Man gönnt sich ja sonst nichts

Vom 29. Dezember bis 2. Januar will ich → eine Freundin in Leicester (GB) besuchen. Zurück will ich schändlicherweise fliegen, weil es einfach schneller geht, aber hin muss natürlich nach über neun Jahren und dem Bau der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke in Großbritannien eine Fahrt mit dem Eurostar sein. Die DB bietet ja das London-Spezial-Ticket für 59 Euro ab Köln an. Aus irgendwelchen Gründen hatte ich gedacht, dass man das für Daten nach dem Fahrplanwechsel erst ab 1. November buchen kann.
Allerdings konnte man am Freitag Abend nicht nur schon buchen, sondern es gab auch keine Tickets für meine gewünschte Verbindung mehr … Nur für die Verbindung 14.44 Uhr ab Köln waren noch günstige Fahrscheine zu haben. Dabei allerdings ist es Ende Dezember spätestens ab Brüssel dunkel, so dass ich nach langem Überlegen einen teuereren Fahrschein für die Verbindung um 8.44 Uhr gebucht habe.
Die (zweit-)günstigste Variante dafür habe ich nach längerem Suchen auf drei verschiedenen Seiten (reiseauskunft.bahn.de, eurostar.com und tgv-europe.de) gefunden: Europa-Spezial Köln–Brüssel für 14 Euro inkl. BahnCard-Rabatt von der DB und Eurostar-Einzelfahrt für 97 Euro von tgv-europe. Macht also zusammen 111 statt der geplanten 59 Euro plus Recklinghausen–Köln (17,25 €) und London–Leicester (43 £).
Diese Erfahrung hat mich wieder ein bisschen schlauer gemacht, so dass ich euch jetzt ein paar Tipps für das Buchen von europäischen Hochgeschwindigkeitsreisen geben kann:

  • Bucht frühzeitig, denn sonst sind die günstigen Fahrscheine weg – wenn auch nicht immer, denn das London-Spezial ist normalerweise nicht so stark nachgefragt.
  • Seid flexibel, was die Wahl des Zuges betrifft – fahrt notfalls einen oder mehrere Züge früher oder später. Dadurch, dass die Züge so schnell sind, gibt es meistens eine Menge Verbindungen pro Tag.
  • Bucht möglichst Hin- und Rückfahrt. Beim Eurostar sind Rückfahrkarten schon für 80 Euro zu haben, während Einzelfahrten komischerweise über 200 kosten. Notfalls lasst die Rückfahrt verfallen (das wäre für mich die günstigste Möglichkeit gewesen).
  • Schaut auf verschiedenen Seiten wie reiseauskunft.bahn.de, eurostar.com, thalys.com und tgv-europe.de nach. Sinnigerweise haben nämlich nicht alle Seiten Fahrscheine für alle Züge im Angebot (die DB verkauft den Eurostar z.B. nur im Rahmen der Sparpreise zusammen mit dem ICE), und vor allem kosten sie nicht überall gleich viel (siehe oben: Einzelfahrt mit dem Eurostar bei eurostar.com über 200, bei tgv-europe 97 Euro).
  • Spaltet eine Strecke in mehrere Teilstrecken auf, wenn das günstiger ist. So könnt ihr von Sparangeboten der jeweiligen Gesellschaften profitieren, die nur auf dem jeweiligen Streckennetz gelten (wie eben das Europa-Spezial der DB mit BahnCard-Rabatt im ICE nach Brüssel). Manchmal sind aber auch Pauschalangebote für die Gesamtstrecke (wie das erwähnte London-Spezial) preiswerter. Da das London-Spezial nur für ICE-/Eurostar-Verbindungen angezeigt wird, muss man manchmal einen Aufenthalt in Brüssel angeben (z.B. eine Stunde bei der Verbindung 14.44 Uhr ab Köln), um eine entsprechende Verbindung zu bekommen.

Ich hoffe, dass die Buchung von europäischen Hochgeschwindigkeitsreisen demnächst im Zuge von Railteam einfacher wird – und dass ihr bis dahin nicht völlig abgeschreckt seid. Wenn man den Fahrschein erst mal hat, macht es schließlich eine Menge Spaß.

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Eine Reaktion zu “Man gönnt sich ja sonst nichts”

  1. Jan kann Bahn fahrn » Blog Archiv » Silveicester

    [...] schon angedeutet (die internationale und die britische Fahrkarte zu kaufen, war ja etwas kompliziert), habe ich das neue Jahr diesmal in [...]

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