Am Donnerstag war ich mal wieder zum internationalen Mensa-Event „Grensa“ unterwegs, das diesmal in Südlohn-Oeding an der niederländischen Grenze stattfand. Mein ursprünglicher Plan, dafür die X80 diesmal nicht nur zum Spaß zu benutzen, wurde durch deren Zweistundentakt vereitelt. Also fuhr ich mit dem ICE nach Münster, wo der recht knappe Anschluss zur RB 63 klappte, und weiter nach Coesfeld, wo sogar noch Zeit war, einen sich sonnenden Setra auf den Chip zu bringen. Meines Wissens ist es das erste Exemplar dieses recht schicken Modells in meiner Sammlung.
Setra von Boonk Reisen am Coesfelder Bahnhof
Es ist schon witzig, wie die genutzten Verkehrsmittel immer kleiner wurden: Erst ICE, dann zweimal RB, von Ahaus dann ein Regionalbus bis Südlohn, wo ich dann in den Bürgerbus umstieg. Der heißt so, weil er von Ehrenamtlichen gefahren wird und so die Verbindung zwischen den beiden Gemeindeteilen untereinander und mit dem niederländischen Winterswijk darstellt. Der Bürgerbus fährt werktags außer samstags im Stundentakt und ist in der Fahrplanauskunft zu finden. Das Deutschlandticket gilt nicht, die Fahrt kostete aber ganze 1 Euro.
So kam ich dann tatsächlich eine Stunde früher als mit dem X80 in Oeding an. Am nächsten Tag gelang mir dann auch ein Foto vom Bürgerbus, wenn auch ohne Sonne:
Der Südlohner Bürgerbus am Rathaus in Oeding
Der Rest des Wochenendes war mehr oder weniger ÖPNV-frei, sieht man einmal davon ab, dass wir am Sonntag ein Kuriosum besichtigten: Das niederländische Dinxperlo und das deutsche Suderwick sind im Grunde ein Ort in zwei Staaten. Da die Grenze entlang der Straße verläuft, auf der der Bocholter Stadtbus fährt, hat er logischerweise auch auf beiden Seiten unterschiedliche Haltestellenmasten:
Deutscher (links im Hintergrund) und niederländischer Haltestellenmast auf dem Hellweg in Suderwick bzw. dem Heelweg in Dinxperlo
Zurück ging es dann nicht mit dem Zug, sondern es ergab sich eine Mitfahrgelegenheit bis an den Stadtrand von Bremen, wo ich direkt den Schnellbus nach Hause erwischte und so noch bei meiner Freundin vorbei schauen konnte.
Am Sonntag ging es leider schon wieder auf den Heimweg aus Luxemburg. Als krönenden Abschluss hatte ich mir aber noch vorgenommen, die Nordstrecke bis Lüttich zu befahren. Am Bahnhof Luxemburg habe ich noch ausreichend Zeit, eine Doppelstockgarnitur von der Seite des Steuerwagens auf den Chip zu bringen.
Bis Kautenbach (bzw. theoretisch von meiner Reise 2006 bis Clervaux) kenne ich die Nordstrecke ja schon. Beim Halt in Kautenbach mache ich noch aus dem Zug ein Bild vom Bahnhof. Auf den neueren Bahnhofsschildern steht der französische Ortsname (den man in der Fahrplanauskunft und auf Landkarten findet) oben, darunter der luxemburgische. Auf den älteren Schildern steht nur der französische. Übrigens sind im luxemburgischen Menü der CFL-Fahrkartenautomaten auch die Ortsnamen in Frankreich in dieser Sprache angegeben. So musste ich am Vortag erst mal darauf kommen, dass ich eine Fahrkarte nach Diddenuewen brauche.
Die Fahrt geht weiter zum Grenzbahnhof Troisvierges, bei dem man auch nicht unbedingt darauf kommt, dass die Namen Ulflingen und Ëlwen denselben Ort bezeichnen. Hier haben wir einige Minuten Aufenthalt, und das Personal wechselt. Dann geht es weiter durch recht einsame, verschneite Landschaft über die Grenze. Bald wird es bergig, und wir folgen dem Lauf verschiedener Flüsse: OpenStreetMap meint, es sei erst der Glain, dann die Salm und dann die Amblève. In Rivage, wo wir auch auf die Strecke aus Marloie treffen, fließt die Amblève wiederum in die Ourthe.
Wildromantische Landschaft
Nach insgesamt knapp drei Stunden Fahrzeit erreichen wir Lüttich. Hier fließt wiederum die Ourthe in die Maas, die neben der Bahnstrecke von einer imposanten Straßenbrücke überquert wird.
Dann ist der Bahnhof Liège-Guillemins erreicht. Durchgefahren bin ich hier schon oft, aber jetzt habe ich endlich mal Zeit, die Architektur zu bewundern und für meine Sammlung zu verewigen.
Bahnhofshalle von Liège-Guillemins. In der Mitte der Desiro ML, mit dem ich aus Luxemburg gekommen bin.
Von hier wäre der schnellste Weg mit dem Eurostar (ex Thalys) nach Köln gewesen. Da alleine diese Strecke aber schon 60 Euro nicht stornierbar gekostet hätte, fahre ich lieber mit dem Nahverkehr weiter. Das ist zufällig der LIMAX, mit dem ich sowieso schon immer mal fahren wollte.
Der Zug ist recht voll, aber am Ende findet sich noch ein Platz für mich. Diesmal sitze ich auf der anderen Seite, wo es auch eine schöne Maasbrücke gibt:
Parallel zur Maas fahren wir dann auch über die niederländische Grenze, damit der Dreiländerzug seinem Namen auch gerecht wird. In Maastricht biegen wir auf die Strecke nach Heerlen ab, die durch die Gegend führt, in der die Niederlande ihrem Namen am wenigsten Ehre machen. Inzwischen ist der Zug so leer geworden, dass ich einen Vierer für mich habe. Kurz vor Herzogenrath passieren wir unbemerkt für mich die Systemwechselstelle zum deutschen Stromnetz und die Staatsgrenze. Gleich darauf muss ich auch schon umsteigen.
Mein nächster Zug ist der RE 4 nach Düsseldorf. Der ist erfreulicherweise pünktlich und auch recht leer. Und sogar die Sauberkeit, von der ich in Luxemburg so angetan war, ist auch hier zu bewundern. In Düsseldorf steige ich aus und esse erst mal beim Frittenwerk. Eigentlich ist der Plan, mit dem RE 2 nach Osnabrück zu fahren und je nach Verkehrslage auf dem letzten Stück vielleicht noch mit dem ICE abzukürzen. Nun ist die Verkehrslage aber so, dass der RE ausfällt. Also kaufe ich mir ein Ticket für den ICE, verbringe die restliche Zeit in der Lounge und fahre dann mit dem ICE nach Hause. Der ist erfreulicherweise bis kurz vor dem Ziel pünktlich und fährt (bzw. steht) sich erst in Bremen-Hemelingen etwa +10 ein. So geht die Tour auch auf dem deutschen Streckenabschnitt recht erfolgreich zu Ende.
Auch für die „Route Coverage“ bei Viaduct war die Tour erfolgreich: Ich habe jetzt 95 % des Streckennetzes befahren. Außer der Strecke nach Longwy fehlt jetzt nur noch die Museumseisenbahn → „Train 1900“, die von Pétange in Richtung der französischen Grenze führt.
Eins der Ziele der gestrigen Tour sollte es sein, den neuen ICE L vor die Linse zu bekommen. Dazu setzte ich mich um 8:44 Uhr in den ICE nach EDO, das ich mit etwa +10 erreichte, um dort oder an den nachfolgenden Stationen den neuen Zug abzupassen. Leider machte mir eine Oberleitungsstörung zwischen Dortmund-Scharnhorst und Dortmund-Kurl einen Strich durch die Rechnung, da dadurch der Zug von Hamm über Wuppertal umgeleitet wurde. Auch der 426er, den ich im Sommer mal auf der RB 46 gesehen hatte, war dort nicht unterwegs. Also machte ich mich auf den Weg zur dritten Station: dem eine Woche vorher eröffneten Haltepunkt Herten-Westerholt. Eine Station vorher in Buer Nord waren ebenfalls neue Bahnsteige eröffnet worden, so dass jetzt nicht nur die Züge von und nach Haltern dort halten können. Da neue Bahnsteigschilder neuerdings mit einer anderen Schriftart bedruckt werden, konnte man hier prima den Unterschied sehen:
Altes (rechts) und neues Bahnhofsschild (links) in Gelsenkirchen-Buer Nord
In Westerholt selbst wird konsequenterweise nur die neue Schriftart verwendet. Diese ist Teil eines ganzen Konzepts, das unter anderem Buchstaben zur eindeutigen Identifikation von Ausgängen enthält.
Bahnsteigunterführung am Bahnhof Herten-Westerholt
Nicht weit vom Bahnhof ist das Alte Dorf, das zwar sehr klein, aber dafür umso malerischer und daher auch zu meiner Marler Zeit immer wieder Ausflugsziel für uns war. Manchmal findet man auch die im Titel erwähnte Bezeichnung, die aber wohl eher auf andere Städte wie Warburg passt.
Im Alten Dorf Westerholt
Leider fuhren wegen einer Störung zwischen Essen und Bottrop die Züge am neuen Bahnhof nur zweistündlich. Das hatte allerdings den Vorteil, dass ich so noch die Öffnung der örtlichen Pommesbude (die genau genommen schon im Nachbarort Bertlich liegt) abwarten und dort eine sehr gute Currywurst essen konnte. Dann marschierte ich zurück zum Bahnhof (wäre der Hintereingang schon fertig gewesen, wäre es etwas schneller gegangen) und machte mich auf den Rückweg, diesmal ausschließlich mit dem Deutschlandticket. Das hatte den Vorteil, dass ich zwischen HO und HB noch die neuen Ersatzzüge testen konnte: WFL-Doppelstockwagen, die deutlich mehr Platz bieten als die vorher eingesetzten Talent 2 und trotz (oder gerade wegen) ihres Alters recht komfortabel sind. Nach einer ICE-Überholung erreichte ich meinen Heimatbahnhof wiederum mit etwa +10.
Gestern war ich mal wieder auf Strecken- und Fototour, zuerst mit dem ICE nach Hagen. Die Besonderheit dabei war, dass der Zug nicht in HO hielt, weil dort mal wieder eine Bombenentschärfung angesagt war. Dabei fahren die Züge zunächst noch durch den Bahnhof ohne Halt durch, während sie später ganz umgeleitet werden. Aber nun war ich erst mal auf Gleis 9/10 in EHG, wo zufällig zwischen meinem ICE und dem RE 16 noch der aus n-Wagen gebildete RE 13-Ersatzzug durchkam. Dabei wurde er nicht nur von mir beäugt, sondern auch von einem Jungen mit Handy auf dem Stativ, der mich fragte, ob ich auch Trainspotter sei. Leider sind meine Fotos nicht vorzeigbar, ich hoffe, ihm erging es besser.
Der „Strecken“teil meiner Reise führte mich dann nach Iserlohn. Der „Bahnhof“ dort ist betrieblich nur noch ein Haltepunkt. Das ist nicht so ungewöhnlich, aber genau genommen handelt es sich um zwei Haltepunkte an zwei verschiedenen Strecken, die hier nebeneinander enden und keine Verbindung mehr untereinander haben, nämlich der von (Hagen–)Letmathe und der von (Dortmund–)Schwerte.
Der Stadtbahnhof in Iserlohn: Links der VIAS-RE 16 aus Essen, rechts die DB-RB 53 aus Dortmund
Da ich beide Strecken noch nicht kannte, war es klar, dass ich über die eine hin und über die andere zurück fahren würde. Dazwischen lag ein einstündiger Besuch in der nicht allzu interessanten Stadt, in der es aber immerhin direkt am Bahnhof einen guten Schnellimbiss gibt.
Die beiden Strecken waren schon etwas interessanter, die aus Letmathe vor allem um die Dechenhöhle herum und die nach Schwerte, weil sie auf einem teilweise recht hohen Damm verläuft und keinen einzigen BÜ hat, was auch in der → Wikipedia Erwähnung findet. Am Endbahnhof EDO angekommen, fuhr ich direkt weiter nach EBO. Hier war der Plan eigentlich, den 426 abzulichten, der zumindest manchmal auf der RB 46 fährt, aber die entsprechende Fahrt (womöglich der ganze Umlauf) fiel aus. Also zurück nach EDO, wo ich jetzt mehr Zeit hatte für das nächste Projekt: Ein Foto eines neuen Vamos-Stadtbahnwagens. Ende August hatte ich es schon einmal versucht, das war aber daran gescheitert, dass ich keine Fotogenehmigung hatte, die man bei den DSW aber benötigt. Mir widerstrebt das zwar, aber letztendlich ist mir das Hobby doch wichtiger und man bekommt sie auch unkompliziert jeweils für einen ganzen Tag. Diesmal wollte sie auch niemand sehen, und so ging mir nicht nur ein neuer, sondern auch ein alter Wagen ins Netz.
B80C-Wagen der DSW21B80D-Wagen (Vamos) der DSW21
Da die neuen Wagen noch nicht sehr zahlreich eingesetzt werden, zahlte es sich aus, mehr Zeit zu haben als geplant. Dann konnte ich mich aber an die Rückfahrt machen, für die ich die direkte Strecke ja nicht (bzw. nur sehr umständlich mit zwei SEV) nehmen konnte. Zunächst peilte ich also den RE 6 an, der aber so viel Verspätung hatte, dass ich den Anschluss in Minden verpasst hätte. Also fuhr ich stattdessen mit dem Berlin-ICE dorthin, nutzte für die Weiterfahrt mal die S-Bahn Hannover und dann den RE gen Bremen, wo ich zur gleichen Zeit ankam wie sonst an meinen Bürotagen.
Da ich heute Urlaub und noch nichts anderes vorhatte, setzte ich mich mal wieder um kurz vor neun in den ICE, diesmal bis Duisburg. Eigentlich hätte ich da zwanzig Minuten Zeit bis zur RB 33 gehabt, aber direkt hinter meinem Zug trudelte der verspätete RE 42 ein, so dass ich gerade noch ein Foto vom im Umbau befindlichen Bahnhof machen konnte.
Kurz vor der Endstation Mönchengladbach sagte der Tf durch, dass der RE 4 nach KA noch erreicht würde. Prompt blieb der Zug danach erst mal stehen, aber auch unsere noch mal verzögerte Ankunft wartete der RE noch ab. Ich stieg aber nicht um, sondern vertrieb mir die Zeit mit Kaffee und Busfotos, bis es dann um halb eins weiterging nach Dalheim. Dort, an der niederländischen Grenze, ist heute die Strecke zu Ende, die früher bis Antwerpen führte. Eine Wiedereröffnung wird immer wieder diskutiert, scheitert aber an einem Naturschutzgebiet und mangelndem Interesse in den Niederlanden, die nur im Transit durchfahren werden. Folglich hat die Station einen etwas morbiden Charme, auch wenn man die brachliegenden Gleise inzwischen entfernt und den Bahnsteig erneuert hat:
Hier ging es mal weiter Richtung Niederlande und Belgien
Auf den letzten paar Metern vor dem Prellbock wechselt noch der Infrastrukturbetreiber:
Der Grund, dass ich die Tour unter der Woche machen wollte, ist der, dass man nur dann anders als mit dem Zug von Dalheim wegkommt. So nahm ich den Bus in die Kreisstadt Heinsberg, wohin die Bahnstrecke erst 2013 reaktiviert wurde. Vorher war die Kreisstadt die einzige in NRW ohne Bahnanschluss. Da die Strecke Lindern–Heinsberg an die Rurtalbahn übertragen wurde, bietet sie das Kuriosum von DB-Zügen auf einer Nicht-DB-Strecke.
Die Strecke wird von der RB 33 aus Aachen befahren, die in Lindern in einen Zugteil nach Duisburg und einen nach Heinsberg geflügelt wird. Die Wendezeiten an beiden Enden sind sehr kurz, daher gab es auch auf meiner Fahrt eine leichte Verspätung. Die reichte aus, dass der RE 4 in Lindern eigentlich schon über alle Berge sein sollte, aber erstaunlicherweise wartete er. Die dadurch verursachte Verspätung war nicht nennenswert, wurde es aber ab Erkelenz wegen einer BÜ-Störung. Bei der Weiterfahrt wurden es wegen entgegenkommender und vorausfahrender Züge dann noch ein paar Minuten mehr, so dass wir die Endstation EDO mit gut +15 erreichten. Das reichte dem RE, um fast pünktlich zurückzufahren, und mir, um mit dem ohnehin verspäteten ICE zurück nach HB zu fahren. Der war in KK von einem dreizehn- auf einen siebenteiligen ICE 4 getauscht worden und daher als „ausgebucht“ markiert, bot aber erfreulicherweise noch mehr als genug Sitzplätze. So erreichte ich meinen Heimatbahnhof dann mit etwa +30 gegenüber dem ursprünglichen Plan.
Letztes Wochenende war ich mal wieder mit einem Freund in Schladern an der Sieg, um dort weitere Freunde zu treffen. Die Hinfahrt verlief völlig problemlos: Der ICE stand schon zehn Minuten vor der Abfahrt am Bahnsteig. Es stellte sich heraus, dass er allerdings auch eine halbe Stunde früher als sonst in AH abgefahren war. Die Weiterfahrt bis KK verlief dann im normalen Plan, von dort ging es weiter mit der S-Bahn.
Zurück am Sonntag nahmen wir dann erst den RE bis KK, wo wir feststellten, dass wir noch den ICE eine Stunde früher als geplant erreichen würden, weil der Verspätung hatte. Als Grund stellten sich Fans des VfB Stuttgart heraus, die zum Spiel nach Köln wollten. Das führte zwar zu einigen Umwegen im Bahnhof, hatte aber den Vorteil, dass im Zug nun Platz war. Die Verspätung von etwa +45 blieb bis HB bestehen, dafür konnten wir aber sogar in der 2. Klasse die Annehmlichkeiten eines Am-Platz-Services genießen, wahrscheinlich weil wir nahe am Speisewagen saßen.
Zum dritten Mal in Folge war ich heute zum Spaß mit der Bahn unterwegs. Diesmal wieder nach NRW, wo ich den Niersexpress bereisen wollte. In meiner Zeit bei der NordWestBahn hatte ich das nicht geschafft, obwohl ich die Strecke auch geplant habe. Dafür setzte ich mich im ICE nach KD in ein Abteil, das sonst nur von einer älteren Frau belegt war, die mit dem Zug unterwegs nach Spanien war. Das und auch anderes aus ihrer Lebensgeschichte versprach eine spannende Unterhaltung, die wir über weite Teile der Fahrt führten. Am Umsteigebahnhof angekommen, reichte die Zeit trotz leichter Verspätung (Signalstörung bei ERE) noch für einen kurzen Loungebesuch, bevor es dann pünktlich mit dem RE 10 weiterging, der heute von der NWB-Abspaltung RheinRuhrBahn betrieben wird. Am Zielbahnhof Kleve angekommen, genoss ich erst mal eine Currywurst (ich war immerhin in NRW), lief dann ein wenig durch die Innenstadt, gönnte mir noch einen Eiskaffee und fuhr dann mit dem Bus nach Emmerich weiter. Dort ist leider die Innenstadt so weit vom Bahnhof entfernt, dass sich ein Besuch nicht lohnte. Stattdessen machte ich ein paar Zugbilder.
Ein Güterzug mit zwei 189ern durchfährt den Bahnhof EmmerichDer RE 19 aus Düsseldorf trifft am Stumpfgleis 1 ein. Zurzeit muss man zur Weiterfahrt nach Arnheim umsteigen.
Leider kein Foto ergab sich von einem 408er, weil der in Emmerich zu knapp vor meiner Abfahrt durchkam (obwohl sich diese um ein paar Minuten verzögerte und der ICE anhalten musste). Auch in Duisburg verzichtete ich darauf, weil es durch den kurzfristigen Wechsel auf Gleis 13 nicht gut geworden wäre. Also machte ich mich mit dem verspäteten und rappelvollen RE 2 auf den Weg nach HO. Hätte ich dort den RE 9 noch bekommen, wäre die Rückfahrt kostenlos gewesen. Das wurde aber auf dem allerletzten Stück wegen Gegenständen im Gleis vereitelt. Also eine Fahrkarte für den ebenfalls verspäteten EC gekauft und eine halbe Stunde hinter dem ursprünglichen Plan (allerdings auch etwa 20 Euro preiswerter) in HB angekommen.
Meine heutige Bahntour führte mich nach NRW, und zwar in den Landesteil, der im Namen nicht vorkommt: den Kreis Lippe, der im Wesentlichen dem Gebiet des früher selbständigen, nicht zu Westfalen gehörenden Landes entspricht. Statt der Verbindung mit dem knappen Anschluss in Minden fuhr ich lieber eine Stunde später. So hatte ich nicht nur einen etwas sichereren Anschluss in Nienburg, sondern konnte auch auf der Nato-Bahn schon Nebenbahnromantik genießen. In Löhne und vor Herford blieben wir wegen einer Betriebsgefahr eine Weile stehen, mein Anschluss in EBIL war aber nicht in Gefahr. Dagegen fuhr der RE 6, in den ich bei der anderen Verbindung in Minden eingestiegen wäre, erst in dem Moment ein, als mein Zug nach Lemgo schon abfuhr – alles richtig gemacht!
In Lemgo angekommen, fuhr ich bis zur Endstation Lüttfeld, wo mir ein gutes Foto des Eurobahn-Talents gelang.
Eurobahn-Talent am Bahnhof Lemgo-Lüttfeld
Von dort fuhr ich das kurze Stück zurück zum Stadtbahnhof, um mir erst einmal die sehenswerte Altstadt kurz anzugucken.
Der Marktplatz von Lemgo
Ebenfalls sehenswert ist der Bustreffpunkt, der Fahrpläne und Netzplan auf sehr übersichtlichen Säulen untergebracht hat:
Die Busse dazu gab es leider nicht zu sehen, weil sie sonntags nicht fahren. Mein Bus für die Weiterfahrt fuhr auch nicht vom Bustreff ab, sondern ein paar hundert Meter weiter in der Papenstraße. Unterwegs kamen uns doch noch zwei Stadtbusse entgegen, die für den Verkehr zum Handballspiel eingesetzt wurden. Über die Dörfer ging es bis nach Bad Pyrmont, wo ich noch genug Zeit hatte, um vom Bahnhof weiter bis zur Endstelle am Markt zu fahren und dort ein Bild vom Bus der Firma Köhne, einer Tochter der kommunalen Verkehrsbetriebe Extertal, zu machen.
Köhne-Bus am Markt in Bad Pyrmont
Hier hatte ich allerdings nicht viel Zeit, bevor es, diesmal mit einer Linie der örtlichen Öffis, zurück zum Bahnhof und weiter mit einem Zug meines Arbeitgebers nach HH ging. Dort erfuhr ich, dass wegen einer Streckensperrung mein Anschluss-RE ausfiel. Als kurze Zeit später der IC einfuhr, wurde den Fahrgästen mitgeteilt, dass dieser nicht für den Nahverkehr freigegeben sei, dieser in Kürze aber auch wieder fahren würde. Ich kaufte mir lieber eine IC-Fahrkarte und konnte so mit nur etwa +30 gegenüber dem ursprünglichen Fahrplan in HB eintreffen.
Noch für die Statistik: Letztes Wochenende war ich mal wieder zum Rätseln, diesmal der E-NIGMA in Essen. Sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückreise bewegte sich die Verspätung im Bereich einer knappen halben Stunde.
Am Sonntag ergatterte ich gerade noch einen Sitzplatz im chronisch überfüllten RE nach Osnabrück, den ich schon drei Halte später in Bassum wieder verließ. Bis 1994 hätte ich von hier aus mit dem Zug weiterfahren können, aber jetzt bleibt nur der (immerhin recht schlanke) Umstieg auf den Bus. Der fährt streckenweise parallel zur alten Bahnstrecke oder dem, was davon noch übrig ist. Die dünne Besiedlung zeigt aber auch, warum es die Bahn hier schwer hatte. Der Bus ist bis zur nahen Endstation Sulingen auch nur mäßig besetzt. Dort habe ich – direkt am Bahnhof, der noch im Güterverkehr genutzt wird – wieder einen schlanken Anschluss, diesmal an den Bus nach Rahden. Noch vor ein paar Monaten fand der Navigator auf dieser Strecke sonntags keine Verbindung, jetzt fahren die Busse immerhin alle zwei Stunden. Entsprechend leer sind sie auch, auf meiner Fahrt sind außer mir nie mehr als drei Fahrgäste im Bus, streckenweise bin ich alleine.
Mitropa-Wagen der Museumsbahn Rahden–Uchte
In Rahden angekommen, ist gerade Zeit, um den von den örtlichen Museumsbahnern aufgestellten Mitropa-Wagen zu bewundern und in der Stadt einen Kaffee zu trinken, dann geht es auf dem noch betriebenen Stück der Bahnstrecke weiter. Der Tf lässt netterweise die Tür zum Führerstand offen, so dass sich ein Ausblick auf die Strecke ergibt. Der Vierminutenanschluss in Bünde klappt auch, nicht zuletzt weil der im Blockabstand der RB vorausfahrende IC etwas Verspätung hat. In HO schwanke ich zwischen Weiterfahrt mit dem ICE (kostet Geld) und RE (dauert länger und ist möglicherweise voller). Letzteres bewahrheitet sich zum Glück nicht, da es sich um einen der wenigen Doppelstock-Umläufe handelt. Also setze ich mich dort hinein und lasse mich natürlich auch nicht davon stören, dass der verspätete ICE in Lemförde überholt. Da auch der RE schon in HO mit Verspätung ankam und eine Negativwende vollführt hat, kommen wir in HB erst an, als es wiederum schon fast zurück gehen soll. Mir ist es egal, ich esse noch auf dem Heimweg beim neueröffneten KFC und freue mich mal wieder über eine gelungene Tour.
Am Wochenende war ich in Köln, um an der → Nürnberger Rätselnacht teilzunehmen. Klingt kurios? Ist es vielleicht weniger, wenn man erfährt, dass diese (ganz ein Kind der Pandemie) online stattfindet und ich in NRW mein Team getroffen habe. Das Bundesland ist ja nicht gerade für pünktliche Züge bekannt, und so zog sich der ICE auf der Hinfahrt +15 zu – teilweise, weil wir in KW an einem anderen ICE vorbei mussten, teilweise aber auch aus nicht ganz geklärter Ursache. Dafür gab es nach der Ankunft in KK einen 408er zu sehen:
Zug der Baureihe 408 (ICE3neo) in Köln Hbf
Auf der Rückfahrt war das größte Problem die Zubringer-Stadtbahn zum Hbf: Die Anschlussbahn am Ebertplatz fiel nämlich anscheinend aus, aber zum Glück war der ICE auch mit der nächsten noch bequem zu erreichen. Der fuhr sich kurz vor Münster (gerade wird wegen Bauarbeiten über ERE umgeleitet) ein wenig Verspätung ein, weil er vermutlich hinter dem RE hing, die er aber bis HB wieder herausfuhr, so dass mein Teamkollege und ich unseren Heimatbahnhof pünktlich erreichten und wir somit zu Hause noch ordentlich Schlaf nachholen konnten, nachdem wir das natürlich auch im Zug schon getan hatten.