Erstens kommt es anders …

… und zweitens, als man denkt – das gilt natürlich nicht zuletzt beim Bahnfahren. Am letzten Wochenende bin ich anlässlich des Geburtstags meiner Mutter relativ spontan nach Marl gefahren. Als Ticket hatte ich ein Einsteiger-Ticket gebucht, das im Rahmen einer Sonderaktion für 74 Euro hin und zurück inklusive Reservierung zu haben war – sogar für den relativ beliebten 622 um 17.36 Uhr ab NAH. Den Zug erreichte ich wie so oft kurz vor knapp, im Gegensatz zur Lübeck-Fahrt eine Woche zuvor fuhr er tatsächlich pünktlich ab, und mein reservierter Platz lag direkt am Eingang. Der daneben liegende Fensterplatz wurde in FF frei, und der Fahrgast, der ab FFLF reserviert hatte, war auch mit meinem Gangplatz zufrieden. Die Zeit verging wie im Fluge, bis wir in Duisburg ankamen, und ich überlegte schon, ob ich ab Essen in ein Ticket der Preisstufe B investieren und über Dorsten 20 min früher zu Hause ankommen sollte. Da hörte ich plötzlich draußen eine Ansage, dass die Strecke nach Essen wegen eines Personenunfalls gesperrt sei. Ich richtete mich schon auf eine längere Wartezeit ein und verschwand erst einmal im WC, da schaltete sich der Zuglautsprecher ein und gab bekannt, dass der Zug über Gelsenkirchen umgeleitet würde. Das kam mir sehr gelegen, kam ich doch auf dem Weg zu meinem ursprünglichen Fahrtziel ERE sowieso da vorbei. Schon ging es los, und ich hoffte, noch die RB zu erreichen, die in EE drei Minuten nach der planmäßigen Ankunftszeit abgefahren wäre. Die Fahrt verlief reibungslos, und ich hätte den Umstieg ohne Probleme geschafft, hätte nicht die RB +40 gehabt. Also den nach dem Umbau ganz nett anzusehenden Bahnhof ein bisschen angeschaut und dabei eine Currywurst gegessen. Der RE, den ich eigentlich nehmen sollte, war zum Glück pünktlich, so dass ich wie ursprünglich geplant gegen viertel vor zehn zu Hause eintrudelte.

Auch auf dem Rückweg verlief alles zunächst wie geplant: wiederum mit dem RE 2, diesmal tatsächlich nach EE, und weiter mit dem 821, den ich schon lange nicht mehr benutzt hatte. Aber auch hier ließ sich der Fahrplan nicht bis zum Zielbahnhof einhalten: In FF fuhren wir auf Gleis 19 ein, was eine direkte Ausfahrt Richtung Hanau unmöglich machte. Also war eine kleine Stadtrundfahrt über Niederrad und die Verbindungskurve vor Stadion angesagt, was uns zusammen mit der ohnehin schon verspäteten Abfahrt in FF bis NAH +15 einbrachte. Mir war es egal, hatte ich doch mein Rad wieder in der Radstation geparkt, und der Zug hat hoffentlich unterwegs auch ein wenig aufgeholt.

Die erste Idee …

… ist vielleicht nicht immer die beste, aber manchmal eben doch. Das habe ich am Mittwoch letzter Woche gemerkt, als ich unterwegs zu meiner Schwester nach Lübeck war. In letzter Minute am Bahnhof angekommen, stellte sich heraus, dass ich mich doch nicht so hätte beeilen zu brauchen: Wegen eines Personenunfalls war die Strecke nach Würzburg gesperrt, mein ICE wurde umgeleitet und hielt demzufolge nicht in NAH. Nach einer Weile tauchte der RE nach Frankfurt auf. Ich stieg ein und schaute auf dem Smartphone meine Reisemöglichkeiten nach: Der direkte ICE von FF nach Hamburg bot sich an, die Umsteigezeiten reichten dicke aus und ich wäre „nur“ eine Stunde später in Lübeck. Dies teilte ich bei der Fahrscheinkontrolle auch dem Zub mit. Der meinte: „Achten Sie auf die Ansagen, vielleicht hält ja ein Zug außerplanmäßig in Hanau“. Und tatsächlich kündigte er wenig später den Halt eines ICE nach München dort an. Mein Kalkül: vielleicht würde dieser über Fulda umgeleitet, dort würde ich dann sogar den eigentlich vorgesehenen Zug erreichen. Wenn nicht, wie ursprünglich geplant nach Würzburg fahren und dort umsteigen.

Gedacht, getan, ich stieg also in den ziemlich leeren ICE. Dieser fuhr natürlich nicht über Fulda, aber was viel ärgerlicher war: er brauchte über Schlüchtern und Burgsinn bis Würzburg auch wesentlich länger als ich gedacht hatte, so dass uns der Zug, der mich eine Stunde später als geplant nach Hamburg gebracht hätte, schon kurz vor NWH entgegen kam. Nicht nur, dass ich nun fast eine Stunde Aufenthalt hatte, ich würde nun auch zwei Stunden später in Lübeck ankommen und damit nur zehn Minuten vor dem geplanten Kochkurs. Zum Glück klappte auf der Weiterreise wenigstens alles wie am Schnürchen, obwohl die Verbindung in der Auskunft eine Warnung vor Anschlussverlust wegen Bauarbeiten trug. Der RE von AH nach AL war – da inzwischen der Berufsverkehr angebrochen war – rappelvoll, aber ab Bad Oldesloe hatte ich einen Sitzplatz. Meine Schwester holte mich mit dem Auto ab, und so kamen wir gerade noch rechtzeitig zum Kurs.

Auch an den folgenden Tagen meines Kurzurlaubs gab es öffentlichen Verkehr zu erleben: am Donnerstag mit unserer Tante von Hamburg-Rahlstedt mit dem Bus nach Wandsbek, was ohne erwähnenswerte Ereignisse ablief. Am Freitag wollten wir nach Lübeck-Schlutup, wofür die DB-Auskunft einen Regionalbus ausgeguckt hatte. Dessen Fahrer meinte jedoch, einen stadtinternen Fahrschein dürfte er uns nicht verkaufen, so dass wir dann doch den Stadtbus nahmen, der interessanterweise für Abokunden WLAN hat. Allemal besserer Service als das merkwürdige Handyverbot bei der VU. Am Samstag ging es dann mit dem Zug durch schöne schleswig-holsteinische Landschaft nach Flensburg mit Umstieg in Kiel, wo ich mit einem anderen Busfan um die Wette knipste. Die Bahnfahrt an sich verlief völlig reibungslos, Höhepunkt war die Fahrt über die Schlei auf der → Lindaunisbrücke.

Zurück ging es dann am Sonntagmittag. Eine Änderung des Fahrplans hatte es schon im Vorfeld gegeben: Wegen Bauarbeiten konnte ich nicht über Lüneburg, sondern musste über Hamburg fahren. Meine Abfahrtszeit in AL verschob sich dadurch um eine ganze Minute nach vorne. So lernte ich zwar nicht die Strecke über Ratzeburg kennen, konnte aber die Wartezeit in der Lounge in AH verbringen. Der Anschluss-IC war auch pünktlich und brachte mich ohne Komplikationen über die selten von mir befahrene Main-Weser-Bahn nach FF. Dort wurde mein Anschlusszug merkwürdigerweise als „im Abschnitt C und D“ angekündigt. Natürlich fuhr er trotzdem vor bis zum Prellbock und wurde auch nicht geteilt, was bei 5 min Wendezeit auch sehr sportlich gewesen wäre. Bemerkenswert an dem Bimz-Abteil, in dem ich saß, war der Boden, der so klebrig war, dass es mir fast die Schuhe auszog. Ein wenig Verspätung zogen wir uns auch ohne Teilung zu, und so erreichte ich NAH, wo ich mein Rad in der Radstation abgestellt hatte, mit etwa +7.

Het viel tegen – en dan een beetje mee

„Tegenvallen“ (weniger gut sein als erwartet) und das Gegenstück „meevallen“ sind zwei niederländische Wörter, die im Deutschen nur sehr umständlich ausgedrückt werden können. Beide Wörter kann ich zur Beschreibung meiner Fahrt vom Wochenende verwenden, die mich mal wieder nach Soesterberg in die Nähe von Utrecht führte. Auf dem Hinweg hatte ich mal wieder den ICE aus Basel gebucht, diesmal sollte ich von NAH bis Düsseldorf fahren und dort mit einer Wartezeit von 65 Minuten umsteigen. Da ich wusste, dass die Lounge in KD wegen eines Wasserschadens geschlossen war (seit Montag ist sie wieder offen), fuhr ich lieber bis Duisburg weiter, wo ich mit etwa +30 ankam. Nun entschied ich mich mangels großem Hunger gegen die Lieblingscurrywurst und für eine kleine Rundfahrt, die mich mit der unterirdischen Straßenbahn nach Meiderich und von dort nach Oberhausen führte. Dort erwartete ich den ICE nach Amsterdam, der mit +15 abfuhr. Kurz vor Utrecht blieb der Zug dann mehrmals stehen, so dass wir letztendlich mit +30 ankamen. Mein Anschlusszug war also weg, aber nun hatte ich eine halbe Stunde Zeit, um den nun großen Hunger mit Pommes spezial zu stillen und meine OV-Chipkaart aufzuladen. Für den Zugabschnitt nach Amersfoort hatte ich allerdings bei der Agentur meines Vertrauens einen Papierfahrschein gekauft, um kein Guthaben von 20 Euro auf der Karte haben zu müssen. Zug- und anschließende Busfahrt verliefen völlig problemlos.

Das erste Stück der Rückfahrt war das einzige, für das sich die Reservierung, die ich nachträglich gekauft hatte, halbwegs lohnte: Der Zug war gut gefüllt, trotzdem hätte sich aber auch der eine oder andere unreservierte Platz gefunden (u.a. neben einer Frau, deren Begleiterin nicht mitkommen konnte). Ich nahm aber trotzdem meinen reservierten Platz ein – neben einer Frauengruppe, die zwar nicht übermäßig laut war, jedoch den Ruhebereich nicht mehr als solchen erkennen ließ. Das trieb meinen Sitznachbarn, der eigentlich unterwegs arbeiten wollte, ins Restaurant und die Frauen (zu Recht) zu der Frage, warum man eine Gruppenreservierung in den Ruhebereich legt. Trotzdem konnte ich ein bisschen schlafen und wachte rechtzeitig für das „Highlight“ der Fahrt wieder auf: die Umleitung über Oberhausen West wegen der Inbetriebnahme des neuen Stellwerks in Duisburg. Auf diese Weise bekam ich auch mal die Ratinger Weststrecke, die sonst nur von Güterzügen befahren wird, im Hellen zu sehen. Düsseldorf Hbf erreichten wir erstaunlicherweise pünktlich und natürlich auf einem anderen Gleis als sonst. Auf dem Bahnhofsvorplatz aß ich nun endlich eine Currywurst, die so ähnlich schmeckte wie die in Duisburg – nur an die scharfe Variante traute ich mich nicht heran. Zurück am Gleis ließ der Anschlusszug auf sich warten und wurde schließlich mit +20 angekündigt, Grund: Verspätete Bereitstellung (wegen der Bauarbeiten begann der Zug an diesem Tag in KD). Aus den +20 wurden letztendlich +30, und ich fing an, um den Anschluss an den nächsten Bus (also eine halbe Stunde später als ursprünglich geplant) zu bangen. Erstaunlicherweise – und hier „viel het dan mee“ – kam der Zug aber gut durch den Knoten Frankfurt und traf dann so in NAH ein, dass ich mit beschleunigtem Gehen den Bus gerade noch so erreichte. Bei 100% Ankunftsverspätung nun auf den letzten sechs Fahrten muss sich die DB aber langsam ein bisschen anstrengen, um ihren Ruf bei mir wieder zu verbessern.

Durchs Höllental zum Sauschwänzle

Letzten Samstag machte ich – trotz einer in England zugezogenen dicken Erkältung – mal wieder einen Bahn-Tagesausflug. Dafür setzte ich mich um 7.42 Uhr in den RE nach FF. Erkältung und frühes Aufstehen bewirkten, dass ich noch vor der Endstation wieder einschlief. Leider erreichten wir diese nicht pünktlich, so dass der geplante Besuch in der Lounge ausfiel und ich mich stattdessen am Bahnsteig mit Getränken versorgte. Mein Anschluss-ICE fuhr pünktlich ab, war aber unter anderem gut gefüllt mit Fahrgästen, die aus einem ausgefallenen IC nach Stuttgart kamen. Also musste ich zwei asiatische Touristen überzeugen, dass nach TS noch ein Umstieg in Mannheim erforderlich war – was gar nicht so einfach war, denn ein anderer Fahrgast behauptete das Gegenteil. Schließlich wurde der erforderliche Umstieg auch noch angesagt – zwar nur auf Deutsch, aber die beiden glaubten mir schließlich, dass ich korrekt übersetzt hatte und stiegen tatsächlich in RM aus. Ich dagegen widmete mich bis Freiburg noch dem dringend benötigten Schlaf.
Dort angekommen, stockte ich erst mal meine Sammlung von Straßenbahnfotos auf, bevor dann die eigentliche Tour begann: mit einer Fahrt auf der Höllentalbahn. Der Zug war aus verschiedenen Doppelstockwagen gebildet, ich enterte natürlich den der ehemaligen Reichsbahn und guckte eifrig aus dem Fenster. Als ein kleiner Junge in meinem Abteil rief: „Da ist der → Hirsch!“, stellte ich fest, dass ich wohl auf der falschen Seite saß, was ich dann gleich mal korrigierte. Nun war der Blick nach draußen deutlich interessanter, bis wir schließlich den Endbahnhof (und auch den des Fahrdrahts) Neustadt (Schwarzwald) erreichten. Ein Aushang am Bahnhof kündigte Fahrplanänderungen durch Bauarbeiten für den betreffenden Tag auf meiner Strecke an, ohne aber ins Detail zu gehen, wie diese genau aussahen. Mein Anschlusszug trudelte aber nach wenigen Minuten in Form eines 611ers ein, eine Premiere für mich. Interssant fand ich im Zug vor allem die geräumigen Gepäcknetze, die ich aus keinem anderen Zug kannte. Nachdem die erste aufregende Strecke nun befahren war, schlief ich erst einmal wieder eine Runde. Geweckt wurde ich kurz vor Donaueschingen mit dem Hinweis, dass der Zug wegen der Bauarbeiten dort ende. Beim Aussteigen stellte ich fest, dass ich sofort Anschluss mit einem Doppelstockzug der Schwarzwaldbahn hatte, der dann auch außerplanmäßig in Immendingen hielt. Mein Anschluss Richtung Blumberg-Zollhaus, um den ich schon gebangt hatte, war also nicht gefährdet – im Gegenteil, ich war sogar ein paar Minuten früher in Immendingen als geplant und konnte noch gemütlich meinen Anschlusszug ablichten. Nachdem die Hauptstreckenzüge in alle Richtungen abgefahren waren, tuckerte auch mein Triebwagen los bis zur Endstation Blumberg-Zollhaus (früher Zollhaus-Blumberg), dem Anfangspunkt der Sauschwänzlebahn, dem Hauptzweck meiner Reise.
Dort stand der Zug schon – umlagert von jeder Menge Eisenbahnfreunden – bereit. Ich machte noch ein paar Bilder und setzte mich schließlich auf den bei der Buchung zugewiesenen Platz 1 in Wagen 1 – war ich der erste, der diesen Zug gebucht hatte? Jedenfalls war er gut gefüllt, entsprechend der Grenznähe auch von vielen Schweizern. Vor der Abfahrt wurde noch ein Infoheft verkauft, die Einnahmen dienten ebenfalls dem Erhalt der Bahn. Dort konnte ich nun nachlesen, was ich aus dem Zug heraus nicht alles erkennen konnte, z.B. den abenteuerlichen Verlauf der Strecke über diverse Kurven und einen Kehrtunnel.
Schließlich erreichten wir Weizen, das andere Ende der Strecke. Hier wurde die Lok umgesetzt, so dass sie nun für die Rückfahrt nach Zollhaus „richtig herum“ am Zug stand. Ich dagegen machte mich auf den Weg zur Bushaltestelle, denn den Anschlusszug ab Weizen gibt es nur an Sonn- und Feiertagen. Trotz des Fehlens jeglicher Ausschilderung fand ich die Haltestelle noch rechtzeitig, bevor der Bus eintraf. Meine Fahrplanauskunft hatte einen Umstieg in den Zug am Bahnhof Lauchringen vorgesehen, ich kaufte jedoch bis Waldshut, weil ich vermutete, dass es dort etwas angenehmer sei, die Wartezeit zu verbringen. Das stellte sich nachher als richtig heraus, da ich in der hübschen historischen Altstadt noch eine Bratwurst essen konnte. Mein Anschlusszug der Baureihe 641 oder auch „Wal“ kam pünktlich. Von der weiteren Fahrt bekam ich noch den Blick auf das Kernkraftwerk Leibstadt sowie die Altstadt von Laufenburg, beides jenseits des Rheins in der Schweiz, mit, bevor mich wieder der Schlaf ereilte. In der Schweiz war ich auch, als ich wieder aufwachte, genauer am Badischen Bahnhof in Basel. Wenn ich das nicht gewusst hätte, hätte ich es jedoch nicht gemerkt, so sehr ist der Bahnhof ein typischer DB-Bahnhof, abgesehen von der Zollstelle in der Eingangshalle. Mein Aufenthalt währte nur kurz, bevor es dann mit dem ICE wieder gen Heimat ging. Nachdem recht bald wieder deutsches Territorium erreicht war, fuhr ich zum ersten Mal durch den Katzenbergtunnel. Die durch den Tunnel umgangene Altstrecke ist zurzeit wegen Sanierung gesperrt, was wohl auch der Grund für den planmäßigen Halt in Müllheim war. Von der weiteren Fahrt gibt es nicht viel zu erzählen, zumal ich auch wieder eine Menge geschlafen habe. Meinen Umstiegsbahnhof FF erreichten wir mit leichter Verspätung. Interessanterweise war ab hier bis Hamburg der Zug komplett ausreserviert, was wohl mit dem Spiel Mainz gegen den HSV am selben Tag zusammenhing. Umso froher war ich, dass ich aus- und in ICE 1625 umsteigen konnte, der aus einem ICE-T gebildet nur samstags fährt. Mit nur wenigen Minuten Verspätung kam ich schließlich in NAH an, wo schon mein Fahrrad zwecks Transport nach Hause auf mich wartete.

G-E-K-U-P-P-E-L-T

Am Himmelfahrtstag konnte ich gleich dreien meiner Hobbys nachgehen: Lange schlafen, Zugfahren und Planschen. Nachdem das erste gegen elf Uhr getan war, begann um 12.17 Uhr das zweite: nach NAH geradelt, Bayernticket gekauft und in den RE Richtung Würzburg gesetzt. Der traf zwar fast pünktlich ein, die Abfahrt verzögerte sich jedoch wegen des großen Andrangs von Radfahrern um fünf Minuten. Diese Verspätung behielten wir bis Gemünden bei, wo der Zug die Verspätung durch Wegfall der Standzeit wieder aufholen konnte. Auch für mich ging es pünktlich weiter, nämlich mit einem Regioshuttle der Erfurter Bahn, die vor einiger Zeit das „Industrie“ in ihrem Namen gestrichen hat. Was jetzt kam, war echte Nebenbahnromantik: eine kurvenreiche Strecke im Tal der Fränkischen Saale, unterbrochen durch häufigen Halt an sehr einfach gehaltenen Bahnsteigen in sehr kleinen Orten. Kein Wunder, dass hier am Wochenende früher Betriebsruhe herrschte und auch heute nur ein Zweistundentakt angeboten wird. Eine Stunde dauerte die Fahrt noch, dann war mein Zielbahnhof Bad Kissingen erreicht, wo ich mich gleich auf den etwa 15-minütigen Weg ins → KissSalis machte, um dem dritten Hobby zu frönen.
Zwei Stunden später spazierte ich zurück zum Bahnhof. Meinen ursprünglichen Plan, mir den Ort näher anzusehen und dort zu essen, strich ich bis auf einen kleinen Schlenker zusammen. Grund war die Aussicht auf eine interessante Verbindung: mit dem 612er nach Schweinfurt und von da mit dem Radlzug aus Bamberg zurück nach NAH. Ersterer stand schon mit laufendem Motor am Bahnhof bereit. Das Geräusch ist auch das Einzige, was mich ein wenig an der Baureihe stört, vom Design her würde ich gerne öfter damit fahren. Durch den Wald ging es nach Oerlenbach, und kurz danach war Ebenhausen erreicht, wo wir auf die Strecke aus Richtung Thüringen stießen. Hier passierte auch das titelgebende Ereignis: Wir blieben ein paar Minuten stehen, bis plötzlich ein heftiger Ruck zu spüren war: Der Zugteil aus Richtung Arnstadt war eingetroffen. Während der Wartezeit kam uns ein Regioshuttle-Doppel der EB entgegen, das mit „Gemünden“ und „Meiningen“ beschriftet war – auch diese Züge werden hier geflügelt und vereinigt. Vereinigt fuhr dann auch mein Zug weiter, wobei ich dann sogar die Neigetechnik genießen konnte. Zum Glück gehöre ich bisher nicht zu den Menschen, denen davon übel wird.
Trotzdem war der Genuss nur von kurzer Dauer, denn Schweinfurt Hbf war bald erreicht. Hier sollte ich fast eine Stunde Aufenthalt haben. Nach der Feststellung, dass die Umgebung des Hbfs ziemlich ausgestorben war, setzte ich mich in eine RB aus einem 440er nach Schweinfurt Stadt. Von dort nahm ich dann einen zufällig vorbei kommenden Stadtbus zum Busbahnhof Roßmarkt. Jetzt reichte die Zeit gerade noch, um sich etwas zu trinken zu kaufen und zum Hp Schweinfurt Mitte zu laufen. Dort konnte ich den Radlzug schon durchfahren sehen: er war aus einem Gemisch von n- und PumA-Wagen gebildet, davon mindestens zwei Fahrradtransportwagen. Mit demselben 440er wie auf der Hinfahrt erreichte ich wenig später NS, wo ich am selben Bahnsteig in den Radlzug umsteigen konnte. Der Grund, warum ich ihn auch ohne Fahrrad unbedingt nehmen wollte, folgte kurz darauf: die Werntalbahn, auf der sonst nur Güterzüge unterwegs sind. Elektrifizierte Güterbahnen kenne ich sonst nur aus dem Ruhrgebiet, wo man genauso selten Gelegenheit hat, sie zu befahren. Nach einer Weile hatte ich mich allerdings sattgesehen und musste mich zwingen, nicht wieder dem ersten Hobby nachzugehen. Wenig später erreichten wir Gemünden, das wir kurz vor dem (verspäteten) Taktzug wieder verließen. Die Weiterfahrt durch den Spessart verlief ohne besondere Ereignisse und bis auf Lohr auch ohne Halt, was einige Fahrgäste wohl in Schwierigkeiten brachte. NAH erreichten wir pünktlich um 19.32 Uhr auf dem Stumpfgleis 1, das sonst ebenfalls eher selten befahren wird. Häufig befahren wird dagegen von mir der Weg vom Bahnhof nach Hause, so auch an diesem Abend mit meinem Fahrrad, das mir wie immer gute Dienste leistete.

Von hinten durch die Brust …

Das ist in etwa die Kurzbeschreibung des Streckenverlaufs, den ich am Wochenende abgeklappert habe. Ziel war Brehna in der Nähe von Halle an der Saale, wo ich am Aktiventreffen des Vereins → Mensa teilgenommen habe, auf der gesamten Strecke begleitet von Vereinskollegin Stephie, die nur einige Straßen weiter von mir wohnt.
Für die Verbindung auf der Hinfahrt hatte Stephie plädiert, weil sie mit nur zweimaligem Umsteigen verbunden war. Ich sah zunächst den Nachteil der Fahrtdauer von über sieben Stunden, bis ich feststellte, dass die Fahrt über die Frankenwaldrampe gehen würde, die mir noch in meiner Sammlung berühmter Strecken fehlte. Also buchten wir die Hinfahrt so, die Rückfahrt wurde über diesen Weg nicht angeboten – warum, erfuhren wir erst später.
Los ging es am Freitag um 11.24 Uhr mit dem ICE in Richtung München. Zum Glück fuhr er pünktlich ab, denn in Nürnberg hatten wir die nicht gerade großzügige Übergangszeit von 7 Minuten. Die Fahrt bis dorthin verlief auch ohne besondere Ereignisse, so dass wir NN sogar zwei Minuten vor Plan erreichten. Im Anschlusszug ICE 1606 MH–Warnemünde hatten wir zwei Fensterplätze reserviert – allerdings nicht wie im Zubringerzug am Tisch, sondern hintereinander. Zum Glück wurden aber schon in Erlangen zwei Fenster-Tischplätze frei, so dass wir diese besetzten. Die Strecke bis Bamberg war ich 2002 mit Nils mal gefahren, allerdings waren die teilweise höhengleichen Bahnsteigzugänge inzwischen modernen S-Bahnsteigen gewichen. NBA erreichten wir sage und schreibe 5 min vor Plan, worauf der Zugchef sogar extra in einer Durchsage hinwies. Ab hier begann für mich Neuland, das bis Lichtenfels allerdings noch ziemlich flach und uninteressant war. Kurz dahinter, in Hochstadt-Marktzeuln, bogen wir von der Strecke nach Hof ab, die ein paar Meter weiter ihren Fahrdraht verlor, und los ging die Fahrt über den Frankenwald. Die Arbeit, die im Bau der Strecke stecken musste, war aus dem Zug natürlich nur ansatzweise zu sehen, aber trotzdem finde ich Bergstrecken immer wieder beeindruckend. Die Erinnerung an die deutsche Teilung, die im ehemaligen Grenzbahnhof Probstzella geweckt wird, kommt natürlich noch dazu. Ab hier ging es dann allerdings schon wieder bergab, und bald war unser nächster Halt Saalfeld erreicht. Von hier aus ging es entlang der Saale weiter zum Halt mit dem schönen Namen Jena Paradies. Ein Mitreisender klärte uns darüber auf, dass es sich beim vermeintlichen Bahnhof nur um einen Hp handelte. Und auch der Zub war sehr hilfsbereit, wusste die maximale Höhe der Frankenwaldbahn auswendig und setzte sich zur Erklärung der Hl-Signale sogar kurz neben mich. Unterdessen wurde die Landschaft draußen wieder flacher, und gleichzeitig dämmerte es, bis es beim Halt in Leipzig schließlich völlig dunkel war. Nach dem Kopfmachen dort drehte der Zug so richtig auf, bis wir dann pünktlich um 17.20 Uhr unseren zweiten Umsteigebahnhof Lutherstadt Wittenberg erreichten.
Unser aus ex-DR-Doppelstockwagen gebildeter Anschlusszug stand schon bereit, so dass wir die 25 min Übergangszeit nicht in der Kälte verbringen mussten. Auf der Fahrt vermisste Stephie ihren wertvollen Stift und bat daher den Zub der RB, im ICE anzurufen. Die Kommunikation funktionierte hervorragend, auch hier erwies sich der ICE-Zub als sehr nett. Der Stift fand sich allerdings nicht im ICE, sondern wenig später in Stephies Tasche. So erreichten wir dann wiederum pünktlich um 18.28 Uhr unseren Zielbahnhof Brehna.
Die Rückfahrt am Sonntag führte uns zunächst auf der gleichen Strecke zurück, allerdings mussten wir diesmal nur bis Bitterfeld, wo wir in den ICE steigen sollten. Nach Wittenberg hätten wir in LBT ebenfalls umsteigen müssen, die Züge von Brehna fahren alternierend in die Lutherstadt und nach Falkenberg (Elster). Die Wartezeit verbrachten wir mit dem Fotografieren einer alten Lok und eines verfallenen Hauses auf dem Bahnhofsvorplatz. Ein Bus, der ebenfalls ein gutes Motiv abgegeben hätte, fuhr mir leider vor der Nase weg. Der ICE fuhr dann pünktlich ein, allerdings an der Bahnsteigkante gegenüber der angekündigten, was für einige Verwirrung sorgte. Die am Zug angegebene Zugnummer 12345 trug ihr Übriges dazu bei. Nachdem aber klar war, dass wir im richtigen Zug waren, nahmen wir wiederum nicht die reservierten, sondern zwei Tischplätze ein.
Schon bei der Abfahrt in Bitterfeld hatte ich festgestellt, dass der Zug anscheinend wegen Bauarbeiten an diesem Tag einen abweichenden Fahrplan hatte. Nach einem Blick ins Fahrplanheft stellte sich heraus: Wegen Bauarbeiten war zum einen die Strecke Nürnberg–Fürth an diesem Wochenende gesperrt, so dass der Zug über Fulda, Würzburg und Ansbach (alles ohne Halt) umgeleitet wurde. Das war anscheinend auch der Grund dafür, dass die Auskunft die Frankenwald-Verbindung nicht angeboten hatte. Zum anderen gab es aber auch zwischen Halle und Naumburg eine Umleitung über den Leipziger Güterring, die die Fahrzeit um eine halbe Stunde verlängerte. Auch ein signalbedingter Halt kurz vor Leipzig-Leutzsch war offenbar in diesem Ersatzfahrplan schon eingerechnet, so dass wir auch unseren Umsteigehalt Naumburg pünktlich erreichten. Der ICE sollte von hier rekordverdächtige 4 Stunden ohne Halt bis Treuchtlingen fahren, während wir den am selben Bahnsteig wartenden IC nach FF enterten. Hier hatten wir wieder zwei Tischplätze reserviert, so dass wir im Zug, der sich zusehends füllte, keine Plätze suchen mussten. Auch sonst passierte bei Dunkelheit und pünktlicher Fahrt nichts Besonderes, FF erreichten wir schließlich genau im Plan um 19.40 Uhr. Nun hätten wir am selben Bahnsteig bleiben und in ICE 729 umsteigen können, jetzt schlug aber doch die Verspätungskeule in Gestalt von +20 zu, so dass wir uns erst einmal in die Bahnhofsbuchhandlung begaben. Dass es letztendlich dann +25 wurden, machte uns dann auch nicht mehr viel aus, denn jetzt war die Reise, die sich dann doch ein wenig in die Länge zog, zu Ende und wir konnten endlich in das geteilte Taxi fallen, das uns nach Hause brachte.

Die Macht der Gewohnheit

Freitag vorletzter Woche, im ICE zwischen Hanau und Fulda: Der Zug ist mal wieder rappelvoll, die Passagiere stehen und sitzen schon in den Türräumen. Ich bin schon dabei, mich damit abzufinden, dass ich für die kurze Strecke keinen Sitzplatz bekomme, da kommt der Schaffner zum Kontrollieren und macht mich auf eine Eigenschaft meiner Fahrkarte aufmerksam: „Sie haben erste Klasse, warum stehen Sie hier?“
Sekunden, bevor er es sagte, war es mir auch auf- bzw. wieder eingefallen: ich habe schließlich nicht irgendeine Fahrkarte, sondern eine bahn.bonus-Freifahrt für die erste Klasse. Mit dieser soll es bis nach Dresden gehen, wo ich Verwandte besuchen und mir das erste Mal seit 1990 die Stadt ansehen will. Auf dem Hinweg muss ich dafür dreimal umsteigen: in Hanau, in Fulda und in Leipzig. Da für die Gebühr von 5,50 € pro Fahrt nur zwei Züge reserviert werden können, habe ich erst ab FFU einen garantierten Sitzplatz. Das macht aber nicht, da ich nach meiner wundersamen Entdeckung auch so noch genug freie Plätze in der „Ersten“ finde.
War der erste ICE noch auf die Minute pünktlich, so zieht sich der Aufenthalt in FFU leider etwas hin: der Anschlusszug hat aus ungeklärten Gründen 20 min Verspätung. Der Umstieg in Leipzig ist nur wegen einer Fahrplananomalie nötig, denn normalerweise fahren die Züge dieser Linie nach Dresden durch. Nur ICE 1655 tauscht seinen Laufweg mit ICE 1602 aus München und fährt mit einem der beiden Zugteile nach Berlin weiter – normalerweise, denn „wegen mehrerer defekter Toiletten im Zug“ fällt die Fahrt ab LL in die Hauptstadt an diesem Tag komplett aus.
Mein Umstieg dagegen kann planmäßig stattfinden, denn ICE 1602 wartet tatsächlich die gut 20 min ab, bis wir eintreffen. Wie schon der vorherige ist auch mein Anschlusszug eine siebenteilige ICE-T-Garnitur. Kurioserweise muss ich mich auch beim Platz nicht umgewöhnen, denn ich habe in beiden Zügen Platz 21 in Wagen 27 reserviert – übrigens ein Wagen, der nur einen kleinen 1.-Klasse-Abschnitt hat und sonst der 2. Klasse dient. Gerade will ich meinen Gastgeber anrufen, da klingelt mein Telefon, und er meldet sich mit den Worten: „Na, wieviel Verspätung hast du?“ Als hätte er geahnt, dass er sich mit der Abfahrt zum Bahnhof noch etwas Zeit lassen kann …

Für die Rückfahrt, die ich am darauffolgenden Montag antrete, war mir schon bei der Buchung aufgefallen, dass die Abfahrtszeit zwischen dem Ausdruck aus dem Automaten und dem im Reisezentrum nicht übereinstimmt: ersterer zeigt 16.54, letzterer 16.39 Uhr. Ich bin natürlich zur früheren Zeit am Bahnhof, und meine Vermutung, dass das Reisezentrum recht hat, bestätigt sich: Der Zug fährt eine Viertelstunde früher als eigentlich vorgesehen. Den Grund dafür sehe ich hinter Leipzig, als ich gerade im Speisewagen eine von Horst Lichter kreierte Rinderroulade esse: Aus dem Dunkel taucht plötzlich der Bahnhof Leipzig/Halle Flughafen auf, der eigentlich nicht an der regulären Strecke liegt. Kurz vor Halle Hbf biegen wir dann auf eine Verbindungskurve ein, die uns zur Strecke über Merseburg nach Großkorbetha bringt, wo wir wieder auf die direkte Strecke von Leipzig treffen.
Die weitere Fahrt verläuft – passend zur Überschrift übrigens wieder auf Platz 21 in Wagen 27 – ohne Besonderheiten, durch die Dunkelheit leider auch ohne viele Eindrücke von draußen. Umsteigen muss ich diesmal nur in Hanau, wo wir fast pünktlich ankommen. Und auch NAH erreiche ich in der 1. Klasse der Regionalbahn ohne weitere Komplikationen pünktlich um 21.59 Uhr. Der nächste Bus fährt erst in einer halben Stunde, also lasse ich mich mit dem Taxi nach Hause chauffieren – aber so gehört es sich ja auch für einen Erste-Klasse-Fahrgast :).

Es regnet an dir vorbei

du stehst im regen, und du wirst nicht naß
es regnet an dir vorbei

Wie in dem Lied von Herbert Grönemeyer habe ich mich am Wochenende gefühlt. Nicht wegen des Wetters, sondern weil ich anscheinend das Glück hatte, dass alle Züge Verspätung hatten – außer denen, in denen ich saß. Schon beim Warten in Kleinostheim fuhr der RE in die Gegenrichtung wegen eines Unwetters mit 20 min Verspätung ab. Vorher fuhren noch 3 ICE durch, von denen mindestens zwei nicht im Plan gewesen sein können. Mein RE Richtung Würzburg war dagegen „nur“ 5 Minuten hinter Plan und begegnete auf der kurzen Strecke nach NAH noch einem verspäteten ICE Richtung Frankfurt.
Mein ICE, der wie die verspäteten Züge von der Spessartstrecke kam, war dagegen überpünktlich und blieb es auch, bis ich in Essen ausstieg. Dort allerdings musste noch der verspätete RE 1 vorgelassen werden, bevor der ICE weiter fuhr (und den RE wahrscheinlich in Wattenscheid überholt hat). Nach einem ebenfalls verspäteten IC tauchte dann – wieder überpünktlich – der RE 2 auf, so dass der Busanschluss absolut kein Problem war.

Auf der Rückfahrt das gleiche Spiel: In Marl Mitte war zwar der Fahrkartenautomat kaputt, die S 9 dafür überpünktlich. Weiter leicht verspätet mit der S 2 nach Duisburg, von dort – an diversen Verspätungsmeldungen für andere Züge vorbei – fast pünktlich mit dem RE 5 nach Köln, wo ich mich mit einer Freundin getroffen habe.
Der ICE, der mich dann nach NAH brachte, wartete noch einen verspäteten IC ab (mit dem ich sonst aus Recklinghausen gekommen wäre). FMT und FLIS erreichten wir aber schon wieder vor Plan. Zur Abwechslung fuhr der Zug heute am Frankfurter Flughafen nicht den Fern-, sondern den Regiobahnhof an. Die Ausfädelung aus der NBS über die nicht planmäßig befahrene Verbindungskurve zur südmainischen Strecke und die Fahrt durch den S-Bahn-Tunnel klappten prima.
Erst dahinter ereilte mich dann auch das Schicksal: Kurz vor der Wiedereinfädelung auf die Hauptstrecke bremste der Zug scharf ab und blieb etwa zehn Minuten lang stehen – ironischerweise stand direkt vor meinem Fenster ein Signal Ks 1, das uns eigentlich die Weiterfahrt erlaubt hätte. Erst nach der Vorbeifahrt eines Gegenzuges ging es dann weiter, so dass wir NAH schließlich etwa 15 Minuten hinter Plan erreichten (und ich mich mal wieder freute, dass ich meine Wohnung vom Bahnhof aus auch zu Fuß erreichen kann).

Im Dunkeln

Gestern Abend, Einfahrt mit IC 2318 in Köln Hbf: Die Fahrt über die Rheinstrecke lief reibungslos und war dank „Killer-Sudoku“ auch nicht langweilig. Auf dem Nachbargleis steht auch der ICE für den Korrespondenzanschluss schon bereit. Der hintere Zugteil ist mit „Nicht einsteigen“ beschriftet – nicht ungewöhnlich, da die ICE häufig in KK geschwächt werden. Allerdings ist auch der vordere Zugteil leer, und die Bahnsteiganzeige zeigt die seltsame Information „Solingen–Wuppertal–Dortmund–Hamm–Bielefeld–ZUG ENDET HIER“. Im IC gibt es keine Ansage darüber, was das zu bedeuten hat, und auch keinen Massenandrang von Fahrgästen, die in unseren Zug ausweichen. Vielleicht muss nur die Zuggarnitur ausgetauscht werden – man weiß es nicht.
Der IC fährt jedenfalls pünktlich weiter bis Düsseldorf. Kurz dahinter wird er auf einmal langsamer. Als er wieder Fahrt aufnimmt, sehe ich plötzlich rechts den S-Bahnhof Düsseldorf Zoo – wir sind also auf den Ortsgleisen gelandet, die bis Duisburg westlich von der eigentlichen Hauptstrecke und teilweise auf den S-Bahn-Gleisen verlaufen. Die Hauptstrecke scheint aber nicht komplett gesperrt zu sein, denn darauf kommt uns ein (pünktlicher) RE 5 entgegen, und am Flughafen sehe ich einen (verspäteten) RE 1 Richtung Hamm stehen. Mehr kann ich wegen der Dunkelheit leider nicht erkennen. Duisburg Hbf erreichen wir natürlich mit etwa +10, die Begründung lautet wenig informativ „Störung im Betriebsablauf“. Kurz vor Essen dann noch einmal der Hinweis auf die Verspätung mit der Begründung „Streckensperrung im Raum Düsseldorf Flughafen“. Also war vielleicht nur das Gleis Richtung EDG gesperrt, und der RE hat in KDFF auf die Weiterfahrt gewartet. Mein RE 2 kommt zum Glück trotz der Störung pünktlich, so dass meine Mutter nicht lange auf mich warten muss. Trotzdem habe ich das Gefühl, „mehr Glück als Verstand“ gehabt zu haben. Und der Grund für die Störung bleibt buchstäblich – siehe Überschrift.

Die Entdeckung der Langsamkeit

Im Rahmen der „Tage der Industriekultur Rhein-Main“ war heute ein historischer Zug des Eisenbahnmuseums Darmstadt-Kranichstein unterwegs. Da mein Arbeitgeber einer der Sponsoren war, hatte ich das Glück, kostenlos mitfahren zu können.
Los ging es um 10.45 Uhr am Hbf Aschaffenburg. Der Zug kam aus Darmstadt, die Lok (23 042) ließ mit sehr großem Getöse Dampf ab und wurde umgesetzt. Weiter ging es über Hanau (wo wir den vorgesehenen Halt ausgelassen haben) bis kurz vor Frankfurt Ost, wo wir mit zweimaligem Richtungswechsel auf die Hafenbahn gewechselt haben – natürlich nur mit einem Lotsen an Bord. Für die Bewohner der hippen Neubauwohnungen im Hafengebiet waren wir die Attraktion, ebenso wie für die Touristen aus aller Herren Länder. Den Vogel schoss aber ein Wohnmobilfahrer ab, der bei unserem Anblick während der Fahrt die Digitalkamera zückte…

Einen längeren Aufenthalt hatten wir dann am Eisernen Steg in Frankfurt, wo der Zug zwischen Liegewiese und Uferstraße reichlich exotisch wirkte. Weiter ging es über die Hafenbahn nach Griesheim, wo es in einem aufwändigen Manöver zurück auf DB-Gleise ging. Endpunkt der Fahrt war eine große Schleife über Mainz-Bischofsheim und -Nord nach Mainz Hbf. Im dortigen Tunnel griffen die speziellen Sicherheitsauflagen von DB Netz: Da es in den historischen Wagen keine Notbremsüberbrückung gibt, mussten die Notbremsen vom Personal überwacht werden. Ebenso waren die WCs abgeschlossen, und da in „meinem“ Wagen die Beleuchtung nicht funktionierte, standen die Zugbegleiter mit Handlampen parat. Über die Verbindungskurve ging es dann von Frankfurt Stadion direkt zum Südbahnhof und weiter über Offenbach nach Hanau (diesmal mit Halt). In Kleinostheim mussten wir dann auf Gleis 3 einfahren, um einen ICE überholen zu lassen. Letztendlich kamen wir mit etwa +15 in Aschaffenburg an, und nach dem Umsetzen der Lok fuhr der Zug (ohne mich) zurück nach Darmstadt.

Ein paar Fotos habe ich auch gemacht: von der Lok, den Antriebsrädern der Lok, dem Zug und dem Steuerwagen. Obwohl ich nicht der riesige Dampflokfan bin, hat sich die Fahrt gelohnt, schon allein wegen der Strecken, die man sonst nicht zu sehen bekommt. Die Rußpartikel, die man nachher in den Haaren hat, gehören einfach dazu 😉 .