The city never sleeps
Am vergangenen Wochenende war ich – zum zweiten Mal innerhalb von einem halben Jahr – in Hamburg. Von der Hinfahrt am Donnerstag gibt es nicht viel zu berichten: NAH–Hanau, dann mit der HLB nach Friedberg, wo mir wieder der trotz Zweigleisigkeit und Elektrifizierung etwas morbide Charme der Strecke auffiel. Seit den frühen 80er-Jahren scheint an den Bahnhöfen nämlich nicht viel passiert zu sein, und der stillgelegte Hp Erbstadt-Kaichen tut sein Übriges dazu. Ab FFG konnte ich dann das Leben in leeren Zügen genießen, denn am Anfang hatte ich den Wagen fast für mich alleine. Erst Richtung Norden füllte sich der IC dann allmählich. Obwohl die Strecke (Main-Weser-Bahn und alte Nord-Süd-Strecke) größtenteils neu für mich war, gibt es nicht viel zu berichten außer über Unmengen von vertrockneten Sonnenblumen neben den Gleisen. Die Einfahrt nach AH verzögerte sich wegen der Bauarbeiten an der Oberhafenbrücke etwas, aber so konnte ich bei herrlichem Sonnenschein noch ein wenig das Stadtpanorama genießen.
Übernachtet habe ich bei meiner Kusine am Stadtrand, was dank des hervorragenden Hamburger Nahverkehrs aber kein Problem war: S 1 ab Kornweg, in Ohlsdorf ein paar Minuten Aufenthalt, bis man dann einen Ruck spürte, der das Kuppeln der zweiten Einheit anzeigte. Dann je nach Bedarf direkt weiter zum Hauptbahnhof, den Landungsbrücken oder der Reeperbahn.
Zurück musste ich nur am Donnerstag auf die letzte S-Bahn achten (danach hätte ich aber auch noch den Nachtbus nehmen können). Die fährt gegen 1 Uhr und hat in Ohlsdorf fast perfekten Anschluss von der letzten U 1, die wiederum an der Kellinghusenstraße perfekten Anschluss von der letzten U 3 hat – präzise wie ein Uhrwerk. Noch besser war dann der durchgehende Betrieb in den Nächten auf Samstag und Sonntag, bei dem man schlimmstenfalls 20 Minuten auf den nächsten Zug warten muss. Die Züge sind übrigens auch um 2 Uhr noch relativ gut besetzt, und zwar mit ganz „normalem“ Publikum. Verwirrend war nur der Aufdruck auf meiner Fahrkarte, dass diese „bis Betriebsschluss“ gelte – wann ist der am Wochenende?
Prägendes Ereignis der Rückfahrt am Sonntag war der längere Aufenthalt in Hannover, der zum Abkuppeln zweier Interregio-Wagen vorne am Zug diente. Offensichtlich sind doch nicht alle IR-Wagen NBS-tauglich, so dass wir uns auf diese Weise 15 min Verspätung zuzogen. Da wir aber die NBS in voller Länge befahren haben (ganz im Gegensatz zur Hinfahrt, als der Zug nur zwischen Kassel und Göttingen abgekürzt hat), waren es bei der Ankunft in Hanau nur noch +4. Mir persönlich konnte das aber sowieso egal sein, da ich über eine halbe Stunde Aufenthalt hatte und außerdem die Bahnhofsbuchhandlung frisch umgebaut war …
Bei der A-bis-Z-Liste muss diesmal nur beim Eintrag „Friedberg–Hanau HLB“ das „u.z.“ ergänzt werden.
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