Mit dem Talgo zu Lego

Zwischen Weihnachten und Neujahr ergab sich die Gelegenheit, schnell noch nach Hamburg zu fahren und einen Blick auf den neuen EC der dänischen Staatsbahn zu erhaschen, der nach und nach auf der Strecke nach Kopenhagen eingeführt wird. Es handelt sich um einen Zug der spanischen Marke Talgo und damit um das Pendant des neuen ICE L. Im letzten Sonnenlicht gelangen mir zwei Bilder auf der Alsterbrücke, leider ohne die Lok:

Danach erwies es sich als Vorteil, dass die Strecke Hamburg–Berlin gerade generalsaniert wird. Dadurch können die EC (bzw. in Deutschland ECE) nämlich ihre gesamte Wendezeit von fast zwei Stunden auf Gleis 5 verbringen, so dass ich den neuen Zug ausgiebig begutachten konnte.

Auf dem Bild ist das Talgo-Prinzip sehr gut zu erkennen, nach dem sich immer zwei Wagen, die etwa die halbe Länge von konventionellen haben, ein Drehgestell teilen.

Die Steuerwagen wurden später bestellt, daher muss derzeit die Lok an den Endbahnhöfen noch umsetzen. So sehen die Drehgestelle von nahem aus:

Die Zielanzeige ist in die Tür integriert:

Nachdem die Reinigung abgeschlossen war, habe ich noch einen Blick ins Innere riskiert. Das wirkte auch recht angenehm. Leider gibt es, wie in Dänemark üblich, statt eines Speisewagens nur Snackautomaten.

Leider verpasste ich danach die Gelegenheit, auch die Toilette des neuen Zuges zu nutzen, denn der Metronom, mit dem ich zurückfuhr, hatte keine funktionierende. Zum Glück hielt ich es aber bis zu Hause aus und bin gespannt auf meine erste Mitfahrt mit dem neuen Zug.

Fast 100 % gegeben (1/3)

Frohes neues Jahr euch allen!

Hineingerutscht bin ich wieder mit Freunden, diesmal in Augsburg. Da sich quasi direkt ein Wochenende anschloss, bot es sich an, nicht auf dem direkten Weg zurückzufahren. Nach einigem Überlegen beschloss ich, mir Eric aus dem ICE-Treff als Vorbild zu nehmen, der vor einer Weile die Luxemburger Nordstrecke inklusive der Zweigstrecke nach Wiltz befahren hatte. Da ich seit einiger Zeit meine wichtigsten Bahnfahrten bei → viaduct.world mitlogge, würde ich so vielleicht auf 100 % „Netzabdeckung“ kommen.

Die Hinfahrt nach Augsburg hatte vor allem drei Besonderheiten: Zum ersten sind beide ICE, die ich an diesem Tag benutze, als ICE-T geplant, werden aber kurzfristig durch ICE 2 ersetzt. Zum zweiten komme ich problemlos durch die Baustelle zwischen Neustadt am Rübenberge und Wunstorf. Da die S-Bahn auf diesem Abschnitt gar nicht verkehren konnte, war ich davon ausgegangen, dass die Strecke komplett gesperrt ist. Sie ist aber eingleisig weiterhin befahrbar. Zum dritten fährt der ICE ab Hannover ohne Halt die gesamte SFS bis Würzburg durch. Für diesen Zuglauf ist das wohl planmäßig, aber selber erlebt habe ich das noch nie. MA erreiche ich nach einer recht entspannten Reise mit etwa +10.

Unfreiwillig entspannt ist es am 2. Januar, als ich mich auf den Weg nach Luxemburg machen will: Der ursprünglich geplante ICE fällt zwischen München und Stuttgart aus. So kann ich aber immerhin noch etwas länger mit meinen Freunden frühstücken und fahre dann eine knappe Stunde später zum Hauptbahnhof. Keine ganze Stunde deswegen, weil der Folgetakt zu meinem Zug ab Ulm nicht über die SFS fährt, sondern über die Geislinger Steige. Die ist zwar immer wieder nett zu fahren, aber so muss die Erstbefahrung der neuen Strecke noch warten. Noch bevor wir Mannheim erreichen, fängt mein Magen an zu knurren, und mir fällt ein, dass ich gar keinen Proviant eingepackt habe. Die Schlange im Bordbistro ist zu lang, aber die Umstiegszeit reicht gerade, um sich noch am Automaten einzudecken.

Weiter geht es mit dem RE 1, der von Mannheim über Trier nach Koblenz und damit sozusagen einen Dreiviertelkreis durch Rheinland-Pfalz und das Saarland fährt. Wie Eric habe ich vor, in Merzig auszusteigen und von da mit dem 407er Bus zum Luxemburger Kirchberg zu fahren. Der ist ein wenig ein Geheimtipp, da ihn nur die Luxemburger Auskunft → mobiliteit.lu kennt, nicht aber die deutsche. Dafür gilt dort bis zur Grenze das Deutschlandticket, im Großherzogtum ist der öffentliche Nahverkehr sowieso seit 2020 kostenlos benutzbar.

Der Zug kommt pünktlich an, ich habe direkt Anschluss an den Bus, den auch die örtliche Anzeige verschweigt. Außer mir nutzen ihn nur drei andere Passagiere, aber ich bin ja auch an einem Brückentag gegen die Lastrichtung unterwegs. Der Bus nutzt ein Stück die Autobahn Richtung Luxemburg, fährt aber vor der Grenze wieder ab und überquert selbige auf der Landstraße bei Remich. Endstation ist am Busbahnhof auf dem Kirchberg, dem Geschäftszentrum der Landeshauptstadt und Ziel vieler Pendler. Davon sind um diese Zeit auch einige unterwegs. Auch der Bus, den ich ab hier nehme, ist recht gut gefüllt. Er fährt ins französische Thionville, ich verlasse ihn aber schon nach einer Station am Bahnhof Howald wieder und starte noch in Begleitung meines Koffers die erste Streckenbereisung: Es geht nach Noertzange, von wo ich die Strecke nach Rumelange befahren will. Hier fahren die Züge nur montags bis freitags, und erst seit dem Fahrplanwechsel den ganzen Tag über. Bei meiner Fahrt wird das neue Angebot noch nicht gut angenommen, auf dem Rückweg bin ich anscheinend sogar der einzige Fahrgast. Trotz der Fahrscheinfreiheit sind alle Züge begleitet. Ob sich der Zub wundert, dass ich gleich wieder zurück fahre, sehe ich ihm aber nicht an. Von Noertzange fahre ich wieder nach Howald und nehme von da die Straßenbahn zu meinem Hotel, das genau auf halbem Weg zum Hauptbahnhof von Luxemburg-Stadt liegt.

Fortsetzung folgt!

Mit der Bahn ins westfälische Rothenburg

Eins der Ziele der gestrigen Tour sollte es sein, den neuen ICE L vor die Linse zu bekommen. Dazu setzte ich mich um 8:44 Uhr in den ICE nach EDO, das ich mit etwa +10 erreichte, um dort oder an den nachfolgenden Stationen den neuen Zug abzupassen. Leider machte mir eine Oberleitungsstörung zwischen Dortmund-Scharnhorst und Dortmund-Kurl einen Strich durch die Rechnung, da dadurch der Zug von Hamm über Wuppertal umgeleitet wurde. Auch der 426er, den ich im Sommer mal auf der RB 46 gesehen hatte, war dort nicht unterwegs. Also machte ich mich auf den Weg zur dritten Station: dem eine Woche vorher eröffneten Haltepunkt Herten-Westerholt. Eine Station vorher in Buer Nord waren ebenfalls neue Bahnsteige eröffnet worden, so dass jetzt nicht nur die Züge von und nach Haltern dort halten können. Da neue Bahnsteigschilder neuerdings mit einer anderen Schriftart bedruckt werden, konnte man hier prima den Unterschied sehen:

Altes (rechts) und neues Bahnhofsschild (links) in Gelsenkirchen-Buer Nord

In Westerholt selbst wird konsequenterweise nur die neue Schriftart verwendet. Diese ist Teil eines ganzen Konzepts, das unter anderem Buchstaben zur eindeutigen Identifikation von Ausgängen enthält.

Bahnsteigunterführung am Bahnhof Herten-Westerholt

Nicht weit vom Bahnhof ist das Alte Dorf, das zwar sehr klein, aber dafür umso malerischer und daher auch zu meiner Marler Zeit immer wieder Ausflugsziel für uns war. Manchmal findet man auch die im Titel erwähnte Bezeichnung, die aber wohl eher auf andere Städte wie Warburg passt.

Im Alten Dorf Westerholt

Leider fuhren wegen einer Störung zwischen Essen und Bottrop die Züge am neuen Bahnhof nur zweistündlich. Das hatte allerdings den Vorteil, dass ich so noch die Öffnung der örtlichen Pommesbude (die genau genommen schon im Nachbarort Bertlich liegt) abwarten und dort eine sehr gute Currywurst essen konnte. Dann marschierte ich zurück zum Bahnhof (wäre der Hintereingang schon fertig gewesen, wäre es etwas schneller gegangen) und machte mich auf den Rückweg, diesmal ausschließlich mit dem Deutschlandticket. Das hatte den Vorteil, dass ich zwischen HO und HB noch die neuen Ersatzzüge testen konnte: WFL-Doppelstockwagen, die deutlich mehr Platz bieten als die vorher eingesetzten Talent 2 und trotz (oder gerade wegen) ihres Alters recht komfortabel sind. Nach einer ICE-Überholung erreichte ich meinen Heimatbahnhof wiederum mit etwa +10.

2–4–3–3–1–2

Nein, das ist keine neue Fußballtaktik, sondern die Reihenfolge der ICE-Baureihen, die ich am verlängerten Wochenende benutzt habe: Am Samstagmittag einen ICE 2 von HB nach HH, dann weiter mit einem 4er nach FF. Den Bahnhof erreichten wir zwei Minuten vor Plan, so dass ich gerade noch am selben Bahnsteig Anschluss an den ICE nach NAH hatte, der eigentlich schon weg sein sollte, gefahren wie alle Züge auf dieser Linie von einem ICE 3. Die einzige größere Verspätung an diesem Wochenende hatte dann der Bus, mit dem es weiter nach Goldbach ging.

Von dort machte ich mich heute Mittag auch auf den Rückweg, mit einem Abstecher an meinen ehemaligen Arbeitsort. Dann hieß es wieder ICE fahren, natürlich zunächst wieder mit einem 3er. Der Umstieg in NWH erfolgte dann in einen 1er statt des geplanten 4er, womit ich alle nummerierten ICE-Baureihen auf einer Reise durch hatte. Weitere Gelegenheit hätte es dazu auch nicht gegeben, denn die letzte 2 bezieht sich nicht auf einen ICE, sondern einen IC, mit dem ich die Hansestadt pünktlich erreichte.

Trainspotter mit Genehmigung

Gestern war ich mal wieder auf Strecken- und Fototour, zuerst mit dem ICE nach Hagen. Die Besonderheit dabei war, dass der Zug nicht in HO hielt, weil dort mal wieder eine Bombenentschärfung angesagt war. Dabei fahren die Züge zunächst noch durch den Bahnhof ohne Halt durch, während sie später ganz umgeleitet werden. Aber nun war ich erst mal auf Gleis 9/10 in EHG, wo zufällig zwischen meinem ICE und dem RE 16 noch der aus n-Wagen gebildete RE 13-Ersatzzug durchkam. Dabei wurde er nicht nur von mir beäugt, sondern auch von einem Jungen mit Handy auf dem Stativ, der mich fragte, ob ich auch Trainspotter sei. Leider sind meine Fotos nicht vorzeigbar, ich hoffe, ihm erging es besser.

Der „Strecken“teil meiner Reise führte mich dann nach Iserlohn. Der „Bahnhof“ dort ist betrieblich nur noch ein Haltepunkt. Das ist nicht so ungewöhnlich, aber genau genommen handelt es sich um zwei Haltepunkte an zwei verschiedenen Strecken, die hier nebeneinander enden und keine Verbindung mehr untereinander haben, nämlich der von (Hagen–)Letmathe und der von (Dortmund–)Schwerte.

Der Stadtbahnhof in Iserlohn: Links der VIAS-RE 16 aus Essen, rechts die DB-RB 53 aus Dortmund

Da ich beide Strecken noch nicht kannte, war es klar, dass ich über die eine hin und über die andere zurück fahren würde. Dazwischen lag ein einstündiger Besuch in der nicht allzu interessanten Stadt, in der es aber immerhin direkt am Bahnhof einen guten Schnellimbiss gibt.

Die beiden Strecken waren schon etwas interessanter, die aus Letmathe vor allem um die Dechenhöhle herum und die nach Schwerte, weil sie auf einem teilweise recht hohen Damm verläuft und keinen einzigen hat, was auch in der → Wikipedia Erwähnung findet. Am Endbahnhof EDO angekommen, fuhr ich direkt weiter nach EBO. Hier war der Plan eigentlich, den 426 abzulichten, der zumindest manchmal auf der RB 46 fährt, aber die entsprechende Fahrt (womöglich der ganze Umlauf) fiel aus. Also zurück nach EDO, wo ich jetzt mehr Zeit hatte für das nächste Projekt: Ein Foto eines neuen Vamos-Stadtbahnwagens. Ende August hatte ich es schon einmal versucht, das war aber daran gescheitert, dass ich keine Fotogenehmigung hatte, die man bei den DSW aber benötigt. Mir widerstrebt das zwar, aber letztendlich ist mir das Hobby doch wichtiger und man bekommt sie auch unkompliziert jeweils für einen ganzen Tag. Diesmal wollte sie auch niemand sehen, und so ging mir nicht nur ein neuer, sondern auch ein alter Wagen ins Netz.

B80C-Wagen der DSW21
B80D-Wagen (Vamos) der DSW21

Da die neuen Wagen noch nicht sehr zahlreich eingesetzt werden, zahlte es sich aus, mehr Zeit zu haben als geplant. Dann konnte ich mich aber an die Rückfahrt machen, für die ich die direkte Strecke ja nicht (bzw. nur sehr umständlich mit zwei SEV) nehmen konnte. Zunächst peilte ich also den RE 6 an, der aber so viel Verspätung hatte, dass ich den Anschluss in Minden verpasst hätte. Also fuhr ich stattdessen mit dem Berlin-ICE dorthin, nutzte für die Weiterfahrt mal die S-Bahn Hannover und dann den RE gen Bremen, wo ich zur gleichen Zeit ankam wie sonst an meinen Bürotagen.

Karten und Statistiken von viaduct

Ein Freund hat mir die Seite →viaduct.world empfohlen, auf der man alle seine Bahnreisen loggen kann. Soweit ich das sehe, handelt es sich um ein Projekt aus Österreich, das sich durch Spenden und den Verkauf von Merchandising-Artikeln finanziert. Ich habe mich mal daran gemacht und meine wichtigsten Fahrten dort eingegeben. Das Resultat ist zuerst einmal eine → Karte mit allen von mir befahrenen Bahn- und Fährstrecken.

Außerdem kann man die Karten zu den einzelnen Reisen teilen, was ich unter den jeweiligen Blogbeiträgen und den Reiseberichten gemacht habe.

Nicht direkt teilen kann man den Anteil der Strecken, die man in den jeweiligen Ländern befahren hat. In Deutschland sind das immerhin 64 % (20937 km). Noch einen größeren Anteil erreiche ich in Luxemburg mit 80 % – nicht unbedingt überraschend, da das nur 176 Kilometern entspricht und ich das Land unter anderem im Rahmen meiner Diplomarbeit mehrmals besucht habe. Deutlich überraschender ist auf Platz 3 mit immerhin 56 % Norwegen. Aber dort ist das Netz relativ dünn, und bei meinen nur zwei Besuchen dort habe ich unter anderem mit der Bergen- und der Nordlandbahn schon zwei sehr lange Strecken befahren, insgesamt 2166 km. Weit abgeschlagen folgen dann mit 33 % – trotz meiner ausgiebigen Rundfahrt 2006 – die Schweiz (1670 km) und Dänemark mit 32 % (799 km).

Auch nicht direkt teilen kann man andere Statistiken, wie etwa die geografischen Extreme, die ich bisher selber in unregelmäßigen Abständen in den Rekorde-Beiträgen ermittelt habe. Seit dem letzten Beitrag unverändert sind das im Norden Narvik, im Süden und Westen Emeryville bei San Francisco und im Osten der Bahnhof am Moskauer Flughafen Domodedovo. Davon habe ich allerdings nur Narvik auf einer durchgehenden Bahnreise erreicht, in den anderen Himmelsrichtungen wären dann die Extreme im Westen und Süden Cascais bei Lissabon und im Osten Constanța am Schwarzen Meer.

Die längste ununterbrochene Fahrt war, anders als ich 2018 behauptet habe, mit (planmäßig) 17:40 Stunden und 1293 Kilometern die von Salt Lake City nach Emeryville im Jahr 2016. In der Realität waren wir sogar etwa eine Stunde früher da als geplant, was die Fahrt trotzdem zur längsten macht. Die schnellste Fahrt, zumindest soweit sie von mir erfasst wurde, ging am 19. September 2015 von Frankfurt Flughafen nach Siegburg/Bonn, also genau von Anfang bis Ende der KRM, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 226 km/h. Dicht dahinter, neben zwei Fahrten auf derselben Relation, die Fahrten von Barcelona nach Madrid mit 220 km/h und von Paris nach Karlsruhe mit 209 km/h.

Nicht in viaduct erfasst habe ich Verspätungen, weil ich darüber keine genauen Aufzeichnungen habe. Für die größte De-facto-Verspätung dürfte es aber einen neuen Rekord geben, wieder aus dem Ausland: Im Juli diesen Jahres fiel der erste von nur drei täglichen Zügen von Haparanda nach Boden aus, so dass ich mein Tagesziel Stockholm mit über zehn Stunden Verspätung erreichte. Über die „alltäglichen“ Verspätungen der deutschen Bahnen führe ich ja (zumindest soweit es sich um etwas größere Entfernungen handelt) weiterhin hier Buch und werde euch natürlich auf dem Laufenden halten.

Der RE 4 wartet

Da ich heute Urlaub und noch nichts anderes vorhatte, setzte ich mich mal wieder um kurz vor neun in den ICE, diesmal bis Duisburg. Eigentlich hätte ich da zwanzig Minuten Zeit bis zur RB 33 gehabt, aber direkt hinter meinem Zug trudelte der verspätete RE 42 ein, so dass ich gerade noch ein Foto vom im Umbau befindlichen Bahnhof machen konnte.

Kurz vor der Endstation Mönchengladbach sagte der Tf durch, dass der RE 4 nach KA noch erreicht würde. Prompt blieb der Zug danach erst mal stehen, aber auch unsere noch mal verzögerte Ankunft wartete der RE noch ab. Ich stieg aber nicht um, sondern vertrieb mir die Zeit mit Kaffee und Busfotos, bis es dann um halb eins weiterging nach Dalheim. Dort, an der niederländischen Grenze, ist heute die Strecke zu Ende, die früher bis Antwerpen führte. Eine Wiedereröffnung wird immer wieder diskutiert, scheitert aber an einem Naturschutzgebiet und mangelndem Interesse in den Niederlanden, die nur im Transit durchfahren werden. Folglich hat die Station einen etwas morbiden Charme, auch wenn man die brachliegenden Gleise inzwischen entfernt und den Bahnsteig erneuert hat:

Hier ging es mal weiter Richtung Niederlande und Belgien

Auf den letzten paar Metern vor dem Prellbock wechselt noch der Infrastrukturbetreiber:

Der Grund, dass ich die Tour unter der Woche machen wollte, ist der, dass man nur dann anders als mit dem Zug von Dalheim wegkommt. So nahm ich den Bus in die Kreisstadt Heinsberg, wohin die Bahnstrecke erst 2013 reaktiviert wurde. Vorher war die Kreisstadt die einzige in NRW ohne Bahnanschluss. Da die Strecke Lindern–Heinsberg an die Rurtalbahn übertragen wurde, bietet sie das Kuriosum von DB-Zügen auf einer Nicht-DB-Strecke.

Die Strecke wird von der RB 33 aus Aachen befahren, die in Lindern in einen Zugteil nach Duisburg und einen nach Heinsberg geflügelt wird. Die Wendezeiten an beiden Enden sind sehr kurz, daher gab es auch auf meiner Fahrt eine leichte Verspätung. Die reichte aus, dass der RE 4 in Lindern eigentlich schon über alle Berge sein sollte, aber erstaunlicherweise wartete er. Die dadurch verursachte Verspätung war nicht nennenswert, wurde es aber ab Erkelenz wegen einer -Störung. Bei der Weiterfahrt wurden es wegen entgegenkommender und vorausfahrender Züge dann noch ein paar Minuten mehr, so dass wir die Endstation EDO mit gut +15 erreichten. Das reichte dem RE, um fast pünktlich zurückzufahren, und mir, um mit dem ohnehin verspäteten ICE zurück nach HB zu fahren. Der war in KK von einem dreizehn- auf einen siebenteiligen ICE 4 getauscht worden und daher als „ausgebucht“ markiert, bot aber erfreulicherweise noch mehr als genug Sitzplätze. So erreichte ich meinen Heimatbahnhof dann mit etwa +30 gegenüber dem ursprünglichen Plan.

D’r Zoch kütt jet später

Letztes Wochenende war ich mal wieder mit einem Freund in Schladern an der Sieg, um dort weitere Freunde zu treffen. Die Hinfahrt verlief völlig problemlos: Der ICE stand schon zehn Minuten vor der Abfahrt am Bahnsteig. Es stellte sich heraus, dass er allerdings auch eine halbe Stunde früher als sonst in AH abgefahren war. Die Weiterfahrt bis KK verlief dann im normalen Plan, von dort ging es weiter mit der S-Bahn.

Zurück am Sonntag nahmen wir dann erst den RE bis KK, wo wir feststellten, dass wir noch den ICE eine Stunde früher als geplant erreichen würden, weil der Verspätung hatte. Als Grund stellten sich Fans des VfB Stuttgart heraus, die zum Spiel nach Köln wollten. Das führte zwar zu einigen Umwegen im Bahnhof, hatte aber den Vorteil, dass im Zug nun Platz war. Die Verspätung von etwa +45 blieb bis HB bestehen, dafür konnten wir aber sogar in der 2. Klasse die Annehmlichkeiten eines Am-Platz-Services genießen, wahrscheinlich weil wir nahe am Speisewagen saßen.

Das Schweigen gebrochen

Vor ein paar Jahren hatte ich ja in einer Hauruck-Aktion alle alten Reiseberichte auf „privat“ gesetzt, um nicht aus Versehen mögliches Fehlverhalten von Mitarbeitern zu veröffentlichen. Nun bin ich damit durch, sie durchzusehen, und habe sie mit wenigen Ausnahmen wieder veröffentlicht. Sicher gibt es das eine oder andere, mit dem die jeweiligen Arbeitgeber vielleicht nicht einverstanden gewesen wären, aber das dürfte nach so langer Zeit ohnehin keine Rolle mehr spielen. Ich bin ja nicht mal sicher, ob von euch die alten Beiträge noch jemanden interessieren – aber falls ja, jetzt sind sie wieder da.

Spaßtour, die dritte

Zum dritten Mal in Folge war ich heute zum Spaß mit der Bahn unterwegs. Diesmal wieder nach NRW, wo ich den Niersexpress bereisen wollte. In meiner Zeit bei der NordWestBahn hatte ich das nicht geschafft, obwohl ich die Strecke auch geplant habe. Dafür setzte ich mich im ICE nach KD in ein Abteil, das sonst nur von einer älteren Frau belegt war, die mit dem Zug unterwegs nach Spanien war. Das und auch anderes aus ihrer Lebensgeschichte versprach eine spannende Unterhaltung, die wir über weite Teile der Fahrt führten. Am Umsteigebahnhof angekommen, reichte die Zeit trotz leichter Verspätung (Signalstörung bei ERE) noch für einen kurzen Loungebesuch, bevor es dann pünktlich mit dem RE 10 weiterging, der heute von der NWB-Abspaltung RheinRuhrBahn betrieben wird. Am Zielbahnhof Kleve angekommen, genoss ich erst mal eine Currywurst (ich war immerhin in NRW), lief dann ein wenig durch die Innenstadt, gönnte mir noch einen Eiskaffee und fuhr dann mit dem Bus nach Emmerich weiter. Dort ist leider die Innenstadt so weit vom Bahnhof entfernt, dass sich ein Besuch nicht lohnte. Stattdessen machte ich ein paar Zugbilder.

Ein Güterzug mit zwei 189ern durchfährt den Bahnhof Emmerich
Der RE 19 aus Düsseldorf trifft am Stumpfgleis 1 ein. Zurzeit muss man zur Weiterfahrt nach Arnheim umsteigen.

Leider kein Foto ergab sich von einem 408er, weil der in Emmerich zu knapp vor meiner Abfahrt durchkam (obwohl sich diese um ein paar Minuten verzögerte und der ICE anhalten musste). Auch in Duisburg verzichtete ich darauf, weil es durch den kurzfristigen Wechsel auf Gleis 13 nicht gut geworden wäre. Also machte ich mich mit dem verspäteten und rappelvollen RE 2 auf den Weg nach HO. Hätte ich dort den RE 9 noch bekommen, wäre die Rückfahrt kostenlos gewesen. Das wurde aber auf dem allerletzten Stück wegen Gegenständen im Gleis vereitelt. Also eine Fahrkarte für den ebenfalls verspäteten EC gekauft und eine halbe Stunde hinter dem ursprünglichen Plan (allerdings auch etwa 20 Euro preiswerter) in HB angekommen.