… ist leider nicht immer der DB Pünktlichkeit, aber auf dem Rückweg von Prag habe ich es tatsächlich erlebt: Am 25. März kam ICE 526 fünf Minuten vor Plan in Würzburg Hbf an. Da ist man sonst froh, wenn man im Fernverkehr weniger als fünf Minuten Verspätung hat, und dann sowas …
Tag: 20. Mai 2007
(T)Rolltreppe
Die Prager Metro ist ja nicht nur für ihr gutes Wegeleitsystem und ihre tschechischen Ansagen (Ukončete, prosím, výstup a nástup, …) bekannt, sondern auf den Linien A und B auch (ähnlich wie Moskau) für ihre langen Rolltreppen. Auf denen habe ich während der Prag-Reise einen interessanten Effekt beobachtet: Die Röhren mit den Rolltreppen sind so lang, dass einem nach einer Weile die Neigung der Röhre „normal“ vorkommt. Das wird noch verstärkt durch die Werbeplakate an den Wänden, die senkrecht zur Rolltreppe angebracht sind (also eigentlich „schief“, aus Sicht der Rolltreppenfahrer „normal“). Wenn man nun die Leute betrachtet, scheinen die total schief auf der Rolltreppe zu stehen – je nachdem, ob man nach oben oder unten guckt, scheinen sie ihren Körper extrem nach vorne oder hinten geneigt zu haben. Wer mal die Gelegenheit hat, auf so einer Treppe zu fahren: Einfach ausprobieren, man kann es schlecht beschreiben 😉 .
In die Goldene Stadt
Vom 22. bis 25. März war ich mit dem Zug in Prag. Von Aschaffenburg aus geht das recht bequem: mit dem ICE nach Nürnberg (auf dem Hinweg mit Abstecher nach Bamberg zu Nils, der auch mit dabei war), von dort gibt es einen direkten RE.
Warum die früheren IR/EC auf dem deutschen Teil dieser Strecke schon seit längerem als Regionalexpress laufen, ist mir nicht so ganz klar. Irgendwo habe ich gelesen, dass DB Regio die Züge eigenwirtschaftlich betreibt, aber leider finde ich die Quelle dazu nicht mehr.
Betrieblich läuft das ganze so ab (zumindest war es an unseren beiden Reisetagen so): Mit einer 218 und 5 (?) ehemaligen Interregio-Wagen geht es von Nürnberg bis Furth im Wald (übrigens durch eine mir bis dahin völlig unbekannte Gegend). Dort wird dann eine Doppeltraktion „Brillenschlangen“ (BR 754 der ČD) vorgespannt. Eingleisig und durch abenteuerliche Kurven geht es dann durch den Böhmerwald bis Pilsen, wo der Zug an einen tschechischen mit Ellok angehängt wird. In Prag angekommen, geht es nach einer Bahnsteigwende von etwa einer halben Stunde Dauer wieder zurück, diesmal nach München. Der Laufweg ist bis Schwandorf der gleiche, dort wird Kopf gemacht und über Regensburg nach Süden weiter gefahren.
Zurück dann das gleiche Spiel: Der Zug kommt aus München und wendet am Bahnsteig. Elektrisch bis Pilsen, dort Zugteilung. Übrigens wird weder auf dem Bahnsteig in Prag noch im Zug (auf dem tschechischen Streckenabschnitt gab es überhaupt keine Ansagen) darauf hingewiesen, dass nicht alle Wagen nach Nürnberg fahren – da hilft nur ein aufmerksamer Blick auf die Zuglaufschilder.
Die Auskunft der DB empfiehlt für diese Züge eine Reservierung – zu Recht, denn auf unserer Hin- und Rückfahrt wimmelte es von (sich teilweise stark alkoholisierenden) Schülergruppen. Auf der Rückfahrt waren dann auch noch Fußballfans unterwegs, da am Abend vorher das EM-Qualifikationsspiel Tschechien-Deutschland in Prag stattgefunden hatte. Sinnigerweise gab es auf der Hinfahrt aber gar keine Reservierungsschilder, so dass man sich seinen Platz notfalls durch Vorzeigen der Reservierung „erkämpfen“ musste. Da wiederum waren die Tschechen mehr auf Zack: Während der Bahnsteigwende in Praha hl.n. verteilte eine Eisenbahnerin die Reservierungszettel und vertrieb mit einem resoluten „Máte rezervace?“ („Haben Sie eine Reservierung?“) alle ohne eine solche von ihren Plätzen.
Fazit: Die fünfstündige Fahrt ist sicher nicht jedermanns Sache, und ohne Reservierung kann die Tour noch anstrengender werden. Davon abgesehen ist es aber eine bequeme, bahntechnisch durchaus interessante und mit 42,50 € für die einfache Fahrt zum Normalpreis auch relativ preiswerte Methode, nach Prag zu kommen.