Linksverkehr und andere Überraschungen
Verhältnisse wie in Belgien, der Schweiz oder diversen anderen europäischen Ländern herrschten am Wochenende auf vielen Streckenabschnitten des deutschen Bahnnetzes. Auf meiner Fahrt nach Nürnberg fing es damit an, dass der ICE kurz nach dem Einfädeln auf die NBS Richtung Würzburg die Fahrt verlangsamte und auf das linke Gleis wechselte. Da ich links saß, konnte ich den Grund nicht erkennen, sondern sah nur, dass es nach einiger Zeit wieder auf das „richtige“ Gleis zurück ging und schon ein Gegenzug auf unsere Durchfahrt wartete.
Mit geringfügiger Verspätung – unter anderem durch den Gleiswechsel – in NWH angekommen, ging es bald weiter. Die RB nach Bamberg auf dem Nachbargleis hatte nicht wie sonst zeitgleich mit uns Ausfahrt – der Grund war wiederum, dass wir bis Rottendorf das linke Gleis der dreigleisigen Strecke nutzten, auf dem sonst der Bamberger Zug fährt. Bahntechnisch handelt es sich hier übrigens um eine separate Strecke (5209), da eine Strecke maximal zwei Gleise haben darf. Die Verspätung nahm durch diese Aktion noch ein wenig zu, so dass wir Nürnberg mit etwa +5 erreichten.
Dort angekommen, verbrachte ich nicht nur ein paar nette Tage bei der → MinD-Akademie, sondern stellte auf dem Rückweg vom Besuch bei einer Schulfreundin auch fest, dass inzwischen auch auf der U2 teilweise automatischer Betrieb herrscht (zurzeit auf vier Kursen).
Für den Rückweg hatte es nur für eine etwas seltsame Verbindung noch einen Sparpreis gegeben: Ich sollte einen ICE Richtung Hamburg bis NWH benutzen und von dort mit dem RE weiter fahren. Wie es der Zufall aber wollte, war das genau der ICE, mit dem einige Freunde von der Akademie nach AH zurück fuhren. Da wir einen Tischplatz hatten, spielten wir „Carcassonne“, bis der Zug in Kitzingen stehen blieb und – ihr ahnt es schon – wegen Bauarbeiten auf das linke Gleis umgeleitet wurde. NWH erreichten wir so mit etwa +5, aber laut Durchsage des Zub wurden alle planmäßigen Anschlusszüge erreicht. Das galt trotz 8 min Übergangszeit auch für meinen RE, der zum Zeitpunkt meiner Ankunft auf dem Gleis noch nicht einmal aus FF angekommen war. Nachdem er dann eingetroffen und alle Wochenendticket-Reisegruppen aus- und eingestiegen waren, ging es mit etwa +10 weiter, die sich durch den Fahrplanpuffer in Gemünden auf etwa +5 verringerten. Ich vertrieb mir die Zeit mit Schlafen und verpasste so den ersten Teil einer Diskussion zwischen einer Bayernticket-Reisegruppe und dem Zub, bei der es offensichtlich darum ging, welcher Reisende auf dem Ticket seinen Namen eintragen muss (die Gruppe hatte anscheinend nicht gewusst, dass es der sein muss, der am längsten mit dem Ticket fährt). In Heigenbrücken passierte dann etwas, was ich nun schon zu Genüge kannte: Der Zug blieb stehen, ließ einen entgegenkommenden ICE passieren und fuhr dann auf dem linken Gleis durch den Schwarzkopftunnel. Das rechte war an dieser Stelle durch eine Gleisbaumaschine belegt, denn anscheinend wurde an diesem Wochenende überall heftig gebaut. Nun wiederum mit +10 erreichten wir kurz vor 19 Uhr NAH, wo ich den Regionalbus zu meiner Wohnung noch erwischte und mir so wieder einmal die 20 Minuten Fußweg sparen konnte.
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