Mit dem Fahrrad schneller

… als mit dem Zug war ich auf der Rückfahrt aus Aschaffenburg gestern, wo ich noch einige Dinge erledigt hatte. Die Hinfahrt dagegen war nahezu planmäig gelaufen, sieht man einmal von der Verspätung ab, die durch den als Folge des Hochwassers nur eingleisig befahrbaren Abschnitt bei Solingen entstand. Dadurch verpasste ich in KK den Anschluss, nahm aber den nächsten Zug meiner früheren „Stammlinie“ 41 und traf so nur 20 Minuten später ein als gebucht. Dafür, dass nun wirklich höhere Gewalt am Werk war, mehr als akzeptabel.

Auf der Rückfahrt sollte ich mit der RB 75 bis Mainz fahren und dort dann in den IC umsteigen. Da ich mein Fahrrad in den Norden überführte, war es wichtig, dass ich es im Zug mitnehmen konnte. Das Rad dabei zu haben, erwies sich als Vor- und Nachteil zugleich, blieb die RB doch in Mainz-Gustavsburg für unbestimmte Zeit stehen. Die Begründung, dass ein liegengebliebener Güterzug die Ursache sei, konnte ich bestätigen, denn man sah ihn vom Bahnsteig aus noch. Kurioserweise stand daneben der Gegenzug nach Aschaffenburg, der nach einiger Zeit aber Richtung Mainz zurück fuhr. Auf unserem Gleis tat sich dagegen nichts, so dass ich mich auf den Drahtesel schwang und parallel zur Bahn, am Güterzug vorbei, über die Rheinbrücke nach Mainz radelte. Dort konnte ich problemlos auf den nächsten Zug mit Fahrradbeförderung umbuchen, der allerdings erst nach zwei Stunden fuhr. Die Zeit nutzte ich – wie könnte es auch anders sein – für eine Currywurst und ÖPNV-Fotos.

Mein neuer Anschlusszug war der EC 8 aus Zürich mit einer Schweizer Wagengarnitur. Dabei gibt es nicht wie bei der DB den einen Fahrradwagen, sondern jeder Wagen hat einige Stellplätze. Meiner war ganz am Schluss, wo zum Glück nicht nur die Fahrrad-, sondern auch die Sitzplätze kaum genutzt waren. Ausgerechnet zwei Schweizerinnen fragten die Zub-in nach dem gastronomischen Angebot und bekamen zur Antwort, dass die SBB es coronabedingt vorübergehend gestrichen hatten. Bei Sinzig überfuhren wir mit reduzierter Geschwindigkeit die beschädigte Ahrbrücke, die Straßenbrücke nebenan hatte es weitaus schlimmer getroffen. Solingen umfuhren wir diesmal über Düsseldorf, wobei es die zusätzliche Schwierigkeit gab, dass auf den Ferngleisen gerade gebaut wird und wir über die S-Bahn-Gleise fahren mussten. In Solingen und Hagen halten kurioserweise die Schweizer Züge aber auch planmäßig nicht. Meine neue Heimat erreichte ich letztendlich mit +35 gegenüber dem Plan des Zuges und mit +155 gegenüber meinem eigenen Plan, aber immerhin konnte ich ja jetzt schnell nach Hause kommen.

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