Das ist in etwa die Kurzbeschreibung des Streckenverlaufs, den ich am Wochenende abgeklappert habe. Ziel war Brehna in der Nähe von Halle an der Saale, wo ich am Aktiventreffen des Vereins → Mensa teilgenommen habe, auf der gesamten Strecke begleitet von Vereinskollegin Stephie, die nur einige Straßen weiter von mir wohnt.
Für die Verbindung auf der Hinfahrt hatte Stephie plädiert, weil sie mit nur zweimaligem Umsteigen verbunden war. Ich sah zunächst den Nachteil der Fahrtdauer von über sieben Stunden, bis ich feststellte, dass die Fahrt über die Frankenwaldrampe gehen würde, die mir noch in meiner Sammlung berühmter Strecken fehlte. Also buchten wir die Hinfahrt so, die Rückfahrt wurde über diesen Weg nicht angeboten – warum, erfuhren wir erst später.
Los ging es am Freitag um 11.24 Uhr mit dem ICE in Richtung München. Zum Glück fuhr er pünktlich ab, denn in Nürnberg hatten wir die nicht gerade großzügige Übergangszeit von 7 Minuten. Die Fahrt bis dorthin verlief auch ohne besondere Ereignisse, so dass wir NN sogar zwei Minuten vor Plan erreichten. Im Anschlusszug ICE 1606 MH–Warnemünde hatten wir zwei Fensterplätze reserviert – allerdings nicht wie im Zubringerzug am Tisch, sondern hintereinander. Zum Glück wurden aber schon in Erlangen zwei Fenster-Tischplätze frei, so dass wir diese besetzten. Die Strecke bis Bamberg war ich 2002 mit Nils mal gefahren, allerdings waren die teilweise höhengleichen Bahnsteigzugänge inzwischen modernen S-Bahnsteigen gewichen. NBA erreichten wir sage und schreibe 5 min vor Plan, worauf der Zugchef sogar extra in einer Durchsage hinwies. Ab hier begann für mich Neuland, das bis Lichtenfels allerdings noch ziemlich flach und uninteressant war. Kurz dahinter, in Hochstadt-Marktzeuln, bogen wir von der Strecke nach Hof ab, die ein paar Meter weiter ihren Fahrdraht verlor, und los ging die Fahrt über den Frankenwald. Die Arbeit, die im Bau der Strecke stecken musste, war aus dem Zug natürlich nur ansatzweise zu sehen, aber trotzdem finde ich Bergstrecken immer wieder beeindruckend. Die Erinnerung an die deutsche Teilung, die im ehemaligen Grenzbahnhof Probstzella geweckt wird, kommt natürlich noch dazu. Ab hier ging es dann allerdings schon wieder bergab, und bald war unser nächster Halt Saalfeld erreicht. Von hier aus ging es entlang der Saale weiter zum Halt mit dem schönen Namen Jena Paradies. Ein Mitreisender klärte uns darüber auf, dass es sich beim vermeintlichen Bahnhof nur um einen Hp handelte. Und auch der Zub war sehr hilfsbereit, wusste die maximale Höhe der Frankenwaldbahn auswendig und setzte sich zur Erklärung der Hl-Signale sogar kurz neben mich. Unterdessen wurde die Landschaft draußen wieder flacher, und gleichzeitig dämmerte es, bis es beim Halt in Leipzig schließlich völlig dunkel war. Nach dem Kopfmachen dort drehte der Zug so richtig auf, bis wir dann pünktlich um 17.20 Uhr unseren zweiten Umsteigebahnhof Lutherstadt Wittenberg erreichten.
Unser aus ex-DR-Doppelstockwagen gebildeter Anschlusszug stand schon bereit, so dass wir die 25 min Übergangszeit nicht in der Kälte verbringen mussten. Auf der Fahrt vermisste Stephie ihren wertvollen Stift und bat daher den Zub der RB, im ICE anzurufen. Die Kommunikation funktionierte hervorragend, auch hier erwies sich der ICE-Zub als sehr nett. Der Stift fand sich allerdings nicht im ICE, sondern wenig später in Stephies Tasche. So erreichten wir dann wiederum pünktlich um 18.28 Uhr unseren Zielbahnhof Brehna.
Die Rückfahrt am Sonntag führte uns zunächst auf der gleichen Strecke zurück, allerdings mussten wir diesmal nur bis Bitterfeld, wo wir in den ICE steigen sollten. Nach Wittenberg hätten wir in LBT ebenfalls umsteigen müssen, die Züge von Brehna fahren alternierend in die Lutherstadt und nach Falkenberg (Elster). Die Wartezeit verbrachten wir mit dem Fotografieren einer alten Lok und eines verfallenen Hauses auf dem Bahnhofsvorplatz. Ein Bus, der ebenfalls ein gutes Motiv abgegeben hätte, fuhr mir leider vor der Nase weg. Der ICE fuhr dann pünktlich ein, allerdings an der Bahnsteigkante gegenüber der angekündigten, was für einige Verwirrung sorgte. Die am Zug angegebene Zugnummer 12345 trug ihr Übriges dazu bei. Nachdem aber klar war, dass wir im richtigen Zug waren, nahmen wir wiederum nicht die reservierten, sondern zwei Tischplätze ein.
Schon bei der Abfahrt in Bitterfeld hatte ich festgestellt, dass der Zug anscheinend wegen Bauarbeiten an diesem Tag einen abweichenden Fahrplan hatte. Nach einem Blick ins Fahrplanheft stellte sich heraus: Wegen Bauarbeiten war zum einen die Strecke Nürnberg–Fürth an diesem Wochenende gesperrt, so dass der Zug über Fulda, Würzburg und Ansbach (alles ohne Halt) umgeleitet wurde. Das war anscheinend auch der Grund dafür, dass die Auskunft die Frankenwald-Verbindung nicht angeboten hatte. Zum anderen gab es aber auch zwischen Halle und Naumburg eine Umleitung über den Leipziger Güterring, die die Fahrzeit um eine halbe Stunde verlängerte. Auch ein signalbedingter Halt kurz vor Leipzig-Leutzsch war offenbar in diesem Ersatzfahrplan schon eingerechnet, so dass wir auch unseren Umsteigehalt Naumburg pünktlich erreichten. Der ICE sollte von hier rekordverdächtige 4 Stunden ohne Halt bis Treuchtlingen fahren, während wir den am selben Bahnsteig wartenden IC nach FF enterten. Hier hatten wir wieder zwei Tischplätze reserviert, so dass wir im Zug, der sich zusehends füllte, keine Plätze suchen mussten. Auch sonst passierte bei Dunkelheit und pünktlicher Fahrt nichts Besonderes, FF erreichten wir schließlich genau im Plan um 19.40 Uhr. Nun hätten wir am selben Bahnsteig bleiben und in ICE 729 umsteigen können, jetzt schlug aber doch die Verspätungskeule in Gestalt von +20 zu, so dass wir uns erst einmal in die Bahnhofsbuchhandlung begaben. Dass es letztendlich dann +25 wurden, machte uns dann auch nicht mehr viel aus, denn jetzt war die Reise, die sich dann doch ein wenig in die Länge zog, zu Ende und wir konnten endlich in das geteilte Taxi fallen, das uns nach Hause brachte.