In die Goldene Stadt

Vom 22. bis 25. März war ich mit dem Zug in Prag. Von Aschaffenburg aus geht das recht bequem: mit dem ICE nach Nürnberg (auf dem Hinweg mit Abstecher nach Bamberg zu Nils, der auch mit dabei war), von dort gibt es einen direkten RE.
Warum die früheren IR/EC auf dem deutschen Teil dieser Strecke schon seit längerem als Regionalexpress laufen, ist mir nicht so ganz klar. Irgendwo habe ich gelesen, dass DB Regio die Züge eigenwirtschaftlich betreibt, aber leider finde ich die Quelle dazu nicht mehr.
Betrieblich läuft das ganze so ab (zumindest war es an unseren beiden Reisetagen so): Mit einer 218 und 5 (?) ehemaligen Interregio-Wagen geht es von Nürnberg bis Furth im Wald (übrigens durch eine mir bis dahin völlig unbekannte Gegend). Dort wird dann eine Doppeltraktion „Brillenschlangen“ (BR 754 der ČD) vorgespannt. Eingleisig und durch abenteuerliche Kurven geht es dann durch den Böhmerwald bis Pilsen, wo der Zug an einen tschechischen mit Ellok angehängt wird. In Prag angekommen, geht es nach einer Bahnsteigwende von etwa einer halben Stunde Dauer wieder zurück, diesmal nach München. Der Laufweg ist bis Schwandorf der gleiche, dort wird Kopf gemacht und über Regensburg nach Süden weiter gefahren.

Zurück dann das gleiche Spiel: Der Zug kommt aus München und wendet am Bahnsteig. Elektrisch bis Pilsen, dort Zugteilung. Übrigens wird weder auf dem Bahnsteig in Prag noch im Zug (auf dem tschechischen Streckenabschnitt gab es überhaupt keine Ansagen) darauf hingewiesen, dass nicht alle Wagen nach Nürnberg fahren – da hilft nur ein aufmerksamer Blick auf die Zuglaufschilder.
Die Auskunft der DB empfiehlt für diese Züge eine Reservierung – zu Recht, denn auf unserer Hin- und Rückfahrt wimmelte es von (sich teilweise stark alkoholisierenden) Schülergruppen. Auf der Rückfahrt waren dann auch noch Fußballfans unterwegs, da am Abend vorher das EM-Qualifikationsspiel Tschechien-Deutschland in Prag stattgefunden hatte. Sinnigerweise gab es auf der Hinfahrt aber gar keine Reservierungsschilder, so dass man sich seinen Platz notfalls durch Vorzeigen der Reservierung „erkämpfen“ musste. Da wiederum waren die Tschechen mehr auf Zack: Während der Bahnsteigwende in Praha hl.n. verteilte eine Eisenbahnerin die Reservierungszettel und vertrieb mit einem resoluten „Máte rezervace?“ („Haben Sie eine Reservierung?“) alle ohne eine solche von ihren Plätzen.

Fazit: Die fünfstündige Fahrt ist sicher nicht jedermanns Sache, und ohne Reservierung kann die Tour noch anstrengender werden. Davon abgesehen ist es aber eine bequeme, bahntechnisch durchaus interessante und mit 42,50 € für die einfache Fahrt zum Normalpreis auch relativ preiswerte Methode, nach Prag zu kommen.

1 Kommentar zu „In die Goldene Stadt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert