Quer durch Bayern
Nicht im → komplett verwahrlosten Taxi, sondern mit dem ICE habe ich mich am Samstag Morgen auf den Weg nach München gemacht. Bis auf die Verspätung von ca. 9 min bei der Abfahrt, die aber unterwegs immer weniger wurde, gab es keine Probleme. Und auch die NBS Nürnberg–Ingolstadt, die ich als bisher einzige noch nicht befahren hatte, ist relativ unspektakulär. Im Gegensatz zur Strecke Köln–Frankfurt hat sie kaum Tunnel (zwei lange sind direkt vor und direkt hinter dem Bahnhof Kinding im Altmühltal) und ist so flach, dass sie auch vom ICE 1 und von lokbespannten Zügen befahren werden kann.
In München habe ich dann nicht nur meine Tante besucht, sondern auch das Verkehrszentrum des Deutschen Museums besichtigt – die Ausstellung über Landverkehrsmittel ist nämlich vor einiger Zeit vom Haupthaus auf der Isarinsel in drei der alten Messehallen auf der Theresienhöhe ausgelagert worden. Interessant finde ich in solchen Ausstellungen meistens weniger die vielen alten Fahrzeuge als die neueren und die Zusatzinfos zur Entwicklung des Verkehrsmittels und des Reisens allgemein. In der Halle „Stadtverkehr“ waren z.B. Münchener S-, U- und Straßenbahnen ausgestellt, die ich selber 1993 noch kennen gelernt hatte. Und viele Hintergrundinfos gab es vor allem zum Autoverkehr, bis hin zur Geschichte der Verkehrszeichen. Zu Bahn und ÖPNV gibt es leider (noch?) nicht so viel.
Auf dem Weg in die Innenstadt und zurück habe ich wieder mal das hervorragende Münchener Schnellbahnnetz benutzt. Ich finde, man merkt es S- und U-Bahn an, dass das gesamte Netz aus einem Guss geplant und größtenteils auch gebaut wurde. So ist die Verknüpfung zwischen den Verkehrsträgern und die Anbindung aller Stadtteile deutlich besser als in anderen Städten wie z.B. Hamburg, wo es aus historischen Gründen Stadtteile gibt, die überhaupt keinen Schnellbahnanschluss haben. Intelligent finde ich zum Beispiel die Lösung, auf der S-Bahn-Stammstrecke die Fahrgäste rechts aus- und gleichzeitig links einsteigen zu lassen, um die Haltezeit zu verkürzen. Trotzdem ist die Strecke leider inzwischen chronisch überlastet.
Zurück bin ich dann am Sonntag Mittag mit dem Bayern-Ticket gefahren – eigentlich aus Sparsamkeit, aber so habe ich auch den München-Nürnberg-Express kennen gelernt. Der schnellste Regionalzug Deutschlands unterscheidet sich von einem Intercity nur durch die rote Lackierung und die Halte in Orten wie Petershausen und Rohrbach. Wenn man den längeren Aufenthalt in Ingolstadt abzieht, ist der M-N-Express nur etwa eine halbe Stunde langsamer als der ICE. Zwischen MIH und NN hält der Zug nur in Kinding und Allersberg, zwei Bahnhöfen, die auf Wunsch der bayerischen Staatsregierung an der NBS angelegt wurden.
Mein Aufenthalt in Nürnberg wurde länger als erwartet, aber daran bin ich selbst schuld, weil ich in der Bahnhofsbuchhandlung die Zeit vergessen habe … Da der RE also vor meiner Nase weggefahren war, bin ich mit der U-Bahn nach Fürth gefahren (wozu hatte ich ein Bayernticket) und habe mich da ein bisschen umgeschaut. Die Weiterfahrt mit Umstieg in Würzburg verlief ohne Komplikationen und, da die RE relativ selten halten, auch ziemlich bequem. Und mit dem schönen Wetter draußen hat die Fahrt erst richtig Spaß gemacht. Interessant ist übrigens, dass der RE Nürnberg–Würzburg die Nummer 34620 und der RE Würzburg–Frankfurt die Nummer 4620 trägt – leicht zu erkennen, dass die Züge früher mal durchgebunden waren. Leider ist es mir hinter Würzburg nicht gelungen, noch ein paar Fotos vom Mainufer in der Abenddämmerung zu machen, aber dafür hat es mit dem Schlafen bis kurz vor NAH um so besser geklappt, wo dann ein sehr angenehmes Wochenende zu Ende ging.
Und nicht zuletzt hat die Fahrt mit dem 200-km/h-RE einen Eintrag in die A-bis-Z-Liste gebracht:
München–Nürnberg RE
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