Kuriose Ansage

Automatische Ansage diese Woche in NAH: „Intercity 2327 nach Nürnberg Hbf, Abfahrt 18.49 Uhr, heute nur bis Passau Hbf“. Das ist doppelt kurios: Zum einen ist Passau sowieso der Endbahnhof des Zuges, zum anderen liegt Passau von Aschaffenburg (und fast ganz Deutschland aus) gesehen hinter Nürnberg. Wer weiß, was die „Blechelse“ dazu gebracht hat …
Noch eine Fahrt für die Statistik: Von NAH nach KKDT und zurück, beide Male pünktlich, hin in einem als „stark ausgelastet“ gekennzeichneten Zug, in dem es mit Wechsel in FF aber trotzdem noch einen Sitzplatz für mich gab.

Von A’burg nach A’burg

Augsburg hieß mein Ziel am Samstag, und um es zu erreichen, gab es zwei Wege: mit dem ICE für 88,50 Euro in drei Stunden oder mit dem Nahverkehr für 22 Euro in vier. Unnötig zu sagen, dass ich mich für letztere Möglichkeit entschied. Die Fahrt lief auch störungsfrei: mit dem RE nach NWH, wo sich zwei Bayernticketgruppen – je eine aus Männern und aus Frauen – verbrüderten. Weiter nach kurzem Aufenthalt mit der aus einem „Mopsgesicht“ (oder waren es zwei?) gebildeten RB nach Treuchtlingen. Trotz der Zuggattung wurde aber recht selten gehalten, weil die noch betriebenen Bahnhöfe einfach sehr weit auseinanderliegen. Nach zwei Stunden war der Endbahnhof erreicht, der der „lebende“ Beweis dafür ist, dass Bahnknotenpunkte nicht immer in großen oder bekannten Städten liegen müssen. Die letzte Etappe übernahm dann der RE aus Nürnberg, der in MA endet.
Zurück ging es über die gleichen Umsteigepunkte. Auf der ersten Etappe aber nicht wie auf der Hinfahrt mit Dostos, sondern mit dem zweiten Zugteil eines aus München kommenden RE. Der erste Teil wurde schon in MA nach Ulm abgetrennt, der dritte in Donauwörth nach Aalen. Alle drei Zugteile waren wiederum 440er, die leider völlig überfüllt und außerdem noch verspätet waren. Kurz vor MTL die kuriose Ansage vom Band: „Meine Damen und Herren, in Kürze erreichen wir unseren Endbahnhof. Der Zug endet dort.“ Die Anschluss-RB wartete zum Glück, so dass es dann mit ausreichenden Sitzplätzen wieder nach NWH ging. Die Verspätung konnten wir unterwegs abbauen, so dass ich beim Umsteigen noch genug Zeit hatte, um mir Verpflegung und Lesestoff zu kaufen. Die Weiterfahrt dauerte planmäßig etwas länger, da die Züge nach NAH zu später Stunde als RB fahren und überall halten. Das Warten auf Anschlussreisende in NWH fiel kaum ins Gewicht, dafür aber einige Jugendliche, die beim Aussteigen in Partenstein alle schon geschlossenen Türen wieder öffneten. An dieser Stelle schien der sonst sehr joviale Zub doch etwas genervt. Trotzdem erreichten wir ohne dramatische Verspätung NAH auf Gleis 1, so dass ich ohne Treppensteigen direkt zu meinem Fahrrad gehen und nach Hause düsen konnte.

Kurioses vom Wochenende

Nach dem Erlebnis mit dem Busfahrer (siehe vorherigen Beitrag) ging meine Reise nach Arnheim los, wo ich den Samstag verbracht habe. Die DB-Auskunft hatte mir dorthin eine interessante Verbindung ausgespuckt: um den ICE Frankfurt–Amsterdam zu erreichen, sollte ich nämlich mit der RB von NAH nach Babenhausen und von dort mit der Odenwaldbahn nach FF fahren. Das klappte auch reibungslos, nicht zuletzt deswegen, weil letzterer Zug für die 4 km zwischen FFS und FF sage und schreibe 15 Minuten im Fahrplan stehen hat. In dieser Zeit ist wohl außer ein wenig Puffer für Verspätungen auch das Warten auf offener Strecke auf die Überholung durch die RB aus Wächtersbach enthalten. Nachdem die stattgefunden hatte, kamen wir immer noch mit –2 im Frankfurter Hbf an, so dass der Zug problemlos unter derselben Zugnummer (!) über Darmstadt nach Erbach weiter bzw. zurück fahren konnte.
Im ICE gab es zwei kleine Besonderheiten: zum einen belegte offenbar eine größere Reisegruppe (erkennbar an den identischen Lunchpaketen) einen Großteil des Zuges, so dass ich etwas länger nach einem Platz suchen musste, zum anderen zogen wir uns durch einen Halt auf der NBS, der recht jovial vom Zub kommentiert wurde („Sie fragen sich sicher auch, warum wir hier stehen, …“), eine Verspätung von etwa 10 Minuten zu, die bis Arnheim aber größtenteils wieder abgebaut war. Grund war übrigens „ein vor uns fahrender ICE, der nicht mit voller Geschwindigkeit fahren“ konnte.
In Arnheim angekommen, musste ich im Baustellenchaos am Bahnhof die Abfahrtsstelle des Obusses zu meinem Quartier erst einmal suchen – mit der Folge, dass mir dieser vor der Nase wegfuhr und ich eine halbe Stunde auf den nächsten warten musste. Dessen Fahrer fragte mich (wenn ich es denn richtig verstanden habe) angesichts meines brüchigen Niederländisch ganz erstaunt, ob ich denn wirklich im richtigen Bus sei, was ich bejahte (wie sich später heraus stellte, auch zu Recht).
Am nächsten Tag stand um 19.37 Uhr die Rückfahrt an. Dadurch, dass anscheinend Fußball-Spieltag war, waren jede Menge Sonderbusse vor dem Bahnhof unterwegs, die ich natürlich (diesmal ohne Beschwerden) fotografiert habe. Zum Zug ging ich deswegen erst in letzter Minute, konnte aber dafür direkt in der Lounge Platz nehmen und so den Systemwechsel nach Deutschland aus der Panoramaperspektive erleben. Dachte ich jedenfalls, aber da beim Umschalten der Hauptschalter ausgeknipst wird, wird auch die Scheibe zum Führerstand trüb, so dass man bestenfalls schemenhaft erkennen kann, was drinnen und draußen passiert. In KK passierte das nächste Kuriosum: Auf dem Abfahrtsplan am Bahnsteig und in den Fahrplanheftchen im Zug war als Abfahrtszeit 21:20 Uhr angegeben, auf der Anzeigetafel jedoch 21:28. Letztere erwies sich als richtig, was einen planmäßigen Aufenthalt inklusive Kopfmachen von 13 Minuten und eine Rekord-Fahrzeit von 48 Minuten für 168 km (=210 km/h) bis FFLF bedeutete. Die konnte der Zug allerdings nicht ganz einhalten, nicht zuletzt weil die tatsächliche Abfahrtszeit erst gegen :30 lag.
Die Ankunft an der Endstation FF geschah also mit etwa +5, und hier passierte ein weiteres Kuriosum: der RE nach Würzburg, zu dem planmäßig überhaupt kein Anschluss besteht (Übergangszeit „nur“ 6 min), wartete auf unseren Zug, so dass ich wie erhofft schon um kurz nach 23:16 Uhr in Aschaffenburg eintrudelte. Dass ich das Anrufsammeltaxi noch erreichte, brachte mir nur begrenzt Glück, denn erst vergaß der Fahrer fast, an meiner Haustür zu halten, und dann übergab sich ein Mitfahrgast auch noch teilweise auf meine Tasche. Aber selbst davon ließ ich mir das recht gelungene Wochenende dann doch nicht verderben – wozu hat man schließlich eine Waschmaschine …

Variationen zum Thema

Seit ich in Aschaffenburg wohne, ist die Strecke nach Recklinghausen die meistbefahrene für mich, so dass ich mich dort eigentlich ziemlich gut auskenne. Trotzdem erlebe ich immer noch neue Möglichkeiten, mit dem Zug von NAH nach ERE und zurück zu kommen. Zum einen liegt das an den gelegentlichen Fahrplanwechseln, zum anderen aber auch an der Kreativität, die man bzw. das DB-Buchungssystem besitzen muss, um Fahrscheine zu günstigen Preisen zu bekommen.

An diesem Wochenende habe ich mal wieder zwei Varianten kennen gelernt: Auf der Hinfahrt habe ich seit langer Zeit mal wieder die Verbindung 17.46 ab NAH benutzt – von dort mit der RB nach Mainz und weiter mit dem IC bis Essen. Die Bauarbeiten an der Mainzer Rheinbrücke und der Strecke Mainz–Mannheim bescherten beiden Zügen leichte Verspätungen. Ab KKO zeigte sich mal wieder der Sinn und Unsinn von Durchsagen, denn ich hatte eine Sitznachbarin, die kein Deutsch verstand und mich auf Englisch leicht besorgt fragte, was der Zugchef denn da gerade durchgab. Im Gegensatz zu den regulären Halten werden Informationen zu Verspätungen (wir hatten etwa +10, so dass einige Anschlüsse nicht warten konnten) nämlich nur auf Deutsch angesagt. Trotzdem konnte ich die junge Dame aber beruhigen, denn sie wollte bis Düsseldorf fahren und musste dort nicht mehr umsteigen.

Am Samstag habe ich dann mit meinen Eltern einen Ausflug zum Tetraeder in Bottrop gemacht. Das wäre kein Thema fürs Blog, wenn nicht seit kurzem ein wasserstoffbetriebener Bus der Vestischen zum Wahrzeichen Bottrops hochfahren würde. Beim Hochlaufen passte ich ihn am Fuß der Halde ab:

Wasserstoffbus der Vestischen

Hinunter sind wir dann gefahren, nicht ohne dass ich den Bus noch einmal vor dem Tetraeder abgelichtet hätte:

Bus vor dem Tetraeder

Auf der Fahrt gab es übrigens noch eine Begegnung mit dem Betreiber der Website → Ruhr-Bus und interessante Gespräche mit dem Busfahrer über die Technik des Fahrzeugs. Angetrieben wird es primär durch eine Brennstoffzelle, die bei Bedarf durch eine Batterie unterstützt wird. Diese wiederum lädt sich beim Fahren, aber insbesondere beim Bremsen auf, so dass die Energie optimal genutzt wird. Der Wasserstoff soll übrigens demnächst aus dem Faulgas von Kläranlagen kommen und damit die Umweltbilanz der Fahrzeuge verbessern.

Heute Abend ging es dann für mich wieder zurück nach Aschaffenburg. Die Verbindung, die mir die Auskunft dafür ausgegeben hatte, war wirklich kurios: Ich sollte in den IC nach Köln einsteigen, ihn aber schon in Oberhausen wieder verlassen und von dort stattdessen mit dem RE 5 nach KK fahren – anscheinend waren zwischen EOB und KK keine Kontingente mehr frei. Von dort führte mich der Weg mit einem ICE Richtung Basel, der wegen Bauarbeiten über die Südbrücke fuhr, bis FFLF, wo ebenfalls wegen Bauarbeiten heute auch die S-Bahn-Züge hielten. Mich dagegen brachte ein ICE 1 nach NAH. Trotz Verspätungen aller Züge zwischen 5 und 10 Minuten klappte alles reibungslos. Nur ein Anruf-Sammel-Taxi gibt es in Aschaffenburg erst ab 21.30 Uhr, weswegen ich durch das Labyrinth des Bahnhofsumbaus meine Wohnung schließlich zu Fuß erreichte.

Bahndeutsch

In der Welt der Eisenbahn gibt es – wie in vielen anderen Lebensbereichen auch – einen Fachjargon, der auf Außenstehende amüsant bis unverständlich wirkt. Da mit der Bahn aber auch Nichtfachleute befördert werden, muss man mit diesen kommunizieren – und dabei schleicht sich oft genug der Jargon ein. Da heißt es dann regelmäßig „Der Zug endet hier“, obwohl der Zug doch streng genommen immer am Schlusslicht endet und nicht an irgendeinem Bahnhof (noch schlimmer muss es für die Passagiere klingen, wenn der arme Zug dann auch noch „ausgesetzt“ wird). Ebenso fährt ein Zug „aus Gleis 3“, obwohl man doch hoffen sollte, dass der Zug nicht aus dem Gleis fährt. Oder man wird darauf hingewiesen, dass man „Übergang“ hat, anstatt dass der Zub von „Umsteigemöglichkeiten“ spricht.
Liebhaber der deutschen Sprache (zu denen ich normalerweise auch gehöre) schlagen bei solchen Ansagen die Hände über dem Kopf zusammen. Ich als Eisenbahnfreund mag dagegen natürlich auch den Jargon und freue mich über die Ausdrücke, die verraten, dass ein Eisenbahner am Werk ist. Verständlich für den Durchschnittsfahrgast sollte es allerdings schon sein – mit einer „LZB-Störung“, die ein Zugchef mal durchgesagt hat, können wohl die wenigsten etwas anfangen. Vielleicht sollte man immer zwei Durchsagen machen: eine für Fachleute und interessierte Laien und eine für alle anderen?

60 bis 120

Heute habe ich mal wieder etwas aus der Rubrik „Kuriose Ansagen“ erlebt:

Meine Damen und Herren, wegen einer Signalstörung wird sich unsere Weiterfahrt um voraussichtlich 60 bis 120 … Se-kun-den verzögern.

In diesem Moment ging der Zub mit den Worten vorbei: „Na, wem jetzt wohl das Blut in den Adern gefroren ist?“. Als dann auch noch alle Fahrgäste ausgestiegen waren, die im falschen Zugteil saßen (in FFLF wurde der Zug geteilt – vorne nach Essen ohne Halt bis KKDT, hinten nach KK mit Halt an allen Zwischenstationen), ging es tatsächlich weiter. Und obwohl heute halb Deutschland auf der Schiene zu sein schien, gab es keine weiteren Komplikationen und somit eine stressfreie Bahnreise – sogar einen Sitzplatz in Fahrtrichtung am Fenster habe ich noch bekommen. In diesem Sinne:

Frohe Weihnachten an alle Leser!

Ansagen und Aushänge …

… müssen, wie wahrscheinlich jeder Bahnfahrer weiß, nicht unbedingt einen Sinn ergeben. Am Wochenende zeigte sich das mal wieder sehr schön. Nicht nur, dass in Aschaffenburg Hbf die Abfahrtsansage wie üblich lautete:

An Gleis 5 bitte einsteigen und Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt!

Das mag vielleicht an die so genannte „gute alte Zeit“ erinnern, in der gab es allerdings noch kein Eisenbahnbundesamt, das gegen vom Fahrgast zu schließende Türen so einiges einzuwenden hätte.
Weiter ging es über Darmstadt nach Heidelberg, wo ich mit der Ansage empfangen wurde:

An Gleis 7 willkommen in Heidelberg. Ihre nächste Reisemöglichkeit: S-Bahn nach Germersheim, Abfahrt 15.14 Uhr von Gleis 4!

Dagegen wäre an sich nichts einzuwenden gewesen, wenn es nicht schon 15 Uhr 12 gewesen (übrigens war der Zug pünktlich) und die S-Bahn, kaum dass ich den Nachbarbahnsteig erreicht hatte, abgefahren wäre. Also habe ich – wie auch in der Fahrplanauskunft vorgesehen – eine halbe Stunde auf die nächste Bahn gewartet. Unterwegs machte ich dann in Ludwigshafen-Mundenheim schon den nächsten Fund:

Aushang in RLUM

Den genannten Nachlösewagen sucht man heutzutage vergeblich, aber dafür gibt es ja einen Automaten auf dem Bahnsteig und in den Wagen der Rhein-Neckar-S-Bahn sogar im Fahrzeug.

Auf der Rückfahrt am Sonntag gab es dann noch eine schöne Stilblüte im RE von Frankfurt Richtung Würzburg:

Meine Damen und Herren, Regio Unterfranken begrüßt Sie im Regionalexpress nach Würzburg mit Halt in Offenbach, Hanau, Aschaffenburg und Gemünden. Unser nächster Halt ist Frankfurt Süd. Dort haben Sie Anschluss an die S 5 nach Friedrichsdorf, Abfahrt 16.43 Uhr, an die S 4 nach Kronberg, Abfahrt 16.48 Uhr, …

Auch das ist natürlich gut gemeint, nur nicht unbedingt sinnvoll, denn wer in diese S-Bahnen umsteigt, macht eine Rundfahrt durch die Frankfurter Innenstadt und landet nach einer Viertelstunde wieder am Hauptbahnhof, von dem wir gerade abgefahren waren.
Als gut informierter Vielfahrer wünsche ich mir manchmal etwas weniger Mitteilungsfreude der DB, jedenfalls, wenn die Ansagen auch einem unerfahrenen Fahrgast wenig Information bringen. Über anderes, wie die ausführlichen Begrüßungen und Haltankündigungen, kann man sich streiten. Habt ihr eine Meinung dazu? Dann her damit!