beiden Ebenen des Turmbahnhofs direkt verbindet. Ein Halt im Bahnhof ist dadurch nicht möglich. Auch in Rheine halten wir nicht, und der nächste Halt in Bad Bentheim scheint nur dem Lokwechsel zu dienen, denn eine Fahrkarte dorthin buchen konnte man nicht. Hier kommen wir stolze 20 Minuten vor Plan an, so dass wir den ICE vorbeilassen müssen. Dadurch kann auch die Bentheimer Eisenbahn nur verspätet einfahren, die RB nach Bielefeld wartet aber den Anschluss ab.
Bad Bentheimer Bahnsteigbild: ICE und GoVolta
Mein Zug bekommt jetzt die Nase gebrochen, also eine niederländische Lok im „Nez-cassé“-Design vorgespannt.
Die kurze Weiterfahrt nach Hengelo nutze ich noch für ein Bild der Toilette, die unten offen ist und daher ein Hinweisschild hat, das ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Sonst ist sie aber einigermaßen sauber und funktionstüchtig.
Dann ist mein Zielbahnhof erreicht. Ich steige aus dem Zug, der hier nur zum Ausstieg hält, und nutze die Stunde Aufenthalt für einen Bummel durch die Stadt, bei der natürlich auch ein Besuch bei Albert Heijn nicht fehlen darf. Zuerst wirkt die Stadt recht ausgestorben, was aber nicht am Karfreitag liegt (der hier auch gar kein Feiertag ist), sondern an der Uhrzeit. Der Supermarkt hat auch noch offen, und am Rathaus ist die Gastronomie gut gefüllt. Ich nutze sie ebenfalls für eine Pokébowl.
Pannenhilfe alleine scheint nicht zu reichen
Der Rathausturm von Hengelo
Den Rückweg trete ich komplett mit dem Deutschlandticket an, da das nur unwesentlich länger dauert als mit dem Fernverkehr. In Diepholz überholt meinen RE 9 der verspätete ICE, der um diese Uhrzeit auch hier hält. Da ich aber maximal eine Viertelstunde sparen würde, verzichte ich auf den Umstieg und erreiche so gegen Viertel vor elf wieder meinen Heimatbahnhof.
Am Donnerstag war ich mal wieder zum internationalen Mensa-Event „Grensa“ unterwegs, das diesmal in Südlohn-Oeding an der niederländischen Grenze stattfand. Mein ursprünglicher Plan, dafür die X80 diesmal nicht nur zum Spaß zu benutzen, wurde durch deren Zweistundentakt vereitelt. Also fuhr ich mit dem ICE nach Münster, wo der recht knappe Anschluss zur RB 63 klappte, und weiter nach Coesfeld, wo sogar noch Zeit war, einen sich sonnenden Setra auf den Chip zu bringen. Meines Wissens ist es das erste Exemplar dieses recht schicken Modells in meiner Sammlung.
Setra von Boonk Reisen am Coesfelder Bahnhof
Es ist schon witzig, wie die genutzten Verkehrsmittel immer kleiner wurden: Erst ICE, dann zweimal RB, von Ahaus dann ein Regionalbus bis Südlohn, wo ich dann in den Bürgerbus umstieg. Der heißt so, weil er von Ehrenamtlichen gefahren wird und so die Verbindung zwischen den beiden Gemeindeteilen untereinander und mit dem niederländischen Winterswijk darstellt. Der Bürgerbus fährt werktags außer samstags im Stundentakt und ist in der Fahrplanauskunft zu finden. Das Deutschlandticket gilt nicht, die Fahrt kostete aber ganze 1 Euro.
So kam ich dann tatsächlich eine Stunde früher als mit dem X80 in Oeding an. Am nächsten Tag gelang mir dann auch ein Foto vom Bürgerbus, wenn auch ohne Sonne:
Der Südlohner Bürgerbus am Rathaus in Oeding
Der Rest des Wochenendes war mehr oder weniger ÖPNV-frei, sieht man einmal davon ab, dass wir am Sonntag ein Kuriosum besichtigten: Das niederländische Dinxperlo und das deutsche Suderwick sind im Grunde ein Ort in zwei Staaten. Da die Grenze entlang der Straße verläuft, auf der der Bocholter Stadtbus fährt, hat er logischerweise auch auf beiden Seiten unterschiedliche Haltestellenmasten:
Deutscher (links im Hintergrund) und niederländischer Haltestellenmast auf dem Hellweg in Suderwick bzw. dem Heelweg in Dinxperlo
Zurück ging es dann nicht mit dem Zug, sondern es ergab sich eine Mitfahrgelegenheit bis an den Stadtrand von Bremen, wo ich direkt den Schnellbus nach Hause erwischte und so noch bei meiner Freundin vorbei schauen konnte.
Da sich die DB entschieden hatte, die Freifahrten am Tag nach einer Goldmedaille für Deutschland auf die Paralympics auszuweiten, war ich heute mal wieder in der 1. Klasse des Fernverkehrs unterwegs. Zuerst nach Hamburg, wo ich eine Stunde Zeit hatte, die ich nutzte, um an den Elbbrücken ein „anständiges“ Foto eines DT4 der Hochbahn zu machen:
Auf dem Weg dahin ergab sich auch ein Bild des nur mit einem Gitter abgesperrten „Geisterbahnsteigs“ in Hauptbahnhof Nord.
Dann machte ich mich aber auf den Weg zum eigentlichen Zweck der Reise: die Befahrung der Güterumgehungsbahn, die nämlich wegen der baubedingten Sperrung der Verbindungsbahn derzeit als Umleitung für einige Fernzüge dient. Kaum war ich mit dem EC Richtung Kopenhagen abgefahren, erfuhr ich, dass ich keinen neuen Abschnitt kennenlernen würde, denn wegen einer Streckensperrung bogen wir auf die Lübecker Strecke ab und fuhren über Bad Oldesloe nach Neumünster. Das ging auch nur, weil unser Zug außerplanmäßig noch ein dieselbetriebener IC3 ist. Auf dem eingleisigen Streckenabschnitt verpassten wir den entgegenkommenden Regionalbahnen zwar ordentliche Verspätung, kamen selbst aber einige Minuten vor Plan in Neumünster an.
Dort entdeckte ich auf dem Nachbargleis einen ICE, der wegen der Sperrung zurückgehalten worden war und als Fahrtziel Hamburg-Harburg hatte (nachdem er ursprünglich nach Stuttgart hätte fahren sollen). Dieses Ziel konnte er ja nur über die GUB erreichen, und so wartete ich geduldig, bis es nach einer halben Stunde tatsächlich weiter ging. Noch während der Fahrt wurde bekannt gegeben, dass wir statt Harburg den Hbf anfahren und der Zug dort auf einen anderen ICE nach TS wenden würde. Die Fahrgäste dorthin freuten sich – ich mich auch, denn nicht nur hatte es jetzt tatsächlich mit der Bereisung geklappt, sondern so konnte ich noch in AH beim Mexikaner essen und mich direkt eine halbe Stunde später wieder auf den Weg nach Bremen machen.
Am Wochenende ging es mal wieder mit Ole nach Schladern. Hin fuhren wir zwar im selben Zug, aber nicht zusammen, weil ich dank ProbeBahnCard und Aktionsgutschein recht günstig in der (ebenfalls ziemlich vollen) 1. Klasse reiste. Den Umsteigebahnhof Köln erreichten wir mit immerhin so viel Verspätung, dass wir die eigentlich geplante S-Bahn nicht mehr erreichten, dafür aber den RE von fast einer Stunde vorher. Der stand dann in Deutz wegen einer Signalstörung noch eine Weile herum, was uns auf dem Nachbargleis noch folgenden Anblick bescherte:
Zug der Mittelrheinbahn nach „Nirgendwo“
Zum Glück nicht nach Nirgendwo, sondern letztendlich doch noch nach Schladern führte unsere Reise, so dass wir den Zielbahnhof gegenüber dem ursprünglichen Plan mit ganz passablen etwa +15 erreichten.
Auf dem Rückweg nahmen wir ebenfalls den RE, was uns möglicherweise den Umstieg in Köln rettete. Der erfolgte in den „Female ICE“, der für eine Aktion beklebt wurde, bei der er nur mit weiblichem Personal besetzt war.
Der „Female ICE“ in Köln Hbf
Ob er das danach auch noch ist, weiß ich nicht. Ich sah zwar nur Frauen als Zugbegleiterinnen, das mag aber Zufall gewesen sein. Wie dem auch sei, jedenfalls erreichten wir, diesmal beide in der 2. Klasse, angenehmerweise Bremen pünktlich. Ole musste sich jetzt angesichts des ÖPNV-Streiks allerdings aufs Fahrrad schwingen, während ich wie immer nur einen kurzen Fußweg zurückzulegen hatte.
Am letzten Wochenende der Olympischen Winterspiele gab es zwei Goldmedaillen für das deutsche Team. Was das mit der Eisenbahn zu tun hat? Der Medaillengewinn war auch ein Gewinn für so einige Bahnkunden, die eine Probe BahnCard Gold erworben hatten und dadurch jeweils einen Tag kostenlos im DB-Fernverkehr fahren konnten. Da ich einer davon war, machte ich mich am Samstag auf den Weg. Der ursprüngliche Plan war, die Umleitungsstrecke Hamburg–Berlin über Uelzen–Stendal zu fahren. Da ich aber kurzfristig erfahren hatte, dass an dem Tag auch noch die Neigetechnik-ICE der BR 415 verabschiedet wurde, disponierte ich in Harburg um und fuhr nach Hannover. Von da ging es weiter mit dem IC Richtung Leipzig, wo die Abschiedsfahrt Station machen sollte. So entging mir zwar die Erstbefahrung der Strecke Uelzen–Stendal, dafür wurde der IC aber über die Strecke Stendal–Magdeburg umgeleitet, die ich auch noch nicht kannte. LL erreichten wir dadurch mit etwa +20, aber immer noch rechtzeitig für die Abschiedsfahrt, für die sich schon zahlreiche Eisenbahnfans auf den Bahnsteigen postiert hatten. Dadurch und wegen des ungünstigen Sonnenstands wurden meine Fotos nicht die allerbesten, aber immerhin die Gedenkanschrift am Zug habe ich ganz gut verewigen können.
Abschiedsfahrt der Baureihe 415 in Leipzig Hbf
Jetzt machte ich mich aber auf den Weg zu meinem ursprünglich geplanten Ziel, passenderweise mit einem „langen“ Neigetechnik-ICE der BR 411, die weiterhin in Betrieb bleiben. Der brachte mich pünktlich nach Dresden, wo ich erst mal Bilder vom örtlichen Nahverkehr machte, darunter dem neuesten Pferd im Straßenbahnstall.
Wagen des Typs NGT DXDD am Dresdner Hbf
Nach nur einer Stunde trat ich auch schon wieder den Rückweg an. Um die Freifahrt für etwas Ungewöhnliches zu nutzen, tat ich das mit dem ComfortJet, einer tschechischen Variante des Railjet, die zwischen Wien, Budapest, Prag, Dresden und Berlin unterwegs ist, nach der Generalsanierung auch bis Hamburg und Kopenhagen. Der hatte leider eine halbe Stunde Verspätung, dafür hatte ich in der 1. Klasse, die ich mit meiner BahnCard Gold benutzen durfte, den ganzen Wagen für mich alleine:
1. Klasse des ČD-ComfortJet
Auch aus dem Restaurant konnte ich mich am Platz bedienen lassen, hatte aber gerade keine Lust auf tschechisches Essen und ließ es daher bei einer Limo bewenden.
2. Klasse des ČD-ComfortJetSteuerwagen des ČD-ComfortJet
Durch die Verspätung verpasste ich leider den Anschluss in Berlin, hatte dafür dann aber dort Zeit zum Essen und zum Bewundern der Rolltreppen, die fast alle gerade wegen eines technischen Defekts abgeschaltet waren. Weiter ging es mit einem ICE Richtung HH, der sich leider durch längeres Herumstehen vor Wolfsburg auch wieder Verspätung einfuhr und den Umsteigebahnhof erreichte, als mein Anschlusszug am Gleis gegenüber gerade abgefahren war. Das war dann schon etwas ärgerlich, immerhin fuhr kurz danach schon der RE, den ich nun mit meinem Deutschlandticket in der 2. Klasse nutzte und so HB zwei Stunden später erreichte als geplant.
Da es am Samstag noch eine Goldmedaille gegeben hatte, machte ich mich am Sonntag noch mal auf den Weg, allerdings erst nach ausgiebigem Ausschlafen. Diesmal stand die Erstfahrt mit dem ICE L auf dem Programm, der ja zurzeit zwischen Köln und Berlin eingesetzt wird und in dieser Richtung praktischerweise über Osnabrück fährt. Also machte ich mich auf den Weg gen Süden, kurioserweise in einer Zeitlage, in der statt des stündlichen ICE nur der halbstündlich versetzte IC aus Westerland fuhr, so dass ich den Vorgänger des ICE L auch noch einmal genießen konnte – übrigens in einer ziemlich vollen ersten Klasse und mit einer farblich passenden 101.
IC 1 aus Westerland in Recklinghausen Hbf
Nach einem kurzen Gang durch die sonntäglich tote Altstadt erwartete ich gespannt die Ankunft des Zuges, nur um zu erfahren, dass dieser kurzfristig umgeleitet wurde. Stattdessen kam kurz danach der IC nach Emden in Gestalt eines ICE 2, in dem wir erfuhren, dass wir den ICE L in EMST noch würden erreichen können. Das passierte dann auch tatsächlich:
Steuerwagen des ICE L in Münster Hbf1.-Klasse-Wagen des ICE L in Münster Hbf
Ein bisschen wirkt er ja mit seinen kurzen Wagen wie ein Spielzeugzug. Nach einer nun etwas verkürzten Fahrt stieg ich in HO aus und in den etwa 30 Minuten verspäteten ICE nach HB ein. Dort kam er allerdings nicht an, weil er wegen eines Wildunfalls kurzfristig über die Güterumgehungsbahn umgeleitet wurde. Zum Glück hielt er vorher noch in Kirchweyhe, was sogar im Fahrgastinformationssystem angezeigt wurde:
Natürlich passte der Zug nicht ganz an den Bahnsteig, weshalb aus der 1. Klasse erst mal eine Völkerwanderung nach vorne einsetzen musste.
Insgesamt ging aber alles ziemlich schnell vonstatten: Die Fahrgäste für Bremen stiegen aus, der ICE fuhr weiter und dürfte auf der kürzeren Strecke einiges von seiner Verspätung abgebaut haben. Zum Glück kam auch direkt dahinter der RE, so dass die Fahrt nach Bremen – nun allerdings in einer recht vollen 2. Klasse – nur unwesentlich länger dauerte.