Mit dem Talgo zu Lego

Zwischen Weihnachten und Neujahr ergab sich die Gelegenheit, schnell noch nach Hamburg zu fahren und einen Blick auf den neuen EC der dänischen Staatsbahn zu erhaschen, der nach und nach auf der Strecke nach Kopenhagen eingeführt wird. Es handelt sich um einen Zug der spanischen Marke Talgo und damit um das Pendant des neuen ICE L. Im letzten Sonnenlicht gelangen mir zwei Bilder auf der Alsterbrücke, leider ohne die Lok:

Danach erwies es sich als Vorteil, dass die Strecke Hamburg–Berlin gerade generalsaniert wird. Dadurch können die EC (bzw. in Deutschland ECE) nämlich ihre gesamte Wendezeit von fast zwei Stunden auf Gleis 5 verbringen, so dass ich den neuen Zug ausgiebig begutachten konnte.

Auf dem Bild ist das Talgo-Prinzip sehr gut zu erkennen, nach dem sich immer zwei Wagen, die etwa die halbe Länge von konventionellen haben, ein Drehgestell teilen.

Die Steuerwagen wurden später bestellt, daher muss derzeit die Lok an den Endbahnhöfen noch umsetzen. So sehen die Drehgestelle von nahem aus:

Die Zielanzeige ist in die Tür integriert:

Nachdem die Reinigung abgeschlossen war, habe ich noch einen Blick ins Innere riskiert. Das wirkte auch recht angenehm. Leider gibt es, wie in Dänemark üblich, statt eines Speisewagens nur Snackautomaten.

Leider verpasste ich danach die Gelegenheit, auch die Toilette des neuen Zuges zu nutzen, denn der Metronom, mit dem ich zurückfuhr, hatte keine funktionierende. Zum Glück hielt ich es aber bis zu Hause aus und bin gespannt auf meine erste Mitfahrt mit dem neuen Zug.

Fast 100 % gegeben (1/3)

Frohes neues Jahr euch allen!

Hineingerutscht bin ich wieder mit Freunden, diesmal in Augsburg. Da sich quasi direkt ein Wochenende anschloss, bot es sich an, nicht auf dem direkten Weg zurückzufahren. Nach einigem Überlegen beschloss ich, mir Eric aus dem ICE-Treff als Vorbild zu nehmen, der vor einer Weile die Luxemburger Nordstrecke inklusive der Zweigstrecke nach Wiltz befahren hatte. Da ich seit einiger Zeit meine wichtigsten Bahnfahrten bei → viaduct.world mitlogge, würde ich so vielleicht auf 100 % „Netzabdeckung“ kommen.

Die Hinfahrt nach Augsburg hatte vor allem drei Besonderheiten: Zum ersten sind beide ICE, die ich an diesem Tag benutze, als ICE-T geplant, werden aber kurzfristig durch ICE 2 ersetzt. Zum zweiten komme ich problemlos durch die Baustelle zwischen Neustadt am Rübenberge und Wunstorf. Da die S-Bahn auf diesem Abschnitt gar nicht verkehren konnte, war ich davon ausgegangen, dass die Strecke komplett gesperrt ist. Sie ist aber eingleisig weiterhin befahrbar. Zum dritten fährt der ICE ab Hannover ohne Halt die gesamte SFS bis Würzburg durch. Für diesen Zuglauf ist das wohl planmäßig, aber selber erlebt habe ich das noch nie. MA erreiche ich nach einer recht entspannten Reise mit etwa +10.

Unfreiwillig entspannt ist es am 2. Januar, als ich mich auf den Weg nach Luxemburg machen will: Der ursprünglich geplante ICE fällt zwischen München und Stuttgart aus. So kann ich aber immerhin noch etwas länger mit meinen Freunden frühstücken und fahre dann eine knappe Stunde später zum Hauptbahnhof. Keine ganze Stunde deswegen, weil der Folgetakt zu meinem Zug ab Ulm nicht über die SFS fährt, sondern über die Geislinger Steige. Die ist zwar immer wieder nett zu fahren, aber so muss die Erstbefahrung der neuen Strecke noch warten. Noch bevor wir Mannheim erreichen, fängt mein Magen an zu knurren, und mir fällt ein, dass ich gar keinen Proviant eingepackt habe. Die Schlange im Bordbistro ist zu lang, aber die Umstiegszeit reicht gerade, um sich noch am Automaten einzudecken.

Weiter geht es mit dem RE 1, der von Mannheim über Trier nach Koblenz und damit sozusagen einen Dreiviertelkreis durch Rheinland-Pfalz und das Saarland fährt. Wie Eric habe ich vor, in Merzig auszusteigen und von da mit dem 407er Bus zum Luxemburger Kirchberg zu fahren. Der ist ein wenig ein Geheimtipp, da ihn nur die Luxemburger Auskunft → mobiliteit.lu kennt, nicht aber die deutsche. Dafür gilt dort bis zur Grenze das Deutschlandticket, im Großherzogtum ist der öffentliche Nahverkehr sowieso seit 2020 kostenlos benutzbar.

Der Zug kommt pünktlich an, ich habe direkt Anschluss an den Bus, den auch die örtliche Anzeige verschweigt. Außer mir nutzen ihn nur drei andere Passagiere, aber ich bin ja auch an einem Brückentag gegen die Lastrichtung unterwegs. Der Bus nutzt ein Stück die Autobahn Richtung Luxemburg, fährt aber vor der Grenze wieder ab und überquert selbige auf der Landstraße bei Remich. Endstation ist am Busbahnhof auf dem Kirchberg, dem Geschäftszentrum der Landeshauptstadt und Ziel vieler Pendler. Davon sind um diese Zeit auch einige unterwegs. Auch der Bus, den ich ab hier nehme, ist recht gut gefüllt. Er fährt ins französische Thionville, ich verlasse ihn aber schon nach einer Station am Bahnhof Howald wieder und starte noch in Begleitung meines Koffers die erste Streckenbereisung: Es geht nach Noertzange, von wo ich die Strecke nach Rumelange befahren will. Hier fahren die Züge nur montags bis freitags, und erst seit dem Fahrplanwechsel den ganzen Tag über. Bei meiner Fahrt wird das neue Angebot noch nicht gut angenommen, auf dem Rückweg bin ich anscheinend sogar der einzige Fahrgast. Trotz der Fahrscheinfreiheit sind alle Züge begleitet. Ob sich der Zub wundert, dass ich gleich wieder zurück fahre, sehe ich ihm aber nicht an. Von Noertzange fahre ich wieder nach Howald und nehme von da die Straßenbahn zu meinem Hotel, das genau auf halbem Weg zum Hauptbahnhof von Luxemburg-Stadt liegt.

Fortsetzung folgt!