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	<title>Jan kann Bahn fahrn &#187; Geschichte</title>
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	<description>Erlebnisse und Meinungen rund um Bahn und ÖPNV</description>
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		<title>Einst und jetzt 2: Liniennetz</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 18:06:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach einer längeren Pause kommt hier mal wieder ein Beitrag der Serie „Einst und jetzt“ über die Veränderungen bei der Vestischen, die ich als interessierter Fahrgast so miterlebt habe, diesmal zum Thema Liniennetz. Das zeichnete sich Anfang der Neunzigerjahre durch eine historisch gewachsene Struktur aus: Seit der Einstellung der Straßenbahn, die 1982 abgeschlossen war, hatte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einer längeren Pause kommt hier mal wieder ein Beitrag der Serie <a href="http://www.janzbikowski.de/blog/einst-und-jetzt-1-fahrzeuge/">„Einst und jetzt“</a> über die Veränderungen bei der Vestischen, die ich als interessierter Fahrgast so miterlebt habe, diesmal zum Thema <strong>Liniennetz</strong>.</p>
<p>Das zeichnete sich Anfang der Neunzigerjahre durch eine historisch gewachsene Struktur aus: Seit der Einstellung der Straßenbahn, die 1982 abgeschlossen war, hatte es kaum Änderungen gegeben. Die meisten Linien fuhren im 30-Minuten-Takt, andere dagegen zu festen Minuten, aber nicht in jeder Stunde, und manche auch völlig ohne Takt. Meine beiden Lieblingslinien 251 und 287 (die an meiner Schule bzw. bei mir zu Hause vorbei fuhren) waren solche Beispiele. Noch heute weiß ich, dass die 251 von Marl Mitte Richtung Lippramsdorf um 7.46, 9.00, 10.00, 10.48, 11.46, 12.46, 13.20, 14.00, 15.00, 16.00, 17.34 und 18.59 fuhr (früh morgens gab es noch einige Fahrten, die ich aber nicht mehr auswendig weiß). Abgesehen von diesen „taktlosen“ Linien trafen sich die meisten Busse aber zu festgelegten Zeiten an den Busbahnhöfen, in Marl zum Beispiel um 00/30 und 15/45, in Dorsten um 22/52. Allerdings hielten viele Linien etwa in Marl auf dem Hinweg um 00 und auf dem Rückweg um 15, so dass Anschlüsse oft nicht in beiden Richtungen funktionierten. Auch Anschlüsse zu Zügen schienen eher Zufall als Absicht zu sein. Ohnehin konnte man auf manchen Linien schon Verspätungen fest einplanen, weil die Fahrzeiten nicht an den zunehmenden Autoverkehr angepasst waren.</p>
<p>Eine neue Entwicklung im Netz gab es aber doch: die <strong>StädteSchnellBusse</strong> (SB), die seit Ende der Achtzigerjahre mit wenigen Halten die Ortszentren verbanden. Sie fuhren im Stundentakt und nur während der Geschäftsöffnungszeiten. Pilotlinie war die SB 26 Dorsten-Deuten–Marl–Recklinghausen, später kamen unter anderem die SB 25 Dorsten ZOB–Marl–Recklinghausen und SB 24 GE-Buer–Recklinghausen–Datteln–Waltrop hinzu. Die Anschlüsse an den Umsteigepunkten waren meistens nicht auf die Schnellbusse ausgerichtet, so dass die durch die schnellere Fahrt gewonnene Zeit oft durch Warten wieder verloren ging.</p>
<p>Seitdem hat sich eine Menge getan: Zwischen 2000 und 2003 wurden in allen Städten im Bedienungsgebiet der Vestischen die Nahverkehrspläne (NVP) umgesetzt, die gemeinsam mit dem Kreis Recklinghausen und den kreisfreien Städten Bottrop und Gelsenkirchen entworfen wurden.<br />
Durch die NVP-Umsetzung sind die Fahrpläne kräftig durcheinandergewirbelt worden (siehe die Liste der <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/bus-alt.php">alten</a> und <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/bus-liste.php">neuen</a> Linien). Neben einigen wenigen unveränderten Linien wurden Linienabschnitte neu zusammen gesetzt, andere völlig neu eingeführt (wie etwa zwischen Oer-Erkenschwick und Marl oder durch das Neubaugebiet Hüls-Süd) und andere ganz eingestellt (wie etwa zwischen Altendorf und Marl). Auf den neuen Linien sind Taktverkehr und realistische Fahrzeiten selbstverständlich. Auch die Symmetrie des Fahrplans ist jetzt auf viel mehr Linien umgesetzt als vorher, das bedeutet, dass Anschlüsse auf der Hinfahrt meistens genau so funktionieren wie auf der Rückfahrt.<br />
StädteSchnellBusse spielen eine viel größe<strong></strong>re Rolle, fahren an allen Tagen bis Betriebsschluss und bieten als Rückgrat des Netzes bessere Anschlüsse an Bus und Bahn. Allerdings werden auf manchen Abschnitten jetzt alle Haltestellen bedient, weil es keinen Parallelverkehr mehr gibt, so dass der Name „Schnellbus“ sich oft nur auf die direkteren Linienwege bezieht (<a href="http://www.janzbikowski.de/bus/schnell.jpg">Karte des Schnellbusnetzes</a>).</p>
<p>Völlig neu sind die <strong>Taxibusse</strong>, die nur auf Bestellung fahren. Sie sind Vor- und Nachteil zugleich: Für manche Gegenden wie das Altenzentrum Maria Lindenhof in Dorsten ermöglichen sie überhaupt erst eine ÖPNV-Anbindung, manchmal wurden aber auch Linienabschnitte des Standardnetzes auf Taxibus umgestellt (z.B. Marl–Lippramsdorf).<br />
Seit 2002 gibt es auch ein <strong>NachtExpress</strong>-Netz im Vest Recklinghausen. An Wochenenden und vor Feiertagen kann man seitdem bis etwa 3 Uhr alle Haltestellen an den Hauptverkehrsadern erreichen. Im Gegenzug wurde allerdings der Betriebsschluss der regulären Linien von etwa 1 Uhr um eine Stunde vorverlegt; Nebenlinien fahren ab etwa 21 Uhr nur noch als Taxibus.</p>
<p>Insgesamt kann man sagen, dass die Umsetzung der NVP frischen Wind in das Busnetz im Vest gebracht hat. Das bedeutet auch, dass sich die Fahrgäste öfter an Änderungen gewöhnen müssen als früher. Leider sind einige der Angebotsverbesserungen nicht ganz so gut angekommen wie erhofft, so dass sie schon wieder Geschichte sind. Durch das Glück, an einer der neuen Schnellbuslinien gewohnt zu haben, habe ich persönlich von den neuen Konzepten jedenfalls eher profitiert und wünsche mir – wie schon bei den Fahrzeugen – den alten Zustand nicht ernsthaft zurück.</p>
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		<title>Einst und jetzt 1: Fahrzeuge</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 21:45:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon Anfang der neunziger Jahre ließ es sich nicht leugnen, dass ich ein gewisses Interesse an allem habe, was im öffentlichen Verkehr auf Straßen und Schienen herum fährt. Natürlich habe ich meine Aufmerksamkeit zunächst auf das gerichtet, was bei mir in der Gegend unterwegs war, also die Busse der Vestischen in Marl und Umgebung. Sehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon Anfang der neunziger Jahre ließ es sich nicht leugnen, dass ich ein gewisses Interesse an allem habe, was im öffentlichen Verkehr auf Straßen und Schienen herum fährt. Natürlich habe ich meine Aufmerksamkeit zunächst auf das gerichtet, was bei mir in der Gegend unterwegs war, also die Busse der Vestischen in Marl und Umgebung.<br />
Sehr vieles war dabei damals anders als heute – Grund genug, um eine Serie mit Vergleichen zwischen früher und heute anzufangen. Als erstes widme ich mich dem Fahrzeugpark: </p>
<p>Auf vielen Linien – zu meinem großen Ärger vor allem auf denen, die bei mir zu Hause vorbei fuhren – dominierte zu Beginn meiner „Buszeit“ noch der Standardlinienbus I, den es in äußerlich fast völlig gleichen Ausgaben von <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=vest01.jpg">Magirus-Deutz</a> und MAN gab. Der Nachfolger SL II war bei der Vestischen vor allem von <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=vest02.jpg">Neoplan</a> im Einsatz und machte beim Fahren kuriose Heulgeräusche. Neu beschafft wurden allerdings nur noch <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=vest04.jpg">Niederflurbusse</a>, nachdem Ende der achtziger Jahre die Vestische gemeinsam mit Neoplan einen Solo-Niederflurbus entwickelt hatte. Ein besonderer Blickfang war der <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=vest06.jpg">Metroliner in Carbon</a> (MiC), ebenfalls von Neoplan, der teilweise aus Carbonfasern bestand. Er bestach durch sein modernes äuße<strong></strong>res und inneres Design, hatte aber als Nachteil unter anderem eine schlechte Stoßdämpfung.</p>
<p>Die gerade eingeführten StädteSchnellBusse hatten eigene, besonders bequeme Fahrzeuge. Ursprünglich gab es sie nur in <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=vest03.jpg">Hochflur</a> mit reisebusähnlichen Sitzen und sogar Zeitungshaltern hinter dem Fahrersitz. Mit diesen Wagen bin ich immer besonders gerne, wenn auch selten gefahren. Als zur Pilotlinie SB 26 weitere Schnellbusse dazu kamen, wurden auch <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=vest05.jpg">Niederflurbusse</a> angeschafft.</p>
<p>Zu dieser Zeit und auch in den folgenden Jahren bewies die Vestische eine große Innovations- und Experimentierfreude. Der erste Niederflurbus und der MiC sind schon zwei Beispiele dafür, weitere waren die Anschaffung von Fahrradbussen, dieselelektrischen Bussen, den <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=vest08.jpg">Megatrans</a> (15-m-Busse) oder den <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=vest13.jpg">Midibussen</a>. </p>
<p>Seit 2000 werden die Busse der Vestischen nun gemeinsam mit den benachbarten Verkehrsbetrieben Bogestra, HCR und DSW sowie den Bahnen der Stadt Monheim angeschafft. Da es deswegen keine eigenen Lackierungen für die einzelnen Unternehmen mehr gibt, tragen die vestischen Busse nach orange-weiß und rot-weiß nun rot-weiß-grün, die Landesfarben NRWs. Nachdem die erste Serie der <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/nrw.php">NRW-Busse</a> bei <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=vest09.jpg">Neoplan</a> bestellt worden war, wurden danach Busse von <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=vest10.jpg">Mercedes</a>, <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=vest15.jpg">MAN</a> und <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=vest18.jpg">Solaris</a> beschafft. Unter den neuen Bussen ist der Anteil der Gelenkzüge höher als früher, was auf die erfreulich gestiegenen Fahrgastzahlen hinweist. So kommen auch nach Marl und Dorsten regelmäßig Gelenkbusse, was früher eine Seltenheit war.</p>
<p>Damals wie heute fährt die Vestische nicht alle Kurse selbst, sondern setzt auch Subunternehmer ein, im mittleren Vest hauptsächlich Zieger (Vestischer Reisedienst), Pollak und Wessels. Früher waren deren Fahrzeuge oft an der deutlich anderen Lackierung zu erkennen (<a href="http://www.janzbikowski.de/fotos/kunert.jpg">hier ein Wagen des nicht mehr eingesetzten Unternehmers Kunert von 1993</a>), und auch von der Ausstattung her waren sie oft nicht mehr auf dem neuesten Stand. Das hat sich radikal geändert: heute sind die Unternehmerfahrzeuge ebenfalls rot-weiß-grün lackiert und damit kaum noch von denen der Vestischen zu unterscheiden, und es werden mindestens genau so aktuelle Baureihen eingesetzt.</p>
<p>Zurück zum eigenen Wagenpark der Vestischen: Inzwischen sind alle „exotischen“ Fahrzeuge ausgemustert, ebenso wie die SL II als letzte Hochflurbusse, die zuletzt 2004 ihren Dienst versahen. Die SL I sind schon viel länger von den Straßen des Vests verschwunden. Auch eigene Wagen für Schnellbusse gibt es nicht mehr. Das hat einen betrieblichen Vorteil, da Schnellbuskurse heute häufig auf anderen Linien weiter fahren, ist für die Fahrgäste aber kein großer Verlust, da der Komfort insgesamt zugenommen hat. So gesehen trauere ich den Zeiten des SL I auch nicht nach, selbst wenn ein bisschen Nostalgie natürlich erlaubt ist.</p>
<p>Mehr Infos zum Thema findet ihr bei <a href="http://www.vestischer-bus.de">&rarr; Vestischer Bus</a> für heutige und bei <a href="http://www.vestory.de.vu">&rarr; Vestory</a> für ehemalige Fahrzeuge.</p>
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		<title>Blick in die Vergangenheit</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Dec 2008 18:36:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie zwei Beiträge weiter unten schon angedeutet, habe ich mir am Sonntag im DB-Museum das Kursbuch Westfalen-Ruhr vom Winter 1981/82 gekauft und mich auf der Rückfahrt auf die spannende Reise in die Vergangenheit der nordrhein-westfälischen Bahn gemacht. Hier das Interessanteste am Bahn- und Busverkehr von 1981: Im Fernverkehr fuhren die Intercitys im wesentlichen nicht nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie zwei Beiträge weiter unten schon angedeutet, habe ich mir am Sonntag im DB-Museum das Kursbuch Westfalen-Ruhr vom Winter 1981/82 gekauft und mich auf der Rückfahrt auf die spannende Reise in die Vergangenheit der nordrhein-westfälischen Bahn gemacht. Hier das Interessanteste am Bahn- und Busverkehr von 1981:</p>
<ul>
<li>Im <strong>Fernverkehr</strong> fuhren die Intercitys im wesentlichen nicht nur auf den gleichen Linien wie heute durch das Kursbuchgebiet, sondern auch in der gleichen Zeitlage: Kurz nach der vollen Stunde in Münster ab, eine halbe Stunde später in Dortmund mit dem Ruhr/Wupper-Korrespondenzanschluss etc. Außer den ICs, die damals noch relativ neu waren (seit 1971 in der ersten, seit 1979 auch in der zweiten Klasse), waren noch jede Menge unvertaktete D-Züge unterwegs, unter anderem auch mehrmals täglich in die DDR. Vereinzelt gab es auch noch die erstklassigen TEE-Züge, dafür aber noch keinen Eurocity. Stattdessen fuhren ICs ins Ausland, z.B. nach Amsterdam und Paris.</li>
<li>Neben den D-Zügen gab es auch noch die so genannten <strong>Heckeneilzüge</strong>, die einmal am Tag auf Nebenstrecken und mit vielen Halten größe<strong></strong>re Städte verbanden. Auf der KBS 300 Köln–Duisburg–Hamm finden sich z.B. die Laufwege Koblenz–Wilhelmshaven, Koblenz–Dortmund, Kleve–Oberhausen, Aachen–Bremen–Cuxhaven, Köln–Amsterdam und Mönchengladbach–Oberhausen, um nur die Eilzüge einer Doppelseite zu nennen.</li>
<li>Im <strong>Nahverkehr</strong> war im Gegensatz zum IC-Netz Taktverkehr noch weitgehend unbekannt – so sehr, dass die wenigen Strecken mit „Nahverkehr im Takt“ im Linienplan besonders gekennzeichnet waren. Auf den anderen Strecken fuhren die Züge so, wie es Nachfrage, Streckenbelegung und Umlaufplan erlaubten. Für Bösensell an der Strecke Münster–Essen, das heute im Halbstundentakt bedient wird, bedeutete das z.B. werktags keinen Zug zwischen 6.45 und 9.26 Uhr. Dann fuhren bis 12.28 Uhr wieder alle Züge durch, erst am Nachmittag gab es fast stündlich eine Verbindung. Der letzte Zug fuhr um 0.09 – allerdings nur an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen &#8230;</li>
<li>Auf vielen Strecken, die heute längst vergessen sind, fuhr zumindest noch der so genannte <strong>Gesetzeszug</strong> – ein oder zwei Zugpaare am Tag, zu deren Betrieb die Deutsche Bundesbahn verpflichtet war. Meistens fuhr morgens ein Zug hin und nachmittags zurück (wie z.B. auf der Strecke Duisburg-Wedau–Düsseldorf). Es gab aber auch die Variante, dass es in beide Richtungen nur morgens Züge gab, wie zwischen Oberhausen und Duisburg-Walsum. Wenn man annimmt, dass die meisten Fahrgäste, die morgens hin fahren, nachmittags zurück fahren wollen, mag dieses Betriebskonzept zwar umlauftechnisch sinnvoll, aber nicht nachfrageorientiert sein.</li>
<li>Auch die <strong>Wochenendruhe</strong> gehört zum Glück inzwischen weitgehend der Vergangenheit an, war damals aber noch auf vielen Nebenstrecken die Regel. In ländlichen Gebieten – etwa zwischen Münster und Coesfeld – gab es auch die Variante einer Betriebsruhe von Samstagmittag bis Sonntagmittag. Beides gab es auch noch zu Beginn meiner „aktiven Kursbuchlesezeit“ bis zur Einführung des ITF.</li>
<li>Das <strong>S-Bahn-Netz</strong> bestand 1981 nur aus den Linien S1 Düsseldorf–Bochum, S3 (ohne Hattingen Mitte), S6 Essen–Langenfeld und S7. Interessanterweise fuhren die meisten dieser Linien schon in einer Zeitlage, die bis zur Einführung des ITF 1998 bestehen blieb und die mir also auch noch in guter Erinnerung ist. Einige andere der heutigen Linien wurden schon im Vorlaufbetrieb befahren (im oben erwähnten „Nahverkehr im Takt“, z.B. die Vorläufer der S4 und der S9 Bottrop–Wuppertal). Sowohl bei der S-Bahn als auch beim Vorlaufbetrieb gab es oft Abweichungen vom Takt. Extremes Beispiel ist die S1 zwischen Düsseldorf und Duisburg-Großenbaum, bei der der Takt nur eine grobe Richtschnur für die tatsächlichen Abfahrtszeiten darstellt. Der Grund ist wohl die Mitbenutzung der Ortsgleise mit unvertakteten anderen Zügen.</li>
<li>Vor 27 Jahren gab es auch noch wesentlich mehr <strong>Bahnbuslinien</strong> als heute. Die KBS 3383 (VRR-Linie 189) zum Beispiel fuhr von Velbert über Essen nach Gladbeck. Von dort gab es zwei Äste nach Dorsten (im Stundentakt) und über Gelsenkirchen-Buer und Marl nach Haltern (im Stunden- bis Zweistundentakt). Bemerkenswert ist die Fahrzeit von 18 Minuten zwischen Buer Rathaus und Marl Mitte, die mit dem heutigen Verkehrsaufkommen nicht mehr machbar wäre – der heutige 222 braucht bei hoher Verspätungsanfälligkeit 26 Minuten. Die alte 189 gehört zu den Linien, von denen noch am meisten geblieben ist: bis auf den Ast Gladbeck–Haltern fahren auf allen Streckenabschnitten noch heute Linien der DB-Tochter BVR. Ein Beispiel für eine Linie, von der überhaupt nichts mehr übrig ist, ist die 3300 (VRR 591) Hagen–Hattingen–Gelsenkirchen–Dorsten–Borken–Südlohn-Oeding mit zweieinhalb Fahrtenpaaren pro Tag und einer Gesamtfahrzeit von über vier Stunden pro Richtung. Absolut kurios sind die beiden Linien, die jeweils mit einem Fahrtenpaar pro Tag Ruhrgebiet und Westerwald verbanden: Die Verkehrsbedeutung der Linien Essen–Bad Marienberg und Hattingen–Weilburg versinkt im Dunkel der Geschichte.</li>
<li><strong>Gedruckt</strong> sind die Fahrplantabellen in einem altmodisch wirkenden Satz (handgesetzt?). Nur die Fahrpläne der Linien S1 und S3 sowie einiger „Nahverkehr-im-Takt“-Linien sind in moderner Schrift ähnlich der heutigen gesetzt (vielleicht wurden da schon Computer eingesetzt?).</li>
</ul>
<p>Soweit mein Streifzug durch die Bahnlandschaft am Ende meines zweiten Lebensjahrs. Wenn jemand von euch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat, kennt er vielleicht einiges noch aus eigener Erinnerung und kann noch ein paar Ergänzungen liefern? Die Kommentarfunktion freut sich auf eure Beiträge.</p>
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		<title>Neues Titelbild</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Apr 2008 17:37:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Nachdem ich seit der Einführung des neuen Layouts ein Titelbild verwendet habe, das Nils mir netterweise aus einer freien Internet-Datenbank besorgt hat, habe ich es nun endlich mal durch ein selbstgemachtes Bild ersetzt. Dazu habe ich heute das schöne Wetter genutzt und bin nach Sulzbach am Main geradelt, wo es hinter dem Ortsausgang Richtung Kleinwallstadt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich seit der Einführung des neuen Layouts ein Titelbild verwendet habe, das Nils mir netterweise aus einer freien Internet-Datenbank besorgt hat, habe ich es nun endlich mal durch ein selbstgemachtes Bild ersetzt. Dazu habe ich heute das schöne Wetter genutzt und bin nach Sulzbach am Main geradelt, wo es hinter dem Ortsausgang Richtung Kleinwallstadt eine schöne Fotostelle gibt. Auf dem Rückweg sah ich dann zufällig einen Mann mit Fotoausrüstung an einem BÜ stehen. Was ich nämlich nicht wusste: Heute fuhr auch noch ein Dampfzug auf der Strecke NAH–Miltenberg–Lauda–Würzburg. Den habe ich dann gleich auch noch abgelichtet, leider ist das Bild nicht so gut geworden.<br />
Übrigens habe ich noch einige Titelbilder in petto, die ich auf meinen diversen Bahnfahrten gemacht habe. Und ich hoffe, dass noch einige dazu kommen, wenn ich im Sommer ein paar schöne Fotostandpunkte finde. Jetzt hoffe ich aber erst mal, dass euch das jetzige Titelbild gefällt und freue mich auf eure Rückmeldungen dazu!</p>
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		<title>Die Entdeckung der Langsamkeit</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Aug 2007 20:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bahnfahrn]]></category>
		<category><![CDATA[Planung/Technik/Betrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Rahmen der „Tage der Industriekultur Rhein-Main“ war heute ein historischer Zug des Eisenbahnmuseums Darmstadt-Kranichstein unterwegs. Da mein Arbeitgeber einer der Sponsoren war, hatte ich das Glück, kostenlos mitfahren zu können. Los ging es um 10.45 Uhr am Hbf Aschaffenburg. Der Zug kam aus Darmstadt, die Lok (23 042) ließ mit sehr großem Getöse Dampf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen der „Tage der Industriekultur Rhein-Main“ war heute ein historischer Zug des Eisenbahnmuseums Darmstadt-Kranichstein unterwegs. Da mein Arbeitgeber einer der Sponsoren war, hatte ich das Glück, kostenlos mitfahren zu können.<br />
Los ging es um 10.45 Uhr am Hbf Aschaffenburg. Der Zug kam aus Darmstadt, die Lok (23 042) ließ mit sehr großem Getöse Dampf ab und wurde umgesetzt. Weiter ging es über Hanau (wo wir den vorgesehenen Halt ausgelassen haben) bis kurz vor Frankfurt Ost, wo wir mit zweimaligem Richtungswechsel auf die Hafenbahn gewechselt haben – natürlich nur mit einem Lotsen an Bord. Für die Bewohner der hippen Neubauwohnungen im Hafengebiet waren wir die Attraktion, ebenso wie für die Touristen aus aller Herren Länder. Den Vogel schoss aber ein Wohnmobilfahrer ab, der bei unserem Anblick während der Fahrt die Digitalkamera zückte&#8230;</p>
<p>Einen längeren Aufenthalt hatten wir dann am Eisernen Steg in <strong>Frankfurt</strong>, wo der Zug zwischen Liegewiese und Uferstraße reichlich exotisch wirkte. Weiter ging es über die Hafenbahn nach Griesheim, wo es in einem aufwändigen Manöver zurück auf DB-Gleise ging. Endpunkt der Fahrt war eine große Schleife über Mainz-Bischofsheim und -Nord nach Mainz Hbf. Im dortigen Tunnel griffen die speziellen Sicherheitsauflagen von DB Netz: Da es in den historischen Wagen keine Notbremsüberbrückung gibt, mussten die Notbremsen vom Personal überwacht werden. Ebenso waren die WCs abgeschlossen, und da in „meinem“ Wagen die Beleuchtung nicht funktionierte, standen die Zugbegleiter mit Handlampen parat. Über die Verbindungskurve ging es dann von Frankfurt Stadion direkt zum Südbahnhof und weiter über Offenbach nach Hanau (diesmal mit Halt). In Kleinostheim mussten wir dann auf Gleis 3 einfahren, um einen ICE überholen zu lassen. Letztendlich kamen wir mit etwa +15 in Aschaffenburg an, und nach dem Umsetzen der Lok fuhr der Zug (ohne mich) zurück nach Darmstadt.</p>
<p>Ein paar Fotos habe ich auch gemacht: von der <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=db74.jpg">Lok</a>, den <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=db76.jpg">Antriebsrädern der Lok</a>, dem <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=db75.jpg">Zug</a> und dem <a href="http://www.janzbikowski.de/bus/foto.php?name=db77.jpg">Steuerwagen</a>. Obwohl ich nicht der riesige Dampflokfan bin, hat sich die Fahrt gelohnt, schon allein wegen der Strecken, die man sonst nicht zu sehen bekommt. Die Rußpartikel, die man nachher in den Haaren hat, gehören einfach dazu <img src='http://www.janzbikowski.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  .</p>
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