Rehabilitiert

In der Tat ist es der Deutschen Bahn heute gelungen, ihren guten Ruf bei mir zu retten. Ob es daran lag, dass ich nur mit Nahverkehrszügen, in diesem Fall nach Nürnberg und zurück, unterwegs war? Jedenfalls waren alle Züge pünktlich und die Fahrt bequem und ohne besondere Ereignisse, bis auf den ersten Teil der Rückfahrt: Der Zug war ziemlich voll, so dass ich ganz vorne im Mehrzweckabteil vor der Tür zum Führerstand sitzen musste, also quer zur Fahrtrichtung. Die Toiletten waren, wenn sie überhaupt noch offen waren, alles andere als sauber, und in der, die ich benutzt habe, kam kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn. Nach dem Umstieg in Würzburg hatte ich aber dann vier Plätze für mich alleine, und mit schrägen Ansagen des Zub („Vom beschaulichen Würzburg zum pulsierenden Leben in Rhein-Main – dazu begrüßen wir Sie ganz herzlich …“) und dem Blättern in einem alten Kursbuch macht auch das Fahren im Nahverkehrszug trotz Dunkelheit Spaß.

Das alte Kursbuch (Westfalen-Ruhr 1981) hatte ich übrigens im DB-Museum gekauft. Den Besuch dort mit einigen Bekannten hatte ich schon länger geplant, ohne zu wissen, dass heute wegen des Geburtstags des „Adlers“ sogar der Eintritt frei war. Auch beim zweiten Mal fand ich das Museum absolut gut. Sehenswert finde vor allem die Ausstellungsstücke über die neuere Bahngeschichte, z.B. in den beiden deutschen Staaten nach 1945. Einer der Höhepunkte für mich ist der Führerstands-Simulator, der in der „Bahn-Erlebniswelt“ steht, die sonst eher für Kinder gemacht ist. Im Simulator kann man relativ originalgetreu einen Zug von Stuttgart, Augsburg oder München-Pasing Richtung München fahren. Und obwohl man, solange die Signale auf Fahrt stehen, nicht viel machen muss, hat es mir ungeheuer Spaß gemacht. Also, wenn sich für euch die Gelegenheit ergibt: Auf nach Nürnberg ins DB-Museum!

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