Kurioses aus Köln (und so)
Heute Nachmittag auf der Hohenzollernbrücke am Kölner Hauptbahnhof: Eine 101 mit zwei Fernverkehrswagen in der Lackierung der niederländischen Eisenbahnen (NS) verlässt den Hbf in Richtung Deutz und fährt direkt vor meiner Nase vorbei (zu nahe zum Fotografieren). Das ist an sich schon ungewöhnlich, weil von hier in die Niederlande eigentlich nur ICE 3 fahren. Noch interessanter ist aber der Blick in die Wagen: sie gleichen von innen nämlich den ehemaligen Interregio-Wagen der DB. Wurden hier ausgemusterte Wagen an die Nachbarbahn verkauft?
Auf der Rückfahrt von Köln gab es eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die schlechte: Der IC, den ich benutzen wollte, war „wegen einer Störung im Betriebsablauf“ mit +25 angekündigt (der Zug eine Stunde davor war sogar auch noch fällig). Die gute: Der am gleichen Bahnsteig wartende ICE durfte bis FFLF mit IC-Fahrscheinen benutzt werden. Die Zub-in, die ich sicherheitshalber fragte, wusste davon zwar nichts, aber bei der Kontrolle später durch ihren Kollegen gab es keine Probleme. Im Zug verkündete ein Mitreisender per Handy, dass er zwar planmäßig um halb eins in München sei, das „in der Realität“ aber wohl auf 0.50 hinaus liefe. Woher er diese Weisheit hatte, blieb mir ein Rätsel, denn wir waren fast auf die Minute pünktlich unterwegs.
Von FFLF hab ich einen IC nach FF(–Leipzig) benutzt, dessen fünfstellige Zugnummer ihn als Ersatzzug für den ICE-T verriet. In diesem Zug gab es einen Wagen, der wie ein Erste-Klasse-Wagen aussah: breite rote Sitze in 2+1-Anordnung und eine auf den Wagen lackierte 1. Auf den Türen war allerdings mit großen Klebebuchstaben „2. Klasse“ angeschrieben, was natürlich etliche Fahrgäste stutzen (aber sich trotzdem hinsetzen) ließ. Eine Kontrolle gab es auf der kurzen Strecke bis FF nicht, aber für mich war es klar, dass hier ein Wagen „herabgestuft“ worden war – nur nicht warum.
Mit zweimal Umsteigen (statt direkt) erreichte ich dann um 22.16 (statt 22.48) Uhr NAH. ICE zum Preis des IC, erste Klasse zum Preis der zweiten und eine halbe Stunde früher da als geplant – da kann man trotz der seltsamen Umstände mal wieder nicht meckern.
Nachtrag: Tatsächlich wurden im Jahr 2007 IR-Wagen an die NS verkauft, die unter anderem zwischen Deventer und Amsterdam laufen (Quelle: Lok-Magazin via → eisenbahnwelt.de). Was allerdings zwei davon in Köln machten, bleibt offen.
Stichwörter: Betriebsstörungen, Fernverkehr, Hochgeschwindigkeitsverkehr