16. Februar 2010
Nach einer längeren Pause kommt hier mal wieder ein Beitrag der Serie „Einst und jetzt“ über die Veränderungen bei der Vestischen, die ich als interessierter Fahrgast so miterlebt habe, diesmal zum Thema Liniennetz.
Das zeichnete sich Anfang der Neunzigerjahre durch eine historisch gewachsene Struktur aus: Seit der Einstellung der Straßenbahn, die 1982 abgeschlossen war, hatte es kaum Änderungen gegeben. Die meisten Linien fuhren im 30-Minuten-Takt, andere dagegen zu festen Minuten, aber nicht in jeder Stunde, und manche auch völlig ohne Takt. Meine beiden Lieblingslinien 251 und 287 (die an meiner Schule bzw. bei mir zu Hause vorbei fuhren) waren solche Beispiele. Noch heute weiß ich, dass die 251 von Marl Mitte Richtung Lippramsdorf um 7.46, 9.00, 10.00, 10.48, 11.46, 12.46, 13.20, 14.00, 15.00, 16.00, 17.34 und 18.59 fuhr (früh morgens gab es noch einige Fahrten, die ich aber nicht mehr auswendig weiß). Abgesehen von diesen „taktlosen“ Linien trafen sich die meisten Busse aber zu festgelegten Zeiten an den Busbahnhöfen, in Marl zum Beispiel um 00/30 und 15/45, in Dorsten um 22/52. Allerdings hielten viele Linien etwa in Marl auf dem Hinweg um 00 und auf dem Rückweg um 15, so dass Anschlüsse oft nicht in beiden Richtungen funktionierten. Auch Anschlüsse zu Zügen schienen eher Zufall als Absicht zu sein. Ohnehin konnte man auf manchen Linien schon Verspätungen fest einplanen, weil die Fahrzeiten nicht an den zunehmenden Autoverkehr angepasst waren.
Eine neue Entwicklung im Netz gab es aber doch: die StädteSchnellBusse (SB), die seit Ende der Achtzigerjahre mit wenigen Halten die Ortszentren verbanden. Sie fuhren im Stundentakt und nur während der Geschäftsöffnungszeiten. Pilotlinie war die SB 26 Dorsten-Deuten–Marl–Recklinghausen, später kamen unter anderem die SB 25 Dorsten ZOB–Marl–Recklinghausen und SB 24 GE-Buer–Recklinghausen–Datteln–Waltrop hinzu. Die Anschlüsse an den Umsteigepunkten waren meistens nicht auf die Schnellbusse ausgerichtet, so dass die durch die schnellere Fahrt gewonnene Zeit oft durch Warten wieder verloren ging.
Seitdem hat sich eine Menge getan: Zwischen 2000 und 2003 wurden in allen Städten im Bedienungsgebiet der Vestischen die Nahverkehrspläne (NVP) umgesetzt, die gemeinsam mit dem Kreis Recklinghausen und den kreisfreien Städten Bottrop und Gelsenkirchen entworfen wurden.
Durch die NVP-Umsetzung sind die Fahrpläne kräftig durcheinandergewirbelt worden (siehe die Liste der alten und neuen Linien). Neben einigen wenigen unveränderten Linien wurden Linienabschnitte neu zusammen gesetzt, andere völlig neu eingeführt (wie etwa zwischen Oer-Erkenschwick und Marl oder durch das Neubaugebiet Hüls-Süd) und andere ganz eingestellt (wie etwa zwischen Altendorf und Marl). Auf den neuen Linien sind Taktverkehr und realistische Fahrzeiten selbstverständlich. Auch die Symmetrie des Fahrplans ist jetzt auf viel mehr Linien umgesetzt als vorher, das bedeutet, dass Anschlüsse auf der Hinfahrt meistens genau so funktionieren wie auf der Rückfahrt.
StädteSchnellBusse spielen eine viel größere Rolle, fahren an allen Tagen bis Betriebsschluss und bieten als Rückgrat des Netzes bessere Anschlüsse an Bus und Bahn. Allerdings werden auf manchen Abschnitten jetzt alle Haltestellen bedient, weil es keinen Parallelverkehr mehr gibt, so dass der Name „Schnellbus“ sich oft nur auf die direkteren Linienwege bezieht (Karte des Schnellbusnetzes).
Völlig neu sind die Taxibusse, die nur auf Bestellung fahren. Sie sind Vor- und Nachteil zugleich: Für manche Gegenden wie das Altenzentrum Maria Lindenhof in Dorsten ermöglichen sie überhaupt erst eine ÖPNV-Anbindung, manchmal wurden aber auch Linienabschnitte des Standardnetzes auf Taxibus umgestellt (z.B. Marl–Lippramsdorf).
Seit 2002 gibt es auch ein NachtExpress-Netz im Vest Recklinghausen. An Wochenenden und vor Feiertagen kann man seitdem bis etwa 3 Uhr alle Haltestellen an den Hauptverkehrsadern erreichen. Im Gegenzug wurde allerdings der Betriebsschluss der regulären Linien von etwa 1 Uhr um eine Stunde vorverlegt; Nebenlinien fahren ab etwa 21 Uhr nur noch als Taxibus.
Insgesamt kann man sagen, dass die Umsetzung der NVP frischen Wind in das Busnetz im Vest gebracht hat. Das bedeutet auch, dass sich die Fahrgäste öfter an Änderungen gewöhnen müssen als früher. Leider sind einige der Angebotsverbesserungen nicht ganz so gut angekommen wie erhofft, so dass sie schon wieder Geschichte sind. Durch das Glück, an einer der neuen Schnellbuslinien gewohnt zu haben, habe ich persönlich von den neuen Konzepten jedenfalls eher profitiert und wünsche mir – wie schon bei den Fahrzeugen – den alten Zustand nicht ernsthaft zurück.
Stichwörter: Busverkehr, Geschichte, Marl, Vest Recklinghausen
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29. Januar 2010
Auch im neuen Jahr will ich fleißig mit dem Zug verreisen: zum Beispiel in der Osterwoche aus der Toskana zurück nach Aschaffenburg (hin fahre ich mit meinen Eltern und meiner Tante im Auto). Dadurch öffnete sich ein weiteres Kapitel der unendlichen Geschichte „internationaler Fahrkartenkauf“: Die DB verkauft ja das „Europa-Spezial Italien“, das allerdings nur dann gilt, wenn innerhalb Italiens nicht umgestiegen wird. Ohne Umsteigen kommt man aber nicht von hinter Florenz bis zur österreichischen Grenze, so dass ich den Fahrschein auf bahn.de erst ab Bologna kaufen konnte.
Für die restliche Strecke verwies man dort auf einen „unbekannten Auslandstarif“, und auch der Computer im Reisezentrum streckte die Waffen. Nun lag es nahe, bei trenitalia.it zu buchen – dort gibt es folgende Möglichkeiten, den Fahrschein zu bekommen: Online-Ticket (nur für Fernzüge), Abholung am Automaten (nur an größeren Bahnhöfen) und Postversand (nur in Italien). Da mein Einstiegsbahnhof ein kleinerer ist und ich in Italien niemanden kenne, blieb mir nichts anderes übrig, als nur ein Online-Ticket für den Fernzugabschnitt Florenz–Bologna zu buchen. Aber auch das scheiterte – nach erfolgreicher Anmeldung – daran, dass meine Kreditkarte aus unbekannten Gründen nicht akzeptiert wurde.
Ich war schon fast davon überzeugt, die Fahrkarte erst am Reisetag kaufen zu können (mit dem Risiko, dass der „Frecciargento“ dann ausgebucht ist), probierte als letzte Idee aber noch die Buchung auf sncf.fr. Von dort wurde ich auf das wohlbekannte tgv-europe.com weitergeleitet, das mir tatsächlich eine Fahrkarte für diesen Abschnitt verkaufen konnte – sogar zum ermäßigten, aber dafür nicht frei umtauschbaren Preis. Nun fehlt nur noch der Nahverkehrsabschnitt bis Florenz, aber hier sollte es kein Problem sein, die Karte am Reisetag am Automaten zu kaufen. Etwas weniger umständlich hatte ich es mir zwar schon vorgestellt, aber: Eine von Deutschland aus gekaufte französische Fahrkarte für einen italienischen Zug – wenn das mal kein Zeichen für die europäische Einigung ist!
Stichwörter: Auskunft+Buchung, Europa, Fernverkehr, Italien, Tarif
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26. Dezember 2009
Schon seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wird auf der Nachtbuslinie 677, die abends den Zug zwischen Darmstadt und Aschaffenburg ersetzt, ein Midibus eingesetzt, der sonst für den Stadtbus Dietzenbach unterwegs ist. Er hat nicht nur für die lange Strecke ungeeignete Sitze (schlecht gepolstert und größtenteils nicht in Fahrtrichtung), sondern ist vor allem für das Fahrgastaufkommen zwischen Darmstadt und Dieburg zu klein, so dass regelmäßig Fahrgäste stehen müssen. Nachdem sich das zum Fahrplanwechsel 2009 nicht geändert hat, habe ich eine Beschwerdemail an den RMV geschrieben. Erstaunlicherweise wurde diese heute (!) beantwortet, und noch erstaunlichererweise lautete der Text:
Sehr geehrter Herr Zbikowski,
unser für die Planung des regionalen Busverkehrs [sic] hat mittlerweile mit der für den Betrieb der Linie 677 verantwortlichen Regionalverkehr Kurhessen GmbH Kontakt aufgenommen und das Busunternehmen aufgefordert, statt des Midibusses einen Solowagen einzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Vielen Dank an den RMV für die prompte und positive Antwort; da bin ich doch glatt mal auf meine nächste Nachtbusfahrt gespannt!
Nachtrag: Am 5. Januar leitete mir der RMV dann auch noch eine Stellungnahme des RKH als zuständigem Verkehrsunternehmen weiter, die außer einer Entschuldigung auch noch die Zusage enthielt, künftig wieder einen Standard-Solowagen einzusetzen. Ich bin gespannt auf meine nächste Fahrt mit der Linie 677!
Stichwörter: Busverkehr, RMV
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23. Dezember 2009
Ungewöhnliche Dinge passierten heute auf dem Weg von NAH nach Marl:
- Vor der Ankunft am Endbahnhof Essen geht der Zub durch den ICE und fragt die Fahrgäste: „Und wo geht bei Ihnen die Reise hin?“. Auf meine Antwort „Recklinghausen“ entgegnet er nur „Gut“, woraufhin mich mein Sitznachbar fragt: „Und was wäre jetzt schlecht gewesen?“ Die Antwort werde ich wohl nie erfahren, ebensowenig wie den Sinn der Frage des Zub.
- Vor dem Fahrkartenautomaten in Essen Hbf spricht mich ein DB-Mitarbeiter mit mobilem Fahrkartendrucker an:
- Kann ich Ihnen helfen?
- Danke, ich weiß schon genau, dass ich ein Einzelticket Preisstufe B brauche.
- Aber das kann ich Ihnen doch auch verkaufen.
In diesem Fall hätte ich wirklich mit dem Automatenkauf kein Problem gehabt, aber so konnte ich immerhin mit meinem 50-Euro-Schein anstatt mit Geldkarte bezahlen. Ein wenig merkwürdig fand ich es ja schon, dass sich der Mitarbeiter nahezu aufgedrängt hat, ist das eine neue Serviceoffensive und/oder bekommt er Provision dafür?
- Eine Stunde später in Bottrop Hbf: Der angekündigte RE um 12.44 Uhr nach Dorsten kommt einfach nicht, eine Ansage auch nicht, stattdessen springt nach einiger Zeit die Anzeige auf den nächsten Zug, die RB um 13.20, um. Einige Minuten später taucht doch noch der RE auf, allerdings würde ich jetzt meinen Busanschluss in Dorsten verpassen. Im gleichen Moment wird aber die Verlegung der S-Bahn nach Haltern von Gleis 1 (wo noch der Gegenzug nach Wuppertal steht) nach Gleis 2 angesagt (übrigens mit einer Stimme vom Band), so dass ich diese nehme. Im Gegensatz zum RE ist sie nur leicht verspätet (den Grund erfahren wir nicht), so dass ich nur unwesentlich später als geplant in Marl ankomme.
- Am dortigen Busbahnhof bleibe ich etwas unschlüssig vor dem Kundencenter stehen und überlege, ob ich noch einen Verbundfahrplan Schnellverkehr kaufen soll. Ein Busfahrer fragt mich, wo ich denn hin wolle, und ich antworte ihm, dass ich weiß, welchen Bus ich nehmen muss, bedanke mich aber natürlich für die Hilfsbereitschaft, die anscheinend heute, am Tag vor Heiligabend, besonders ausgeprägt ist.
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22. Dezember 2009
Wer Vorurteile über die Deutsche Bahn hat, konnte die am Wochenende leider ausnahmsweise einmal bestätigt sehen: Am Samstag war der RE von NAH nach Hanau zwar noch pünktlich (und interessanterweise mit einer MRCE-Dispolok der BR 185 bespannt), aber dort angekommen, hatte der ICE 278 Interlaken Ost – Berlin Ostbf schon +15. Auf die Frage an den Zub, wie es denn mit meinem Anschluss in Fulda aussehe (immerhin hatte ich nur 4 min Zeit), lächelte er nur und sagte „Der ist hinter uns“. In der Tat wurden in Fulda innerhalb von zehn Minuten drei verspätete Züge durch Gleis 7 geschleust: ICE 278, eine ICE-2-Doppeltraktion nach Hamburg und Bremen und „mein“ Anschluss-ICE 1559 nach Erfurt, meinem Ziel für dieses Wochenende. Gleis 6 war übrigens mit einem leeren Nachtzug aus CNL- und SBB-Wagen belegt. Mein Zug wiederum war zwar mit zwei Zugteilen ICE-T unterwegs, aber trotzdem so überfüllt, dass ich mit einigen anderen Fahrgästen nur noch auf dem Boden einen Sitzplatz fand und dort bleiben musste, bis wir mit knapp +30 gegen 14 Uhr Erfurt erreichten.
Auf der Rückfahrt sah es nicht viel besser aus: Statt in Doppeltraktion war ICE 1558 zwar pünktlich, aber leider nur einfach unterwegs, was zu einem entsprechenden Besetzungsgrad führte. Also hieß es für mich wieder auf dem Boden sitzen, wobei ich feststellte, dass man auf der obersten Trittstufe an der Eingangstür recht bequem sitzen und sogar schlafen kann. Nachdem vormittags in Erfurt noch blauer Himmel dominierte, begrüßte uns in Fulda ein regelrechter Schneesturm, der bis Frankfurt nicht besser wurde. Dort angekommen, war die Anzeigetafel voll von stark verspäteten Zügen – darunter auch derjenige ICE, der eine Stunde vor meinem nach NAH hätte fahren sollen. Ob das am Wetter lag, war indessen nicht ganz klar, denn als Begründung waren Erklärungen wie Triebfahrzeugschäden und Störungen im Betriebsablauf zu hören. Mein eigentlicher Zug, für den ich einen Sparpreis 25 hatte, wurde bald ebenfalls mit +50 angekündigt, so dass ich beschloss, den vorherigen Zug zu nehmen – ohne mich zu fragen, ob ich das angesichts der Zugbindung überhaupt durfte. Da niemand zum Kontrollieren kam, habe ich die Antwort auch nicht erfahren, bin aber letztendlich etwa 30 min später als geplant (also in einem 90 min verspäteten Zug) in NAH angekommen und durch die verschneite Innenstadt nach Hause gelaufen.
Nachtrag: Der Dispolok-Zug ist übrigens ein Ersatz für noch nicht zugelassene Fahrzeuge der Baureihe 440 aus dem E-Netz Würzburg.
Stichwörter: Betriebsstörungen, Fernverkehr
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26. November 2009
Im Blog meiner guten Freundin Ellis habe ich die folgende → Umfrage gefunden, die ich auch gerne beantworten möchte:
- How long have you been blogging?
Seit Ende April 2007.
- Why did you start blogging?
Weil viele meiner Freunde ein Blog haben oder hatten und mich das Bloggen auch gereizt hat, es fehlte lange Zeit nur das Thema.
- What have you found to be the benefits of blogging?
Ich kann meine Erlebnisse und mein Wissen zum Thema Bahnen mit anderen teilen.
- How many times a week do you post an entry?
Im Durchschnitt wohl so ziemlich genau einmal, wobei das natürlich stark davon abhängt, ob irgend etwas Bloggenswertes passiert ist.
- How many different blogs do you read on a regular basis?
In meiner Lesezeichen-Liste sind zurzeit zehn, die ich regelmäßig besuche.
- Do you comment on other people’s blogs?
Klar, wenn mir ein geistreicher Kommentar einfällt. Allerdings eher bei Leuten, die ich kenne, als in „öffentlichen“ Blogs.
- Do you keep track of how many visitors you have? Is so, are you satisfied with your numbers?
Ich schaue mir fast täglich meine Statistik an. Besucher sind es einige, aber mich würde viel mehr interessieren, ob die auf meinen Seiten auch das finden, was sie suchen.
- Do you ever regret a post that you wrote?
Bisher eigentlich nicht, ich feile meistens auch ziemlich lange an den Formulierungen, bevor ein Beitrag veröffentlicht wird.
- Do you think your audience has a true sense of who you are based on your blog?
Zumindest kennen sie meine Interessen und auch ein bisschen meine Meinungen, aber meine ganze Persönlichkeit wird man wohl kaum anhand des Internetauftritts erfassen können.
- Do you blog under your real name?
Ja.
- Are there topics that you would never blog about?
Alles, was nichts mit Bussen und Bahnen zu tun hat, und selbst da gibt es wohl einiges, worüber ich nicht schreiben würde.
- What is the theme/topic of your blog?
Wie die Unter-Überschrift so schön sagt: „Erlebnisse und Meinungen rund um Bahn und ÖPNV“
- Do you have more than one blog? If so, why?
Nein, nur dieses eine.
Stichwörter: Stöckchen
Kategorie In eigener Sache | 2 Kommentare »
8. November 2009
… für eine günstige Fahrkarte: Um vergangenen Freitag abends nach München zu kommen, gab es schon vor knapp einem Monat nur noch eine Möglichkeit mit Sparangebot: eine Verbindung mit Abfahrt 20.49 Uhr, Umstieg in Würzburg und Ankunft in München um 23.44 Uhr. Zum Glück war das meiner Tante, bei der ich übernachtet habe, nicht zu spät, so dass ich zugegriffen habe. Für die Rückfahrt hatte ich immerhin noch die Wahl zwischen dem direkten Zug um 11.55 und dem um 14.55 Uhr. Um ausschlafen zu können, habe ich mich für letzteren entschieden (und bei der Buchung prompt den Gutschein vergessen, den ich noch hatte und damit 10 Euro verschenkt).
Die Fahrt selber lief fast reibungslos: Der Zug hatte etwa +5, weswegen ich (auf Ansage des Zub hin) nicht in NWH, wo wir nur noch die Rücklichter des Anschlusszuges sagen, sondern in NN umgestiegen bin. Wäre übrigens nicht Freitag gewesen, hätte ich gar nicht umsteigen müssen, denn dann fährt statt ICE 1125 nach Regensburg ICE 1025 nach München. Beim Umstieg ergab sich die kuriose Situation, dass an beiden Bahnsteigkanten ICE-1-Garnituren standen, die aus Hamburg kamen (1125 von Kiel über Köln und 885 von Altona über Hannover). Obwohl ich normalerweise um die Zeit nicht sehr müde bin, verbrachte ich den Rest der Fahrt schlafend und traf schließlich fast pünktlich in MH ein.
Auf der Rückfahrt gab es noch weniger besondere Ereignisse. Ich saß auf einem Platz, der wie fast alle in diesem Zugteil (freitags und sonntags fährt ICE 622 doppelt) reserviert war, aber trotzdem leer blieb. Kurz vor NN verkündete eine Ansage des Zub, dass Fahrgäste für einen durch einen Notarzteinsatz verspäteten ICE einsteigen würden und wir deshalb eventuell vorhandenes Gepäck von den Sitzen räumen sollten. Nennenswert voll wurde es dann allerdings erst in NWH, so dass ich froh war, meinen Platz zu haben. Angekündigt wurde auch ein außerplanmäßiger Halt in Hanau, was mich wunderte, da die Bahnsteige dort eigentlich zu kurz für ICE-3-Doppeltraktionen sind. Wie der Halt dann vonstatten ging, konnte ich aber nicht beobachten, da ich ja schon in NAH ausgestiegen bin (übrigens auf die Minute pünktlich) und mich diesmal zu Fuß auf den Weg nach Hause gemacht habe.
Stichwörter: Betriebsstörungen, Fernverkehr, Hochgeschwindigkeitsverkehr
Kategorie Bahnfahrn | 0 Kommentare »
4. November 2009
Interessante Meldungen gingen dieser Tage durch die Presse: Zum einen will die französische Staatsbahn SNCF über ihre Tochter Keolis (die in Deutschland unter der Marke Eurobahn fährt) in den deutschen Fernverkehrsmarkt einsteigen. Ab 2011 sollen die Strecken Frankfurt–Hamburg und Frankfurt–Berlin mit 20 „gebrauchten Zügen“ (wahrscheinlich Corail-Wagen) bedient werden. Weitere Infos dazu gibt es bisher nicht.
Wesentlich konkreter sind da andere Pläne: Ab August 2010 hat das bisher unbekannte Unternehmen Locomore Fahrplantrassen für die Strecke Köln-Hamburg gebucht. Der genaue Fahrplan kann noch bis Montag beim → Lok-Report abgerufen werden. Es handelt sich um drei Fahrten pro Tag montags bis donnerstags. Am Wochenende gelten abweichende Fahrzeiten. Die Fahrten sind „fast“ vertaktet, d.h. die Minuten der einzelnen Fahrten weichen nur geringfügig voneinander ab. Mit einer Fahrzeit von etwa 4 Stunden und 10 Minuten sind die Züge nur unwesentlich langsamer als die ICs der DB auf dieser Strecke. Auffällig ist allerdings, dass statt Bremen der kleine Bahnhof Sagehorn bedient wird, an dem es aber direkte Anschlüsse von und in die Hansestadt gibt.
Wird das neue Angebot Erfolg haben? Darüber wird natürlich in den einschlägigen Foren und → Newsgroups jetzt schon heiß diskutiert. Knackpunkte werden – wie schon von Prof. Aberle prophezeit – vor allem der Tarif und die Anschlussmöglichkeiten sein. Die wenigsten Fahrgäste wollen genau von Köln Hbf nach Sagehorn oder von Gelsenkirchen Hbf nach Hamburg Hbf fahren, also schauen wir uns die Anschlüsse einmal an: Die Locomore-Züge fahren durchgehend etwa eine halbe Stunde versetzt zu den DB-Fernzügen. Wenn wir annehmen, dass die Nahverkehrszüge auf letztere abgestimmt sind, gibt die Fahrplanlage der neuen Züge überall dort gute Anschlüsse, wo der Nahverkehr im Halbstundentakt oder öfter fährt, wie es im Ruhrgebiet und in Hamburg meistens der Fall ist. Und auch in Osnabrück werden innerhalb einer halben Stunde Anschlusszüge in alle Himmelsrichtungen erreicht (Richtung Bremen allerdings nur über Delmenhorst). Die Fahrplanlage bietet also hier einiges Potenzial, bliebe als wunder Punkt der Tarif: Wenn für eine Strecke Marl-Sinsen–Hamburg-Rahlstedt drei Fahrscheine gekauft werden müssen, die wegen der Degression des DB-Tarifs (und der Nicht-Anerkennung der Bahncard) womöglich mehr kosten als ein durchgehender, wird das natürlich zu Lasten des neuen Angebots gehen. Ebenso fällt die Flexibilität weg, jeden Zug benutzen zu können, die man zumindest mit dem Normalpreis der DB hat. Man darf also gespannt sein, wie der Tarif (über den noch nichts bekannt ist) der neuen Züge letztendlich aussieht, denn er wird eine entscheidende Rolle im Kampf um deren Erfolg spielen.
Stichwörter: Fernverkehr, Privatbahnen, Tarif
Kategorie Planung/Technik/Betrieb, Unternehmen & Politik | 0 Kommentare »
30. Oktober 2009
Wer das Innendesign von Zügen schon immer langweilig gefunden hat, der kann jetzt aktiv an der Verschönerung mitwirken: Beim → Bombardier YouRail Designcontest kann man entweder das Muster eines Sitzpolsters oder gleich den ganzen Innenraum eines Zuges gestalten. Großartige Designkenntnisse braucht man dazu nicht, es reicht eine Idee und die Registrierung als Benutzer auf der Website. Es gibt auch etwas zu gewinnen, nämlich Geldpreise von bis zu 2.000 Euro und eine Reise zur Bahnmesse InnoTrans nach Berlin. Die Jury besteht aus Mitgliedern der Geschäftsführung von Bombardier, einem der größten und bekanntesten Bahnfahrzeugbauer der Welt. Es lohnt sich also – wenn ihr ein Händchen für Design habt (für mich wäre eher ein Fahrplanerstellungswettbewerb etwas), dann schaut doch mal rein und berichtet mir eure Erfahrungen!
Stichwörter: Design
Kategorie Kurioses & Triviales, Unternehmen & Politik | 0 Kommentare »
27. Oktober 2009
Als regelmäßiger Bahnfahrer bin ich ja schon einiges herumgekommen, allein schon durch das Pendeln zur Uni Dortmund entspricht es mindestens einmal der Entfernung um die Erde. Daher war ich neugierig, wie die Strecken in Deutschland, die ich schon befahren habe, auf einer Karte aussehen. Also habe ich mir aus dem Netz eine Karte mit freundlicher Genehmigung „geklaut“ – nämlich bei → Trainspotting, wo es sehr gut gemachte digitale Eisenbahnkarten gibt. Die Strecken, auf denen ich schon unterwegs war, habe ich schwarz markiert, und das ist dabei herausgekommen (Karte öffnet in neuem Fenster).
Die meisten schwarzen Strecken gibt es natürlich in der Umgebung meiner Wohnorte Marl und Aschaffenburg. Im Ruhrgebiet und Rhein-Main-Gebiet kenne ich bis auf einige S-Bahn-Endstücke alles. Ganz dünn sieht es dagegen im Osten aus: Bis auf zwei Strecken nach Berlin und drei nach Leipzig sind die neuen Bundesländer „terra incognita“, ein Zustand, den ich durchaus gerne ändern möchte. Im Rest von Deutschland kenne ich meistens nur die Hauptstrecken, womit ich sicher eine Menge verpasst habe. Aber es ergeben sich selten Gelegenheiten, weiter entfernte Nebenstrecken zu fahren, und ich setze mich dann doch nicht einen ganzen Tag in den Zug, nur um eine bestimmte Strecke zu fahren.
Dank Umleitungen habe ich übrigens auch einige Strecken kennen gelernt, die sonst nur von Güterzügen befahren werden, wie Gelsenkirchen-Buer Nord–Recklinghausen Hbf oder Buchholz (Nordheide)–Maschen. Einiger dieser Strecken, wie Düsseldorf Hbf–Duisburg-Wedau oder die rechte Rheinstrecke zwischen Koblenz und Mainz habe ich nicht schwarz markiert, da es bei diesen Umleitungen dunkel war.
Bei Gelegenheit werde ich sicher eine aktualisierte Version der Karte präsentieren, aber bis dahin liegen wohl noch einige Bahnkilometer vor mir …
Stichwörter: Fernverkehr, Karten, Nahverkehr
Kategorie Bahnfahrn, Kurioses & Triviales | 1 Kommentar »