An den Nabel der Welt
Wie vor knapp zwei Jahren wollte ich am Fronleichnamstag wieder meine Tante in Korbach besuchen. Das allerdings war schwieriger als gedacht: Die DB-Auskunft gab mir für die knapp 200 km eine Fahrtdauer von um die fünf Stunden mit interessanten Umwegen über Warburg oder Bad Wildungen aus. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass zurzeit zwischen Bad Arolsen und Korbach SEV eingesetzt wird und die Übergangszeit von zwei Minuten zwischen Zug und Bus für das System zu kurz war, so dass diese Verbindungen nicht auftauchten. Aber selbst wenn man das wusste, blieb immer noch eine Fahrtdauer von etwa vier Stunden pro Strecke, was sich für einen Tag kaum lohnt. Die ganze Strecke mit dem Carsharing-Auto zu fahren, hätte über hundert Euro gekostet, also blieb als Kompromiss, mit dem Zug bis Marburg zu fahren und dann ein Auto aus dem großen dortigen Carsharing-Bestand zu nehmen. Am Bahnhof war zwar keins mehr frei, aber am nahegelegenen Standort Elisabethkirche.
Gesagt, getan: Da ich den angepeilten RE um 8.44 verpasst habe, bin ich auf die ICE-IC-Verbindung eine knappe Stunde später ausgewichen und war kaum später (allerdings etwas teurer) in Marburg als geplant. Schlauerweise hatte ich die Wegbeschreibung zum Auto nicht mitgenommen, aber gemeinsam mit der Hotline konnte ich den Wagen, einen Toyota Yaris eines Marburger Kooperationspartners von DB Carsharing, ausfindig machen. Von Dauerregen und scharfen Kurven abgesehen, steuerte ich den Yaris ohne Zwischenfälle nach Korbach und zurück. Nachdem ich dann auch herausgefunden hatte, wie die Schranke zum Parkplatz aufgeht, marschierte ich zurück zum Bahnhof. Den Ausdruck mit den Zugverbindungen hatte ich auch vergessen, aber ich hatte Glück: ich konnte gerade noch eine Fahrkarte kaufen (RMV-Preisstufe 7), da kam schon der RE nach FF. Bei der Einfahrt in Friedberg fiel mir wieder ein, dass ich den Hessentagssonderzug nach Hanau benutzen konnte – normalerweise fährt zwischen FFG und FH an Sonn- und Feiertagen nichts. In Hanau hatte ich noch Zeit, eine Fahrkarte für den restlichen Streckenabschnitt (Marburg liegt ja nicht im RMV-VAB-Übergangsbereich) zu kaufen und stieg dann direkt in den RE nach NAH, der dort pünktlich ankam und mich zu meinem nassgeregneten Fahrrad entließ.
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