Internationale Buchung, die x-te

Kaum habe ich eine Bahnreise hinter mir, plane ich schon die nächste. Ende März will ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Resturlaub abbauen und den neuen TGV Frankfurt–Lyon–Marseille ausprobieren. Dieser verkehrt ja ab dem 23.3. und ist voll in das Preissystem der DB integriert, so dass dort auch das Europa-Spezial Frankreich gilt. Während der ersten Buchungstage sah ich erfreut, dass noch Fahrscheine für 39 Euro pro Strecke zu haben waren (Bahncard-Rabatt gibt es erst ab 59 Euro). Als gestern aber klar war, dass ich tatsächlich buchen wollte, waren bei der DB weder für die Hin- noch für die Rückfahrt noch Sparangebote verfügbar. Eine Suche bei tgv-europe, der internationalen Verkaufsseite der SNCF, brachte ein interessantes Ergebnis: der Zug für die Hinfahrt wurde gar nicht erst angezeigt. Für die Rückfahrt dagegen war Marseille–Frankfurt tatsächlich noch für 39 Euro zu haben, was ich natürlich sofort buchte.
Für die Hinfahrt bastelte ich ein wenig auf der DB-Seite herum und stieß auf ein interessantes Phänomen: Wenn ich einen 15-minütigen Aufenthalt in Straßburg eingab und dadurch einen Umstieg dort erzwang, waren noch 39-Euro-Tickets zu haben. Und das, obwohl bei der so entstehenden Verbindung die Grenze gar nicht in einem Fernverkehrszug überquert wird, was eigentlich essenzielle Bedingung des Europa-Spezials ist. Nicht lange wundern, sondern buchen, sagte ich mir. Nach Eingabe sämtlicher Daten und Klick auf „Buchung durchführen“ folgte jedoch leider die Ernüchterung: „Im reservierungspflichtigen Zug konnte kein Sitzplatz reserviert werden“ oder so ähnlich. Offensichtlich traf das zu, was ich schon beim Besuch der SNCF-Seite vermutet hatte: Der Zug war ausgebucht.
Also hieß es eine Alternativverbindung suchen: die gab es drei Stunden früher mit gleicher Fahrzeit, aber Umstiegen in Hanau, Offenburg und Straßburg. Die letzteren beiden sind dabei mit 7 bzw. 10 Minuten äußerst knapp, und eine direkte Fahrkarte lässt sich sowieso nicht buchen (DB) bzw. wäre unnötig teuer (SNCF). Ich wollte nun nicht darüber philosophieren, ob man bei Verpassen eines der beiden Anschlüsse kostenlos umbuchen kann, zumal die nächste Verbindung ab Straßburg mit dem ausgebuchten TGV aus Frankfurt wäre. Also letztendlich der Kompromiss: Zwei Fahrkarten NAH–Offenburg und Offenburg–Lyon zum jeweiligen nationalen Spartarif gebucht mit einer Stunde Puffer dazwischen. Kostenpunkt zusammen: 42,05 Euro zzgl. 1 Euro für die Buchung des Ruhebereichs im TGV. Vom Preis her kann man da nicht meckern, nur eine integrierte internationale Buchung zum günstigstmöglichen Preis habe ich, wie schon mehrmals, schmerzlich vermisst.

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