Not macht erfinderisch
Das zumindest dürfte der Grund sein für ein Phänomen, das ich am Wochenende erlebt habe. Wegen des – durch verkürzte Wartungsintervalle verursachten – momentanen Mangels an ICE-3-Triebwagen endete der vordere Zugteil meines ICE nicht wie sonst in Köln Messe/Deutz, sondern schon in Frankfurt. Von dort sollte er – anscheinend handelte es sich um ein Mehrsystemfahrzeug – gut 20 Minuten später als ICE International nach Brüssel weiter fahren. Solche Rochaden sind bei der DB ja nicht unbedingt ungewöhnlich. Interessant aber war, dass allen Fahrgästen, die freiwillig aus- und in einen späteren Zug einstiegen, ein Reisegutschein im Wert von 25 Euro offeriert wurde. Solche unmoralischen Angebote kannte ich vorher nur (gerüchteweise) aus dem Flugverkehr. Ich habe mich dagegen entschieden, um möglichst früh in Marl zu sein. Und das hat auch geklappt, denn die Verspätung fuhr der Zug auf der NBS wieder heraus, und auch meinen eigentlich von FF bis KD reservierten Platz wollte niemand haben, so dass ich mich ein wenig mit meiner netten Sitznachbarin unterhalten konnte. Trotz des Schneegestöbers im Ruhrgebiet klappte der Umstieg in Essen in den RE 2 und in ERE in den SB 25 ohne Probleme, so dass ich tatsächlich um 21.15 Uhr bei meinen Eltern war.
Die Rückfahrt brachte als Hauptbesonderheit eine Fahrt mit dem RE 1 bis Köln, der von EDU bis KLA über die Orts- bzw. S-Bahn-Gleise umgeleitet wurde, um das hohe Verkehrsaufkommen auf den Ferngleisen nicht zu behindern. Nachdem wir in KLMI einen weiteren Fernzug passieren lassen mussten, erreichten wir KKDZ mit etwa +20, so dass die Wartezeit auf meinen ICE 929 drastisch verkürzt wurde. Der wiederum war annähernd pünktlich, bis ihn kurz hinter FH sein Schicksal in Form einer BÜ-Störung ereilte und ich mich in NAH mit +20 auf den Fußmarsch nach Hause machte.
Stichwörter: Betriebsstörungen, Fernverkehr, Hochgeschwindigkeitsverkehr, Nahverkehr
Martha Schulze-Beck
17. März 2010, 21:38 Uhr
Lieber Jan!
Du fährst immer so spannend Zug! Wir sind am 11.3. von Bi nach Linz/Donau gefahren. Es hat alles geklappt und wir waren auch ziemlich pünktlich in Linz. Der Zug war aber fürchterlich voll (Stehplatz von Nürnberg bis Passau). Ein Grund war möglicherweise, dass sehr viele Leute, auch kleine Gruppen, mit den Lidl-Fahrscheinen unterwegs waren. Wir ja auch, 66 € hin und zurück pro Person. Bei der Rückfahrt am Di. 16.3. war normal viel Platz. Also waren die meisten Plätze besetzt, aber niemand musste stehen. Für die DB Lounge in H war hin und zurück Zeit. Das Wetter in Linz war nicht so gut, aber bei den Verwandten war es sehr nett.
Dir alles Gute und liebe Grüße von Martha+Wolfgang
Jan
18. März 2010, 19:23 Uhr
Liebe Martha,
herzlichen Dank für den Kommentar! Ganz so spannend sind meine Fahrten nicht immer; wenn nichts Besonderes passiert, dann schreibe ich einfach keinen Beitrag. Freut mich, dass auf eurer Linz-Fahrt alles so gut geklappt hat (bis auf die Überfüllung des Zuges)
Auch euch alles Gute und herzliche Grüße,
Jan
Tobias
21. März 2010, 22:26 Uhr
Hallo Jan,
ja Not macht erfinderisch. Deswegen hat mir die Bahn jetzt auch 1500 Entschuldigungsbonuspunkte gutgeschrieben. Mal schauen, ob ich dann eher die Freifahrt (2000 Punkte) oder die Freifahrt für Dritte (2500 Punkte ohne Zugbindung) nutze.
Gruß
Tobias
Jan
21. März 2010, 22:42 Uhr
Ui, 1500 Entschuldigungsbonuspunkte wofür?
Tobias
22. März 2010, 13:39 Uhr
Als Entschuldigung für die Betriebsstörungen in “meiner” Region.
“(…)als Inhaber einer BahnCard mit bahn.comfort-Status waren Sie sicher auch von den Betriebsstörungen in diesem Winter betroffen. (…)”
War ich zwar kaum, hab mich ja mehr über Lufthansa, Swiss und Co. aufgeregt.
Gruß
Jan
22. März 2010, 16:14 Uhr
Ah, interessant, was man als bahn.comfort-Nutzer so für Vorteile hat
. Als Nicht-Comfort-Kunde habe ich leider keine Extrapunkte bekommen, obwohl ich ja auch (mindestens auf der Erfurt-Fahrt im Dezember) von den Störungen betroffen war.