Jan trifft Cux

Nach Jan Harpstedt an Himmelfahrt war ich zwei Tage später schon wieder auf den Spuren eines Namensvetters, diesmal von Jan Cux, dem Maskottchen von Cuxhaven. Nicht nur wollte ich beide Strecken in die Hafenstadt mal fahren, sondern ihr natürlich zumindest auch eine Stippvisite abstatten. Das klappte auch hervorragend: Der leider zurzeit einstöckige RE aus HO spuckte zum Glück deutlich mehr Menschen aus, als einstiegen, so dass ich pünktlich und mit ausreichend Platz Bremerhaven Hbf erreichte, wo es bahnsteiggleich mit der EVB weiterging, leider diesmal nicht mit dem Wasserstoffzug. Am Zielbahnhof angekommen, beschloss ich, erst den übernächsten Zug gen Harburg zu nehmen, um noch etwas Zeit für die Stadt zu haben. Die verbrachte ich hauptsächlich am Hafen an der Alten Liebe, wo es eine Aussichtsplattform gibt, auf der per Lautsprecher durchgesagt wird, welche Schiffe gerade vorbei fahren – und das sind einige.

Wie die Hinfahrt verlief auch die Rückfahrt ohne besondere Vorkommnisse: Die Ruhe im gleichnamigen Wagen des RE wurde weitgehend eingehalten, und der Zug erreichte pünktlich AHAR. Um meinen Geldbeutel etwas zu schonen, fuhr ich von hier mit der RB zurück. Der ICE überholte uns zwar unterwegs, in Rotenburg hatten wir ihn aber schon wieder eingeholt: Streckensperrung wegen Böschungsbrand. Ich richtete mich schon auf einen längeren Aufenthalt ein, kurze Zeit später fuhr aber erst der ICE und dann wir schon wieder weiter. So endete die Tour mit weniger als +10.

Das letzte Kleinod

Am Abend, bevor ich mit Ole unterwegs war, ging ich einem Tipp von ihm nach und besuchte eine ganz besondere Theatervorstellung: Die Theatergruppe „Das letzte Kleinod“ besitzt nämlich einen eigenen Zug, mit dem sie von ihrem Heimatbahnhof Geestenseth (an der Strecke Bremerhaven–Buxtehude) aus durch Deutschland fährt. Passend zu meinem Bürotag war der Zug an diesem Mittwoch am Güterbahnhof Linden in Hannover zu Gast. Das Stück hatte auch mit Logistik zu tun, es wurden nämlich Erlebnisse von Binnenschiffern, die diese in Interviews erzählt hatten, szenisch dargestellt. Dazu wurde das Publikum in sechs Gruppen eingeteilt, die im Wechsel durch die Waggons geführt wurden, wo jeweils eine Person spielte. Auf diese Weise kam ich auch mal in den Genuss, in einem Schiebewandwagen zu sitzen. Dieser hier war mit Papier und Zellulose dekoriert:

„Bühnenbild“ aus Papierrolle und Zelluloseplatten in einem Schiebewandwagen

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich das Ganze auch einmal anzusehen: Auf der → Website des Theaters gibt es Infos zum aktuellen und weiteren Stücken.

Der Theaterzug im Bahnhof Hannover-Linden

Dampfzugfarn

Nein, das ist kein Tippfehler: Am Himmelfahrtstag war ich mit der kleinsten denkbaren Männergruppe, sprich meinem Freund Ole, schon wieder mit einem Dampfzug unterwegs. Diesmal ging es von Delmenhorst nach Harpstedt, ein Museumsbetrieb, der schon in meinem ersten Kursbuch von 1991 zu finden ist. Da mit der Einstellung des regulären Personenverkehrs auf der Harpstedter Strecke auch die Verbindungskurve in den Delmenhorster Personenbahnhof stillgelegt wurde, fahren die Museumszüge etwa 15 Gehminuten entfernt am Südbahnhof ab. Dort waren wir rechtzeitig da, um die Ankunft des Zuges aus Harpstedt zu erleben. Dieser fährt erst einmal am Bahnsteig vorbei, weil sich dahinter das Umsetzgleis befindet. Beim Umsetzen gelang Ole ein schönes Bild von der Lok:

Lok 2 der Museumsbahn „Jan Harpstedt“, Foto: Ole Schwen

Die Fahrt ging dann durch relativ abwechslungsreiche Landschaft, unter anderem durch Waldstücke, in denen eben auch Farn wuchs.

„Dampfzugfarn“ zwischen Delmenhorst und Harpstedt, Foto: Ole Schwen

An der Endstation angekommen, hatten wir zwei Stunden Zeit, Harpstedt zu erkunden. Obwohl der Ort durchaus ein paar sehenswerte Ecken hat, reichte das dicke. Zum Glück gab es auch ein Lokal, das am Feiertagmittag offen hatte, so dass wir dort ein Mittagessen genießen konnten. Für die Rückfahrt wurden wir stilecht von einem Schaffner am Bahnsteig begrüßt:

Bahnhof Harpstedt mit Schaffner in historischer Uniform, Foto diesmal von mir

Den Kaffee aus dem Buffetwagen hatte ich schon auf der Hinfahrt genossen. Die Postkarte, die wir dort ebenfalls erstanden hatten, hatten wir beim Essen geschrieben und warfen sie nun in den Briefkasten im Packwagen, damit sie den Sonderstempel bekam. In Delmenhorst angekommen, erwischten wir gerade noch die RB 58 nach Bremen, wo die gelungene Tour dann zu Ende ging.