Vom heimatlichen Marl ging es leider schon gestern Morgen wieder zurück an den Arbeitsplatz. Wiederum aus Sparpreisgründen wieder nicht mit der L41, sondern mit Umstieg außer in EE noch in FFLF und FF. Kurz gesagt, waren alle Züge mehr oder weniger pünktlich. Der erste ICE war eine Doppeltraktion 407, die voller wurde, als ich es erwartet hatte. Den Vater mit zwei Kindern vertrieben zwei badischen Dialekt sprechende Männer recht rüde aus dem bahn.comfort-Bereich („Wenn ein Comfort-Kunde kommt, stehen wir auf“ – „Das sagen alle und tun es dann nicht!“). Dabei kann es ihnen ja eigentlich völlig wumpe sein, wer da noch sitzt, solange sie sitzen können. Später bei weiter steigendem Füllungsgrad kamen solche Sprüche dann nicht mehr. Entweder fügten sie sich in ihr Schicksal, oder sie hatten einfach etwas gegen Kinder. Das war aber das einzige besondere Ereignis auf der Fahrt, davon abgesehen, dass ich von FF nach NAH einen der neuen Twindexxe nutzte. Natürlich fuhr ich im Triebwagen, wo es nicht wesentlich lauter war als im Mittelwagen. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass der Zug leichte Verspätungen besser wieder hereinfahren kann. So erreichte ich NAH trotz etwas verspäteter Abfahrt in FH pünktlich und hatte noch Zeit, mein Gepäck einzuschließen und Proviant zu kaufen, bevor es ins Büro ging.
Schlagwort: Fahrgäste
Kurioses vom Wochenende
Nach dem Erlebnis mit dem Busfahrer (siehe vorherigen Beitrag) ging meine Reise nach Arnheim los, wo ich den Samstag verbracht habe. Die DB-Auskunft hatte mir dorthin eine interessante Verbindung ausgespuckt: um den ICE Frankfurt–Amsterdam zu erreichen, sollte ich nämlich mit der RB von NAH nach Babenhausen und von dort mit der Odenwaldbahn nach FF fahren. Das klappte auch reibungslos, nicht zuletzt deswegen, weil letzterer Zug für die 4 km zwischen FFS und FF sage und schreibe 15 Minuten im Fahrplan stehen hat. In dieser Zeit ist wohl außer ein wenig Puffer für Verspätungen auch das Warten auf offener Strecke auf die Überholung durch die RB aus Wächtersbach enthalten. Nachdem die stattgefunden hatte, kamen wir immer noch mit –2 im Frankfurter Hbf an, so dass der Zug problemlos unter derselben Zugnummer (!) über Darmstadt nach Erbach weiter bzw. zurück fahren konnte.
Im ICE gab es zwei kleine Besonderheiten: zum einen belegte offenbar eine größere Reisegruppe (erkennbar an den identischen Lunchpaketen) einen Großteil des Zuges, so dass ich etwas länger nach einem Platz suchen musste, zum anderen zogen wir uns durch einen Halt auf der NBS, der recht jovial vom Zub kommentiert wurde („Sie fragen sich sicher auch, warum wir hier stehen, …“), eine Verspätung von etwa 10 Minuten zu, die bis Arnheim aber größtenteils wieder abgebaut war. Grund war übrigens „ein vor uns fahrender ICE, der nicht mit voller Geschwindigkeit fahren“ konnte.
In Arnheim angekommen, musste ich im Baustellenchaos am Bahnhof die Abfahrtsstelle des Obusses zu meinem Quartier erst einmal suchen – mit der Folge, dass mir dieser vor der Nase wegfuhr und ich eine halbe Stunde auf den nächsten warten musste. Dessen Fahrer fragte mich (wenn ich es denn richtig verstanden habe) angesichts meines brüchigen Niederländisch ganz erstaunt, ob ich denn wirklich im richtigen Bus sei, was ich bejahte (wie sich später heraus stellte, auch zu Recht).
Am nächsten Tag stand um 19.37 Uhr die Rückfahrt an. Dadurch, dass anscheinend Fußball-Spieltag war, waren jede Menge Sonderbusse vor dem Bahnhof unterwegs, die ich natürlich (diesmal ohne Beschwerden) fotografiert habe. Zum Zug ging ich deswegen erst in letzter Minute, konnte aber dafür direkt in der Lounge Platz nehmen und so den Systemwechsel nach Deutschland aus der Panoramaperspektive erleben. Dachte ich jedenfalls, aber da beim Umschalten der Hauptschalter ausgeknipst wird, wird auch die Scheibe zum Führerstand trüb, so dass man bestenfalls schemenhaft erkennen kann, was drinnen und draußen passiert. In KK passierte das nächste Kuriosum: Auf dem Abfahrtsplan am Bahnsteig und in den Fahrplanheftchen im Zug war als Abfahrtszeit 21:20 Uhr angegeben, auf der Anzeigetafel jedoch 21:28. Letztere erwies sich als richtig, was einen planmäßigen Aufenthalt inklusive Kopfmachen von 13 Minuten und eine Rekord-Fahrzeit von 48 Minuten für 168 km (=210 km/h) bis FFLF bedeutete. Die konnte der Zug allerdings nicht ganz einhalten, nicht zuletzt weil die tatsächliche Abfahrtszeit erst gegen :30 lag.
Die Ankunft an der Endstation FF geschah also mit etwa +5, und hier passierte ein weiteres Kuriosum: der RE nach Würzburg, zu dem planmäßig überhaupt kein Anschluss besteht (Übergangszeit „nur“ 6 min), wartete auf unseren Zug, so dass ich wie erhofft schon um kurz nach 23:16 Uhr in Aschaffenburg eintrudelte. Dass ich das Anrufsammeltaxi noch erreichte, brachte mir nur begrenzt Glück, denn erst vergaß der Fahrer fast, an meiner Haustür zu halten, und dann übergab sich ein Mitfahrgast auch noch teilweise auf meine Tasche. Aber selbst davon ließ ich mir das recht gelungene Wochenende dann doch nicht verderben – wozu hat man schließlich eine Waschmaschine …
Osterüberraschungen
Hier in Kurzform die Besonderheiten meines Osterwochenendes in Freiburg:
- Rappelvoller Zug auf der Hinfahrt. Ein Fahrgast redete auf den Zub ein, dass es „an Feiertagen doch immer dieselbe Scheiße“ sei, weil es „zu viele Leute für zu wenig Plätze“ gäbe. Der antwortete nur kühl, dass er schließlich hätte reservieren können – und ich, dass er den Leuten sagen solle, sie sollten ein andermal fahren. Denn leider kann die DB nicht beliebig lange Züge beliebig oft fahren lassen, und bei den parallelen Autobahnstaus verlangt vermutlich auch niemand, an Feiertagen eine zusätzliche Spur anzuhängen.
- Das hervorragende ÖPNV-Netz in Freiburg mit 15-min-Takt der Straßenbahn am Wochenende und perfekten Anschlüssen zwischen den Bahnen und zum Bus. Sicher vorbildlich, wobei Freiburg mit einem nahezu monozentrischen Netz es da auch einfach hat.
- Die Züge auf der Dreiseenbahn mit 143ern und ex-DR-Doppelstockwagen. Wäre die verkehrsrote Lackierung nicht, könnte man sich glatt in der DDR wähnen.
- Auf der Rückfahrt Verzögerung in Mannheim „wegen Wartens auf einen verspäteten Regionalzug“. Dieser Grund dürfte als Verspätungsgrund für einen ICE eher selten vorkommen, aber in diesem Fall wohl einigen Fahrgästen die letzte Verbindung des Tages gerettet haben. Nach recht rasanter Fahrt über die Riedbahn war bei der Ankunft in FF die Verspätung auch kaum noch der Rede wert. Im Gegensatz zu der des Anschlusszuges, der mit der weniger aufschlussreichen Begründung „Störung im Betriebsablauf“ mit +15 unterwegs war. Das AST wollte ich nicht warten lassen, also habe ich ein wenig mehr für ein reguläres Taxi nach Hause bezahlt.
Stehen bleiben, oder …!
Wenn ein Zug stehen bleibt, schwant mir meistens Böses, denn oft stecken dahinter bei Fahrgästen so beliebte Ursachen wie eine „Störung im Betriebsablauf“, „hohe Streckenbelegung“ oder gar ein „Personenunfall“. Für die Menschen am Untermain dagegen ist das Stehenbleiben eines Zuges etwas völlig Normales, sie wünschen sich sogar, dass ein Zug stehen bleibt: „Bleibt der in Hanau stehen?“, „Bleibt der Bus an der Coburger Straße stehen?“. Ich will darauf immer antworten: „Hoffentlich nicht, denn ich will noch weiter“. Anscheinend ein klassischer Fall von regional unterschiedlichem Sprachgebrauch, denn für mich lautet die entsprechende Frage „Hält der Zug/Bus in …?“. Dass der Wagen beim Halten auch kurz stehen bleibt, spielt in meiner Logik keine Rolle.
20% auf alles
Als mein ICE gestern pünktlich in FF einfuhr, war die Welt scheinbar noch in Ordnung. Das änderte sich schnell, denn wir fuhren einfach nicht weiter. Grund dafür war, laut Zugchef, „eine Störung auf dem Triebkopf“ (wobei ICE3 ja gar keine Triebköpfe haben …). Ich weiß gar nicht, worüber ich mich in solchen Situationen mehr ärgere: über die Verspätung oder über die Fahrgäste, die ihre gesammelten Vorurteile über die DB auspacken. Vor mir saß ein gutes Beispiel, das seine Angehörigen über Handy auf dem Laufenden hielt: „… armselige Entschuldigungen …“, „… die Bahn ist schon ein armseliges Unternehmen …“, „… wie sollen wir denn bei einem Oberleitungsschaden weiterfahren“ (Oberleitungsschaden? Es war doch von einem Schaden am Triebfahrzeug die Rede).
Mit 25 min Verspätung setzten wir dann endlich die Fahrt fort. Unterwegs wurde es allerdings noch viel mehr, denn der Zug hielt nicht nur außerplanmäßig in Limburg Süd und Montabaur (wo er jeweils noch überholt wurde), sondern vor allem konnte er wegen des Schadens auch nur 160 km/h fahren. In Köln Messe/Deutz fuhren wir also sage und schreibe 90 Minuten hinter dem Plan her. Die Fahrgäste in meiner Umgebung waren inzwischen von Wut zu Galgenhumor übergegangen: ich habe selten Leute, die sich nicht einmal kannten, so viel lachen hören. Die Zub machten sich fast nur durch Ansagen bemerkbar – natürlich wurden wie immer die wichtigen Informationen zur Verspätung nicht auf englisch angesagt, sondern nur die noch bestehenden Anschlüsse. Im Zug sah man das Personal eher selten, aber immerhin gab es Auskunft, wie man Entschädigungsgutscheine bekam (die Zub selber hatten natürlich keine mehr). Ab einer Verspätung von 60 Minuten steht einem nämlich eine Entschädigung von 20% des Fahrpreises zu, so dass sich die Fahrgäste regelrecht darüber freuten, als die Verspätung über eine Stunde wuchs …
Hinter Köln konnten wir doch wieder 200 km/h fahren – vielleicht war der kaputte Triebwagen der hintere, der planmäßig in KKDT abgekoppelt worden war? Zwischen Düsseldorf und Duisburg fuhren wir über die Ortsgleise, aber auf die paar Minuten kam es nun auch nicht mehr an. In Essen bin ich ausgestiegen – immer noch 90 min zu spät – und habe mir am Servicepoint (immerhin war der um 23.45 Uhr noch besetzt) einen Gutscheinantrag besorgt. Etwas zu essen gab es nur auf dem Bahnhofsvorplatz, weil alle Buden im Bahnhof wegen des bevorstehenden Umbaus geschlossen sind. Meine anschließende RB nach Recklinghausen musste zwei Minuten vorder Abfahrt erst noch bereitgestellt werden (statt wie sonst eine Bahnsteigwende zu machen), so dass der Anschlussbus nach Marl beinahe auch noch weg gewesen wäre. Der Busfahrer stand schon an der Ampel, aber machte die Tür für mich noch auf und ersparte mir so eine Stunde Wartezeit am nächtlichen Bahnhof. Schade, dass es hier keine Anschlusssicherungsanlage gibt.
Nach vielen guten Erfahrungen also leider mal eine schlechte. So etwas bleibt natürlich bei den Fahrgästen hängen und verbessert den Ruf der DB nicht gerade. Auch wenn mir so etwas zum Glück nicht ganz so oft passiert: Von Störungen im Zugverkehr hört man zu oft, als dass man es einfach als Ausnahmeerscheinung abtun kann.
Wiederholte Wiederholung und seltsamer Umstieg
Am Wochenende war ich mal wieder bei meinen Eltern in Marl. Hin bin ich dabei so gefahren wie dieses Jahr fast immer, nämlich mit dem ICE 620, der NAH um 18:36 verlässt und planmäßig um 22:19 in Essen ankommt.
Und die Fahrt lief auch so ab wie fast immer, jedenfalls soweit ich mich erinnern kann: Der Zug fährt pünktlich in NAH los, um sich dann bei der Abfahrt in FF Verspätung zuzuziehen, die er auch auf der NBS nicht vollständig aufholen kann. Da die Fahrt über die Südbrücke in Köln enorm Zeit kostet und natürlich auch der Knoten Köln überlastet ist, wird die Verspätung dort auch nicht weniger. Nur der Aufenthalt in Duisburg (während dessen der Amsterdamer Zugteil abgekoppelt wird) kann die Verspätung noch etwas vermindern. Und oft genug bleibt von den 29 Minuten Übergang auf die Haard-Bahn in Essen dann nicht mehr so viel übrig …
Die Rückfahrt verlief diesmal allerdings etwas anders: Ich bin drei Stunden früher als sonst gefahren, und einen Sparpreis 25 (an einen 50er war eh nicht mehr zu denken) gab es nur noch, weil ich aus dem ICE nach Aschaffenburg in FFLF ausgestiegen bin und auf den nächsten IC gewartet habe. Meine Schwester kommentierte das mit: „Jetzt weiß ich endlich, wer sowas macht!“… Auch die Rückfahrt lief nicht ohne Verspätungen: In Oberhausen ging es noch pünktlich los, aber schon in Duisburg fuhren wir (wegen Bauarbeiten) mit +5, in Düsseldorf dann (aus unbekannten Gründen) mit +10 ab. Obwohl wir in FFLF immer noch Verspätung hatten, ließen sich einige Passagiere in meinem Wagen so lange Zeit mit dem Aussteigen, bis schon das Piepsen der Türen zu hören war – mit dem Resultat, dass ein Fahrgast nicht mehr aussteigen konnte.
Interessanterweise habe ich es in letzter Zeit ziemlich oft erlebt, dass Fahrgäste oder Gepäckstücke im Zug geblieben sind. Ich dachte immer, ich würde schon sehr knapp vor dem Ausstiegsbahnhof meine Sachen zusammen packen und aufstehen, aber andere lassen sich da anscheinend noch viel mehr Zeit. Ich würde mich nicht wundern, wenn ich mich irgendwann auch mal zu spät auf den Weg zum Ausgang mache (oft kommen mir schon die einsteigenden Fahrgäste entgegen), aber ich behaupte mal, dass ich das dann als mein Problem betrachten und nicht auf die DB schimpfen werde, wie es die meisten dann tun …
Nicht mein Bier (?)
Mittwoch Abend, Regionalexpress um 22:36 ab Frankfurt Hbf: Beim Hinsetzen stelle ich fest, dass unter meinem Sitz zwei Bierflaschen stehen, denke mir aber nichts dabei. Irgendwo zwischen Offenbach und Hanau höre ich ein Klirren, eine der Flaschen kippt um und war natürlich nicht leer. In Sekundenschnelle verteilt sich das Bier über den gesamten Boden, und es bleiben nur noch wenige Stellen, auf die man treten kann, ohne klebrige Schuhsohlen zu bekommen. Ich ärgere mich, aber andererseits ist es mir auch peinlich wegen der anderen Mitreisenden, obwohl ich ja nichts dafür kann – gut, wenn ich sehr umsichtig gewesen wäre, hätte ich beim Hinsetzen geprüft, ob in den Flaschen noch Bier war. Naja, ich hoffe, dass der Zug am Endbahnhof Gemünden dann gründlich gereinigt worden ist. Für mich sind solche Vorfälle nur eine Anekdote, für manch anderen sicher ein Grund, um den ÖPNV einen großen Bogen zu machen.
(K)eine neue Werbefläche
Schon länger ist mir in den Zügen der BR 423 (die Züge, die z.B. auf der Frankfurter S1 fahren) etwas aufgefallen: Die Einstiegsräume sind dort durch Glasscheiben begrenzt, an die sich direkt die Rückenlehnen der Sitze anschließen. Fast in allen Zügen, mit denen ich gefahren bin, waren in die Zwischenräume zwischen Lehne und Scheibe Werbe-Flugblätter aller Art (meistens für irgendwelche Discos, Partys oder Szenelokale) gequetscht. Das ist sicherlich nicht im Sinne des Erfinders, zumal man das Papier ziemlich schwer wieder da heraus bekommen dürfte.
Auf der Hinfahrt nach Obertshausen habe ich beschlossen, darüber einen Beitrag zu schreiben. Auf der Rückfahrt habe ich dann den ersten Zug gesehen, bei dem die DB eine einfache, aber wirkungsvolle Methode dagegen angewandt hat: Die betreffende Partie der Glasscheibe war einfach mit einer undurchsichtigen blauen Farbschicht (ähnlich dem Farbton der Sitze) lackiert. So entfällt die kostenlose „Werbefläche“, und es sieht noch nicht mal schlecht aus 🙂 .