Bitte anschnallen
Und schon wieder eine Bahntour: Diesmal war ich unterwegs nach Schwäbisch Hall, gestern Vormittag hin, heute Nachmittag zurück. Also in den Main-Tauber-Express Aschaffenburg–Crailsheim aus einer Doppeltraktion 628er gesetzt – nicht nur preiswerter als, sondern auch genau so schnell wie der Fernverkehr.
Kurz vor Obernburg-Elsenfeld eine kuriose Ansage: „Meine Damen und Herren, wir befinden uns auf dem Weg nach Miltenberg. Leider kommt uns auf der eingleisigen Strecke ein Zug entgegen. Wir bitten Sie, sich anzuschnallen.“ – Humor muss man haben … Weniger amüsant war die Tatsache, dass je ein Fahrgast in Freudenberg und Dorfprozelten aussteigen wollten und nicht mitbekommen hatten, dass das Bedarfshalte sind. Tatsächlich habe ich die Ansage des Tf („Zum Aussteigen bitte melden.“) auch erst beim dritten Bedarfshalt gehört, sie hätte also ruhig etwas deutlicher sein können. Nach insgesamt drei Stunden Nebenbahnromantik gab es dann noch einen neuen Verfrühungsrekord: Die Endstation Crailsheim haben wir tatsächlich mit -6 erreicht, so dass das Umsteigen kein Problem darstellte, wie auch die Weiterfahrt nach Schwäbisch Hall.
Die Rückfahrt verlief leider nicht ganz so unproblematisch: Der Zug fuhr in TSHL mit etwa +7 ab, also genau die Übergangszeit zum Main-Tauber-Express. Unterwegs hatte noch der Motor des 628 einige Aussetzer, so dass wir Crailsheim einige Minuten nach der Abfahrtszeit des Zuges erreichten. Und obwohl ja anscheinend Luft im Fahrplan vorhanden ist und der Zug nur alle zwei Stunden fährt, war er tatsächlich schon über alle Berge. Ebenso wie der IC nach Nürnberg, den einige Reisende doch ganz gerne noch erwischt hätten – u.a. ein Soldat, der zurück zu seinem Standort musste.
Für mich war es nicht ganz so dramatisch, denn der Weg über Ansbach und Würzburg dauert trotz eines Umweges von 56 km und zwei Aufenthalten von über 15 min praktisch genau so lange wie der über Miltenberg – abgesehen davon, dass der Zug nach Ansbach natürlich erst in einer Stunde fuhr. Und auch der Servicemitarbeiter am Bf Crailsheim gab sich alle Mühe, die gestrandeten Fahrgäste zu beruhigen und über ihre Möglichkeiten (nächste Verbindung und Erstattungsanträge) zu informieren. Am Umgang mit der Betriebsstörung gibt es also eher wenig auszusetzen, nur habe ich mir mal wieder die Frage gestellt, ob solche Störungen nicht einfach viel zu oft vorkommen.
Zum Glück sind auf der Weiterreise keine weiteren Komplikationen passiert, so dass es bei der einen Stunde Verspätung blieb – da ich ein Nahverkehrsticket hatte, leider ohne irgendeinen Entschädigungsanspruch.
Und natürlich gibt es jetzt für die A-bis-Z-Liste einen neuen Eintrag:
Aschaffenburg–Crailsheim RE
Stichwörter: Baden-Württemberg, Bayern, Betriebsstörungen, Nahverkehr
Lynes
4. Juni 2007, 16:59 Uhr
Falls dich mal wieder über die Bahn ärgerst, kannst ja in die “Weichen” beißen…
“Steht ein Mann an den Bahnschienen und beißt volle Kanne hinein. Kommt ein anderer Mann vorbei und ruft: ‘Junger Mann, was stehen sie hier und beißen in die harten Gleise, gehen sie doch lieber ein Stück weiter, da sind die Weichen!’ “