Zwei mal vier gleich pünktlich

Wie schon öfter um diese Jahreszeit zog es mich am Freitag mal wieder nach Bielefeld. Und wie ebenfalls schon öfter hatte ich eine langsame, aber günstige Verbindung gebucht. Diesmal ging es mit der RB von NAH nach FH. Auf selbige wartend, bekam ich noch die Abfahrt des EC 114 mit, der baustellenbedingt hier hielt (vorher in Augsburg und nachher in Mainz). Während der EC noch abfuhr, fuhr auf den Gütergleisen der planmäßig nicht haltende ICE aus Wien vorbei – optimale Ausnutzung der Infrastruktur, würde ich sagen.

Meine Fahrt verlief völlig problemlos. Alle Verspätungen, die zwischenzeitlich Warnmeldungen im Navigator produzierten, wurden wieder hereingefahren oder gefährdeten die Umstiege nicht. Einziges kleines Ärgernis war ein sehr spontaner Gleiswechsel in FKW. So erreichte ich über Fulda, Kassel und Paderborn pünktlich um 21.57 Uhr Bielefeld-Senne, von wo ich den Bus zu meinen Gastgebern nahm.

Mit selbigen machte ich mich heute Nachmittag auf den Weg zum Bahnhof Brackwede. Von hier fuhr ich im Prinzip auf demselben Weg zurück, nur diesmal mit Umstiegen in Paderborn, Warburg, FKW und FF. Die klappten auch wieder super, so dass ich pünktlich um 20.22 Uhr NAH erreichte, Essen fasste und nach Hause radelte.

Ein Wochenende voller Baustellen

Mein Ziel am Wochenende lag zwar in Belgien, die Bahnfahrt dorthin fand aber komplett in Deutschland statt: mit der RB 75 bis Mainz, dann weiter mit dem IC nach Köln. Dort sollte es eigentlich direkt weiter mit dem RE 1 nach Düren gehen, allerdings verspätete sich dieser um zwanzig Minuten. Dass er nur bis Düren fuhr, war indessen so geplant und lag an den Bauarbeiten, die in dieser Woche stattfanden. Das Reststück bis Aachen überbrückte ein Bus, in dem ich zum Glück noch einen der letzten Sitzplätze ergattern konnte. Von KA holte mich eine Vereinskollegin ab und fuhr mich in das sehr schlecht mit dem ÖPNV angebundene belgische Dorf, in dem die Dorfstraße auch gerade eine Baustelle war.

Auf der Rückfahrt am Sonntag nahm mich praktischerweise ein anderer Vereinskollege direkt bis KKDT mit, weil dort mein ICE abfahren sollte. Da ich dort noch eine Stunde Zeit hatte, machte ich doch noch einen Abstecher zum Hbf zwecks Essen und Loungebesuch. Während Letzterem stellte ich fest, dass mein Zug wegen einer Signalstörung +20 haben sollte. Also versuchte ich, vom Hbf aus den ebenfalls verspäteten ICE nach FF zu erwischen, was leider misslang, da er doch nicht ganz so viel Verspätung hatte wie prognostiziert. Deswegen fuhr ich doch wieder nach KKDT, wo mein Zug dann tatsächlich mit +20 abfuhr. Wäre er pünktlich gewesen, wäre es kurioserweise schneller gewesen, in FF in den RE nach NAH umzusteigen. Das lag daran, dass der ICE an diesem Tag über Niederrad und Darmstadt Nord umgeleitet wurde, während der RE seinen regulären Weg fuhr. Wegen der Verspätung verpasste ich den RE aber knapp, blieb daher sitzen und war hocherfreut, als wir in NAH nur noch +10 hatten. Und vom Regen, der mich das ganze Wochenende begleitet hatte, war hier auch nichts zu spüren, so dass ich diesmal trocken nach Hause radeln konnte.

Willkommen im Neandertal

Das Ziel meiner Tour gestern war es, die Strecke von Duisburg Hbf zum Entenfang noch mal zu fahren, bevor der Verkehr im Dezember eingestellt wird. Weil das alleine ein bisschen wenig war, plante ich auch noch eine Befahrung der S 28 vom Kaarster See nach Mettmann, die Ende der 90er-Jahre aus zwei vernachlässigten Nebenstrecken entstanden war. Für die Anreise buchte ich als Hauptlauf einen IC durchs Rheintal, für die Rückreise einen ICE über die KRM.

Erstere klappte mit kleineren Zwischenfällen: -Störung zwischen Messel und Kranichstein und zehn Minuten „Arbeitsschutzpause Zugpersonal“ in Koblenz. Da der Zug ab KK „über die Wupper“ fuhr, musste ich mit der S-Bahn nach KKDT und von da mit dem ICE weiter, den ich – zu deutlich höherem Preis – auch schon ab NAH hätte nehmen können. Inzwischen hatte ich auch festgestellt, dass zum Entenfang mal wieder gar keine Züge fuhren, vermutlich wegen Personalmangel. Ob ich es wohl dorthin noch schaffen werde?

Also kaufte ich mir in EDG wie geplant ein 24-Stunden-Ticket der Preisstufe B, disponierte dann aber um und fuhr direkt mit der U 79 nach Düsseldorf zurück. Ich fand, dass man das Wohlstandsgefälle zwischen den beiden Nachbarstädten deutlich merkte, nicht nur am Publikum, das jeweils unterwegs war. In de Landeshauptstadt angekommen, fuhr ich ab Heinrich-Heine-Allee weiter mit der U 75 nach Neuss und stellte da fest, dass ich mit der verspäteten S 8 eventuell noch den Bus von Büttgen zum Kaarster Bahnhof erreichen würde. Das tat ich auch tatsächlich, da der wartete. Da es keine Haltestellenanzeige gab, verpasste ich aber den Halt am Bahnhof und musste durch strömenden Regen (mit zwei jungen Leuten, denen dasselbe passiert war) zurück laufen. Dank einer „genialen“ Ampelschaltung verpasste ich dann die S-Bahn zum Kaarster See, so dass mir dieses letzte Stück jetzt noch in meiner Sammlung fehlt. Aber wenigstens konnte ich so den eindeutig Nicht-DB-Haltepunkt in seiner ganzen Schönheit ablichten:

Als die Talent-Doppeltraktion zurück kam, enterte ich einen Vierersitz, den ich die ganze Zeit für mich hatte. Aufgrund des Regens musste ich mich ganz schön anstrengen, um beim Blick aus dem Fenster etwas zu erkennen, aber es war noch interessant genug. In Düsseldorf-Gerresheim bogen wir auf die andere Nebenstrecke ab, und bald hätte man das titelgebende Lied von der EAV einspielen können. Am (fast) gleichnamigen Hp (er schreibt sich mit h) gibt es nicht viel außer einem P+R-Parkplatz und einer Umsteigemöglichkeit in den Bus. Ganz ähnlich sieht es in Mettmann Stadtwald, dem ehemaligen Bahnhof Mettmann aus. Hier befindet sich nebenan die Werkstatt der Regiobahn, und ab hier soll die Strecke bis Wuppertal wiedereröffnet werden. Von der ebenfalls geplanten Elektrifizierung war übrigens noch nichts zu sehen.

Da ich wierderum nicht dieselbe Strecke zurück fahren wollte, nahm ich jetzt als fast einziger Fahrgast den Bus nach Gruiten und stieg dort in die S-Bahn. In KD angekommen, hatte ich noch fast eine Stunde Zeit, die ich zum Einkaufen des Essens für morgen und zum Essen des Essens von heute nutzte. Die Weiterfahrt erfolgte mit +5, weil der vorausfahrende ICE 2 anscheinend mal wieder Probleme bei der Flügelung hatte. Bis FFLF haten wir die trotz Halt überall auf der KRM fast aufgeholt, allerdings verlängerte sich da der Aufenthalt etwas länger, weil die Strecke nach Mannheim gesperrt war. Mir konnte es egal sein, war doch der IC nahezu pünktlich, was ja selten genug ist. Da es inzwischen auch nicht mehr regnete, konnte ich nicht nur trockenen Fußes nach Hause radeln.

Ein Hoch auf die L41

Von NAH nach Dortmund, wo ich am Wochenende mal wieder war, fährt die ICE-Linie 41 direkt. Bei der Buchung der Fahrkarte meinte die DB allerdings, dass die direkte Linie viel zu wertvoll sei, um günstige Fahrkarten zu verkaufen. Also entschied ich mich für Umsteigeverbindungen: Hin sollte es mit Umstieg in FFS und FFLF gehen, womit ich fast eine Stunde länger unterwegs war als mit dem direkten Zug, zurück mit Umstieg in KK und FFLF, aber annähernd gleicher Fahrzeit.

Beides klappte, wie man heutzutage sagt, nur so semi. FFS erreichte ich noch pünktlich, wenn auch nach einem etwas seltsamen Gespräch mit einem Mitreisenden. Der Anschluss-ICE sollte +10 haben, erschien aber doch fast pünktlich (gut, dass ich mich nicht darauf verlassen hatte). Umgekehrt war es leider bei der Weiterfahrt ab FFLF: Die Verspätung stieg nach Salamitaktik von Null auf +45. Nachher fiel der Zug wohl ganz aus, was ich aber nicht mehr mitbekam, da ich schon in der L41 saß und somit eine knappe Stunde später in NAH hätte losfahren können. So erreichte ich EDO etwa 20 min später als geplant. Mein Kumpel, mit dem ich bei gemeinsamen Freunden übernachten wollte, hatte allerdings noch mehr Verspätung, so dass ich ihn am Bahnsteig empfangen und wir dann gemeinsam mit der U-Bahn zu unseren Gastgebern fahren konnten.

Einer der Anlässe unserer Reise war die Teilnahme an der E-NIGMA, eine Schnitzeljagd in Essen ähnlich der Dortmunder Nachtschicht, an der wir im Mai schon gemeinsam teilgenommen hatten. Diese findet allerdings tagsüber statt, was den Vorteil besserer ÖPNV-Verbindungen hat. Für uns hieß es – nach der Anreise mit der S1 – vor allem mit der S6 nach Werden zu fahren und von dort über die Margarethenhöhe wieder zurück. Das klappte auch alles super, mit dem Bonus, dass wir den einzigen kräftigen Regenschauer des Tages im Bus erlebten. Auch die Rückfahrt auf dem selben Weg wie die Hinfahrt verlief problemlos. Da wir mit dem Rätseln früher fertig waren, war auch noch ein Bild von einer der neuen Straßenbahnen drin:

NF2 der Ruhrbahn an der Moltkestraße

Auf der Rückfahrt nach NAH gestern wiederholte sich dagegen die Geschichte der Hinfahrt: pünktlich mit dem IC2 nach KK, von da ebenso pünktlich weiter nach FFLF. Dort allerdings sollte der Anschluss-IC +35 haben, so dass ich erst auf die Lounge und dann wiederum auf die L421 zurückgriff, allerdings auf einen Zug, der erst in EE begonnen hatte. Ganz ohne Umstieg hätte ich NAH also nicht erreichen können, ganz ohne Trockenheit musste ich leider nach meiner Ankunft noch nach Hause radeln, konnte aber da wenigstens die nassen Sachen gleich ausziehen.

Verschlungene Pfade

Dass ein Personenzug den größten deutschen Ballungsraum ohne Halt durchfährt, ist wohl schon recht ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher (allerdings auch eine Erklärung dafür) ist es, wenn er das auf Strecken tut, die sonst dem Güterverkehr vorbehalten sind. Auf jeden Fall musste ich diesen Zug mal ausprobieren, was nach einem vergeblichen Versuch Anfang Juli (bei dem ich den Zug schlicht und einfach aufgrund von Trödelei verpasst hatte) gestern endlich klappte.

Kombiniert hatte ich die Tour mit einem Abstecher zur Bentheimer Eisenbahn, die seit Anfang Juli wieder Personenverkehr zwischen Bad Bentheim und Neuenhaus betreibt. Der Weg dorthin führte mich zunächst mit meinem Fahrrad nach NAH, wo es trotz des Feiertags nicht einfach war, einen Abstellplatz zu finden – es pendeln doch ziemlich viele Leute nach Hessen. Da fuhr ich auch hin, nämlich mit einem wegen eines ausgefallenen Zugteils völlig überfüllten ICE nach FF. Dort stieg ich vorzeitig aus, setzte mich noch kurz in die Lounge und fuhr dann mit dem wesentlich leereren Brüssel-ICE nach KK. Von hier ging es mit dem IC weiter, der zwischen KD und EDG wegen Bauarbeiten über die Ortsgleise umgeleitet wurde. Da direkt vor uns ein verspäteter weiterer IC fuhr, fuhren wir hinter dem Plan her und mussten dann in EG auch noch den RE vorlassen. Den überholten wir erst in Haltern und erreichten meinen Ausstiegsbahnhof Rheine noch mit etwa +10. Weiter nach HBTH ging es fast pünktlich mit dem IC, der wegen Bauarbeiten nur bis Amersfoort weiter fuhr. Kurz nachdem der die Lok gewechselt hatte und weiter gefahren war, trudelte auch schon der LINT der BE ein.

Fahrkarten dafür gab es nur im Reisebüro im Bahnhof, wo ich erst mal eine Fahrkarte nach Bad Bentheim orderte. Die Frau hinter dem Schalter ließ sich nichts anmerken, war aber erleichtert, als ich das auf Nordhorn korrigierte. Obwohl das Reisebüro von einer Tochter der Bentheimer Eisenbahn betrieben wird und die Fahrt auch über deren Streckennetz ging, zeigte die Fahrkarte das Logo der Eurobahn:

Dorthin ging es dann nach Anschlussaufnahme von der RB aus Osnabrück auf der anscheinend frisch renovierten Strecke mit relativ großen Haltabständen los. In Nordhorn angekommen, machte ich mich gleich wieder auf den Rückweg mit dem Gegenzug, wofür ich zum Glück genug Zeit hatte und der Mittelbahnsteig die Prozedur vereinfachte. Der Zub tat interessanterweise das Gleiche und grinste nur, als ich ihm noch mal meine Fahrkarte zeigte.

Als Kuriosum wird an der Übergangsstelle zwischen BE und DB noch auf Rangiersignal gefahren, das soll sich aber bald ändern. Zu einer zeitlichen Verzögerung, die es gelegentlich geben soll, führte das aber nicht. So erreichte ich wie geplant die RB zurück nach Rheine. Dort hatte mir die Auskunft interessanterweise einen Anschlusszug eine halbe Stunde später nach EMST empfohlen, obwohl es vorher und nachher noch andere Züge gab. So machte ich mich früher als geplant mit dem RE 15 auf dem Weg in die Westfalenmetropole und verspeiste dort noch eine Poutine bei Otmar.

Diesmal ging ich rechtzeitig zum Bahnsteig, um IC 2223 noch zu erreichen, der hatte wegen Personen im Gleis aber ohnehin +15. Und dann ging die „Sonderfahrt“ durchs Ruhrgebiet los: auf der normalen Strecke bis kurz vor Recklinghausen, dann links ab über die Gütergleise durch den Hbf, weiter über die Hertener Bahn, durch Gladbeck West und Bottrop-Boy, dann wieder links ab zum Abzw. Prosper Levin, fast in Sichtweite von Essen-Dellwig vorbei, dann zwischen CentrO und Gasometer durch, durch den Gbf Oberhausen West und weiter über die Haus-Knipp-Brücke, die nördlichste deutsche Eisenbahnbrücke über den Rhein. Der nächste durchfahrene Bahnhof war Moers, von wo wir wiederum über eine reine Güterstrecke nach Krefeld abbogen, das wir sage und schreibe mit –5 erreichten.

So hatte ich noch genug Zeit für ein paar Bilder vom örtlichen ÖPNV,

bevor ich mich dann mit dem RE 10 auf den Weg in die Landeshauptstadt machte. Von da ging es ohne besondere Vorkommnisse weiter mit dem ICE aus Amsterdam nach FF, mit der S-Bahn nach FFS und mit der RB (gemeinsam mit etlichen Eintracht-Fans) nach NAH, wo um meinen Drahtesel herum mittlerweile deutlich weniger Räder standen.

36 Grad, aber es wird kühler

Bei großer Hitze machte ich mich vorletzten Freitag auf den Weg zur Sommerakademie, für die die Teilnehmer traditionell am Bahnhof Bad Hersfeld abgeholt werden. Diesen sollte ich eigentlich mit nur einem Umstieg in FF erreichen, was aber daran scheiterte, dass der RE, der mich dorthin bringen sollte, +30 hatte. Glück im Unglück: Die nachfolgende RB war pünktlich, die beiden Anschluss-ICE in Hanau und Fulda (die ich sonst nicht mehr erreicht hätte) dagegen verspätet. Also kam ich sogar früher als geplant am Ziel an (den Umweg über FF hatte ich wegen weniger Umstiegen und zu zahlenden Euros gebucht).

Weiter ging es am deutlich kühleren Freitag eine Woche später, und zwar mit dem Cantus nach FKW. Weil ich früher dran war als geplant, hatte ich dort eine Stunde Wartezeit auf den gebuchten ICE, die ich mit einem Cappuccino beim Kettenbäcker überbrückte. Der Anschlusszug (der „Kreisverkehrs-ICE“ 1228) war pünktlich, ebenso wie die Anschluss-Eurobahn in Soest. Da der ICE wegen Bauarbeiten umgeleitet wurde, musste ich schon dort umsteigen und nicht erst in Hamm, was aber sonst keinen Unterschied machte. Bis Hamm begleitete mich auch noch eine andere Akademieteilnehmerin. In Münster dagegen erwartete mich Ellis, bei der ich das Wochenende über anlässlich ihrer Geburtstagsfeier blieb. Am Samstag fuhr ich außerdem noch mit dem Bus (der Ringlinie und dem Elektrobus der Linie 14) ins Naturkundemuseum, wobei ich lernte, dass ein in der App (oder sonst im Vorverkauf) gekaufter Fahrschein sage und schreibe 40 Cent günstiger ist als ein beim Fahrer erworbener.

Zurück an den Untermain ging es dann am Sonntag, nicht ohne noch eher zufällig eine interessante Route durch die alte Heimat zu nehmen: Mein IC wurde nämlich ohne Halt über Marl Mitte, Oberhausen West und Duisburg-Wedau nach KD umgeleitet. Dort blieb trotz Verspätung noch Zeit für einen sehr kurzen Besuch in der neuen, aber eher enttäuschenden Lounge, bis es dann mit dem ICE weiter nach NAH ging. Das erreichte ich pünktlich, so dass ich wie geplant mit dem AST nach Hause fahren konnte – schließlich war es Sonntagabend und ich hatte Gepäck dabei.

Schlechtes Bahnkarma

Ebensolches hatte ich vor kurzem einem Bekannten vorgeworfen und ihn damit verärgert, zur Strafe schlug es am Samstag dann bei mir selber zu. Die Reise sollte in mein Heimatbundesland gehen, und zwar auf die Zweigstrecken nach Olpe und Neuenrade im Sauerland. Da Sparpreise teuer waren und es annehmbare Verbindungen mit dem Quer-durchs-Land-Ticket gab (das Wochenendticket wird seit kurzem nicht mehr verkauft), wählte ich diese Option.
Leider stellte sich bereits vor dem ersten Umstieg in FH die Verbindung als doch nicht so annehmbar heraus, sollte doch der Anschlusszug, ein wegen Bauarbeiten umgeleiteter RE Frankfurt–Kassel, +20 haben, womit der nächste Anschluss in FG weg war. Also dachte ich verschiedene Optionen durch und entschied mich schließlich für eine Änderung des Ziels: Nach Winterberg sollte es nun gehen und von dort über Bad Berleburg zurück. Der Übergang von 32 min in FKW schien zunächst auszureichen, nachdem sich die Verspätung aber wegen einer weiteren Baustelle mit eingleisigem Betrieb auf +45 summierte, wurde das nichts. Dafür hatte ich dann Zeit, den Umweg über FK zu fahren, von wo der Zug ohne mich und halbwegs pünktlich die Rückfahrt nach FF antrat.
Für mich ging es dagegen mit der Regiotram zurück nach FKW und dann mit dem RE 11 nach Warburg, meine erste Fahrt in einem Desiro HC. Kurios die Sitzplätze neben der Toilette, auf denen man praktisch nicht mitbekommt, was auf dieser Seite draußen passiert.

Sitz mit schlechter Sicht nach links im Desiro HC des RRX

Der Umstieg in Warburg in einen etwas überklimatisierten „Hai“ (Pesa Link, BR 633) klappte problemlos. Der nächste Umstieg sollte in Bestwig stattfinden, wegen Verspätung des Anschlusszuges verlegte ich ihn nach Meschede, wo dieser zweckentfremdete Bus hinterm Bahnhof stand.

Mobiles Fahrradparkhaus hinter dem Bahnhof in Meschede

Der Anschlusszug war wegen des Partyvolks, das anscheinend vorher mitgefahren war, in etwas unaufgeräumtem Zustand und deutlich wärmer als der Zug davor, bis anscheinend doch jemand den Schalter für die Klimaanlage fand. In Nuttlar zweigten wir auf die Nebenstrecke nach Winterberg ab, die recht idyllisch durchs obere Ruhrtal führt. Von hier ging es früher mal weiter bis Frankenberg, jetzt kann man sich aber, wenn man den Schildern glaubt, nur noch mit dem Fahrrad fortbewegen.

Ich dagegen bewegte mich kurz zu Fuß in die Stadt, die gut von Touristen bevölkert war, viele davon mit dem Motorrad und/oder aus den Niederlanden. Mein nächstes Verkehrsmittel war der Bus, der mich über die Dörfer nach Bad Berleburg brachte. Gut besetzt war er nur auf den ersten paar Kilometern bis zur Winterberger Jugendherberge, wo etliche Familien ausstiegen. EBLB erreichte ich gerade in dem Moment, als der Ausfall meines Zuges bekannt gegeben wurde. Das war besonders ärgerlich, da der nächste zwar in einer Stunde fuhr, meine Ankunft in NAH sich aber trotzdem um zwei Stunden verzögern würde. Die Idee einer Taxifahrt nach Erndtebrück (die ich selbst hätte bezahlen müssen) verwarf ich angesichts des lauen Samstagabends, lief eine Stunde in Berleburg herum und machte mich dann auf den Weg über die ebenfalls sehr idyllische Rothaarbahn nach Siegen.

Dort war ich zwar schon ein paarmal umgestiegen, hatte mir aber noch nie die Stadt angeguckt, was ich jetzt nachholte. Etliche Höhenmeter waren dafür zu erklimmen, wovon ich irgendwann genug hatte und mich wieder hinab zum Busbahnhof begab und da ein paar örtliche Fahrzeuge ablichtete. Auf der Anzeigetafel dort tauchte mein Zug für die Weiterfahrt im Gegensatz zu anderen Zügen nicht auf, was mir etwas Unbehagen bereitete. Letztendlich kam er dann aber verspätet aus FF an und machte sich gleich für die Rückfahrt nach FG bereit. Die fand zwar pünktlich statt, aber da das Chaos auf der Main-Weser-Bahn leider noch nicht beendet war, hatte mein Anschlusszug +30. Damit war mein Anschluss in FH weg und meine Ankunft in NAH verzögerte sich noch mal um eine gute halbe Stunde. Mit der ursprünglich geplanten Tour nach Olpe wäre ich um 21.15 Uhr zu Hause gewesen, so wurde es 23.57, was mich gegen Ende der langen Fahrt doch etwas fuchsig machte. Hoffen wir für mich und alle anderen Bahnnutzer für die Zukunft auf besseres Karma.

Nachtschicht nicht nur für Busfahrer

Zum ersten Mal habe ich letzte Nacht ganz spontan an der → Dortmunder Nachtschicht, einer Schnitzeljagd in der Ruhrstadt teilgenommen. Die Anfahrt von NAH verlief erfreulich unspektakulär: RE bis FF, ICE bis FFLF und von da zum ersten Mal mit einem ICE 4 über die KRM. Der kann die Fahrzeiten trotz seiner geringeren Höchstgeschwindigkeit einhalten, wenn er den Halt in KSIB auslässt. Vorteil ist die gefühlt gegenüber dem ICE 3 deutlich größere Laufruhe. Zwei Frauen neben mir fragten sich, warum der Zug denn so langsam gefahren sei, er drehe doch sonst immer so auf … Pünktlich in EDO angekommen, stürzte ich mich ins Getümmel, das die exzessive Nutzung des durchgehenden Wochenend-Nachtverkehrs einschloss. Unter anderem der NE 40, eine Tangentialverbindung im Dortmunder Süden, war gut voll mit all den Rätselteams. Das Personal schien es aber entspannt zu sehen, die Sicherheitsleute in der S 1 wünschten uns weiterhin viel Erfolg.

Bei der Rückreise hatte ich den nicht ganz: zwar fuhr mein Zug, ein redesignter 3er, pünktlich ab, jedoch ging es diesmal über die KRM wirklich langsam, da wegen eines technischen Defekts am Zug nur 200 gefahren werden konnte. FFLF erreichten wir daher mit +15. Zu meinem Anschluss-ICE hatte ich noch mehr als genug Zeit – heute allerdings erst recht, da er +30 hatte. Also Plan B: Weiter mit dem Berliner ICE nach FFS. Der war zwar als „wartend“ angekündigt, fuhr nach meinem Einsteigen aber so bald ab, dass er unmöglich alle Umsteiger mitgenommen haben kann. Für mich ging es dann mit dem RE weiter nach NAH, so dass ich letzendlich sogar früher als geplant ankam, allerdings mit einem Umstieg mehr. Und das wollte ich wegen des absehbaren Schlafmangels vermeiden, dem aber auch so abgeholfen werden konnte :).

Von Lounge zu Lounge

Zwar war ich letztes Jahr erst in Aachen, hatte aber wenig Zeit, um die Stadt und ihre Umgebung zu erkunden. Daher machte ich mich zu Ostern noch mal auf den Weg, um dort meine Eltern zu treffen. Die hatten einen IC erwischt, der ab AL über verschlungene Pfade nach KK fuhr und sie pünktlich ankommen ließ. Bei mir waren für selbiges zwei ICE zuständig. Aufgrund des Gründonnerstages hatte ich eine Bonus-Freifahrt gebucht und reserviert, beide Male in der Lounge. Den Umstieg zwischen den beiden Zügen verbrachte ich ebenfalls in der Lounge, nämlich in der in FF. Ganz so voll wie befürchtet waren die Züge nicht, und ich genoss trotz milchiger Scheibe die Lokführerperspektive. Erst in KK wurde es recht voll, weil hier der hintere Zugteil abgekuppelt wurde (sind 406-Doppeltraktionen überhaupt in Belgien zugelassen?). KA erreichten wir dann fast pünktlich, und ich machte mich zu Fuß auf den Weg, um meine Eltern zu treffen.

Während unseres Kurzaufenthaltes nutzten wir auch den regionalen ÖPNV, u.a. den Limburgliner 350 nach Maastricht. Der heißt so, weil er den direkten Weg nimmt und auf Aachener Stadtgebiet nur wenige Halte anfährt. So erreichten wir die limburgische Hauptstadt nach etwa einer Stunde und ohne Umsteigen, im Gegensatz zum neuen LIMAX, bei dem an diesem Tag teilweise SEV eingesetzt wurde. Die Stadt selber ist sehr sehenswert und entsprechend überlaufen, erst recht bei dem herrschenden sommerlichen Wetter.

Auch am Ostersonntag machten wir uns auf den Weg in die Niederlande, bzw. genauer an das Dreiländereck mit Deutschland und Belgien, das gut mit dem Bus erreichbar ist. Diesmal lösten für die Aachener und die Limburger Busse getrennt, was deutlich günstiger war als das Euregio-Ticket vom Vortag. Nachdem wir nach Vaals, wo wir umsteigen mussten, mit dem ziemlich umwegigen 33er gefahren waren, hatten wir zurück Anschluss an den 350er.

Für die Rückfahrt am Montag hatte ich noch eine Streckenbereisung der Stolberger Talbahn und der Bördebahn eingebaut. Etwas gehandicapt war ich dadurch, dass mein Rucksack kaputt gegangen war, also schleppte ich nun alles in Plastiktüten durch die Gegend. Der Tour selber tat das keinen Abbruch, die Landschaft im bergigen Stolberg und in der tischebenen, nur wenige Kilometer entfernten Zülpicher Börde kann unterschiedlicher nicht sein. In der namensgebenden Stadt war dann auch Endstation, da in Euskirchen „irgendwas am Bahnhof kaputt“ war. Für die restliche Strecke wurde SEV mit einem neunsitzigen Kleinbus angeboten, was gerade eben ausreichte (die beiden Radfahrer aus dem Zug mussten sich allerdings wieder ihrem Drahtesel anvertrauen). Die Fahrzeit des Zuges schaffte der Bus locker, da ersterer an jedem zwecks Sicherung anhalten musste und auch sonst die Geschwindigkeit auf der Strecke nicht sehr hoch war. Bis zur geplanten Reaktivierung im Regelverkehr ist noch eine Menge zu tun.

Weiter ab Euskirchen ging es mit dem leicht verspäteten RE 22, in dem es leider nur noch einen Stehplatz gab. Ich hatte mich schon gefragt, warum Endstation KK und nicht KKDZ war – die Antwort: Der Zug sollte mutigerweise schon nach wenigen Minuten wieder zurückfahren, was sich wegen der verspäteten Ankunft auch prompt verzögerte.

Pünktlich verließ dagegen mein Anschluss-ICE den Bahnhof, allerdings mit einem statt zwei Zugteilen und entsprechend voll. Laut Ansage sollte der fehlende Zugteil zunächst in RM zugestellt werden, was kurze Zeit später auf FFLF verbessert wurde. Da dort anscheinend nicht gekuppelt werden kann, stand der andere Zugteil am Bahnsteig gegenüber und fuhr dann bis RM als Zusatzzug hinterher.

Meine Weiterfahrt verlief mit einem zweiteiligen ICE, dessen Füllungsgrad weit weniger dramatisch war als von der DB prognostiziert und für den Feiertag durchaus plausibel. Pünktlich war er obendrein auch noch, so dass ich meine Nottüten irgendwie im Fahrradkorb verstaute und nach Hause eierte, was ja auch irgendwie zu Ostern passt.

Zweimal derselbe Anschluss

Das Wochenende nutzte ich für einen Besuch in der alten Heimat: Morgens früh machte ich mich auf den Weg nach Mainz, um dort in den IC Richtung Stralsund zu steigen. Der war noch fast pünktlich, musste aber ein paarmal wegen Bauarbeiten langsamer fahren und erreichte so meinen Umsteigebahnhof EG mit +10. Das war nicht schlimm, da mein Anschluss-RE kurze Zeit später am selben Gleis fuhr. Ärgerlicher war, dass der (u.a. wegen Schalke-Fans) auch Verspätung hatte, so dass der Anschlussbus in ERE über alle Berge war. Also der ehemaligen Nachbarin und Kinderfrau Bescheid gesagt, dass es später würde und eine Stadtrundfahrt mit dem 223er durch Marl gemacht.

Nach einem ausgiebigen Mittagessen und netten Gesprächen war die nächste Station wieder Gelsenkirchen, wo ich eine andere ehemalige Kinderfrau besuchte. Dafür kaufte ich mir das neue 24-Stunden-Ticket und reiste problemlos mit Bus und Straßenbahn über Buer an. Für den Rückweg hatte ich mir eine Verbindung über EG ausgeguckt, von wo ich wiederum den RE 42 nehmen wollte. Die meisten Schalker waren zwar mittlerweile abgereist, allerdings hatte der Zug trotzdem gerade so viel Verspätung, dass ich wieder um den Anschluss bangen musste. Mit hängender Zunge entging ich aber dem fragwürdigen Rekord, zweimal am selben Tag denselben Anschluss verpasst zu haben.

Zurück in die nicht mehr ganz so neue Heimat ging es am Sonntagmittag. Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht noch eine Streckenbereisung eingeplant hätte: Zuerst mit dem SB 25, nah am früheren Elternhaus vorbei, nach Dorsten, von wo ich die RB 43 mal wieder fahren wollte. Die wird jetzt statt mit NWB-Talenten mit DB-Links gefahren, und auch der Bahnhof EDOR liegt in den letzten Zügen eines massiven Umbaus. Nach dem verspäteten RE 14 kamen wir auch mit leichter Verspätung los, die wir aber spätestens in Herne abbauen konnten. Als Bonus gab es nämlich zwischen GE-Zoo und Herne eine Umleitung über die Güterbahn. Der Zug war, obwohl die Strecke immer wieder stilllegungsgefährdet war und sonntags auch nur alle zwei Stunden befahren wird, durchgehend gut besetzt. Die Infrastruktur sah weiterhin größtenteils traurig aus, nachdem die Bahn alles, was gerade nicht benötigt wird, einfach verrotten lässt. In EDO gelang mir ein Bild von einem Eurobahn-Flirt 3, bevor ich mit einem Velaro nach EE weiter fuhr.

Flirt 3 in neuem Eurobahn-Lack

Der gut halbstündige Aufenthalt dort ermöglichte mir nicht nur einen Lounge-Aufenthalt, sondern auch einen günstigeren Super-Sparpreis und als Bonus noch ein besseres Foto des RRX.

Desiro HC des RRX bei der Ausfahrt aus Essen Hbf

Von hier ging es mit dem ICE direkt weiter nach NAH. Das klappte auch problemlos, sieht man davon ab, dass wir wegen Zugstaus in FF mit +8 ankamen. Nach meinem Ausstieg erlebte ich noch das Schauspiel, dass ein junger Mann einen Wutanfall bekam, weil er sein Fahrrad nicht im ICE mitnehmen konnte, mit selbigem auf dem Bahnsteig zurückblieb und wütende Beschimpfungen ausstieß. Mein eigenes Rad stand wie geplant noch am Bahnhof, so dass ich nach einem Köfte-Sandwich nach Hause radeln konnte.