Entlang der alten Bahn

Am Sonntag ergatterte ich gerade noch einen Sitzplatz im chronisch überfüllten RE nach Osnabrück, den ich schon drei Halte später in Bassum wieder verließ. Bis 1994 hätte ich von hier aus mit dem Zug weiterfahren können, aber jetzt bleibt nur der (immerhin recht schlanke) Umstieg auf den Bus. Der fährt streckenweise parallel zur alten Bahnstrecke oder dem, was davon noch übrig ist. Die dünne Besiedlung zeigt aber auch, warum es die Bahn hier schwer hatte. Der Bus ist bis zur nahen Endstation Sulingen auch nur mäßig besetzt. Dort habe ich – direkt am Bahnhof, der noch im Güterverkehr genutzt wird – wieder einen schlanken Anschluss, diesmal an den Bus nach Rahden. Noch vor ein paar Monaten fand der Navigator auf dieser Strecke sonntags keine Verbindung, jetzt fahren die Busse immerhin alle zwei Stunden. Entsprechend leer sind sie auch, auf meiner Fahrt sind außer mir nie mehr als drei Fahrgäste im Bus, streckenweise bin ich alleine.

Mitropa-Wagen der Museumsbahn Rahden–Uchte

In Rahden angekommen, ist gerade Zeit, um den von den örtlichen Museumsbahnern aufgestellten Mitropa-Wagen zu bewundern und in der Stadt einen Kaffee zu trinken, dann geht es auf dem noch betriebenen Stück der Bahnstrecke weiter. Der Tf lässt netterweise die Tür zum Führerstand offen, so dass sich ein Ausblick auf die Strecke ergibt. Der Vierminutenanschluss in Bünde klappt auch, nicht zuletzt weil der im Blockabstand der RB vorausfahrende IC etwas Verspätung hat. In HO schwanke ich zwischen Weiterfahrt mit dem ICE (kostet Geld) und RE (dauert länger und ist möglicherweise voller). Letzteres bewahrheitet sich zum Glück nicht, da es sich um einen der wenigen Doppelstock-Umläufe handelt. Also setze ich mich dort hinein und lasse mich natürlich auch nicht davon stören, dass der verspätete ICE in Lemförde überholt. Da auch der RE schon in HO mit Verspätung ankam und eine Negativwende vollführt hat, kommen wir in HB erst an, als es wiederum schon fast zurück gehen soll. Mir ist es egal, ich esse noch auf dem Heimweg beim neueröffneten KFC und freue mich mal wieder über eine gelungene Tour.

(Wenig) Resiliente Transportkette

Von einer resilienten Transportkette spricht man in der Logistik, wenn sie durch äußere Einflüsse schwer zu stören ist. Bei einer Transportkette im öffentlichen Personenverkehr sind äußere Einflüsse natürlich die häufig auftretenden Verspätungen bzw. die Ursachen, die zu diesen führen. Und die Transportkette, die ich am Samstag genutzt habe, um ins Nordseebad Dangast und wieder zurück zu kommen, war dank „schlanker“ Anschlüsse nur so mäßig resilient. Auf dem Hinweg war das noch kein Problem, dafür ärgerte mich der volle Zug auf dem Weg nach Oldenburg. Dort angekommen, war der Anschluss nicht wie sonst bahnsteiggleich. Auf dem richtigen Bahnsteig angekommen, enterte ich wie selbstverständlich den Zug, der dort ebenfalls gerade angekommen war, nur um gerade noch rechtzeitig zu merken, dass es der in die falsche Richtung war – aber das war eigene Blödheit. Der Umstieg in den Bus in Varel klappte dann völlig problemlos, übrigens ein recht schicker E-Bus.

Bus der Firma Bruns an der Endstelle Dangast Am Strand

Schwieriger wurde es auf dem Rückweg: Der Bus hat in Dangast nur eine sehr kurze Wendezeit und fährt sich an Sommersamstagen wie diesem schnell mal eine Verspätung ein. Um den Anschluss in Varel musste ich also bis zuletzt bangen, nur um dort festzustellen, dass der Zug natürlich auch Verspätung hatte. Damit war der Anschluss kein Problem, aber dafür wieder der in Oldenburg. Letztendlich habe ich aber auch den erreicht und im Zug sogar einen Sitzplatz gehabt – Fazit: Ein bisschen resilient ist auch diese Transportkette.

Jan trifft Cux

Nach Jan Harpstedt an Himmelfahrt war ich zwei Tage später schon wieder auf den Spuren eines Namensvetters, diesmal von Jan Cux, dem Maskottchen von Cuxhaven. Nicht nur wollte ich beide Strecken in die Hafenstadt mal fahren, sondern ihr natürlich zumindest auch eine Stippvisite abstatten. Das klappte auch hervorragend: Der leider zurzeit einstöckige RE aus HO spuckte zum Glück deutlich mehr Menschen aus, als einstiegen, so dass ich pünktlich und mit ausreichend Platz Bremerhaven Hbf erreichte, wo es bahnsteiggleich mit der EVB weiterging, leider diesmal nicht mit dem Wasserstoffzug. Am Zielbahnhof angekommen, beschloss ich, erst den übernächsten Zug gen Harburg zu nehmen, um noch etwas Zeit für die Stadt zu haben. Die verbrachte ich hauptsächlich am Hafen an der Alten Liebe, wo es eine Aussichtsplattform gibt, auf der per Lautsprecher durchgesagt wird, welche Schiffe gerade vorbei fahren – und das sind einige.

Wie die Hinfahrt verlief auch die Rückfahrt ohne besondere Vorkommnisse: Die Ruhe im gleichnamigen Wagen des RE wurde weitgehend eingehalten, und der Zug erreichte pünktlich AHAR. Um meinen Geldbeutel etwas zu schonen, fuhr ich von hier mit der RB zurück. Der ICE überholte uns zwar unterwegs, in Rotenburg hatten wir ihn aber schon wieder eingeholt: Streckensperrung wegen Böschungsbrand. Ich richtete mich schon auf einen längeren Aufenthalt ein, kurze Zeit später fuhr aber erst der ICE und dann wir schon wieder weiter. So endete die Tour mit weniger als +10.

Alle Wege führen nach Norden

Nachdem es seit heute wieder eine Stunde länger hell ist, habe ich mal wieder eine ausgedehnte Bahntour gemacht. Sie führte mich zuerst mit dem RE nach Norddeich, wobei sich die eingleisige Infrastruktur gleich an deren Beginn in Oldenburg bemerkbar machte, wo wir erst mal den verspäteten Gegenzug abwarten mussten. Konsequenterweise gaben wir dadurch wiederum den Gegenzügen Verspätung mit, konnten unsere eigene Verspätung aber beim Richtungswechsel in Leer wieder abbauen. In Norddeich ging es dann vom dortigen Bahnhof zur Endstation an der Mole wirklich nur einmal über den Bahnübergang. Da der Bahnhofsteil Norddeich Mole nur aus einem einzelnen Stumpfgleis besteht und RE und IC jeweils eine gute Stunde Wendezeit haben, setzen sie nach der Ankunft leer in den Bahnhof zurück und werden vor der Abfahrt wieder bereitgestellt. Mein Aufenthalt gestaltete sich kurz, da ich direkt nach der Ankunft des RE mit dem IC wieder zurückfuhr. Dabei bewahrheitete sich der Titel, denn von Norddeich geht es (stark vereinfacht) entweder in die Himmelsrichtung Norden oder in die Stadt mit demselben Namen. Auch von dort gab es noch eine weitere Möglichkeit, wegzukommen, nämlich mit dem Küstenbus. Der fährt auch sonntags jede Stunde, was in der Gegend nicht selbstverständlich ist, und verbindet den Bahnhof in Norden unter anderem mit dem in Esens. Kurios war die Haltestellenanzeige im Bus:

Haltestellenanzeige im Bus der Firma Edzards

Intuitiv hätte ich vermutet, dass die Reihenfolge der Haltestellen streng von unten nach oben geht. Richtig ist aber nur, dass ganz unten die nächste und ganz oben die Endhaltestelle steht. Die Haltestellen dazwischen werden von oben nach unten angefahren, so dass ich fast zu früh den Haltewunschknopf gedrückt hätte …

In Esens halten die Busse direkt gegenüber vom Zug und haben auch direkten gegenseitigen Anschluss, so dass es von Norden nach Bremen zeitlich kaum einen Unterschied macht, ob man so fährt oder mit dem direkten Zug über Emden. Allerdings musste ich auf diesem Weg gleich dreimal umsteigen, das zweite Mal in Sande. Dort hat man die Strecke mit dem Ausbau für den Güterverkehr optimiert, so dass es für den Personenverkehr nur noch zwei Bahnsteiggleise gibt: ein Stumpfgleis für die Züge Esens–Wilhelmshaven und ein Durchgangsgleis für beide Richtungen der Züge Wilhelmshaven–Oldenburg. Trotz dieser Spar-Infrastruktur waren meine Züge aber pünktlich, so dass der Umstieg problemlos klappte. Das war auch beim dritten Umstieg in Oldenburg der Fall, so dass ich meinen Heimatbahnhof pünktlich und noch im Hellen erreichte.

Im Dreieck pünktlich, hin und her eher nicht

Frohes neues Jahr an alle!

Die Weihnachtsfeiertage verbrachten wir nacheinander mit unseren Familien, wofür wir von HB erst nach AHAR fuhren, wo wir abgeholt und nach Winsen mitgenommen wurden. Von da fuhren wir weiter über ALBG nach AL – für meine Freundin die erste Befahrung der Strecke, leider war es schon dunkel. In der Hansestadt angekommen, war der an Sonn- und Feiertagen nur stündlich fahrende Bus zu meinen Eltern gerade weg, so dass wir uns wiederum abholen ließen.

Dafür klappte es am zweiten Feiertag mit dem Busanschluss am Bahnhof und auch mit dem Rest der Rückfahrt. Es waren zwar deutlich mehr Leute unterwegs als am Tag davor, aber wir fanden noch bequem Sitzplätze. Wie alle Fahrten an diesen beiden Tagen war auch diese pünktlich.

Nicht ganz so pünktlich war die Fahrt zum Silvesterfeiern nach AA am 28. Dezember: Den Endbahnhof, dessen Tage in der heutigen Form gezählt sind, erreichte mein ICE mit +10. Kurioserweise machten wir von Hamburg wiederum einen Ausflug nach Bremen, das wir pünktlich mit dem RE erreichten. Auf der Rückfahrt lief es nicht ganz so rund: Sowohl der RE als auch der ICE fielen aus unterschiedlichen Gründen aus, so dass wir die nachfolgende RB enterten, sobald sie als RE ankam. Das erwies sich als sehr weise, denn der Zug füllte sich bis zur Abfahrt dann noch deutlich. Immerhin fuhr er, und das sogar pünktlich, so dass wir AH mit etwas über +30 erreichten. Dafür, dass wir nicht auf dem Schirm hatten, dass die von uns gewählte S5 nicht in Altona hielt, und wir daher eine Ehrenrunde drehen mussten, konnte die Bahn nichts.

Zurück von der Besuchs- in die heimatliche Hansestadt ging es heute dann wieder mit dem ICE. Leider fuhr in der gewünschten Zeitlage keiner von Altona, so dass ich mit der S-Bahn bis Dammtor fuhr und so den Umstieg am Hbf vermied. Mit dem aus Kiel kommenden ICE erreichten wir (die Freundin war in AHAR zugestiegen) HB mit etwa +10.

Ein Umweg, der sich gelohnt hat

Am Wochenende war ich zur Taufe meines jüngsten Neffen mal wieder in Lübeck. Seit ich das Deutschlandticket habe, bietet es sich dafür an, den RE 4 nach Hamburg zu nehmen. Seit dem Fahrplanwechsel macht der keine Kurzwende mehr in HB, sondern kommt aus der RB 41 und umgekehrt. Deswegen lohnt es sich, bereits bei deren Ankunft am Bahnhof zu sein, um sich einen Sitzplatz zu sichern. Dummerweise hatte ich das diesmal nicht gemacht und leider auch einen Moment zu lange überlegt, ob ich mir eine Fahrkarte für den verspäteten ICE kaufen sollte. Also hieß es zunächst mal Stehen, da wirklich alle Sitzplätze belegt waren. Bei mir im Fahrradabteil war auch noch eine feuchtfröhliche Gruppe, deren Lautstärke aber gerade noch erträglich war. Ein längerer Aufenthalt in Rotenburg ließ mich noch Schlimmeres vermuten, aber dann ging es doch weiter. Ich kam gerade noch rechtzeitig wieder in den Zug, den ich verlassen hatte, um den Zub nach der aktuellen Lage zu fragen. Das Blatt wendete sich beim Zusatzhalt in Scheeßel, wo anlässlich des dortigen Festivals ausreichend Leute den Zug verließen, dass ich von nun an einen Sitzplatz hatte. Die Verspätung hielt sich insgesamt auch in Grenzen, so dass ich wie geplant beim Bahnhofs-Inder essen und um Viertel vor neun bei meinen Eltern eintreffen konnte.

Auf der Rückfahrt hatte ich einen kleinen Schlenker über die Walddörferbahn, wie der AST der U-Bahn-Linie 1 nach Ohlstedt und Großhansdorf genannt wird, die zur Zeit des Baus zu Hamburg gehörten. Genauer gesagt wollte ich mir letztere Endstation vornehmen und nahm den RE 80 nach Ahrensburg. Das war, wie ich erstaunt feststellte, an diesem Tag baubedingt für diese Linie die Endstation. Aber nicht nur das, auch der vorherige RE 8, der eigentlich wie gehabt nach AH fahren sollte, war wegen einer Streckensperrung dort geendet, so dass sich jetzt zwei Zugladungen Fahrgäste in die Ersatzbusse sowie den Linienbus zur U-Bahn-Station Ahrensburg West drängten.

Midibus der Linie 469 mit großem Fahrgastandrang

Insofern hatte ich mit dem Plan, nicht auf direktem Weg weiterzufahren, alles richtig gemacht. Ich verbrachte die Wartezeit bis zur Abfahrt des Busses in der Bahnhofsbuchhandlung, fuhr dann im fast leeren Bus nach Großhansdorf und dann mit der U 1 zum Hauptbahnhof. Dort aß ich diesmal beim Bahnhofs-Syrer, bevor ich wieder den RE 4 enterte. Bahnhof und Zug waren diesmal vergleichsweise leer, ein Vorbote des Deutschland-Spiels später am Abend? Einen Zusatzhalt in Scheeßel gab es jedenfalls diesmal nicht, allerdings konnten wir den Bahnhof nur mit Tempo 80 durchfahren. Trotzdem erreichten wir HB pünktlich, und ich konnte meine Freundin ein paar Schritte stadteinwärts treffen, bis wohin sie mir entgegengegangen war.

In die Käffer gekiekt

Letzten Sonntag machte ich einen Ausflug mit dem → „Kaffkieker“, einem Museumszug, der im Sommer alle zwei Wochen sonntags zwischen Syke (an der Strecke Bremen–Osnabrück) und Eystrup (an der Strecke Bremen–Hannover) fährt. Dabei bindet er → Deutschlands älteste Museumseisenbahn von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf an das restliche Netz an. Deren Betreiber, dem Deutschen Eisenbahn-Verein, gehört auch der üblicherweise für den „Kaffkieker“ eingesetzte Triebwagen T 3, der 1959 bei der Maschinenbau-AG Kiel (MaK) gebaut wurde.

Triebwagen T 3 auf dem „Kaffkieker“-Gleis in Eystrup

Unterwegs machte der Zug seinem Namen alle Ehre, so ging es in sehr gemächlichem Tempo durch die Dörfer, einmal sogar mitten über die Dorfstraße. Beim Halt in Bruchhausen-Vilsen stand auf dem Nachbargleis auch schon die „eigentliche“, schmalspurige Museumsbahn bereit, die durch eine ungewöhnliche Lok auffiel. Deren Aussehen kommt dadurch zustande, dass sie auf Kleinbahnstrecken im Straßenraum eingesetzt wurde und durch den Kastenaufbau besser vor Kollisionen geschützt sein sollte.

DEV-Museumszug mit Dampflok „Plettenberg“

Ich dagegen fuhr bis zum Endpunkt Eystrup weiter, wo noch die Gelegenheit besteht, eine Dampfmaschine in einer alten Senffabrik zu besichtigen oder einfach nur im dortigen Café einzukehren. Das tat ich dann auch bis zur Abfahrt meines RE zurück nach Bremen, der mich ebenso wie alle anderen Züge an diesem Tag pünktlich zum Ziel brachte.

Eine Bahnfahrt, wie sie sein soll

Am Freitag wurde mal wieder gestreikt, zum Glück bedeutete das für mich nur, dass ich eine Stunde später als gebucht losfahren musste bzw. konnte. Der Zug war, anders als meine sonstige Erfahrung bei Streiks, recht voll. Für mich gab es aber noch einen Sitzplatz, und als Zugabe kam der Zug auf die Minute pünktlich in Köln an. Als ich dort auf den Anschluss Richtung Aachen wartete, kam kurioserweise ein 425er meines Arbeitgebers durch:

425er der S-Bahn Hannover bei der Durchfahrt durch Köln Hbf

So richtig kurios wurde es dann, als mein RE bei der Weiterfahrt immer wieder bremsen musste. Als Grund gab der Tf einen vorausfahrenden Zug an, den wir gleich überholen würden. Ihr ahnt es sicher schon: Es handelte sich um den 425er, der auf Werkstattfahrt nach Aachen war. Dass die S-Bahn Hannover schuld an einer Verspätung zwischen Köln und Aachen war, würden vermutlich viele Bahnnutzer nicht glauben … Letztendlich erreichte ich meinen Zielbahnhof Aachen Rothe Erde mit einigen Minuten Verspätung, was nicht schlimm war, da ich zu meinem Ziel Monschau mit dem Auto mitgenommen wurde.

Die leider seit geraumer Zeit eisenbahnlose Stadt ist allerdings recht gut mit Bussen angebunden – hauptsächlich nach Aachen, aber auch durch einen Bus der belgischen TEC nach Eupen. Ich hatte überlegt, mit dem ins Hohe Venn zu fahren, aber nachdem sich genug andere Aktivitäten ergaben, beließ ich es bei einem Foto:

TEC-Citaro in Monschau Altstadt

Zurück von Monschau machte ich mich am Sonntag auf den Weg mit dem SB 66 nach Aachen. Der macht auf dem Großteil der Strecke seiner Bezeichnung tatsächlich alle Ehre, nur die Fahrt durch Kornelimünster mit vielen Halten war etwas nervig. Dafür stand ich schon an der letzten Haltestelle vor Rothe Erde auf, nur um festzustellen, dass es noch mehrere Minuten bis dorthin dauerte. Aber so konnte im gut gefüllten Bus wenigstens jemand anders meinen Sitzplatz belegen. Auch die Weiterfahrt lief wie am Schnürchen: Mit dem RE 1 ging es nach KK. Als ich dort ausstieg, zeigten die Anzeigen einen Notarzteinsatz zwischen KDFF und EDG an. Mit dem Gedanken, dass das ja heiter werden könne, aber auch der leisen Hoffnung, dass ja noch etwas Zeit sei, nutzte ich die Umstiegszeit erst mal zum Essen. Und tatsächlich bewahrheitete sich die Hoffnung: Als ich wieder auf den Bahnsteig kam, stand dort angezeigt, dass die Sperrung wieder aufgehoben war. Mein Anschluss-ICE kam also nicht nur pünktlich, sondern blieb es auch bis HB, wo demzufolge meine Freundin nicht lange auf mich warten musste.

Wo die Hunde mit dem Schwanz bellen

Vorletzten Sonntag habe ich mal wieder eine Spaßtour gemacht. Wegen SEV bin ich vom ursprünglichen Ziel Cuxhaven abgerückt und stattdessen zwar erst mal auch in die Richtung gefahren, dann aber in Bremerhaven in dieselbe Linie in die andere Richtung umgestiegen, nämlich nach Buxtehude. Da werden inzwischen fast ausschließlich Wasserstoffzüge eingesetzt, es herrscht aber immer noch derselbe Nebenbahncharme wie bei unserer Tour letztes Jahr. Eine zwischenzeitliche Verspätung konnten wir unter Kürzung eines Kreuzungsaufenthaltes wieder herausfahren und erreichten daher die Endstation pünktlich. Das war auch gut so, betrug doch die Umstiegszeit auf den RE5 nach AHAR nur 5 Minuten. Der Hamburger Vorstadtbahnhof war an diesem Tag wegen Bauarbeiten auch Endstation, überhaupt wurde die Strecke von und zum Hbf nur von sehr wenigen Zügen befahren. Der IC, den ich mir als Anschluss (für günstige 7,40 Euro) gönnte, kam von Westerland über die Güterumgehungsbahn direkt aus Itzehoe. Mit ihm erreichte ich dann vor der RB, die wir unterwegs überholten, pünktlich Bremen. Kurios: Die Kurswagen aus Dagebüll waren als eigener Zug mit eigener Zugnummer, aber zur selben Zeit und anscheinend ohne Echtzeitdaten angezeigt.

Eine Woche später ging es dann mal wieder nach Dortmund. Die Hinfahrt absolvierte ich mit Kumpel Ole, baustellenbedingt mit Umleitung über Hamm, aber annähernd (mit bereits etwas gestreckter Fahrzeit) pünktlich. Am Samstag besichtigten wir unter anderem mit weiteren Freunden die Leitstelle der H-Bahn, die ich natürlich nicht zuletzt von meinem Studium an der heutigen TU gut kannte:

Die H-Bahn unterwegs zum Technologiepark
Blick auf den Leitstand der Dortmunder H-Bahn

Am Sonntag fuhren wir nach Bochum – hin mit der S-Bahn, zurück mit dem RE und beide Male annähernd pünktlich. Für die Rückfahrt am Montag hatte ich mir ein Schmankerl ausgedacht: Ich testete den X13 vom Dortmunder Technologiepark nach Datteln. Hierfür haben auch die DSW21 eigens folierte Fahrzeuge.

XBus der DSW21

Bis Mengede, wo auch ein Fahrerwechsel stattfand, war der Bus recht gut besetzt, danach war ich der einzige Fahrgast, wenn man von einer weiteren Person zwischen Waltrop und Datteln absieht. Weiter ging es mit einem anderen Schnellbus, nämlich der S91 der RVM nach Lüdinghausen, der wieder deutlich besser besetzt war.

RVM-SchnellBus am Dattelner Busbahnhof

Aus dem Fahrplan war für mich nicht so klar hervorgegangen, dass ein Umstieg in Lüdinghausen erforderlich war, dieser klappte aber dank Funkverständigung trotz leichter Verspätung ohne Probleme. So war es eine nette Tour durch das nördliche Ruhrgebiet und südliche Münsterland. Am Hbf der namensgebenden Stadt war der ICE nach Bremen trotz Verspätung gerade weg, so dass noch Zeit für eine Currywurst Spezial beim Frittenwerk war. Danach erwischte ich gerade noch den ebenfalls verspäteten Bremerhaven-IC und erreichte somit gegen 15 Uhr meinen Heimatbahnhof.

Am Rhein und auf der Heide

Zwei Urlaubs- und eine Spaßtour waren im Mai angesagt: Mitte des Monats ging es nach Düsseldorf. Dummerweise war für den Anreisetag der große EVG-Streik angekündigt, so dass wir uns darum kümmerten, bereits einen Tag früher in die Unterkunft zu kommen und Plätze in einem der wenigen ICE zu reservieren, die noch nicht als „ausgebucht“ gekennzeichnet waren. Nach der kurzfristigen Absage des Streiks änderten wir unsere Pläne nicht noch einmal, sondern stiegen am Sonntagnachmittag in den ICE, der zwar etwas länger brauchen, aber dafür sogar ohne Halt von HB bis EE fahren sollte. Das tat er interessanterweise über die „NATO-Bahn“ Nienburg-Minden. Der Füllungsgrad und die Verspätung hielten sich in Grenzen, bis der Zug kurz hinter Hamm stehen blieb, weil vor ihm ein anderer liegen geblieben war. Das hatte zur Konsequenz, dass wir wieder nach Hamm zurückfahren und dort obendrein Fahrgäste aus dem anderen Zug aufnehmen mussten. Gut, dass wir vorher noch im Bordrestaurant gegessen hatten … Nachdem diverse Züge vor uns abfahren durften, ging es irgendwann auch für uns weiter, wobei ich dann zum dritten Mal innerhalb etwa eines Monats die Strecke Hamm–Lünen zu sehen bekam. Letztendlich erreichten wir KD mit etwas über +120 und die Ferienwohnung mit dem Bus. Dafür, dass der Zugang dort sich auch noch etwas schwierig gestaltete, kann zumindest die Bahn nichts. Trotzdem wurde es eine schöne Woche in der Landeshauptstadt, an deren Ende wir uns mit EC 8 wieder auf den Weg zurück an die Weser machten. Der war vorher rechtsrheinisch umgeleitet worden und hatte daher durchgängig knapp +30, aber davon abgesehen war die Fahrt im Panoramawagen ein Genuss.

Nachdem wir am Wochenende schon wieder in Bremen waren, nutzte ich den Sonntag für die Spaßtour: Diesmal wollte ich die Nord-Süd-Strecke des Heidekreuzes, also Hannover–Buchholz fahren. Normalerweise fahren die Züge am Wochenende weiter über die Güterstrecke nach Hamburg-Harburg, aber diesmal fiel das wegen Bauarbeiten aus. Also stieg ich schon in der Nordheide um, nachdem ich vorher ausgiebig den Blick aus dem Fenster genossen hatte. Der war zwar auch nicht spektakulär, aber doch etwas interessanter als zwischen Bremen und Uelzen.

Über Pfingsten war ich, wie so oft, bei der Pfingstakademie in Kirchheim (Hessen). Die dafür nötige Anreise nach Bad Hersfeld trat ich diesmal wieder vollständig mit dem Zug an, und zwar mit dem ICE von HB bis FKW und weiter mit dem RE 5. Auf der Hinfahrt klappte das prima, sieht man davon ab, dass in FKW im letzten Moment jede Menge Fahrgäste, unter anderem zahlreiche Akademieteilnehmer, angerannt kamen und dem Zug somit +5 verpassten. Auf der Rückfahrt fiel der RE 5 wegen Personalmangels ganz aus. Wir erreichten FBHF aber so rechtzeitig, dass wir noch die vorausfahrende RB 5 nehmen konnten und in FKW sogar noch Zeit zum Essen hatten. Der ICE, der wegen der Sanierung der SFS ohne Halt über dieselbe Strecke umgeleitet worden war, traf sogar mit mehr als –10 ein. In HH gab es leider eine Verzögerung beim Trennen der beiden Zugteile nach AA und HB, die sich bis zum Endbahnhof aber nur mit etwa +10 auswirkte.