Lange Reise – kurzer Bericht
Letztes Wochenende war ich mal wieder in Hamburg, einer anderen meiner Lieblingsstädte, um einige alte Freunde wieder zu sehen. Großartige Besonderheiten gab es auf der Fahrt nicht, aber dafür sind mir viele Kleinigkeiten im Bahnbetrieb aufgefallen.
Und los geht es: mit einem Sprint zum Bahnsteig am Freitag um 17:36. Laut DB-Auskunft hätte es auch gereicht, um 18:17 loszufahren, aber 6 min Übergang in Würzburg vom RE auf den ICE waren mir dann doch zu kurz. Zum Glück fährt die vorher fahrende RB nach Gemünden statt nur nach Heigenbrücken, so dass ich nicht eine ganze Stunde vorher fahren muss. Der Zug erreicht pünktlich die Endstation, an einem extrem schmalen, nicht überdachten Bahnsteig. Der Lokführer rüstet den Zug ab; laut Anzeigetafel ist die nächste Abfahrt von diesem Gleis am nächsten Tag um 9:26 nach Bamberg. Die RB Schlüchtern–Schweinfurt hat knapp 10 min Verspätung, trotzdem klappt in NWH der Korrespondenzanschluss mit dem (ebenfalls verspäteten) ICE Oberhausen–München am selben Bahnsteig reibungslos.
Mein ICE nach Hamburg trifft überpünktlich ein (ob der RE aus NAH schon da ist, kann ich nicht sehen). In Fulda ziehen wir uns 5 min Verspätung durch die Überholung eines ICE-Sprinters zu, die wir in Hannover wieder aufgeholt haben – um dort wieder durch eine Anschlussaufnahme mit +5 abzufahren. Aber auch die fahren wir erstaunlicherweise bis AH wieder ein, so dass noch „Sichtverbindung“ zur U3 um 22:58 besteht. Bei einem Zehn-Minuten-Takt abends um elf macht das aber nicht unbedingt viel aus …
Nach zwei bahnarmen, aber sehr schönen Tagen in Hamburg renne ich am Sonntag um 16:28 – schon wieder in letzter Minute – zum Bahnsteig und sehe noch eine S3 nach Stade einfahren, die ja an diesem Tag Premiere hat (leider gibt’s also kein Foto). Dann steige ich in den IC von Binz nach Karlsruhe (auf der Bahnsteiganzeige steht allerdings nur „Frankfurt (M)“, der Endbahnhof täglich außer Fr und So). Die Eile wäre nicht nötig gewesen, da wir erst 7 min hinter Plan abfahren. Die Reservierung hat sich gelohnt, da der Zug bis hinter Hannover rappelvoll ist (allerdings fehlt auch ein Wagen). Unterwegs sehe ich Bahnhöfe, von deren Existenz ich maximal irgendwann gehört habe: Alfeld (Leine), Kreiensen und Northeim. Schade, dass es dunkel ist, sonst gäbe es wenigstens noch etwas von der Landschaft zu sehen. In FKW steige ich aus und in den IC Berlin Südkreuz–Frankfurt (M) Hbf ein – ein typischer Sonntagsverstärkerzug: die 2. Klasse besteht artrein aus ex-IR-Wagen, ein Restaurant oder Fahrplanheftchen sucht man vergebens. Übrigens wundert es mich, dass die ex-IR-Wagen über die NBS fahren dürfen, da sie nicht druckdicht sind. Ich bilde mir ein, den Druckunterschied in den Tunneln auch deutlich in den Ohren zu spüren. Aber solange wenigstens die WCs unten geschlossen sind …
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In Fulda müssen wir auf einen anderen Verstärkerzug (Leipzig–Frankfurt, den habe ich auch schon mal benutzt) warten, der wegen einer BÜ-Störung bei Bad Hersfeld verspätet ist. Kaum ist der abgefahren, leuchtet auch schon für uns der Fahrtanzeiger, die Strecke scheint für kurze Zugfolgen gut gerüstet zu sein. Leider laufen allerdings unterwegs zwei ICEs (darunter der reguläre aus Leipzig, der Fulda eigentlich auch schon vor uns hätte verlassen sollen) hinter uns auf, so dass wir in Wolfgang in die Überholung müssen. Hanau erreichen wir aber noch unter +10, so dass mein Anschluss nach NAH nicht gefährdet ist. Und so komme ich pünktlich zu Hause an, habe wieder einmal ein Bahnwochenende erfolgreich hinter mich gebracht und einen neuen Eintrag für die A-bis-Z-Liste produziert:
Aschaffenburg–Gemünden RB
Stichwörter: Fernverkehr, Hochgeschwindigkeitsverkehr, Nahverkehr