Raucherzeit, Prag und Automatismus

Meine Damen und Herren, jetzt ist Raucherzeit. Im vorderen Teil des Zuges können Sie jetzt aussteigen und eine Zigarette rauchen.

Das war die Ansage, nachdem mein Zug am Wochenende außerplanmäßig an einem kleinen Unterwegsbahnhof stehen geblieben war. Der Grund dafür war natürlich nicht, dass das Zugpersonal ein Herz für Nikotinsüchtige hatte, sondern ein haltzeigendes Signal. Der Grund dafür wiederum war, dass die Strecke vor uns kurzfristig gesperrt war. Das Zugpersonal hat das Beste daraus gemacht und uns (und sich) ermöglicht, frische Luft mit und ohne Nikotin zu schnappen. Aber auch über sportliche Ereignisse hat es uns bestens informiert:

Beim Spiel Italien gegen Rumänien steht es 1:1 – für den Besseren.

Ebenfalls an diesem Wochenende habe ich eine interessante Entdeckung gemacht: Eine Fahrkarte von Passau nach Prag kostet nämlich, wie das Bild beweist, nur 3,30 Euro.

Automatenanzeige in Passau Hbf

Leider ist damit aber nicht die tschechische Hauptstadt gemeint, sondern ein Ort in der Gemeinde Hutthurm, etwa 10 km entfernt. Vielleicht sollte man einen Hinweis in der Art „Prag (Gemeinde Hutthurm)“ ergänzen, damit es keine Missverständnisse gibt? Unter „München“ kennt der Automat übrigens nur die bayerische Landeshauptstadt, obwohl es auch mit diesem Namen einen Ort in der Gemeinde Hutthurm gibt.

A propos Raucherzeit: Beim viertelstündigen Aufenthalt der RB in Plattling fand ich es schon irgendwie süß, wie sich die Raucher ganz brav genau in das Raucherzonen-Quadrat auf dem Bahnsteig gestellt haben:

Raucher in Plattling

Es passte gut, dass ich gerade dieses Wochenende mit dem Bayernticket auf dem Weg von Passau nach NAH war, denn am Samstag wurde auch die erste automatische U-Bahn Deutschlands eröffnet: die U 3 in Nürnberg. Aufenthalt in NN hatte ich sowieso, also konnte ich auch gleich eine Probefahrt machen. Der Witz an der U 3 ist, dass sie auf der gleichen Strecke wie die von Fahrern gesteuerte U 2 fährt. Diese Doppelnutzung gab es meines Wissens bisher noch nirgendwo anders.

Die Plätze vorne in den Zügen waren natürlich ziemlich beliebt, aber es war nicht so voll, dass ich nicht auch ein bisschen das „U-Bahn-Fahrer-Gefühl“ genießen konnte. Auch sonst sind die Züge topmodern, mit zweisprachigen Ansagen und modernen Anzeigen. Hier ein Bild eines DT3 an der Wöhrder Wiese:

DT3 an der Wöhrder Wiese

Natürlich kommt die U 3 ohne Bahnsteigtüren aus, die Sicherheit wird unter anderem durch Trittstufen gewährleistet, die praktisch lückenlos an den Bahnsteig anschließen:

Trittstufe eines DT3

Blöd ist die U 3 nur, wenn man in letzter Minute noch angerannt kommt: Im Gegensatz zu Fahrern ist die Automatik unerbittlich und macht die Tür nicht wieder auf, wenn sie einmal zu ist. Aber das dient hoffentlich wenigstens der Pünktlichkeit.

Naja, das wäre es dann erst mal an Eindrücken vom Wochenende. Die diversen anderen Bilder, die ich unterwegs gemacht habe, folgen wie immer bald in meinem virtuellen Album.

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Eine Reaktion zu “Raucherzeit, Prag und Automatismus”

  1. Jan kann Bahn fahrn » Blog Archiv » Der JKBF-Beitrag der Rekorde

    [...] der Fahrt nach Passau habe ich festgestellt, dass eine meiner Mitfahrerinnen schon seit Osnabrück und damit neun Stunden [...]

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