Die Entdeckung der Langsamkeit

Im Rahmen der „Tage der Industriekultur Rhein-Main“ war heute ein historischer Zug des Eisenbahnmuseums Darmstadt-Kranichstein unterwegs. Da mein Arbeitgeber einer der Sponsoren war, hatte ich das Glück, kostenlos mitfahren zu können.
Los ging es um 10.45 Uhr am Hbf Aschaffenburg. Der Zug kam aus Darmstadt, die Lok (23 042) ließ mit sehr großem Getöse Dampf ab und wurde umgesetzt. Weiter ging es über Hanau (wo wir den vorgesehenen Halt ausgelassen haben) bis kurz vor Frankfurt Ost, wo wir mit zweimaligem Richtungswechsel auf die Hafenbahn gewechselt haben – natürlich nur mit einem Lotsen an Bord. Für die Bewohner der hippen Neubauwohnungen im Hafengebiet waren wir die Attraktion, ebenso wie für die Touristen aus aller Herren Länder. Den Vogel schoss aber ein Wohnmobilfahrer ab, der bei unserem Anblick während der Fahrt die Digitalkamera zückte…

Einen längeren Aufenthalt hatten wir dann am Eisernen Steg in Frankfurt, wo der Zug zwischen Liegewiese und Uferstraße reichlich exotisch wirkte. Weiter ging es über die Hafenbahn nach Griesheim, wo es in einem aufwändigen Manöver zurück auf DB-Gleise ging. Endpunkt der Fahrt war eine große Schleife über Mainz-Bischofsheim und -Nord nach Mainz Hbf. Im dortigen Tunnel griffen die speziellen Sicherheitsauflagen von DB Netz: Da es in den historischen Wagen keine Notbremsüberbrückung gibt, mussten die Notbremsen vom Personal überwacht werden. Ebenso waren die WCs abgeschlossen, und da in „meinem“ Wagen die Beleuchtung nicht funktionierte, standen die Zugbegleiter mit Handlampen parat. Über die Verbindungskurve ging es dann von Frankfurt Stadion direkt zum Südbahnhof und weiter über Offenbach nach Hanau (diesmal mit Halt). In Kleinostheim mussten wir dann auf Gleis 3 einfahren, um einen ICE überholen zu lassen. Letztendlich kamen wir mit etwa +15 in Aschaffenburg an, und nach dem Umsetzen der Lok fuhr der Zug (ohne mich) zurück nach Darmstadt.

Ein paar Fotos habe ich auch gemacht: von der Lok, den Antriebsrädern der Lok, dem Zug und dem Steuerwagen. Obwohl ich nicht der riesige Dampflokfan bin, hat sich die Fahrt gelohnt, schon allein wegen der Strecken, die man sonst nicht zu sehen bekommt. Die Rußpartikel, die man nachher in den Haaren hat, gehören einfach dazu ;) .

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